SPECIAL: HTC mit neuem Topmodell auf dem Mobile World Congress

Alles wieder auf Anfang: Mit dem neuen Flaggschiff zeigen die Taiwaner eine neue Designsprache sowie eine Prise Innovation und tragen die One-Serie endgültig zur Grabe.

So schnell kann es gehen: Vor Jahren wurde HTC noch für die One-Modellreihe weltweit gefeiert und nun ist bereits Schluss. Die neuen Premium-Smartphones der Taiwaner tragen fortan den Buchstaben U. Weshalb? Weil es nachMeinung des Herstellers zu coolen Wortspielen einlädt.

Bereits das Premiere-Modell HTC U Ultra zeigt, wie radikal die Macher sich von der One-Serie verabschieden. Das obligatorische Aluminium-Unibody-Gehäuse als HTC-Erkennungszeichen gibt es nicht mehr. Ein Grund dafür ist, dass dieses Designkonzept von zu vielen asiatischen Mitbewerben mitunter dreist kopiert wurde.

HTC U Ultra

Aluminium gibt es zwar immer noch als Materialwahl, allerdings nur noch in Form eines Rahmens. Ansonsten bestimmt Gorilla Glass 5 das optische Bild vom HTC U Ultra. Der Clou: Da es in mehreren Lagen übereinandergeschichtet ist, variiert die Farbwirkung abhängig vom Lichteinfall. Dadurch wirkt die dunkelblaue Variante in der Regel beinahe Schwarz, strahlt aber bei entsprechendem Lichteffekt auch mal Marineblau. Ein durchaus gut wirkender Effekt, der durch eine fettabweisende Beschichtung veredelt wird. Fingerabrdrücke und Wischspuren bleiben aber dennoch erkennbar.

Neu: Display im Display

Ein echtes Highlight der neuen Luxusklasse ist das 5,7-Zoll-Display mit Super-LCD-5-Technik. Das ist dank Quad-HD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) beeindruckend scharf, bietet eine hohe Farbintensität und ist zu allen Seiten hin gewölbt.

Die große Display-Besonderheit ist aber anderer Natur, denn im oberen Bereich hat HTC einen zweiten Mini-Bildschirm eingebaut. Der 2-Zoller im Querformat (160 x 1040 Pixel) ist auch dann aktiv, wenn sich das Smartphone im Standby-Modus befindet. Auf diese Weise hat der Nutzer stets wichtige Infos, wie die Uhrzeit, Schnellzugriffe, Benachrichtigungen oder Wetteraussichten im Blick. Das spart Strom und schafft Platz auf dem Hauptdisplay für mehr Multimedia-Anwendungen – daran gewöhnt man sich schnell.

Rückseite

Diese nicht ganz neue Idee hat aber auch einen kleinen-großen Haken: Das HTC U Ultra ist dadurch recht wuchtig und sogar größer als das iPhone 7Plus.

Neue Ausstattungsphilosophie

Auch beim Komfort beschreiten die Vertreter aus Fernost neue Pfade, denn wie beim iPhone wurde der Klinkenanschluss in Rente geschickt. Musik wird somit entweder per Bluetooth oder via eines Hi-Res-Headsets mit USB Typ C genossen. Dank 24-Bit-Sound und eines zweiten Mikrofons, soll dem Nutzer neue Klangdimensionen eröffnet werden. Ärgerlich allerdings: Trotz eines satten UVPs von 749 Euro Z wird kein Adapter zum Anschluss normaler Kopfhörer mitgeliefert. Aktuell ist es sogar noch nicht einmal im HTC-Portfolio.

Bei der Kamera setzt HTC auf große Pixel, um mehr Licht anfangen zu können. Die 12-Megapixel-Hauptkamera ist durch die große Blende (f/1.8), Auto-HDR, Kontrast- und Laser-Autofokus sowie optischem Bildstabilisator eine technisch hochgezüchtete Schnappschuss-Maschine, die in der obersten Liga locker mitspielt. Wichtiger Bestandteil ist ferner die Phasenerkennung, sodass gerade bei Schwachlicht-Verhältnissen optimale Ergebnisse erzielt werden, da aus mehreren Fotos das Optimum gemixt wird.

Rückseite „Weiß“

Auch die Frontkamera ist mit 16 Megapixel nicht nur üppig aufgestellt, sie beherrscht ebenfalls AutoHDR sowie den Ultrapixel-Modus, sodass Selfies auch bei schwachem Lichteinfall möglich sind. Dass der Camcorder in 4K aufzeichnet, muss da wohl nicht mehr großartig erwähnt werden.

Technik mit Intelligenz

Angetrieben wird das HTC U Ultra durch den aktuellen Qualcomm Snapdragon 821 mit vier Kernen und 2,15 GHz Taktung und 4 GB Arbeitsspeicher. Letzteres scheint in der Spitzenklasse mittlerweile obligat zu sein. Der interne Speicher ist 64 GB groß und glücklicherweise weiterhin per microSD-Karte erweiterbar. Es gibt aber auch eine Special Edition aus Saphir-Glas mit 128 GB, die ist allerdings nochmals 100 Euro teurer.

Der Akku fasst zwar „nur“ 3.000 mAh, lässt sich aber durch die Qualcomm-Quickcharge-3.0-Technologie sehr schnell aufladen und weist ersten Tests zufolge ein sehr gutes Durchhaltevermögen auf.

Eine feine Besonderheit des U Ultra ist seine intelligente Sprachsteuerung. Ähnlich wie in Amazons Echo-Boxen stecken insgesamt vier Fernfeldmikrofone im Gehäuse, sodass auch eine Bedienung per Google-Spracherkennung bis zu einer Entfernung von bis zu zwei Metern möglich sein soll. Mit ein bisschen Training gelingt das auch im Standby-Modus zuverlässig, was auch daran liegt, dass Google seine künstliche Intelligenz für alle Android-Geräte seit Kurzem kostenfrei anbietet. Das ist wohl auch der Grund, weswegen der angekündigte Assistent HTC Sense Companion noch nicht an Bord ist. Dieser clevere Helfer soll den Nutzer noch tatkräftiger unterstützen, indem er zum Beispiel eigenständig das Energiesparen einschaltet oder stromfressende Apps deaktiviert. So oder so werden die Geräte in Zukunft also immer intelligenter.

Das HTC U Ultra in Schwarz, Blau und Weiß kann bereits bestellt werden. Wem dieser Edel-Funker zu preisintensiv ist, kann auch auf den kleinen Bruder HTC U Play zurückgreifen. Hier fehlen allerdings Highlights, wie das Zweitdisplay oder der Laser-Autofokus der Kamera. Der Touchscreen ist zudem auf 5,2-Zoll (1920×1080 Pixel) geschrumpft und der Mediatek-Helio-P10 Prozessor ist nicht ganz so leistungsfähig.

Fazit

Neues HTC-Topmodell mit Zweitdisplay

Auch HTC gelang es mit ihrem neuen Vorzeige-Smartphone für viel Aufsehen zu sorgen. Das U Ultra ist ein bärenstarkes Smartphone, das durch das Zweitdisplay und die hochgelobte Kamera sicherlich viele Fans finden dürfte.

 

Special: Ulf Schneider
Datum: 11.03.2017




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