SPECIAL: Diese fünf TV-Geräte sorgten vor 10 Jahren bei uns für Furore

Lang, lang ist es her – oder anders ausgedrückt, was sich in zehn Jahren alles getan hat. Wir haben im Archiv gekramt und fünf Fernseher ausgepackt, die wir im Jahre 2007 getestet haben. Manch einer mag an Anbetracht mancher Features schmunzeln, wir hoffen auf jeden Fall, dass dieses Special auf entsprechendes Interesse stößt und stellen unsere fünf Bildwiedergabegeräte im folgenden Text kurz vor.

Panasonic 

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Auch unsere Fotos konnten vor 10 Jahren noch nicht wirklich begeistern. Hier der TX-42PZ700E im Bild

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Fernbedienung – heute haben die Panasonic-Remotes noch ein ähnliches Design

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Damals waren Flat-TVs noch dick

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Scart-Terminals waren noch an der Tagesordnung

Panasonic Full-HD Plasma Viera TH-42PZ700E: 42 Zoll, nach heutigen Maßstäben eher etwas fürs Schlafzimmer, war damals noch eine sehr gängige Größe. OLED gastierte 2007 in den Forschungsabteilungen, CE-TVs, die auf der OLED-Technik basierten und im Handel erhältlich waren, gab es nicht. Dafür forcierte Panasonic die mittlerweile längst tote Plasma-Technik, ebenfalls, wie heute OLED, mit selbstleuchtenden Bildpunkten (Pixels).

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Bild-Menü, Modus „Normal“

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Und hier Modus „Kino“

Das Bild war nach heutigen Maßstäben recht dunkel, wer abends Filme betrachtet, stellt aber noch heute fest: Augenfreundlich und angenehm war es schon. Aber – das sichtbare Panel-Rauschen, Kennzeichen aller Plasmas, würde heute kaum noch jemand tolerieren. Auch die Bildschärfe genügt heutigen Ansprüchen nicht mehr. 2.199 EUR (UVP) war ein stolzer Preis, hier die Haupt-Features: Marktpreis im Herbst 2007 ca. 1.800 EUR, Auflösung: 1.920 x 1.080 Pixel, Kontrast: 5.000:1. Panelgeneration: G10, darstellbare Farben: 68,7 Mrd., Graustufen: 4.096. Folgende HD-Optionen gab es: 3 x HDMI, Entgegennahme von 720p, 1.080i, 1.080p/60, kein 1.080p/24. An Bord war das „V-Real Pro 2“ Bildsignal-Processing. Die folgenden Bild-Modi standen Anwendern zur Verfügung: Normal/Dynamik/Kino/Auto. Das Plasma hatte einen analogen Tuner plus DVB-T-Empfänger. Modernität schon 2007: Es gab VIERA Link zur einfachen Kommunikation mit anderen Panasonic-Komponenten, und auch der SD-Kartenleser (für SD-Karten bis 4 GB und für Multimedia-Cards/MMC bis 128 KB) fehlte nicht.

Philips

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Dicker Rahmen, das war 2007 noch überall so

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Nach damaligen Maßstäben sehr schickes Design

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Hochwertige Verarbeitung 

Philips war vor 10 Jahren noch eigenständig, und wir hatten damals einen 52-Zöller, geradezu riesig für 2007, im Test: Den 52PFL9632D/10. Die Basisdaten wiesen den Philips als echte „Hightech-Bombe“ aus:Der LCD-TV hatte drei HDMI 1.3.-Eingänge und löste natürlich in Full-HD auf. 1.080p-Signale wurden bei 24, 25, 30, 50 und 60 Hz Bildwiederholfrequenz wiedergegeben. Der Philips bot 3:2 bis 2:2 Bewegungs-Pulldown und ein dynamisches Kontrastverhältnis von 10.000:1. 550 cd/m² betrug die Display-Helligkeit.

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Fernbedienung

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Eine gute Benutzerführung hatte Philips schon 2007

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Bild-Menü 

Damals war das Thema „Panel-Reaktionszeiten“ in aller Munde, die LCD-Kristalle brauchten immer was Zeit, was zu störenden Nachzaieheffekten führen konnte. Mit 3 msek sprach das Panel des Philips sehr zügig an. Schon damals gab es die „Perfect Pixel HD Engine“, und auch „HD Natural Motion“ für optimales Bild-Processing und eine Top-Bewegungswiedergabe. 14-Bit RGB mit 4 Billionen Farben, die dynamische Kontrastoptimierung, die „Jagged Line Supression“ und „100 Hz Clear LCD“ sollten das Bild weiter verbessern. Ein analoger Kabeltuner plus ein digitaler DVB-T-Tuner befanden sich im Ausstattungsumfang. Umfangreich fallen die Audiofeatures aus. Mit 2 x 8 Watt erscheint die Verstärkerleistung aber nach heutigem Stand sehr klein zu sein, aber: 4 integrierte Lautsprecher, Tieftöner mit wOOx Kalottenhochtöner, die digitale Ton-Signalverarbeitung und der grafische EQ waren 2007 nicht selbstverständlich. Es geht noch weiter, mit dem „Dynamic Bass Enhancement“ und BBE sowie Dolby Virtual. 4.199 EUR lautete die UVP, der Markpreis lag Ende 2007 bei rund 3.000 EUR. Haben wir nicht etwas vergessen? Doch, klar – Ambilight gab es natürlich auch 2007 schon.

Pioneer

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Pioneer Plasma mit HD ready-Auflösung

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Fernbedienung

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Scart war 2007 bei Pioneer noch ein Thema

Richtig, im Jahre 2007 gab es einen großen Plasma-Konkurrenten für Panasonic, nämlich Pioneer. Traditionell immer recht kostspielig, konnte man sich, wenn man nicht das Geld für die noch teureren Full HD-Modelle auf dem Konto hatte, ein „HD ready“ Modell mit 1.365 x 768 Bildpunkten holen, so wie den PDP-5080XA. Satte 3.599 EUR (UVP) kostete der 50-Zöller vor 10 Jahren. Dafür gibt es heute bereits 75 Zoll Ultra-HD-TVs wie den Philips 75PUS7101. So ändern sich die Zeiten. Wie sahen denn damals die Grund-Features des PDP-5080XA aus?

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Zeichen der Moderne: 3 x HDMI

Hier die Übersicht. Der Kontrast wurde mit 16.000:1 angegeben, die Panelgeneration war 8G, so lange baute Pioneer schon Plasmas. Weitere Merkmale: Die HD-Optione umfassen 3 x HDMI (Version 1.3) sowie die Entgegennahme von 720p, 1.080i, 1.080p/60, 1.080p/24.

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Home Menu anno 2007

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Bildmenü „Standard“

Das Bild-Signal Processing hörte auf den Namen „Drive 2HD“ (2. Generation). Der TV verfügte über die nachfolgenden Bild-Modi: Standard/Dynamisch/Film/Spiele und Anwender. Nur ein analoger Tuner befand sich an Bord. Das Bild war als äußerst angenehm und „Kino-like“ bekannt. Pioneers Plasmas genossen einen exzellenten Ruf, und manche Anwender schwören bis heute auf die sehr hochwertigen TVs. 

Samsung

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R8-Serie 2007

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Beleuchtung unter dem Samsung-Logo

Und was trieb der heutige Marktführer 2007 so? Auf jeden Fall gab es von Samsung schon Testgeräte, so den LCD-TV LE-40R81B. Hier die Basis-Daten des 40-Zöllers:Die Bildschirmgröße von 40 Zoll (entspricht 102 cm) taugt heute nur für kleinere Wohnungen und ansonsten als Zweitgerät.

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Fernbedienung 

Die Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln weist den R8 als „HD ready“ TV aus. Die angegebene Helligkeit von 550 cd/m2 zeigt schon 2007: Hell waren Samsungs TV-Geräte schon vor 10 Jahren. Kommen wir um angegebenen Kontrast: dynamisch 8.000:1. Nicht mehr so zeitgemäß heute sind die zwei HDMI 1.2Terminals.

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Bildmenü im Film-Modus

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Detaileinstellungen

Top-Feature anno 2007: Der R8 beherrscht den „Reverse Pulldown“ für eingehende 1.080i/60-Signale von BD/HD DVD. Minimal-Bestückung: Ein eingebauter analoger TV-Tuner. Der Preis (UVP) von 1.499 € erscheint aus heutiger Sicht als exorbitant hoch. Und zählen Samsungs Ultra HD-TV heute zu den allerbesten Fernsehgeräten, fiel die Kritik am R8 in 2007 noch heftig aus: Das Bild war nicht besonders scharf, das Upscaling geringer auflösender Signale zeigte Verbesserungspotential und der TV-Tuner konnte im Test gar nicht punkten. 

Xoro

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Xoro Full-HD-TV

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Lautsprechersystem

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Fernbedienung 

Xoro Full-HD-TV HTL3742w: Einer der ersten Full-HD-TVs in unserer Redaktion war dieses Modell von Xoro. Unser Fazit damals: „Durch seinen sensationellen Straßenpreis von nur rund 1.200 € schafft der HTL3742 die absolute Sensation und sichert sich knapp unser Referenz-Prädikat. Sicherlich, es bestehen nach wie vor Mängel – das nicht befriedigende Bild bei SDTV-PAL, der große Unterschied zwischen aufskalierten normalen DVDs und echter HD-Software – aber das sind keine „Problemzonen“, die man dem Xoro anlasten kann, vielmehr sind sie in der enorm hohen Auflösung eines Full HD-TVs und der damit verbundenen Eigenschaft, Schwächen von ursprünglich niedrig auflösendem Ausgangsmaterial zu zeigen, begründet.

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OSD

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Auch der Xoro war recht dick

Für seinen Kaufpreis bietet der Xoro mehr als fast jeder andere LCD-TV, der aktuell auf dem deutschen Markt zu finden ist: Eine hervorragende Verarbeitung, ein dynamisches, farbechtes, enorm scharfes und plastisches Bild und eine praxisgerechte Ausstattung. Dass unser Testgerät als eines der ersten überhaupt gefertigten Modelle noch ein paar kleinere Fehler aufwies, ist nicht weiter schlimm – schließlich wollten wir den ersten Test eines Full HD Xoro überhaupt anbieten, und da haben wir auf die schnelle Zustellung eines Testsamples gedrängt. Insgesamt setzt Xoro damit ein sehr deutliches Zeichen, das die etablierten Hersteller sehr ernst nehmen sollten: Hier erstrahlt ein neuer Stern am Flachbildschirm-Himmel, mit intelligenter, hochwertiger Technologie zu einem konkurrenzlos günstigen Preis. Wer also viel Blu-ray-Disc und HD DVD schaut und ein exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis fokussiert, sollte hier zuschlagen“. Mit solidem Metallgehäuse und schickem Design schockte Xoro damals, in 2007, das Establishment. 

Unsere Bilanz 

Ja, das waren noch Zeiten. Full-HD begann, sich langsam zu etablieren, preiswerte TVs hatten die sogenannte „HD ready“ Auflösung. Pioneer war noch im Plasma-Business aktiv und lieferte sich mit Panasonic erbitterte Kämpfe. Philips war schon damals anders als andere und begeisterte mit Ambilight. Samsung, heute „on Top“, bot damals nur Durchschnittskost, und Xoro überraschte mit einem starken Auftritt. 

Special: Carsten Rampacher
Datum: 20. Oktober 2017




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