SPECIAL: Filme & Serien in 4k – Was man bereits jetzt in Ultra HD-Qualität erleben kann

UHD Logo

Ultra HD ist in aller Munde und nach und nach kommen jetzt auch die ersten Inhalte in 4k-Auflösung. Noch gibt es nicht die großen Hollywood-Neuheiten parallel zur Blu-ray Disc & DVD-Veröffentlichung, denn die „Ultra HD Blu-ray“ wird voraussichtlich erste Ende 2015/Anfang 2016 kommen. Aber neben viel Demo-Material gibt es bereits jetzt einzelne Filme und Serien in Ultra HD. Wir haben einmal die derzeit verfügbaren Quellen für UHD-Angebote ausfindig gemacht:

 

Kostenlose Filme als Ultra HD/4k-Download

Von den großen Hollywood-Studios gibt es zwar offiziell noch keine Ultra HD-Filme, die man anschauen kann, ohne auf spezielle Dienste angewiesen zu sein, doch im Open Source-Bereich erhält man einzelne Filme ganz ohne große Hürden direkt als Download. So z.B. die „Blender“-Filme wie „Big Buck Bunny“ oder „Tears of Steel“, die zum Teil sogar als „Digital Cinema“-Master zum freien Download bereit stehen. Eine Übersicht der Blender-Filme gibt es hier. Infos zu den Ultra HD-Downloads findet man dann auf den einzelnen Projektseiten.

 

Ultra HD/4k-Streaming bei Netflix

Das Streaming-Portal Netflix ist seit dem September 2014 offiziell in Deutschland nutzbar und bietet im teuersten Paket mit vier parallelen HD-Streams für 11,99 EUR auch eine Ultra HD-Option an.

Für das Ultra HD-Streaming ist ein H.265-tauglicher Ultra HD-Fernseher und eine Internet-Bandbreite von 25 MBit/s erforderlich. Ultra HD-taugliche Apps gibt es u.a. für Smart TVs von Samsung, LG, Panasonic und Sony.

Zum Ultra HD-Angebot von Netflix gehören vor allem Serien-Eigenproduktionen wie „House of Cards“ und „Orange is the new Black“ aber auch einige Spielfilme. Da Netflix neben Serien auch in eigene Filmproduktionen investiert und das Streaming der primäre Vertriebskanal ist, werden zukünftig fast alle Netflix-Neuproduktionen in Ultra HD angeboten werden. Das ist eine deutliche Ansage an die Konkurrenz, die den Markt für Ultra HD-Inhalte beflügeln dürfte.

Samsung SUHD-9500

Ultra HD/4k-Streaming bei Prime Instant Video

amazon.de bietet seit Januar 2015 deutschen Kunden von Amazon Instant Video einzelne Filme und Serien zum Streaming in Ultra HD-Auflösung an. Das Angebot umfasst anfangs nur Filme und Serien mit englischem Originalton.

Zur Auswahl gehören mehrere Sony-Filme wie „Elysium“ oder „The Patriot“. Ausserdem produziert Amazon seine eigenen TV-Serien bereits seit 2014 in Ultra HD.

Zum Betrachten ist neben einer schnellen Internet-Verbindung auch ein Ultra HD-Fernseher mit Ultra HD-tauglicher amazon-App erforderlich, die bereits für Fernseher von LG und Samsung verfügbar ist.

Während die Serien im Prime Instant Video-Angebot ohne Aufpreis enthalten sind, muss man für die Filme zahlen. Diese kosten im Verkauf 29,99 EUR und können teilweise auch für 7,99 EUR geliehen werden.

Filme in Ultra HD bei amazon

Serien in Ultra HD bei amazon

 

Ultra HD Streaming-Dienste im „Neuland“ und mit exklusiven Inhalten

Keiner der Streaming-Dienste bietet derzeit eine Offline-Option für Ultra HD-Inhalte, um diese auch in Gegenden nutzen zu können, wo das Internet noch nicht ausreichend schnell ist. Dabei dürfte es so manchem Nutzer wichtiger sein, etwas auf den Download zu warten, um seine Filme und Serien überhaupt in Ultra HD sehen zu können, statt alles direkt auf Tastendruck zur Verfügung zu haben.

Die meisten Filme bei den Streaming-Diensten sind ausserdem auch bereits etwas älter. Zum günstigen Pauschalpreis bekommt man keine nagelneuen Kinohits. Denn zunächst werden die neuen Filme nach dem Kino erst einmal auf Blu-ray Disc & DVD und dann noch im Pay TV vermarktet. Deswegen wollen Netflix und Co. in Zukunft neben Serien auch eigene Filme produzieren, um noch mehr Exklusivität bieten zu können. Das Angebot dürfte dadurch größer werden, die Exklusivität sorgt aber auch dafür, dass man gleich mehrere Streaming-Dienste benötigt, um wirklich alles sehen zu können.

Aus deutscher Sicht wird Fernsehen dadurch teurer, wenn Filme, die früher im „Free TV“ liefen, zukünftig nur noch bei Streaming-Diensten zu sehen sein werden. In den USA ist das Streaming hingegen eine günstige Alternative zum Kabel- & Satelliten-TV. Frei empfangbar sind dort via Antenne traditionell nur die großen Networks wie NBC, CBS oder Fox und einige lokale Kanäle. Die meisten anderen Sender wie z.B. auch CNN bekommt man nur gegen Bezahlung und selbst die einfachen „Basic“-Angebote der Kabel- und Satellitenanbieter kosten dann oft soviel wie hierzulande ein richtiges Pay TV-Abo. In Deutschland gibt es aber mit den Bestrebungen der Privatsender, ihre HDTV-Versionen auf allen Empfangswegen nur noch verschlüsselt gegen Bezahlung anzubieten, inzwischen bereits eine ähnliche Entwicklung, die die Streaming-Angebote ebenfalls befördern könnte.

 

Ultra HD-Testsender via Satellit

Vor allem Satellitenbetreiber wie SES (Astra) und Eutelsat haben ein Interesse daran, dass Ultra HD zum Erfolg wird, damit sie zusätzlichen Sendekanäle (Transponder) auf ihren Satelliten vermieten können. Deswegen gibt es bereits auf vielen größeren Satellitenplattformen Ultra HD-Testsender, die auch zum Teil für einzelne Live-Events benutzt wurden. Anfangs wurden die Testsender noch mit H.264-Kompression ausgestrahlt, inzwisch wird aber überwiegend der neue H.265/HEVC-Codec eingesetzt, der nur rund die Hälfte der Bandbreite beansprucht.

Derzeit sind noch nicht alle Ultra HD-Fernseher für dem Sat-Empfang in Ultra HD geeignet obwohl die meisten ab 2014 über einen H.265-Decoder verfügen. Neben den Samsung Ultra HD-Fernsehern ab dem Modelljahr 2014 sollen auch bereits einige Panasonic Top-Modelle der AXW904 + XW944-Reihen Ultra HD via Satellit empfangen können.

Die ausgewählten Ultra HD-Test Programme sind in Deutschland mit den typischen 60 cm-Satellitenantennen zu empfangen. Wer eine auf Astra 19.2° Ost ausgereichtete Satellitenantenne hat, muss diese einfach etwas weiter nach Osten oder Westen drehen, um die anderen Satelliten auf 23,5° oder 13° Ost zu empfangen. Die geringen Unterschiede in der Höhenausrichtung (Elevation) der Satelliten machen sich bei den geringen Abständen von weniger als 10° noch kaum bemerkbar.

Wer dauerhaft mehrere Sat-Positionen ansteuern möchte, sollte sich einen ab ca. 40 EUR erhältlichen DiSEqC-Motor zulegen, der zielgenau den „Clarke-Belt“ abfährt, auf dem die verschiedenen Satelliten über dem Äquator in ca. 36.000 km Höhe positioniert sind.

Das ist insbesondere für den Hispasat zu empfehlen, auf dem man auch noch einen H.264-Ultra HD-Testkanal findet. Hispasat deckt mit seinem Signal Deutschland zwar stark ab, liegt aber hierzulande sehr flach und schräg am Horizont und kann daher per Hand nicht ganz so einfach wie die anderen Sat-Positionen gefunden werden, weil auch die Antenne oder die LNB-Empfangseinheit entsprechend gedreht werden muss.

Ultra HD-Testsender (Auswahl) Frequenzangaben von lyngsat.com

  • „Astra Ultra HD Demo“ Astra 19.2° Ost
    Frequenz: 10.994 MHz H, SR 22.000, FEC 9/10, DVB-S2 QPSK (H.265)

  • UHD Forum Tests (Tschechien/Slowakei) Astra 3B (23,5° Ost)
    Frequenz: 11.778 MHz V, SR 27.500 FEC 9/10, DVB-S2 QPSK (H.265)

  • Eutelsat UHD-4K Tests Eutelsat 13° Ost
    Frequenz: 10.930 H, SR 30000, FEC 2/3, DVB-S2 – 8PSK (H.265)
  • Hispasat 4k TV 30° West
    Frequenz: 10.730 MHz V, SR 30000 FEC 3/4, DVB-S2 8PSK (H.264 + H.265)

 

Blu-ray Discs mit UHD Stick

Die Busch Media Group hat mehrere Dokumentationen auf Blu-ray Disc veröffentlicht, die zusätzlich noch einen USB-Stick enthalten, auf dem die Filme in Ultra HD-Auflösung als MP4-Dateien zu finden sind. Das ermöglicht eine Wiedergabe auf möglichst vielen Ultra HD-Fernsehern. Allerdings ist die Kompression oft relativ stark, so dass die Dokus nicht unbedingt jedem Qualitätsanspruch gerecht werden.

 

Samsung UHD Video Pack

Samsung bietet für seine eigenen Fernseher eine externe Festplatte mit USB 3.0-Schnittstelle an. Mit der 500-Gigabyte-Festplatte erhalten Käufer acht Blockbuster-Filme und 32 Premium-Dokumentationen und Kurzvideos in UHD-Qualität. Die Spielfilme mit teils deutschem und teils englischem Originalton stammen von Fox und Paramount. Unter den Filmen befinden sich z.B. „Life of Pi“, „The Counselor“ oder „Star Trek: Into Darkness“.

Das Video Pack ist mit allen Samsung UHD TV-Modellen des Produktjahres 2014 kompatibel. Für 2013er UHD-Geräte wird das optional erhältliche UHD Evolution Kit benötigt. Der Samsung Ultra HD-Fernseher muss ausserdem beim ersten Abspielen eines Films mit dem Internet verbunden sein, da zunächst eine Lizenzüberprüfung erfolgt.

Das Ultra HD Video Pack wurde zeitweise kostenlos beim Kauf eines Samsung-Fernsehers abgegeben und kostete anfangs offiziell 299 EUR. Inzwischen ist es aber bereits weitaus günstiger erhältlich.

Samsung bereitet auch einen eigenen Film-Downloadservice vor, der das UHD Video Pack dazu nutzen soll, Filme nach den Kopierschutz-Standards der Secure Content Storage Association (SCSA) auf einer externen Festplatte zu speichern. Durch eine Kooperation mit Fox will Samsung auch Inhalte anbieten, die auf den größeren Farbraum der neuen 2015er „SUHD“-Fernseher von Samsung mit „Quantum Dot“-Technologie optimiert sind. So wurden gemeinsam mit Fox verschiedene Szenen aus Ridley Scott‘s „Exodus“ neu gemastered.

 

Die Notlösung: „Mastered in 4k“ Blu-ray Discs von Sony

Blu-ray Discs mit „echter“ 4k-Auflösung wird es voraussichtlich erst ab Ende 2015/Anfang 2016 geben. Sony bietet aber bereits jetzt eine ganze Reihe von Blu-ray Discs an, die entweder digital mit 4k-Kameras produziert oder neu abgetastet wurden. Auf den Blu-ray Discs selbst sind diese Filme nur ganz normal in Full HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln zu finden und sie lassen sich auch mit jedem Blu-ray Disc-Player auch auf Fernsehern ohne Ultra HD-Auflösung abspielen. Bei der Wiedergabe auf 4k-Fernsehern von Sony sollen aber zusätzliche Metadaten genutzt werden, die das Upscaling auf 4k-Auflösung optimieren.

 

4k bei YouTube

YouTube bietet bereits eine umfangreiche Auswahl an Videos in 4k-Auflösung. Bei der Suche nach „4k“ oder „Ultra HD“ findet man eine enorme Bandbreite an verschieden Filmen, die von Trailern, Zeitraffer-Videos bis zu kurzen Mini-Dokus reicht. Die Qualität ist etwas wechselhaft. Sie hängt natürlich vom Ausgangsmaterial ab und leider sorgt beim Upload von Videos die zusätzliche YouTube-Kompression für eine Verschlechterung, die sich vor allem in etwas verwaschenen Farben und weniger Schärfe bemerkbar macht. Man kann die 4k-Auflösung bei YouTube in den Qualitätseinstellungen aktivieren. Besonders gut für die Wiedergabe geeignet ist Googles Chrome-Browser. Neben 2160p lässt sich auch eine Auflösung von 1440p einstellen, die viele Monitore ab 27 Zoll nutzen.

 

4k bei Vimeo

Während man bei YouTube vor allem durch lautes Auftreten schnell erfolgreich werden kann, selbst wenn die technische Qualität nicht stimmt, ist Vimeo die Anlaufstelle für viele Filmschaffende mit hohem Anspruch. Hier findet man immer wieder Kurzfilme und Demos, die mit Profi-Kameratechnik aufgenommen wurden.

Seit Dezember 2014 bietet Vimeo bietet auch Filme als 4k-Download an. Vimeo Pro-Mitglieder und Verkäufer von On Demand-Filmen können ihre eigenen Werke in 4k zum Download anbieten. Vimeo bietet zunächst ausschließlich 4k-Downloads aber noch kein Streaming in Ultra HD an. Damit will man laut noch warten, bis die entsprechenden Bandbreiten von den Internet-Anbietern bereitgestellt werden. Dadurch haben aber auch Nutzer ohne schnellen Internetzugang die Möglichkeit, an die 4k-Videos heranzukommen anstatt sich mit einer stockenden Streaming-Verbindung herumplagen zu müssen. Auch bei vielen Videos, die nicht direkt bei Vimeo in 4k verfügbar sind, findet man oft Download-Links zu den Original-Quellen in 4k – oder auch wieder Verweise auf YouTube.

 

Ultra HD/4k selbstgemacht

Camcorder für Ultra HD-Aufnahmen wird es in 2015 bereits unter 1000 EUR geben und auch einige Smartphones nehmen schon Ultra HD-Video auf. Auch die populäre „GoPro“-Actionkamera kann in 4k aufzeichnen.

Wer erstmal einfach nur ausprobieren will, wie 4k aussehen kann, hat aber ebenso dafür die Möglichkeit, Digitalkamera-Bilder zu verwenden. Fast jede bessere Digitalkamera produziert inzwischen Bilder mit einer Auflösung größer als 3840 x 2160 Pixel und somit noch über UHD-Niveau. Ausserdem bieten viele Kameras eine Panoramafunktion, mit der man durch einen gleichmäßigen Schwenk der Kamera noch höher aufgelöste Bilder im breiteren Format erreicht. Statt einfach nur die statischen Bildern auf dem Fernseher anzuschauen, kann man aber auch mit recht wenig Aufwand die Bilder animieren und eigene Ultra HD Videoclips erstellen. Besonders gut dafür geeignet ist das „Sony Movie Studio“, eine nur minimal abgespeckte Version der Profi-Schnittsoftware Sony Vegas, mit der man sehr genau virtuelle Kamerafahrten erzeugen kann, die sich mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln als Video exportieren lassen.

Etwas mehr Aufwand erfordern bislang Timelapse-Videos, die aus vielen nacheinander geschossenen Einzelbildern bestehen, die als Video animiert werden und durch den Zeitraffer-Effekt beeindrucken. Für die GoPro Hero4-Reihe soll es ab Februar ein Firmware-Update geben, mit der sich solche Timelapse-Videos direkt in der Kamera erzeugen lassen.




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