SPECIAL: Die UHD-Smart-TVs des Jahrgangs 2015 von Panasonic, Samsung, Sony, TP Vision/Philips und LG

Das Jahr 2015 ist zum größten Teil vergangen, wir nehmen uns die Zeit, einmal die diesjährige Generation an Ultra-HD-Fernsehern mit Smart TV-Plattform Revue passieren zu lassen – und wir beginnen mit den Faktoren Preis, Optik und Verarbeitung.

Samsung UE50JU6850 Front Seitlich2

Gut & günstig: Samsung UE55JU6850

Die Zeiten, in denen UHD-TVs sündhaft teuer waren, sind seit diesem Jahr endgültig vorbei, zumindest bei einigen Herstellern. Mit dem Stand von heute haben wir einige Preise für Sie zusammen getragen. Beispiel: Der von uns getestete Samsung UE55JU6850 kostet in 50 Zoll (125 cm) noch knapp 870 EUR, in 55 Zoll noch knapp 1.100 EUR und in immer noch recht großen 60 Zoll knapp 1.800 EUR Marktpreis. Und wir reden hier nicht über die absolute Einsteiger-Liga, sondern über ein Gerät mit neuester Nano-Crystal-Color-Technologie mit erweitertem Farbraum. Von LG gibt es diverse Ultra-HD-TVs, basierend wie der Samsung auf Edge-LED-LCD-Technik, schon ab rund 600 EUR im 43-Zoll-Format, ab ca. 700 EUR ist man im 50-Zoll-Format angekommen. Selbst Sony-TVs, die einem recht geringen Preisverfall unterworfen sind, gibt es in UHD-Ausführung schon für gut 800 anstatt ursprünglich für 1.000 EUR UVP. Auch bei Panasonic sieht es ähnlich aus – wer ein kleines 40-Zoll-UHD-Gerät sucht, ist mit 750 EUR Marktpreis dabei. Und die Serie CXW684 ist ausgezeichnet.

LG 65EG9609

Kostspielig wird es dann, wenn man einen OLED-TV erwerben möchte

Teuer wird es nach wie vor, möchte man einen OLED-TV: Ultra-HD-Devices von LG kosten noch richtig viel Geld, 55-Zöller gibt es für rund 5.000 EUR als Curved-OLEDs, 65-Zöller für rund 6.000 EUR. Nur ein Full-HD-OLED von LG ist im Vergleich relativ preisgünstig und kommt noch auf knapp 2.000 EUR. Panasonic lässt es richtig krachen und peilt für den sehr exklusive 65-Zöller einen Preis von 10.000 EUR an. 

Panasonic TX-65CZW954 Curve

Exklusiv: Panasonic UHD-TV TX-55CXW804 mit Rückseite teilweise mit Alcantara-Bezug

Wie ist es um Optik und Verarbeitung bestellt? Hier möchten praktisch alle Anbieter noch eine Spur besser, schöner und exklusiver werden. Beispiel gefällig? Aber gerne: Der Panasonic UHD-TV TX-55CXW804 sieht außergewöhnlich nobel aus und begeistert durch erstklassige Verarbeitung. Wer noch weiß, wie Panasonics Plasma-TVs 2008 oder 2009 aussahen, wird sich verwundert die Augen reiben. Und ein Gerät der oberen Mittelklasse wie der Philips 65PUS7600 sieht so nobel aus wie noch vor 5 Jahren kein Luxus-TV. Hochwertige Materialien wie Alu oder, im Falle des Panasonic OLED-TVs TX-65CZW954, sogar Alcantara, verdeutlichen den exklusiven Anspruch.

Sony KD65X9005 Verarbeitung2

Oben extrem dünn: Sony KD-65X9005C

Optisch extrem attraktiv ist auch der superdünne Sony KD-65X9005C. Gerade im oberen Bereich des Gehäuses aus seitlicher Perspektive dürfte es derzeit kaum einen dünneren Flat-TV geben.

Samsung UHD JU6500

„Curved“ ist bei Samsung und LG weiter voll im Trend

Was die Form angeht: Nach wie vor „curven“ die Südkoreaner quer durch ihr Produktportfolio. Alles, was bei fünf nicht auf den Bäumen ist, wird bei LG und Samsung zu einem „Curved-TV“. Dass also Kurven „in“ sind, bezieht sich nicht länger nur auf das weibliche Geschlecht. Die Liebe zu Kurven beginnt dabei keinesfalls erst in der Oberklasse, sondern bereits in der Mittelklasse. Beo Panasonic gibt es seit diesem Jahr erstmals eine Curved-Serie (CRW854) und auch Sony geht zum zweiten Mal mit einem Curved-TV auf den Markt (KD-65S8505C). TP Vision/Philips sieht Curved eher als Modetrend und nimmt ihn nicht besonders ernst. Wir denken: Curved hat Vorteile, wer direkt zentriert vor dem TV sitzt, bekommt schon einen besonders tiefen, intensiven Bildeindruck. Schauen mehrere Personen einen Film an, sind diejenigen, die außen sitzen, nicht in der besten Position. Hier eignet sich ein konventioneller Flat-TV besser. Auch an der Wand sieht ein Curved-TV nicht unbedingt perfekt aus. Letzten Endes ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Samsung SUHD Uebersicht

„SUHD“ steht bei Samsung für höchste Bildqualität

Sony KD65X9005 Front Seitlich4

Für prächtige Farben setzt Sony auf TRILUMONOS

Das kann man vielleicht bis zu einem gewissen Maß auch noch bei der Bildgüte behaupten, aber trotzdem gibt es hier auch objektive Faktoren, die passen müssen. Beinahe alle TV-Hersteller liefern ihre LCD-Spitzenmodelle mit speziellen Panel-Technologien aus, die für mehr Helligkeit und Kontrast sorgen sowie einen erweiterten Farbraum abbilden können. Bei Sony heißt dies in mittlerweile schon dritter Generation „TRILUMINOS“, bei Samsung ist es die SUHD/Nano Crystal Color Technologie. Bessere Gesamthelligkeit, starker Bild-In-Bild-Kontrast und facettenreiche Farbabbildung sind die praktischen Vorteile. Nicht immer allerdings wird der REC-709 Farbraum der Blu-ray perfekt getroffen, und gerade bei Sony sind die Farben, ganz gleich in welchem Bildprogramm, gern zu kalt. Selbst dann, wenn man überall entsprechend nachregelt, lässt sich dieser Effekt nicht komplett eliminieren. Die Darstellung von High Dynamic Range-Inhalten (HDR) ist dieses Jahr auch mehr und mehr Thema, Sony macht hier ziemlich Druck, bei Panasonic soll HDR-Kompatibilität per entsprechendem Update der Firmware kommen.

Panasonic TX-55CXW804 Front Seitlich2

Panasonic setzt bei selektierten Modellen auf Direct LED-Backlight

Die Luxusmodelle der meisten Hersteller haben nicht nur Panels, die einen erweiterten Farbraum darstellen können, sondern auch Direct-LED-Backlight. Während bei den EDGE-LED-LCSs die LEDs für die Hintergrundbeleuchtung im Rahmen des Displays sitzen, haben die Direct LED-Modelle einen vollflächige LED-Hintergrundbeleuchtung direkt hinter dem Panel. Vorteil: Die LEDs können präziser angesteuert werden und die Ausleuchtung ist homogener. Der Hauptnachteil von EDGE-LED-basierten LCDs ist immer noch die Neigung zu Hot Spots. Gerade in dunklen Filmszenen wie der Eröffnungsschlacht von Star Wars Episode 3 oder der ersten Szene in Nordkorea bei G.I. Joe „Die Abrechnung“ bzw. während dem gesamten Filmverlauf von „Gravity“ fühlt sich der Film-Liebhaber doch empfindlich gestört von den weißen Flecken, die sich zum Beispiel unten links oder oben rechts nahe des Bildschirmrandes zeigen. Direct LED-Devices haben dieses Problem kaum. Perfekt sind aber auch sie nicht, leichte Neigung zu Hot Spots konnten wir bei einzelnen Modellen auch schon ausfindig machen. Direct LED-Modelle trumpfen jedenfalls mit sehr guten Schwarzwerten und ausgezeichnetem Detailkontrast auf.

Auch mancher EDGE-LED-basierte LCD kann mit einem durchaus ordentlichen Schwarzwert überzeugen. Hier gab es hinsichtlich es Wechsels von den 2014er Modellen auf die 2015er Generation aber keine entscheidenden Verbesserungen. Aus Gründen des Schwarzwertes einen 2015er UHD-TV zu kaufen, lohnt bei den Edge LED-LCD-Geräten nicht. Nur, wer es richtig wissen möchte und einen Direct LED-LCD wählt, wird die Verbesserung recht schnell sehen. Gerade dann, wenn man sehr facettenreiches, natives UHD-Material betrachtet, ist die Steigerung bei Schwarzwert und Detailkontrast sichtbar. 

Überhaupt – sicherlich sieht natives UHD-Material, ganz gleich ob gestreamt von den VoD-Diensten, die das anbieten, und von YouTube, oder zugeführt per USB-Stick und ab nächstem Jahr von der Ultra HD-Blu-ray, immer sehr gut aus. Trotzdem wäre es falsch, zu behaupten, es spiele keine Rolle, welcher Preisklasse der TV entstammt, der natives UHD-Material darstellen soll – es würde ohnehin stets brillant aussehen. Signifikante Differenzen gibt es bei der Authentizität der Farbwiedergabe, bei der Tiefenstaffelung, dem Detailkontrast und in der Ausgewogenheit der Bildschärfe. Hier lohnt es sich oftmals, auf ein teureres Modell zu setzen. 

Philips 65PUS7600 TV

Philips 65PUS7600 mit ansprechender Bildqualität

Philips/TP Vision hat bei den 2015er Modellen, wie der 65PUS7600 zeigt, eine Steigerung der Bildgüte realisieren können. Obwohl „nur“ EDGE-LED-TV, so überzeugen Kontrast, Schwarzwert, Bilddynamik und auch in weiten Zügen die Farbwiedergabe. Ersten Eindrücken nach setzt sich dieser Trend über die gesamte Produktpalette fort. Nachteil – aktuell sind kaum 2015er Philips-TVs als Testgeräte verfügbar, wir bieten hier mehr Info, sobald wir entsprechende Samples in der Redaktion haben. LG fährt als einziger großer Anbieter komplett zweigleisig mit OLED und LCD-TV. Über die visuellen OLED-Vorzüge brauchen wir nicht zu sprechen, daher nur in aller Kürze: Schwarzwert, Kontrast, Detailkontrast und Farbdynamik sind Spitzenklasse. Die Farben der LG-OLED-TVs sind sehr kräftig hinsichtlich der Sättigung und sorgen für einen sehr intensiven Bildeindruck.

Panasonic TX-65CZW954

Panasonic OLED-TVs TX-65CZW954  mit herausragendem Bild

„Kino-gemäßer“ ist der Panasonic OLED-TVs TX-65CZW954 abgestimmt, die Farben sind etwas zurückhaltender und enorm authentisch. Was OLED kann, beweisen uns aber sowohl Panasonic als auch LG überzeugend. Hinzu kommt der sehr niedrige Stromverbrauch, die Entscheidung pro OLED wird allerdings noch aufgrund des Faktors „Lebensdauer“ etwas erschwert. Wirklich gesicherte Erkenntnisse aus dem praktischen Gebrauch gibt es hier nicht. Die Messlatte liegt sehr hoch, da moderne LCD-TVs gut und gern mehr als 100.000 Betriebsstunden erreichen. So lang hat in den Zieten häufiger Upgrades kaum noch jemand seinen TV. Selbst derjenige, der einen LCD-TV aus zweiter Hand kauft, wird noch lange Freude am Gerät haben, was die Lebensdauer angeht. Panasonic macht hinsichtlich der Bildgüte der LCD-Geräte dort weiter, wo man 2014 aufhörte: Scharfes, aber natürliches Bild, in der Werkseinstellung schon schon höchst ausgewogen, toller Kontrast, sehr gutes Schwarz und zudem ausgezeichnete Bildprogramme in den Top-Modellen.

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Panasonic bietet zwei THX- und zwei ISF-Modi in selektierten Flat-TVs an 

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Curved-Panasonic mit ISF-Bildmodi (Professionell 1 und Professionell 2)

Sony KD-75X91C Bildmodi Cinemapro

Sony führte 2015 zwei neue Cinema-Bildmodi ein

Entweder ISF-Programme (CRW854) oder sogar ISF- und THX-Bildprogramme (CXW804, CZW954) sorgen für hervorragende Auswahl mit der Folge, dass eine aufwändige Nach-Kalibrierung meist nicht nötig ist. Philips bietet auch ISF-Modi in der Ober- und Luxusklasse, erzielt hinsichtlich der Panel-Grundparameter – Schwarzwert, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue – aber nicht die Ausgewogenheit wie Panasonic. Sony hat mit Cinema Home und Cinema Pro zwei neue Bildprogramme in 2015 eingeführt, die für den Film-Freund ausgezeichnet zu gebrauchen sind. Samsung hat nur ein Film-Bildprogramm, und keinerlei ISF- oder THX-Modi – recht dürftig, dafür ist das für den Filmbetrieb vorgesehene Bildprogramm aber ziemlich sauber abgestimmt. LG setzt in diversen Modellen auf ISF-Bildkalibrierung.

Natürlich kommt es bei Panasonic auch auf die Charge an, und nicht jeder Anwender wird extremes Glück haben, aber in der Regel beobachten wir eine herausragende Bildgüte bei den Spitzenmodellen. Die „bürgerliche“ Preisklasse ist immer noch sehr gut und für den Alltagseinsatz absolut ausreichend. Sony beeindruckt durchaus mit tollem, sehr intensivem Bild bei aktivierter Farbbrillanz (TRILUMINOS). Wer Bild „erleben“ möchte, ist bei Sony bestens aufgehoben. Das türkisblaue Meer, der Sonnenuntergang über den Seealpen – facettenreiche, intensive Farben kennzeichnen TRILUMINOS. Samsungs 2015er Top-TVs, gerade die Spitzen-Serie JS9590 mit Direct-LED-Backlight, sind bei Schwarzwert und Detailkontrast richtig gut geworden – leider gleicht nicht jede Charge der anderen, und manche Chargen sind in der Abstimmung nicht absolut perfekt gelungen. Das gilt auch für TP Vision/Philips und für LG. 

Was in der Regel recht gut gelingt, ist das Upscaling von Blu-rays von 1.080p auf 2.160p. Hier beweisen besonders die Panasonic-TVs aus den Top-Serien ihr eindrucksvolles Können. Das geht soweit, dass weniger erfahrene Anwender den hochgerechneten Content problemlos für natives UHD-Material halten können. Kaum Scalingrauschen, kaum Panelrauschen, und die enorme Detailtreue sind für den exzellenten Eindruck verantwortlich. Auch Sony leistet hier Großes, Samsung, LG und TP Vision Philips haben sich ebenfalls auf einem hohen Niveau etabliert. Nicht ganz so gut sieht es verständlicherweise aus, wenn 576p Material (die meisten BD-Player geben nur 576p und nicht 576i aus) von DVD oder 576i Material von SD-Fernsehsendern hochgerechnet wird. Panasonic liegt hier wieder in Führung, was die von uns getesteten Modelle hier herausholen, ist höchst beachtlich. Es folgen Sony, Samsung, TP Vision/Philips und LG. Betrachtet man über die eingebauten Tunereinheiten HD-Sender in 1.080i oder 720p, fällt auf, dass die 2015er Tuner kaum Anlass zu Beanstandungen geben. Flops konnten wir bislang keine verzeichnen. Neu ist, dass oftmals in der 2015er Generation DVB-T2-Tuner offeriert werden. Schon ab der oberen Mittelklasse finden sich sogenannte HD Triple-Doppeltuner. Der eingebaute DVB-S2/DVC-C/DVB-T2 Tuner ist als Doppeltuner ausgeführt, so kann man ein TV-Programm anschauen und parallel ein anderes aufnehmen, oder ein Programm anschauen und aufnehmen und das andere zur gleichen Zeit mittels App auf dem Tablet laufen lassen. Panasonic bietet den „Quattro-Tuner“ an, hier kommt als 4. Empfangsform noch SAT>IP, bei Panasonic mittlerweile „TV>IP“ genannt, hinzu. 

Philips 65PUS9809 3D Brille1

Die Bedeutung von 3D nimmt ab

Nicht mehr stark nachgefragt ist das Feature 3D. Ganz gleich, ob mit aktiver Shutterbrille oder passiver Polfilterbrille – so richtig wichtig ist der dreidimenionale Filmgenuss, der auch schnell anstrengend werden kann, kaum noch einem Anwender. Der Reiz der hohen Ultra-HD-Auflösung (viermal so viele Pixel wie Full-HD) ist deutlich größer. Demnach gibt sich auch kaum noch ein TV-Hersteller Mühe, die integrierte 3D-Wiedergabefunktion noch weiter zu optimieren, im Gegenteil: Wir kennen zahlreiche Fälle, in denen die Güte der 3D-Wiedergabequalität bei der Modellgeneration 2015 im Vergleich zu älteren Modellen sich sogar verschlechtert hat. Richtig gut können es noch Panasonic, Samsung und LG, TP Vision und Sony scheinen ihr Hauptaugenmerk definitiv nicht mehr auf die 3D-Wiedergabe zu legen. Samsung bietet in einigen UHD-Modellen gar kein 3D mehr an und setzt demnach mehr auf ein „pures“ Konzept. Lieber ein hochwertigeres Panel als zusätzlich 3D – ein sehr sinnvoller Weg, den wir nur befürworten können. 

Sony KD65X9005 Screenshot 13

Sony setzt auf Android

Philips 65PUS7600 Menue Android

Philips ebenfalls. Jeder Hersteller „stülpt“ natürlich noch eine eigene Oberfläche über das „nackte“ Betriebssystem

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Bei praktisch jedem TV – hier ein 2015er Samsung mit Tizen-Betriebssystem – kann man vom Live TV-Betrieb zu verschiedenen Apps und anderen Quellen wechseln

Panasonic TX-55CXW804 Screenshot 14

Panasonic-TVs kommen mit Firefox-OS

Home Cinema Trends 2014 LG 84UB980 4

LG setzt WebOS als Betriebssystem ein

Wie sieht es mit Handling und Bedienung aus? Samsung setzt auf das selbst entwickelte „Tizen“ Betriebssystem, Sony und Philips setzen auf Android, Panasonic auf Firefox OS und LG setzt auf WebOS. Jeder Hersteller rühmt Schnelligkeit und Effizienz. Mindestens Quad-Core-CPU in verschiedenen Performance-Graden kommen ab der Mittelklasse zum Einsatz. Also sollten eigentlich die Voraussetzungen für flottes Handling gegeben sein. In der Praxis allerdings sieht es nicht immer danach aus. Oftmals gönnen sich die TVs kleine „Denkpausen“, und wenn man, z.B. wie es bei Sony der Fall ist, eine moderne Touchpad-Fernbedienung und eine klassische Tastenfernbedienung mitgeliefert bekommt, funktioniert die Zusammenarbeit mit der klassischen Taastenfernbedienung nicht restlos überzeugend.

Sony KD65X9005 Fernbedienungen2

Sonys zwei Fernbedienungen

Samsung UE65JS9590 Fernbedienungen

Bei den großen Modellen liefert Samsung diese Fernbedienungen mit

Panasonic TX-55CXW804 Fernbedienungen

Die beiden Panasonic-Remotes

Philips 65PUS7600 Fernbedienung

Philips-Fernbedienung…..

 

Philips 65PUS7600 Fernb Rueckseite

…mit zwei Seiten

LG 55EC930V Screenshot8

„Magic Remote“ von LG

Die Benutzeroberflächen bieten praktisch alle die Möglichkeit, z.B. direkt aus dem Live TV-Betrieb umzuschalten auf die letzten verwendeten Apps oder andere Quellen. Dazu muss man keinen eigene Multimedia-Bildschirm mehr anwählen, sondern kann die Auswahl mittels einer Leiste im unteren Teil des Bildschirms tun. Die letzten Apps und Quellen, die der User verwendet hat, werden immer als erste angezeigt. Panasonic offeriert mittels „My Home Screen 2.0“ die Möglichkeit, dass der User sich hinsichtlich Inhalt und Design aussuchen kann, was auf dem Startbildschirm angezeigt wird. Die üblichen Google-Dienste wie der Zugang zum Google Play-Store oder die Film-/Musik/-Spiele-Portale sind natürlich in die Android-basierten Sony- und Philips-TVs integriert. Das Angebot an VoD-Diensten ist mittlerweile zu einer Selbstverständlichkeit geworden, und VoD wird im UHD-Zeitalter an Bedeutung weiter gewinnen, da immer mehr auch Streaming von UHD/4K-Inhalten Gang und Gäbe wird. Insgesamt sehen wir, trotz aller Befürwortung seitens der Hersteller, keinen riesigen Benefit in den 2015er Betriebssystemen. Gut funktionieren mittlerweile viele Touchpad-Remotes. Weder Samsung, noch Sony oder Panasonic geben sich hier eine Blöße. Nach etwas Eingewöhnung kommt man auch mit LGs „Magic Remote“ zurecht. Philips geht einen eigenen Weg – bislang – und offeriert eine einzige Fernbedienung, die allerdings zwei Seiten aufweist und auf der zweiten Seite ein komplettes Tastatur-Layout besitzt. 

Special: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 20. September 2015

 




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