SPECIAL: Denon & Marantz (D+M) Neuheiten aus dem Bereich Core und New Media

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„Yesterday is not ours to recover, but tomorrow is ours to win […]“ – dieses von Lyndon B. Johnson leicht abgeänderte Zitat ist das Motto der diesjährigen European Dealer Convention der D+M Group. Im leicht übertragenen Sinne kann man das Zitat mit „Die Vergangenheit ist Vergangenheit, aber die Zukunft können wir gestalten, wie wir möchten“ übersetzen. Die führenden Köpfe des Unternehmens sind sich der erfolgreichen Vergangenheit und der richtigen Schritte der letzten Jahre durchaus bewusst, stecken sich gleichzeitig aber noch höhere Ziele.

Das können wir direkt auf die Core AV Bereiche von Denon und Marantz übertragen, denn laut D+M wurden in den letzten Jahren Investitionen im Rahmen von 22 Millionen Dollar getätigt, um die Komponenten, insbesondere AV-Receiver, auf die aktuellen Gegebenheiten des Marktes anzupassen und mit notwendigen Features auszustatten. Damit zeigt man, dass trotz der eher schwierigen Marktsituation der Core AV-Bereich für das Unternehmen weiterhin eine enorm wichtige Rolle spielt und keinesfalls vernachlässigt werden soll.

Diese Tatsache schlägt sich in den neu vorgestellten Produkten wieder. Besonders die Politik der Kontinuität von Features bis hinunter in kleine Baureihen gefällt – bereits im letzten Jahr wurden alle AV-Receiver, abgesehen von einem, mit WiFi ausgestattet. Dieses Jahr sollen sowohl bei Denon als auch bei Marantz sämtliche 7-Kanal AV-Receiver mit Unterstützung von Dolby Atmos und dem neuen DTS: X Tonformat ausgestattet werden. Dolby Atmos steckt dabei sofort ab Produkt-Launch in allen Geräten, DTS: X soll im September 2015 per Software-Update nachgeliefert werden. DTS: X wird dabei in einer maximalen Konfiguration von 7.2.4 unterstützt und auch das DTS: X Upmixing-Tool „DTS Neural: X“ ist dabei.

Außerdem wird es wieder die Möglichkeit eines kostenpflichtigen Auro3D-Upgrades geben. Bei Denon ab dem AVR-X4200W und bei Marantz ab dem SR7010. Damit ist Denon und Marantz bisher als einziger Hersteller im typischen Consumer-Markt (Ausnahmen im hochpreisigen Bereich) mit allen 3D-Soundformaten – Dolby Atmos, DTS: X und Auro3D – am Start und bietet hier größtmögliche Flexibilität. Dadurch, dass es durchaus eine Schnittmenge der möglichen Lautsprecherkonfigurationen der drei Tonformate gibt, sollen vom Kunden sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft werden können.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Ausstattung aller AV-Receiver mit HDCP 2.2. Ein Minimum von 3 Eingängen bei den günstigeren Geräten ist geplant, bei höherwertigen entsprechend mehr. Damit wird ein UltraHD/4K-Signal mit 4:4:4 Chroma-Sampling und einer Farbtiefe von 24-Bit bei 60 Hz möglich. Bei den bereits am Markt erhältlichen Geräten, dem Denon AVR-X7200W und dem Marantz AV8802 wird dies per Hardware-Update ermöglicht.

Kleinere Neuerungen und Optimierungen sind bei der graphischen Benutzeroberfläche und dem Installations-Assistenten vorgenommen worden. Außerdem wird es für die Geräte der Generation 2014 und 2015 eine neue Smartphone-App geben. Selbst der kleine AVR-X520BT kann per Bluetooth-App gesteuert werden. Innovation wird bei D+M besonders beim Handling und dem Bedienkomfort gesucht. Die Idee ist, mit der TV-Fernbedienung den AV-Receiver steuern zu können. Allerdings hapert es hier etwas am Willen der TV-Hersteller, bisher konnte man aber mit Samsung und Sony bereits ein Schwergewichts-Paar begeistern. Ob und wann dies letztendlich in der Praxis implementiert wird, ist aber noch nicht klar.

Sehen wir uns die einzelnen Produkte in der Kurzübersicht genauer an.

 

Wir beginnen klein und starten mit dem Denon AVR-X520BT. Viele Worte werden wir über den 329 EUR kostenden 5-Kanaler aber nicht verlieren, denn das Produkt steht schon jetzt in der Redaktion zum testen bereit. Bluetooth Audio-Streaming und App-Steuerung, HDCP 2.2 und ein verbessertes Frontpanel-Finish sind die Eckpunkte des Einsteigers.

Der AVR-X1200W für 549 EUR ist das erste 7-Kanal-Gerät im Portfolio und daher auch der günstigste Denon AV-Receiver mit Dolby Atmos-Support. Er bietet neben zwei zusätzlichen Kanälen etwas mehr Leistung pro Kanal als der X520BT sowie Netzwerk und eine zweite Zone. Während beim Einsteiger lediglich „Room EQ“ der Raumeinmessung dient, bietet der AVR-X1200W bereits MultEQ XT. Außerdem bieten alle HDMI-Eingänge HDCP 2.2-Support.

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AVR-X2200W

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Quellenwahlregler des AVR-X2200W

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Rückseite

699 EUR muss man für den nächsten Step-Up ausgeben. Der AVR-X2200W bietet ebenfalls eine 7-Kanal-Endstufe und natürlich Dolby Atmos-Support sowie ein kommendes Firmware-Update für DTS: X. 8 HDMI-Eingänge sind integriert sowie ein 4K Scaler mit maximal 30 Hz. Der AVR-X2200W ist bereits ISFccc-kalibriert und ist mit einer hochwertigeren Fernbedienung ausgestattet. Sowohl der AVR-X2200W als auch der AVR-X1200W ist ab Juli 2015 erhältlich.

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AVR-X3200W

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Lautstärkeregler im Detail

Im August 2015 kommt dann der AVR-X3200W, der mit 999 EUR knapp unter der magischen 1000 EUR-Grenze bleibt. Hier werden 7 x 180 Watt geboten – 30 Watt mehr pro Kanal und der integrierte 4K-Scaler kann 60 Bilder pro Sekunde ausgeben. Die zweite Zone ist zudem mit einem HDMI-Ausgang versehen, so dass sich Bild zu Ton gesellt. Ab dieser Preisklasse ist dann auch ein Komponenten-Video-Eingang integriert.

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Denon AVR-X4200W

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Bedienelemente unter der Frontklappe

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Seitenansicht

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Rückseite

Der AVR-X4200W für 1.499 EUR liefert noch 7 Kanäle, bietet aber eine 9.2 Kanal-Verarbeitung für DTS: X und Dolby Atmos 5.1.4 und ist ebenfalls ab August lieferbar. Diejenigen, die auf DENON-eigene Technologien wie Denon Link HD und DDSC-HD mit AL24+ Wert legen, können ab dieser Preisklasse zugreifen. Der AVR-X4200W bietet zudem schon 3 Zonen und 3 HDMI-Ausgänge. Die beiden Subwoofer-Ausgänge sind unabhängig, außerdem ist ein 192 kHz/32 Bit DAC integriert.

Der letzte neue im Bunde ist der AVR-X6200W, der mit 2.299 EUR zu Buche schlägt. Der AVR mit 9-Kanal-Endstufe bietet eine 11.2 Kanal-Signalverarbeitung. Damit wird Dolby Atmos 7.1.4 und DTS: X 11.1 unterstützt. Der erst ab Oktober erhältliche AV-Receiver ist mit einem Mono-Endstufen-Aufbau versehen und mit selektierten Denon-Transistoren ausgestattet.

Der bereits erhältliche AVR-X7200WA für 2.999 EUR, dessen technische Spezifikationen bereits bekannt sind, wird ab Juni mit dem neuem HDMI-Board gebaut und liefert ab Werk HDCP 2.2.

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Marantz NR1506

Bei Marantz steigen wir mit dem kompakten NR1506 für 579 EUR ein. Es handelt sich um einen Receiver mit 5-Kanal-Endstufe, der bereits mit WLAN und Bluetooth ausgestattet ist und 85 Watt pro Kanal liefert. Das mit HDMI 4k60 und HDCP 2.2 Support ausgestattete Gerät bietet bereits DSD & AIFF Streaming und ist ab August erhältlich.

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NR1606

Der NR1606 ist bereits ein 7-Kanal-AVR und bringt damit die neuen 3D-Tonformate mit bzw. gibt die Möglichkeit zum Firmware-Update. Für 749 EUR erhält man 8 HDMI-Eingänge, 4K 30Hz Scaling, ISFccc Kalibration und eine erweiterte graphische Benutzeroberfläche.

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SR5010 in Silber

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Seite

Für 899 EUR gibt es den Marantz SR5010, der dann schon in voller AVR-Größe erscheint und 180 Watt an seine 7 Kanäle liefert. Zwei HDMI-Ausgänge und ein 7.2 Pre-Out sind Kennzeichen des SR5010. Für einfache Custom Installationen ist ab dieser Preisklasse auch eine RS-232C Schnittstelle an Bord. Der AV-Receiver ist ab August 2015 zu haben.

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Marantz SR6010

Der SR6010 für 1.199 EUR ist ebenfalls ein 7-Kanal-Verstärker, bietet aber 9.2 Kanal-Signalverarbeitung und HDMI für die zweite Zone. MultEQ XT32 ist an Bord und ein 13.2 Pre-Out mit unabhängigen Subwoofer-Kanälen. Ab dem Firmware-Update für DTS: X wird der SR6010 auch mit DTS Neural: X für eine virtuelle 3D-Kulisse sorgen. Die Aluminium-Front ist hier mit der typischen Klappe versehen.

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9 Kanäle im SR7010

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Zweites Display unter der Frontblende

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Seitenansicht

9 Kanäle und eine 11.2 Kanal-Signalverarbeitung bietet dann der SR7010 für 1.699 EUR, der ab September 2015 erhältlich ist. Hinter der Frontklappe ist hier auch ein zusätzliches Display – zusätzlich zum Bullauge – integriert. Hier gibt es insgesamt 3 HDMI-Ausgänge und selbstverständlich auch HDMI mit 4K60Hz und HDCP 2.2.

Ähnlich zum Denon AVR-X7200W wird es für den AV8802 ein Update geben, welches die Geräte mit HDCP 2.2 austattet. Der AV7702mkII mit HDCP 2.2 und 11.2 Kanal-Signalverarbeitung wird erst ab Oktober 2015 erhältlich sein, der AV8802A ist sogar schon lieferbar.

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Melody Media M-CR611

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Hier ganz in schwarz mit oranger Illumination

Wenn auch nicht so zahlreich, gibt es auch im Bereich New Media interessante Neuheiten. Klares Highlight ist Update der Music Melody-Serie der Geräte M-CR611 Melody Media und M-CR511 Melody Stream.

Die M-CR611 Melody Media in Schwarz und Weiß ist ein HiFi Netzwerk-System mit CD, FM und DAB(+) sowie WLAN und Bluetooth NFC. Neben Spotify Connect und AirPlay ist auch High resolution Audio streaming von 192 kHz/24-Bit und DSD 2.8 MHz-Material möglich. Wie im Vorgängermodell können zwei Lautsprecherpaare angeschlossen werden, beim neuen Gerät ist allerdings eine vollständig separate Lautstärkeregelung möglich und 4 Ohm Lautsprecher sind verwendbar. Das Melody Media bringt außerdem zwei digitale optische Eingänge für TV oder z.B. einen HEOS Link mit sich.

Die Front ziert ein 3-zeiliges OLED-Display und eine farbliche Illumination, die in Grün, Orange, Weiß und Blau erstrahlen kann. Natürlich lässt sich diese dimmen und komplett abschalten. Das M-CR611 kostet 699 EUR UVP.

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M-CR511 Melody Stream

Das M-CR511 Melody Stream ist ebenfalls in Schwarz und Weiß zu haben und liefert beinahe identische Austattung wie das Melody Media. Allerdings fehlt das Laufwerk, die Beleuchtung und die Anschlussmöglichkeit von zusätzlichen Lautsprechern. Der Preis liegt bei 449 EUR UVP. Beide Geräte liefern 2x 60 Watt und sollen bereits im August 2015 ihren Weg in den Markt finden.

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HD-AMP1 Mock-up

Schon mal einen Ausblick auf 2016 gibt Marantz mit dem HD-AMP1. Hier gibt es noch keine technischen Spezifikationen und auch das ausgestellte Modell ist lediglich ein Mock-Up ohne irgendwelche besonderen Merkmale. Es ist aber davon auszugehen, dass die technischen Merkmale weitgehend dem HD-DAC1 entsprechen, lediglich über die Endstufe kann man keinerlei Aussage treffen.

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Denon erweitert seine Design-Serie, die den bereits erhältlichen CD-Player DCD-50 und PMA-50 umfasst, um einen Netzwerk-Verstärker, den DRA-100. In ähnlich kompakter Form und schlichtem Design geht der Digitalverstärker mit 2 x 70 Watt und AL32 Processing an den Start. WLAN und Bluetooth ist integriert und Netzwerk-Streaming mit 192 kHz/24-Bit sowie DSD ist möglich. Außerdem steckt Spotify Connect, ein USB-A sowie zwei optische und ein koaxialer Eingang im Gerät. Als Display kommt ein Vollformat OLED-Display zum Einsatz. Ab Oktober wird der DRA-100 zur UVP von 999 EUR erhältlich sein.

 

Special: Philipp Kind
Datum: 02.06.2015




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