SPECIAL: KEF/Hegel Event – 4-Wege-Lautsprecher KEF Muon trifft auf exklusive Hegel Komponenten (HD30, P30, H30)

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Das ist wahrhaftig etwas Besonderes: Auf Gut Wöllried bei Würzburg hatten wir zusammen mit anderen Journalisten die Möglichkeit, den High-End-Lautsprecher KEF Muon im Zusammenspiel mit edlen HiFi-Komponenten des norwegischen Herstellers Hegel, in Deutschland ebenso wie KEF und Arcam bei GP Acoustics im Vertrieb, zu hören. Und zwar keine gewöhnliche Muon, sondern eine in semi-mattem Schwarz. Ein auf höchste Qualität spezialisierter Lackierer, bekannt aus der Automobilbranche, verleiht der Muon eine ganz andere optische Wirkung. Sonst kennt man den skulpturartigen Lautsprecher, dessen Erscheinung an eine Frau mit nach oben gestreckten, geöffneten Armen erinnert, nur in hochglanzpoliertem Aluminium.

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Harmlos von außen. Aber innen geht es gewaltig zur Sache auf Gut Wöllried 

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Hegel und KEF bitten zur Präsentation – in Zusammenarbeit mit dem Audioladen Würzburg, einer anerkannt guten Adresse für HiFi- und Mehrkanal-Fans

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Muon Mark II, in Europa gibt es nur 1 Paar in semi-mattem Schwarz

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UNI-Q-Koaxial-Chassis

Mittlerweile gibt es die Muon Mark II, die sich in vielen Punkten noch weiter verbessert zeigt. Ganz besonders stolz sind die KEF-Akustiker auf die neue Frequenzweiche, die dem gigantischen Lautsprecher einen enormen Schub an Reaktionsschnelligkeit und Feingefühl verabreicht. Auch, was die UNI-Q Koaxialtreiber-Einheit für den Mittel- und Hochtonbereich angeht, wird in der Muon Mark II nun das Modernste verbaut, was die englischen Sound-Experten zu bieten haben. 

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Faszinierende Formensprache, aus Aluminium, das in einem Hochdrucksformungs-Verfahren gefertigt wird, hergestellt

Entstanden ist der Lautsprecher als Kooperation zwischen den erfahrenen KEF-Ingenieuren und dem Designer Ross Lovegrove.  Das Gehäuse der MUON wird aus 6 mm starken Aluminiumelementen gefertigt, die in einem Hochdruckumformungs-Verfahren hergestellt werden. Der Prozess ähnelt dem Vakuumformen von Plastik: Erhitzte Aluminium-Bleche werden unter hohem Druck in Formen gepresst, die mit anderen Verfahren nicht möglich wären. Diese spezielle Formgebung des Lautsprechers entstand als Ergebnis einer sorgfältigen Abstimmung zwischen Ross Lovegroves Designideen und den akustischen Gesetzmäßigkeiten. 

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Tief-/Mittelton-Treiber (oben), zwei Basstreiber (unten)

Die Muon ist als Vier-Wege-Lautsprechersystem ausgelegt. Die üppige Bestückung mit Bassstreibern sorgt in Verbindung mit dem großen Gehäusevolumen für ideale Voraussetzungen hinsichtlich Tiefgang und Dynamik bei niedrigen Frequenzen. Den bei einem Vier-Wege-System problematischen Punkt „Gruppenlaufzeiten“ erledigt die Muon nicht zuletzt wegen der Kombination aus koaxialem UNI-Q-Chassis und neuem Filternetzwerk grandios. 

Überdies setzt KEF in der MUON die „Acoustic Compliance Enhancement“-Technologie (ACE) ein, bei der ein Granulat aus aktiviertem Kohlenstoff Luftmoleküle absorbiert und so eine Bassleistung wie bei einem fast doppelt so großen Lautsprecher möglich wird – und man bedenke, dies sei nochmals erwähnt, wie groß die Muon bereits ist (!!!). 

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2 Basstreiber hinten

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Terminals – zwei Mono-Blöcke Hegel H30 pro Muon

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Lautsprecher-Kabel

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Steckdosen-Leisten

Die beiden zusätzlichen, an der Rückseite der MUON montierten Basstreiber verringern den Einfluss des Hörraums auf die Schallabstrahlung und ermöglichen so einen besonders klaren sowie offenen Klang. Das schon erwähnte, 6 mm dicke, stark gedämmte Aluminiumgehäuse offeriert überdies eine außerordentlich steife Struktur, mit der akustisch störende Vibrationen effektiv verringert werden.

Kaum noch einer Erwähnung bedarf, dass die Muon selbstverständlich besonders gut für die Darstellung von Hi-Res-Audio-Material geeignet ist, aber auch normale CD-Quellen (44,1 kHz/16-Bit) klingen bereits enorm mitreißend. 

Nach KEF-Angaben gehen die Wiedergabefähigkeiten der Muon sowohl im Bass als auch im Hochton weit über den für Menschen hörbaren Frequenzbereich hinaus. Hier stellt sich wieder die Frage, was das bringt, wo doch ein erwachsener Mensch mit gutem Gehör nicht über 16 kHz hören kann. KEF gibt darauf eine ähnliche Antwort wie auch andere: Wenn diese außerhalb des hörbaren Bereichs liegenden Frequenzanteile in der Aufnahme vorhanden sind, sind sie trotzdem ein Teil des Ganzen und tragen zur Natürlichkeit und Lebendigkeit des Klangs bei. 

Noch erwähnenswert: Alle gebauten Muon-Lautsprecher werden von erfahrenen Technikern individuell hergestellt und zum Abschluss in der Akustik-Messkammer von KEF intensiv getestet. Daher wird jede MUON mit einem Zertifikat ausgeliefert, welches die Ergebnisse dieser Messungen und die Unterschrift des jeweiligen Technikers trägt. 

Schauen wir uns zum Schluss dieses Absatzes die akustischen Spezifikationen an: 

  • 4-Wege-Lautsprecher
  • Impedanz 4 Ohm
  • Frequenzgang bei +/- 3 dB: 25 Hz bis 60 kHz
  • Verstärker-Anforderungen: 100 Watt bis 400 Watt/Kanal
  • Maximaler Schalldruck 118dB
  • Empfindlichkeit 90dB (2.83V/1m)
  • Uni-Q-Treiber bestehend aus folgenden Komponenten: Hochton: 1 x 25 mm belüftete Aluminiumkalotte mit dem „Tangerine Waveguide“ von KEF, Mittelton: 1 x 125 mm Li-Mg-Al / FKP, Hybridkonus
  • 4 x 250 mm Basstreiber mit extrem verzerrungsarmen Neodym-Magnetsystemen
  • 1 x 250 mm Tief-/Mittelton-Treiber mit extrem verzerrungsarmen Neodym-Magnetsystemen und speziell abgestimmten verchromten Phase-Plug
  • 2 x 250 mm rückseitig angebrachte Bass-Treiber zur Verbesserung der Bass-Abstrahlung
  • Maße H x W x D: 2000 x 600 x 380 mm
  • Gewicht 115kg pro Lautsprecher

Wie gestaltete sich bei unserem Event nun die Zuspielung?

Wir können nur sagen: Genauso eindrucksvoll wie die Muon selber. Der Hersteller Hegel aus Oslo ist bei HIFI-Experten schon seit einiger Zeit für herausragende Komponenten bekannt. Beste Komponenten treffen auf erlesene Verarbeitung, und optisch gehen die enorm schlichten, zeitlosen und technisch-elegant wirkenden Geräte ihren eigenen Weg. Kein „me too“, sondern Individualismus auf die norwegische Art: Klar, konsequent und ungefiltert. In mattem Schwarz, wie bei unserer Vorführung, oder aber in silbern stehen die Hegel

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Hegel HD30 (oben) 

Eine besonders wichtige Rolle bei unserer Vorführung spielte der Hegel  High-End DAC HD30. Hegel selbst nennt ihn das „ultimative digitale Control-Center“.  Und was die Anschlussmöglichkeiten angeht, so stimmen wir sofort zu. Ein koaxialer Digitaleingang, drei optische Digitaleingänge, 1 USB-Eingang, ein Ethernet-Eingang, 1 BNC-Eingang und ein AES/EBU-Eingang sorgen hier für eine eindrucksvolle Auswahl. An analogen Ausgängen gibt es die Auswahl zwischen Cinch und XLR. Was die Bestückung anbetrifft, so greift der HD30 auf Dual Mono 32-Bit/192 kHz Multilevel Sigma-Delta-DACs zurück. Dank dieser aufwändigen Baugruppen verarbeitet der HD30 auch DSD-Signale in ihrer vollen Pracht.

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So sah es hinter dem Hegel HD30 (Kostenpunkt: Rund 4.000 EUR) aus

Bei der Präsentation wurde das musikalische Material im Übrigen von einem Macbook Pro zugespielt, auf dem TIDAL installiert war. 

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Zweiter von oben: Klassischer Vorverstärker Hegel P30 für 5.895 EUR

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Fernbedienung im minimalistischen Layout

Auch noch aufgebaut war der P30 Vorverstärker von Hegel. Der Hersteller spricht voller Stolz vom „besten Vorverstärker, den Hegel jemals gebaut hat“. Mit zwei symmetrischen XLR-Eingängen und drei Cinch-Eingängen ist die Stereo-Vorstufe unter anderem bestückt. 

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45 kg wiegt jede der H30 Monoblöcke. Kostenpunkt: Pro Stück Knapp 12.000 EUR, also für vier H30 wandern 48.000 EUR über die Ladentheke

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H30 von hinten

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Kraft satt in wirklich allen Lebenslagen

Dafür, dass den Muon richtig „Feuer“ gemacht werden konnte, sorgten Hegel H30 Monoblöcke in „Overdose“-Konfiguration. Wer denkt, dass zwei der pro Stück mehr als 1.100 Watt (an 8 OHM) starken Kleinkraftwerke gereicht hätten, der irrt. Gleich zwei der norwegischen Monster-Endstufen kamen pro Kanal zum Einsatz. 270.000 Microfarad-Elkos sind hier bei jedem Monoblock am Start. So viel zum Thema „üppige Leistungsreserven“. Die Hochleistungs-Endstufe setzt auf eine Hegel-spezifische Kombination aus JFET und MOS-FET-Transistoren. 

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Nun geht es gleich los – Johan Coorg dreht ordentlich den Pegel hoch

Johan Coorg von KEF und Anders Ertzeid von Hegel, unsere beiden Vorführer, hatten selber sichtlich Spaß. 

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„Möge die Macht mit dir sein“ – die Muon ist zu akustischen Gewalttaten ebenso fähig wie zum Aufbau sensibler Klanggebilde

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Johan Coorg (links) und Anders Ertzeid können stolz auf ihre Produkte sein

Was wurde gespielt? Hier eine kleine Auswahl der Alben:

  • „Face The Music“ – George Duke
  • „Det Vi Har“ – Kari Bremnes
  • „Alive“ – Hiromi – The Trio Project
  • „Sheik Yerbouti“ – Frank Zappa

Klanglich war unsere Kette zutiefst beeindruckend – und zwar aus folgenden Gründen:

  • Die Muon Mark II ist sehr deutlich schneller geworden als die erste Generation. Man merkt das bei virtuosem Klavierspiel ebenso wie bei Gitarren-Soli oder auch bei kompexeren Drum-Einlagen. Unglaublich, dass ein so großer Lautsprecher so reaktionsschnell sein kann. Der Bassbereich, früher etwas zu spät dran, kommt bei der Muon Mark II absolut zeitgleich mit dem Rest beim Hörer an. Ein Vierwege-System mit solch guten Gruppenlaufzeiten? Eigentlich undenkbar – geht aber, wie KEF eindrucksvoll zeigt.
  • Ungemein charismatisch, feinfühlig, bei Bedarf mit enormer Wucht: 
  • „Yo Mama“ von Frank Zappa wirkte so ungefiltert, direkt, klar – die vokalen Konturen kamen überragend heraus. Die erstklassige Räumlichkeit mit feiner Tiefenstaffelung gefiel ebenfalls außerordentlich gut.
  • „The Black Messiah“ des legendären, leider 2013 verstorbenen Fusion-Jazz-Asses George Duke verdeutlicht es: Wie viel Feingefühl diese Kette hat – unglaublich, für „Normalsterbliche“ ohnehin. Hier hören auch wenig versierte Anwender, dass ein riesiger Unterschied zwischen einer Kette wie dieser und der „bürgerlichen“ Anlage zuhause besteht. Die riesigen Hegel Mono-Blöcke klingen ungemein angenehm, authentisch, lebendig, aber nie zu spitz. Jede Facette ertönt klar und ist mit enormer Präzision im Raum zu finden. Der HD30 DAC bereitet das TIDAL-Material auf höchstem Niveau auf, damit es dann mit plastischer, den Zuhörer umhüllender Gesamtwirkung präsentiert werden kann.
  • „Det Hi Var“ der norwegischen Sängerin und Liedermacherin Kari Bremnes beweist uns, wie gut die Hegel-Komponenten und die Muon mit vokalen Elementen umgehen können: Eine Souveränität, wie man sie nur selten erlebt, und eine stets gegebene exakte Ortung der Stimme auf der virtuellen Bühne – das ist Hören auf höchstmöglichem Level.
  • Das Thema „Pegelfestigkeit“ – oder sollten wir besser schreiben „Hegelfestigkeit“- ist eines für sich. Wir sind uns sicher, dass bei der Entwicklung der H30 Thors Hammer mit im Spiel war, denn was diese 1.100 Watt-Giganten bei praktisch jedem denkbaren Pegel veranstalten, sollte man selbst erlebt haben. „Jeder Pegel geht mit Hegel“ – der Supermarkt-Werbetexter würde sich freuen. 
  • Etwas Electro House durfte auch nicht fehlen – so wie „Avaritia“ des Kanadiers Deadmau5. Kraftvoll, massiv, zugleich ungemein schnell – die Hegel/KEF-Kette löst scheinbare Widersprüche auf und präsentiert sich mit einer fesselnd dichten Räumlichkeit. Innerhalb dieses virtuellen 3D-Gebildes werden die zahlreichen elektronischen Effekte mit hervorragendem Aufbau dargestellt.
  • Die Muon differenziert im Bassbereich auch komplexe Gebilde perfekt auseinander, mit immer passendem Timing. Die schnelle, aber zugleich sehr angenehm spielenden Hegel Mono-Blöcke passen ideal, sie liefern Kraft satt, und das stets impulstreu und kultiviert. 

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Unser Fazit: So eine Vorstellung bekommt man nicht oft geboten. Im ländlich-gemütlichen Ambiente konnte die Muon mit der Hegel-Zuspielung nahezu alle ihre Talente zeigen. Die norwegischen HiFi-Bausteine verdeutlichten zudem eindrucksvoll, warum sie so einen extrem guten Ruf genießen.

Special: Carsten Rampacher
Datum: 29. Oktober 2017 




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