XXL-SPECIAL: Die neue nuPro X-Serie im 5.2 Surroundbetrieb - Komponenten, Aufbau und Einstellungen

Das hätte den Rahmen der High End-Berichterstattung gesprengt: Ein ausführliches Special zum Thema "nuPro im Surroundbetrieb" bei Nubert. Auf der High End wurde nämlich erstmalig ein aktives 5.2 Surroundsystem präsentiert, und Hauptbestandteile waren vier neue Lautsprecher der nuPro X-Serie. Im einzelnen waren im Set enthalten: 

Insgesamt werden ausschließlich, wie es sich bei einem vollaktiven System gehört, Lautsprecher verwendet, die alle integrierte Endstufen haben. Gigantisch fallen die Leistungswerte aus, rechnet man alles zusammen: 3.360 Watt stehen bereit, auch einen gut gefüllten 80 Quadratmeter-Hörraum wie im Falle der High End zu "befeuern". Wenden wir uns nun den einzelnen Komponenten zu.

Nubert nuPro X-3000

nuPro X-3000

Wie beschrieben, ist zweimal die nuPro X-3000 (Stückpreis 585 EUR) als 2-Wege-Bassreflex-Surroundlautsprecher im Ensemble enthalten. Die nuPro X-3000 ist mit einem 25 mm Hochtöner mit Gewebemembran  und mit einem 148 mm Tiefmitteltöner mit Polypropylen-Verbundmembran bestückt und bietet 2 x 150 Watt Nennleistung sowie 2 x 220 Watt Musikleistung, sehr respektable Werte für den Einsatz als Surround-Speaker. Der Frequenzgang reicht von 38 Hz bis 22 kHz (+/- 3dB) beziehungsweise von 40 Hz bis 20 kHz (+/- 2dB). Trotz der sehr großzügigen Leistungswerte sind die Abmessungen relativ kompakt: 30 cm hoch, 18,5 cm breit und inklusive Verstärkereinheit 23 cm tief. Wie auch die anderen nuPro X- und nuPro-A-Boxen ist sie in weißem oder schwarzem Schleiflack lieferbar. 

Nubert nuPro X-6000

nuPro X-6000

Zweimal als Frontbox kommt die nuPro X-6000 (Stückpreis 1.245 EUR) zum Einsatz. Die vollaktive Dreiwege-Box ist mit einem Hochtöner mit 25 mm Gewebekalotte, einem 148 mm Mitteltöner und 2 x 148 mm Tieftöner (Mittel-/Tieftöner jeweils mit Polypropylen-Verbundmembran) ausgestattet. Der Frequenzgang: 28 Hz bis 22 kHz (+/- 3dB) beziehungsweise 30 Hz bis 20 kHz (+/- 2dB). An Leistung stehen 4 x 120 W (Nennleistung) beziehungsweise 4 x 200 W (Musikleistung) bereit. Die nuPro X-6000 ist 110,5 cm hoch, 18,5 cm breit und 23 cm tief (inklusive Verstärker). 

Im Anschluss an die Vorstellung der beiden im Set enthaltenen nuPro X-Boxen wollen wir kurz einige "Spezialitäten" der nuPro X-Baureihe vorstellen. 

Anschlüsse bei den nuPro X-Aktivboxen

Anschlussterminal

Mit Anschlüssen für AES/XLR, Stereo-Cinch, 2 x digital optisch, 2 x digital koaxial sowie USB (USB-DAC, Hi-Res-fähig) ist die nuPro X-Serie sehr gut ausgerüstet. Hinzu kommen Bluetooth (mit aptX), ein Vorverstärkerausgang für den Anschluss eines aktiven Subwoofers (mit regelbarer Grenzfrequenz). Vorhanden ist auch der Link-Out, der nötig ist, um zwei nuPro X-Lautsprecher zu einem Paar zu verknüpfen. Der Link-Betrieb muss aber nicht zwangsläufig kabelgebunden erfolgen, sondern kann auch in verlustfreier Qualität per Funkverbindung hergestellt werden. 

Bedienung bei den nuPro X-Aktivboxen

Hochwertige Fernbedienung

Die nuPro X-Lautsprecher werden inklusive einer Fernbedienung ausgeliefert, die dank ihrer abgerundeten Gehäusekanten und ihrer metallenen Abdeckung äußerst gut in der Hand liegt. Über die Remote lassen sich die wichtigsten Bedienvorgänge wie die Quellenwahl, die Lautstärkeregelung oder Bass- und Höhenverstärkung direkt und komfortabel vornehmen.

Erweiterte Einstellungen wie Paar- und Einzelbetrieb oder das Bluetooth-Pairing sind über das Steuerkreuz auf der Stirnseite der Box zugänglich. Sämtliche Funktionen lassen sich außerdem über eine App steuern, die Nubert für Android- und iOS-Geräte gratis anbieten und die per Bluetooth Verbindung zur Masterbox aufnimmt. 

Das Display ist auch bei montiertem Stoffgitter gut ablesbar (das Bild zeigt eine nuPro X-4000)

Eine OLED-Anzeige auf der Frontseite der Box gibt  Auskunft über mögliche Optionen und den Betriebszustand. Auf Wunsch lässt sich das Display auch dimmen oder ganz abschalten. Auch mit aufgesetzter Stoffabdeckung lässt sich die Box weiterhin per Fernbedienung oder über die App steuern, auch das Display ist weiterhin ablesbar.

Klangregelung bei den nuPro X-Aktivlautsprechern

Die nuPro X-Lautsprecher bringen mehrere Optionen zur akustischen Anpassung mit. Dabei hebt eine einfache Bass- und Höhenregelung die tiefen oder die mittleren und hohen Frequenzen wahlweise um bis zu zehn Dezibel an oder senkt sie entsprechend ab. Diese Steuerung arbeitet nach dem von Nubert bekannten Prinzip der Klangwaage und schont die Balance und Harmonie der ursprünglichen Aufnahme. Präzisere Eingriffsmöglichkeiten ermöglicht der Fünf-Band-Equalizer, der über die oben bereits erwähnte App oder alternativ über das Steuerkreuz erreichbar ist und punktgenaue Eingriffe an fünf Frequenzbändern ermöglicht. Darüber hinaus steht eine hörphysiologisch korrekte Loudness-Funktion bereit, die je nach Lautstärke den Basspegel sanft bis moderat anhebt und damit gehörmäßige Defizite bei geringen Abhörpegeln ausgleicht. 

Nun wenden wir uns den weiteren Bestandteilen der Kette zu.

Nubert nuPro AS-450

nuPro AS-450

Eigentlich zu schade, um "nur" Center innerhalb eines vollaktiven 5.2 Setups zu sein: Das aktive Stereo-Board nuPro AS-450 (1.335 EUR) stammt aus der schon hinlänglich bekannten nuPro A-Serie und konnte uns im Test absolut begeistern. 110 cm breit, 19,5 cm hoch und 40 cm tief, dazu 32 kg schwer - das, was sich hier vor einem aufbaut, hat wenig mit den sonst bekannten aktiven TV-Lautsprechern zu tun und hat keinerlei Mühe, die Rolle eines besonders leistungsfähigen Center-Lautsprechers mit voller Überzeugung zu spielen.

Display 

Integriert in das Stereoboard sind zwei leistungsfähige Digitalverstärker, die es auf jeweils 100 Watt Musikleistung bringen. Es arbeitet ein Modul für den linken und ein Modul für den rechten Kanal - demnach ist der Begriff "Stereoboard" absolut gerechtfertigt. Der eingebaute Tieftöner mit 27 cm Durchmesser wird von einem weiteren digitalen Verstärkermodul mit bis zu 300 Watt Leistung angetrieben - das sorgt für enorme Reserven auch im großen Hörraum. Die Aufteilung der Frequenzen für das 3,5 Wege-Lautsprechersystem (wobei zwei der insgesamt vier Mitteltöner passiv arbeiten und somit den "halben Weg" darstellen) übernimmt eine passive Frequenzweiche, während der eingebaute digitale Signalprozessor eine exakte Linearisierung der Frequenzbereiche sicherstellt.

Mitgelieferter HDMI-Apdapter

Anschlüsse

Zu den besonderen technischen Eigenschaften der Soundbar nuPro AS-450 gehört die vollständig digitale Verarbeitung aller eingehenden Signale.Auch die am analogen Cinch-Eingang ankommenden Impulse werden auf die digitale Ebene gewandelt und im Anschluss dem Signalprozessor zugeführt. Dieser teilt die Frequenzen auf, optimiert den Verlauf und schickt das Signal anschließend immer noch in digitaler Form an die Endstufen, von wo es direkt die Membranen der sechs Chassis in Schwingungen versetzt. 

Nubert nuLine AW-1100 aktiver Subwoofer

Basskraftwerk: Nubert nuLine AW-1100

Der nuLine AW-1100 (965 EUR) ist einer der besten aktiven Subwoofer seiner Klasse. 320 Watt Nennleistung und 380 Watt Musikleistung ermöglichen eine standesgemäße Beschallung auch größerer Lokalitäten.

Leistungsfähige Elektronik

Der 35,5 kg schwere Subwoofer ist 57,5 cm hoch (mit Füßen), 33,2 cm breit und mit Gitter 56 cm tief. Für enormen Tiefgang und hohe Belastbarkeit sorgt ein großes 310 mm Chassis. Das massive, äußerst edel verarbeitete MDF-Gehäuse kennt den Begriff "Gehäuseresonanzen" nur vom Hörensagen.

Display

Anschlüsse

Mitgeliefert wird eine Fernbedienung, unter dem Chassis befindet sich überdies ein Display auf der Frontseite des AW-1100. Der eingebaute Low Cut-Filter bestimmt die untere Grenzfrequenz, bei 30 Hz ist der erzielbare Pegel höher, bei 19 Hz der Tiefgang ausgeprägter. Natürlich verfügt der AW-1100 über eine "Soft Clipping" Schaltung, die das akustisch sehr störende Übersteuern im Grenzbereich effektiv verhindert. Der AW-1100 verfügt über zahlreiche Einstell-Möglichkeiten, vier Speicherplätze stehen für jeweils eigene Justagen zur Verfügung. 

Yamaha CX-A5100

Schon seit Herbst 2015 setzt die CX-A5100 (2.599 EUR) Maßstäbe

Yamaha CX-A5100 Innenleben Gesamt

Blick auf das Innenleben

Im Zentrum der Nubert-Kette steht die 11.2 AV-Vorstufe Yamaha CX-A5100 für 2.599 EUR. Für diesen Betrag bekommt der Käufer einen erstklassigen Gegenwert. Natürlich verfügt der Yamaha AV-Prozessor über Decoder für dts:X und Dolby Atmos. Yamahas Multiroom Audio-System MusicCast fehlt auch in der CX-A5100 nicht.

HiRes-Audiowiedergabe

Tolle AV-Steuerungs-App fürs Tablet, mit Justierungsmöglichkeit für die DSP-Parameter

Die MusicCast-App (inklusive HiRes-Wiedergabe, u.a. FLAC bis 192 kHz/24-Bit, DSD bis 5,6 MHz) und die AV-Steuerungs-App arbeiten Hand in Hand, und dies sehr zuverlässig. So kann man seinem vollaktiven Nubert-System Musik von sehr vielen unterschiedlichen Quellen komfortabel zuspielen. An Bord ist auch das MCACC-Lautsprechereinmesssystem, möchte man automatisiert einmessen. 

Die Videosektion ist gut, setzt aber mittlerweile keine Maßstäbe mehr. Ein recht stabiles und detailreiches Upscaling bis auf 4K gelingt ihr immer noch. Endstufen können mittels Cinch, aber auch mittels XLR mit der CX-A5100 verbunden werden.

Ausstattungs-Glanzlicht sind die zahlreich vertretenen Cinema- und Music-DSP-Programme. Yamahas hochwertige DSPs basieren auf real existierenden Räumen, die präzise vermessen wurden. Hier muss jeder Anwender selbst entscheiden, ob er auf die DSPs setzen oder den CX-A5100 lieber "pur" ohne DSP verwenden möchte.

Yamaha CX-A5100 Anschluesse Rueckseite1

XLR-Beschaltung

Der Cinema DSP HD3-Prozessor befindet sich im Inneren des sehr gut verarbeiteten AV-Prozessors in klassischer Yamaha Aventage-Optik. Sogar Dolby Atmos und dts:X Tonspuren können mittels der DSPs nachbearbeitet werden, sollte man dies wünschen. Kennzeichnend für das Aventage-Konzept ist unter anderem der fünfte Standfuß (ART Wedge) unter dem Gerät.

Es finden sich 8 HDMI-Eingänge. Natürlich kann man Devices wie Ultra HD-BD-Spieler oder aktuelle Spielekonsolen an den Yamaha anschließen, dank HDMI 2.0a und HDCP-Support. Bluetooth und WLAN sind selbstverständlich auch vorhanden. Es fehlt ein On-Board-Einrichtungsassistent. Klanglich bietet die CX-A5100 zum vergleichsweise kleinen Preis Großes: Eine sehr hoch liegende Impulstreue, eine erstklassige Grob- sowie Feindynamik sowie eine räumlich dichte Gesamt-Darbietung. Ideale Voraussetzung, um auch zusammen mit den nuPro X-Boxen zu reüssieren. 

Aufbau und Einstellungen

Nubert hat viel Aufwand für die High End betrieben

Nachdem wir nun die einzelnen Komponenten genau beschrieben haben, folgen nun Details zum 5.2 Setup. 

Nubert hat sich für eine Verwendung der nuPro X-6000 und der nuPro X-3000 entschieden, weil bei diesen nuPro X-Modellen die gleichen Chassis zum Einsatz kommen. Aus akustischer Sicht ist eine maximale Homogenität die hörbare Folge. Und auf das aktive nuPro AS-450 Stereoboard fiel die Wahl, weil die immens hoch liegenden klanglichen Qualitäten in diesem Setup für große Reserven sorgen. Zudem ist es einfach möglich, das Stereoboard auf einem anderen Eingang für die Alltagsverwendung (beispielsweise TV-Betrieb über den optischen Digitalausgang des Fernsehers) zu benutzen, ohne die komplette "große Kette" einzuschalten. Warum der aktive Bass nuLine AW-1100? Ein Satz: 19 Hz untere Grenzfrequenz sind hier möglich. Daher werden auch tiefste Bässe noch erfasst. 

Nun kommen wir zu unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten. Variante 1: Wireless-Betrieb der Surroundlautsprecher, also der nuPro X-3000. Hierbei verwendet man das Wireless Master-/Slave-Pairing der nuPro X-Lautsprecher. Im eingeschalteten Zustand versetzt man die Lautsprecher im Setup-Menü in "WLS Master" und "WLS Slave". In diesem Setup ist die nuPro X-6000 vorn der "Wireless Master" und die nuPro X-3000 hinten ist der "Wireless Slave". Nun geht es ans Verkabeln. Nubert rät, für den Surroundbetrieb die Cinchbuchsen zu verwenden und mit hochwertigen Cinchkabeln den Master zu verbinden. Zu beachten ist, wie man die Kabel in die Buchsen führt: Der Front Left Channel wird in den weißen oberen Aux In (L_in) eingeführt. Der zweite Ausgang ist der Surround Left, den wir mit dem roten (unteren) Aux In (R-in) verbinden. Folge: Der Master erhält alle Signale der linken Seite. Anschließend wird im Menü "Channel" an der nuPro X-6000 die Option "Left" ausgewählt, und die nuPro X-3000 stellt sich automatisch auf "Right". Das Rear-Signal wird nun kabellos auf die hinteren Lautsprecher übertragen. Vor dem zweiten Pairing ist es sicherer, die linke nuPro X-6000 und die linke nuPro X-3000 auszuschalten, damit alles sicher abläuft. Das dann folgende Pairing der rechten Seite läuft ansonsten identisch ab. 

Der Centerkanal wird durch ein Y-Cinch-Kabel angesteuert und "AGAIN" im Menü auf "Off" gestellt, so erhält man eine sehr gute Sprachverständlichkeit. Die beiden nuLine AW-1000 werden kabelgebunden ins System integriert. 

Möchte man die Rears konventionell, das heißt kabelgebunden, ansteuern, wird jeder Kanal mit einem Cinchkabel angeschlossen und auf "Single" im Menü gestellt. Durch diese Maßnahme hat man auch bei schwierigen Verhältnissen oder größeren Strecken (Wireless-Reichweite maximal 12 Meter) eine Alternative, um ein vollaktives Heimkino mit zuverlässiger Signalübertragung aufzubauen. Der Anschluss per se ist einfach: Die Cinchkabel werden an den entsprechenden Anschluss der Yamaha CX-A5100 Vorstufe gesteckt und bei der nuPro in den "weißen" Kanal. 

Einstellungen am Yamaha CX-A5100 AV-Prozesor

Nubert wählte das manuelle Lautsprecher-Setup beim CX-A5100. In unserem Screenshot müsste man mit dem Navi-Kreuz der FB einmal nach unten drücken

Nubert hat manuell eingemessen, also nicht auf YPAO gesetzt. Kein PEQ und keine weitere Klang-Beeinflussung, also auch kein DSP, kam zum Einsatz. Die nuPro X-6000 wurden auf "groß" gestellt, Center und Rears auf "klein". Die nuPro X-3000 wurde bei 60 Hz getrennt, ebenso der aktive nuPro AS-450. 

Klang

Kraftvoll, dynamisch, mit einem ausgeprägten Hang zu Details: Das Setup überzeugt durch ein intensives Mehrkanal-Erlebnis. Klar werden verschiedene akustische Ebenen getrennt, die Zusammenarbeit aller aktiven Komponenten untereinander ist absolut reibungslos. Es kommt nicht zu unschönen "Klanglöchern", auch die Front-Surround-Balance ist stimmig. Durch die identische Chassisbestückung von nuPro X-3000 und nuPro X-6000 ist die Akustik homogen und gleichmäßig. Auffällig ist, wie gut sich auch das aktive Stereo-Board nuPro AS-450 einfügt, dadurch erscheint die Front-Klangkulisse komplett und in sich schlüssig. Die beiden nuLine AW-1100 sorgen für eine präzise und zugleich kraftvolle Bedienung des Bassbereiches. Auch große Lautstärken können der Souveränität des Gesamtsystems nichts anhaben. 

Special: Carsten Rampacher
Datum: 29. Mai 2018

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