SPECIAL: Tops und Flops 2013

Das Jahr neigt sich dem Ende zu – Zeit, über Tops und Flops 2013 ein paar Worte zu verlieren. Beginnen wir mit den Top-Schlagzeilen des Jahres.

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Herausragend: Der UHD-TV Panasonic TX-L65WT600

1. UHD-TVs. Haben sich einen Spitzenplatz verdient. Zwar weiß niemand, wann es endlich Content in der enorm hohen Auflösung gibt, aber die mit hochleistungsfähigen CPUs ausgestatteten TVs schaffen es selbst aus einer Blu-ray, überragende Ergebnisse herauszukitzeln. Sehr gut gefällt uns auch, dass die Preise massiv gepurzelt sind. Rund 3.000 EUR für 55-58 Zoll-Flachbildschirme, das ist hervorragend. Somit hält sich der Aufpreis der auch sonst voll ausgestatteten TVs im Vergleich zu FullHD-Spitzenmodellen in Grenzen. Wünschen würden wir uns aber endlich klarere Aussagen zum Thema HDMI 2.0.

Grundig BlueBeat GSB 120 Front Seitlich2

Echter Kracher für 100 EUR – Grundig Bluebeat GSB 120

2. Bluetooth-Lautsprecher: Hatten ihren großen Durchbruch. Schon bei rund 50 EUR geht es mit brauchbaren Exemplaren los, für 300 bis 500 EUR gibt es richtig gelungene Speaker, schick im Design und klangstark. Niemand hätte es gedacht, dass Bluetooth allgemein nochmals so richtig durchstartet. Aber da es keine AirPlay-artige Funktion (bislang) für Android-Smartphones und Tablets gibt, konnte Bluetooth richtig Gas geben. Übrigens nicht nur in Form von BT-Lautsprechern – Onkyo war einmal mehr Trendsetter und verbaute in zahlreiche 2013er AV-Receiver direkt BT-Module im Gerät. Kein optionales Dongle mehr erforderlich. 

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Top-Box zum fairen Preis – Canton Chrono SLS 790 DC

3. Hochwertige Stereolautsprecher zum fairen Kaufpreis. Top, was einige Hersteller hier 2013 geleistet haben. Teilweise waren die Modelle auch schon 2012 erhältlich, aber fest steht: Nie gab es so viel tollen Klang zum günstigen Kaufpreis. Modelle wie die Teufel Definion 5, die Nubert nuLine 284, die Canton Chrono SLS 790 DC oder die Quadral Chromium Style 52 beweisen: Noblesse, Klangkultur und universelle Einsatzmöglichkeiten kann man bereits zu überraschenden Tarifen erwerben.

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Leistungsträger – Onkyo TX-NR929

4. AV-Receiver mit bestechender Leistung – zum überraschenden Preis! Hier machte Denon mit dem AVR-X4000 den Anfang, Onyko zog mit dem TX-NR929 nach und auch Pioneer wollte nicht tatenlos zusehen: Der SC-LX87 kostet zwar viel Geld, ist aber in einer Liga zuhause, die deutlich höher liegt als der Kaufpreis. Und auch Arcam macht mit: Enormen Klang fürs Geld offeriert der AVR450. Harman Kardon zeigt mit dem AVR 370 – wir sind wieder da und stärker denn je. Das Stärke-Bekenntnis des Jahres aber lieferte Yamaha: Mit der Vor-/Endstufenkombination MX-5000/CX-5000.

5. HiRes-Audio auf dem Vormarsch. Kaum ein Hersteller, der noch AV-Receiver in Preisklassen ab ca. 400 – 500 EUR anbietet, die keine hochauflösenden Audiodateien, meist im FLAC- oder WAV-Dateiformat, wiedergeben können. Man kann diese Dateien auf entsprechenden Portalen herunterladen und übers Netzwerk oder über USB wiedergeben. Feinster Hochtonbereich, facettenreiche Mitten und präziser Bass, so macht Musikhören Freude. Wermutstropfen – günstig sind HiRes-Dateien nicht gerade. Übrigens – Direct Stream Digital (DSD), das Tonformat der SACD, feiert ebenfalls einen „zweiten Frühling“ – SACD – Dateien kann man ebenfalls herunterladen auf spezialisierten Portalen. Allerdings wird DSD noch nicht von jedem AVR wiedergegeben, meist können dies nur Oberklassemodelle. 

Wo viel Licht ist, ist auch Schatten – unsere 5 Flops des Jahres:

1. Noch immer kein 4K-Standard in Sicht: Man kann so tolle UHD-Fernseher kaufen, doch was bringt dies, wenn es noch keinen nativen Content gibt? Ok, verschiedene TVs geben 4K-Content vom USB-Medium wieder, aber so richtig toll ist das alles noch nicht. Wir hoffen, dass hier das Jahr 2014 eine brauchbare Lösung bringt.

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Technik der Zukunft – nur leider nicht zu bekommen: OLED schaffte den Durchbruch 2013 nicht so, wie man es sich vorstellte

2. OLED floppt. Vollmundig werden OLED-TVs angekündigt – flacher denn je, tollere Farben denn je, besseres Schwarz denn je. Aber – viel zu geringe Lebensdauer, nur FullHD und kein 4K (4K OLED nur als Prototypen auf Messen), viel zu teuer – und vor allem nicht erhältlich. Nach großen Präsentationen, in deren Mittelpunkt OLED als neuer Motor der Flatscreen-Branche stand, folgte – nichts. Nirgendwo sind die „Vorzeige-TVs“ zu bekommen.

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Gibt es nur noch selten: Top-Player wie der Panasonic DMP-BDT500

3. BD-Player – getarnter Sondermüll. Noch vor einigen Jahren gab es edle, technisch herausragende Blu-ray-Player – mittlerweile machen sich Plastik-Dosen breit, die zwischen 50 und 100 EUR kosten, viel Schein und wenig Sein bieten und eine Defektanfälligkeit aufweisen, die nicht eben zum Aufbau eines guten Images beiträgt. Viel Smart-TV und Multimedia, aber unbefriedigende Laufwerksqualität und Betriebssicherheit – so geht es nicht. 

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Lieber einen modernen 47-Zöller wie diesen Philips aus der 6er Serie kaufen als einen TV mit riesiger Diagonale und mieser Technik

4. Riesen-TV mit Schmalspur-Technik: Solche Lockangebote gab es 2013 viele. TVs mit großer Bilddiagonale zum Mini-Preis. Doch wer genau hinschaute, ersparte sich den Fehlkauf: Schlechte Displays, lahme CPU, dünne Ausstattung – der Traum vom großen Bild konnte so gut zum Albtraum werden. Besser: Etwas mehr sparen und sich gleich mindestens einen aktuellen Mittelklasse-TV kaufen. 

5. Miese Apps für iOS und Android: Jeder möchte immer die tollste, farbenfrohste, innovativste App haben – doch die Praxis lehrt eine andere Sprache. Vor lauter Hektik bei der Entwicklung und der Implementierung neuer Funktionen geht oftmals gar nichts. App sieht toll aus, ohne Bugfix, der, wenn man Glück hat, kurz darauf folgt, läuft nichts. Geräte werden nicht erkannt, die App stürzt ab, und bei mancher Funktion fragt man sich nach dem tieferen Sinn. Bitte besser machen! Manche zeigen gekonnt, wie es geht. 

Text: Carsten Rampacher
Datum: 27. Dezember 2013




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