SPECIAL: Die Gründe für den Erfolg der Panasonic TV-Geräte

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Thema dieses Special: Warum baut Panasonic derart gute Flat- und Curved-TVs? Es ist die Woche der Specials auf AREADVD. Nachdem wir zunächst das Teufel-Produktportfolio durchleuchtet haben und uns anschließend mit den Merkmalen von Bluetooth-Lautsprechern beschäftigten, geht es nun um Fernseher. Hochwertige Fernseher haben bei Panasonic Tradition. Wir möchten uns in diesem historischen Abriss nicht noch mit den Röhrenfernsehern auseinander setzen, sondern beginnen mit dem Einstieg in die Flachbildschirm-Ära. Schon in den neunziger Jahren hat Panasonic Plasma-TVs gefertigt. Anfangs noch sündhaft teuer und von den Diagonalen her heute richtig klein (damals war 42 Zoll groß und 50 Zoll riesig, die meisten Anwender hatten als Maximum 32 oder 37 Zoll Röhren-TVs zu Hause), hat Panasonic von Anfang an auf die Plasma-Technologie geschworen. Oben im Bilde übrigens einer der letzten Panasonic-Plasmas aus 2013, ein TX-P55VTW60 für damals 2.699 EUR, im Dezember 2013 wurde der Ausstieg aus der Plasma-Produktion verkündet. 

Die Gründe, dass Panasonic am Anfang auf Plasma setzte, waren nachvollziehbar. Plasmazellen sind selbstleuchtend, ein Plasma-Display (PDP) benötigt demnach keine separate Hintergrundbeleuchtung wie ein LCD-TV, dessen Flüssigkristalle nicht selbstständig leuchten und daher auf eine externe Hintergrundbeleuchtung angewiesen sind. Das heißt, wenn ich z.B. eine FullHD-Auflösung bei einem Plasma voraussetze, mit 1.920 x 1.080 Pixeln, leuchtet jedes dieser Pixel selber. Die Folgen: Sattes Schwarz, hervorragender Detailkontrast und feine Grauabstufungen. Am Anfang damals hat es auch noch niemanden ernsthaft gekümmert, dass die ersten Generationen von Plasmas-TVs mit ineffektivem Zelllade- und Entladeprozess wahre Stromschlucker waren. Auch mit der Lebensdauer eines PDP war es noch nicht weit her, später dann streckte Panasonic die Lebensdauer auf bis zu 100.000 Betriebsstunden. Das war aber zu einem Zeitpunkt, als sich die Plasma-Ära schon beinahe dem Ende zuneigte.

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 Panasonic TH-42PV60 aus 2006

Die Anfangszeit der Panasonic-Flachbildschirm bestand nur aus Plasma-Displays. LCD-TVs wurden keine gefertigt. Auch als andere Hersteller begannen, LCD-Displays in Großserie zu fertigen, ist Panasonic zunächst nicht auf diesen Zug aufgesprungen. Vielmehr lieferte man sich einen harten Kampf mit Pioneer – wer baut das beste Plasma, war damals die viel diskutierte Frage. Dieser Zweikampf begann schon in der SD-Ära. Damals wurde SD-Material in 720 x 576i hoch skaliert auf eine native Panelauflösung von 1.366 x 768 Pixel, zu diesen Zeiten das höchste der Genüsse im Full HD-freien Europa. Basisplasmas hatten gar nur 854 x 480 Pixel Auflösung und lagen damit unter PAL-Niveau. Wer hat den besten Schwarzwert? Panasonic oder Pioneer? Das wurde in den Anfängen der ganzen großen Internet-Foren damals hart diskutiert. Panasonic war stets etwas preiswerter unterwegs als die sehr elitären Pioneer-Geräte, die überdies mit nobler Materialqualität und sehr gediegener Verarbeitung aufwarten konnten. Die hochglänzend schwarzen Pioneer-Rahmen, im Vergleich zu heutigen Konstruktionen sehr dick, werden vielen noch in Erinnerung sein.

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Hauptmenü anno 2006: Commodore 64-Schrift und Smart TV ist noch weit entfernt

Innovative Technologien, streng selektierte Panels sowie exzellente Video-Equalizer waren in diesen Zeiten, als niemand den Begriff „Smart TV“ kannte, die Pluspunkte der Pioneer-Plasmas. Mit deutlich einfacherem, grober gerasterten Video-EQ waren die Panasonic-Plasmas damals im Detail den Pioneer-Alternativen unterlegen. Die Jahre zogen ins Land und wir feierten die FullHD-Ära. In der FullHD-Ära waren das erste Mal LCD-TVs und Plasmas mit der 1.920 x 1.080 Pixel FullHD-Auflösung verfügbar. Zusammen mit der ab Ende 2006 aufkommenden FullHD-Discformate Blu-ray und HD-DVD (die allerdings nach relativ kurzem Zweikampf in der Versenkung verschwand) wurde der Filmgenuss nun hochauflösend möglich.

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 Panasonic FullHD G12 Plasma TX-P50GW10 aus dem Jahre 2009

Der Zweikampf Pioneer versus Panasonic ging in die nächste Runde, diesmal auf FullHD Basis. Herausragende Fernseher wurden von beiden Sparringspartnern gebaut, damals noch sündhaft teuer und mit Bildschirmdiagonalen, die bis 60/65 Zoll gingen. Dann kostete so ein TV gut und gerne an die 20.000 EUR. Vor einigen Jahren dann erfolgte der Todesstoß für Pioneers Plasma-Produktion. Vor allem der verlustträchtige US-Markt war schuld daran, dass sich die Produktion der edlen und bildstarken Plasmas für Pioneer nicht mehr lohnte. Zuvor hatte man noch versucht, weniger finanzkräftigen Interessenten durch preisgünstigere LCD-TVs, die zugekauft und dann optimiert wurden, einen Einstieg in die visuelle Pioneer-Welt zu ermöglichen. Doch auch dies scheiterte, und so kaufte der große Konkurrent Panasonic die gesamte Pioneer-Plasma-Abteilung und auch deren Ingenieure und Know-How. Dieses ganze Szenario spielt sich ab dem Februar des Jahres 2009 ab.

Panasonic setzte zu diesem Zeitpunkt noch voll auf die Plasma-Technologie, und es wurden immer mehr Werke in Betrieb genommen. Zwar bot das Unternehmen, um dem Markt gerecht zu werden, auch bereits LCD-TVs an, doch so richtig glaubte damals niemand bei Panasonic an eine große LCD-TV-Karriere innerhalb der eigenen TV-Produktsparte. Nach wie vor hielt man die Plasma-Technologie aus den schon eingangs genannten Gründen für die bessere der beiden Technologien. Mittels vielfältiger Optimierungsprozesse wurden Stromverbrauch und Lebensdauer weiter verbessert. Ganz an den niedrigen Stromverbrauch vieler LCD-TVs kamen Plasmas zwar nie heran, aber im Vergleich zu den ersten Jahren der Plasma-Technik konnten deutliche Fortschritte erzielt werden.

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 TX-P54Z1E – 2009 absolute Bildreferenz für 6.299 EUR

Panasonic-Plasmas erwarben sich in den letzten Jahren ihres Bestehens einen legendären Ruf, der bis heute anhält. Insbesondere Top-Reference-Serien wie der ZE1 oder der Z60 waren dafür verantwortlich. Sehr kostspielig und nur in geringen Stückzahlen gefertigt, waren die klar der Maßstab bei der Bildqualität. Streng selektierte Panels, modernste Filtertechnologien, hervorragende Video-EQs und THX-Lizenzierung zeichneten diese Meisterstücke aus. Noch heute schwören, trotz „nur“ FullHD-Auflösung, noch viele Filmfans auf die ZL-Reference-Modelle von Panasonic. Dementsprechend hoch fallen die Gebraucht-Preise für diese Geräte aus. UHD-Panels gab es hierzulande bei Plasmas nie.

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 2009 gab es schon Smart TV – hier die Wiedergabe der Tagesschau

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 Viera hießen die interaktiven Panasonic TVs bereits 2009, hier die Toolbar

Panasonic begann auch zeitig, Smart TV-Features und App-Steuerung in die Geräte zu integrieren. Dabei wurde allerdings immer Wert auf die Praxistauglichkeit gelegt und niemals nur auf ein üppiges, aber in weiten Zügen unbrauchbares App-Angebot. Dieses hohe Maß an Praxistauglichkeit, sinnvoller Funktionalität und einfacher Bedienung ist auch eine Komponente, die den Erfolg der Panasonic-TVs mit begründet. Überflüssige, schwachsinnige Features, die man bei manchem Kontrahenten durchaus finden konnte und kann, gab und gibt es bei Panasonic nicht. Die Apps fürs Smartphone zur TV-Steuerung funktionierten zum Beispiel schon recht früh zuverlässig und stürzten nicht ständig ab.

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 Panasonic TX-P50VT20 aus 2010, 3D-fähiges Plasma

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Dank aktiver Shutterbrillen-Technik 3D in FullHD

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 2010: Aktive Shutterbrille

Auch 3D und Plasma war eine tolle Kombination, aufgrund der ultrakurzen Panel-Reaktionszeiten. LCD-Panels, welche Tricks die Hersteller auch immer anwendeten, waren stets träger. Panasonic setzte 2010, zu Beginn der 3D-Ära, ausschließlich auf aktive Shutterbrillen-Technologie in den Plasmas, und nicht auf passive Polfilterbrillen. Laut Panasonic war die volle Auflösung auch im 3D-Betrieb das Kriterium, das eindeutig für die aktiven Shutterbrillen sprach. Mit geringem Zeitversatz produzieren TVs mit aktiver Shutterbrillen-Technologie jeweils ein getrenntes FullHD-Bild fürs rechte und fürs linke Auge. Modelle mit passiven Polfilterbrillen, die die getrennten Bilder fürs linke und rechte Auge zeitgleich produzierten. Dadurch gab es zwar beinahe keinen Crosstalk, dafür aber nur eine reduzierte Auflösung. Nachteile der aktiven Shutterbrillen – Flimmern rund um den TV in helleren Räumen sowie Ghosting/Crosstalk. Später dann „weichte“ Panasonic den Kurs „nur aktive Shutterbrille“ auf, heute werden Modelle mit aktiven und mit passiven Brillen, je nach Modellreihe, angeboten.

Leider begrub Panasonic nach Ankündigung Ende 2013 die Plasma-Produktion endgültig – ein harter Schlag, denn es gab viele Werke, in denen Plasma-TVs gefertigt wurden. Die prekäre Markt- und Kostenlagen auf dem weltweiten TV-Markt, dessen Preise längst massiv unter Druck durch die südkoreanische und chinesische Konkurrenz waren, war dafür verantwortlich. Nun wurde aus dem ehemaligen „LCD-Verneiner“ plötzlich ein Anbieter hochwertiger LCD-TVs, meist mit Edge-LED-Technik für die Hintergrundbeleuchtung. Hier saßen die LEDs in den Bildschirmecken und das Licht wurde mittels Leiterbahnen hinter das Panel befördert. Vorteil von Edge LED war und ist die geringe Bautiefe der TVs, Nachteil die inhomogene Helligkeitsverteilung mit Hot Spots. Trotz sehr guter Technik war Panasonic vor diesen Punkten auch nicht ganz gefeit.

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 Erster UHD-TV des Hauses: Der TX-L65WT600 aus 2013, ein LCD-TV mit Led-Backlicht für 5.999 EUR, mit HDMI 2.0 

Heute hat Panasonic nur LCD-TVs im Programm. OLED-TVs wurden zwar, schon seit Jahren, als Prototypen oft gezeigt, Serienstatus erlangte aber bis zum heutigen Tage kein Modell. Inzwischen hat Panasonic im Vergleich zu vielen Konkurrenten gerade aus Südkorea. Drei Produktlinien, Reference, Prime und Next, gibt es, von der Einsteiger- bis zur Luxusklasse. Kennzeichen der Panasonic-TVs ist nach wie vor die überragende Bildqualität. Auch bei Panasonic gibt es hinsichtlich einzelner Produktionschargen Ausruschter – das heißt leicht farbstichige Panels oder ein ungünstigeres Rauschverhalten sind auch hier vereinzelt zu beklagen. Im Vergleich zu vielen Konkurrenten allerdings kommt dies bei Panasonic doch eher selten vor. Auch dies ist ein Grund, wieso Panasonic TV Geräte unter Experten einen so guten Ruf genießen.

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Herausragend: Bildmodus „Professionell 1“

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Zahlreiche, meist nützliche Einstellungen

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Erweiterte Einstellungen

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Weißabgleich

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 Farbabgleich

Der Video-Equalizer moderner Panasonic-TVs ist im Übrigen hervorragend. Sinnvoll gerasterte Regler z.B. für Schärfe oder verschiedene Rauschfilter, gut gestufte Helligkeits- und Kontrastregler oder eine hervorragend arbeitende Frame Interpolation für flüssige Bewegungsabläufe sind hier anzuführen. Ebenso herausragend, gerade bei den Top-Baureihen, sind die ab Werk verfügbaren Bildfelder. Die „Professionell 1“ und „Professionell 2“ Modi (entsprechen ISF Day und ISF Night) sowie die THX-Bildfelder „Cinema“und „Bright Room“ für dunkle und helle Umgebungen sind besonders gelungen. Hier werden auch erfahrene Film-Liebhaber glücklich.

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 Panasonic TX-65AXW904 mit sehr guter Gammakurve

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 2014 auf der IFA vorgestellt, vermutlich folgt nun die neue Topserie bald: Panasonic TX-65AXW904

Gerade diese Modi sind auch dafür verantwortlich, dass Panasonic-TVs der Oberklasse in unserem Display Basic Check regelmäßig so gut abschneiden. Weißpunkt, Farbtemperatur, solide Gammawerte und gutes Treffen der genormten Farbräume sind zu loben. Perfekt ist hier zwar auch Panasonic nicht, aber in der Regel liegen die TVs des Hauses stets über dem Durchschnitt.

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 Panasonic TX-55CRW854 für 3.199 EUR

Panasonic offeriert inzwischen zahlreiche UHD-TVs – der Schwerpunkt des Sortiments ist zweifellos nun endgültig von Full HD auf UHD verschoben – ist auf den „Curved-Zug“ seit diesem Jahr aufgesprungen – mit der CRW854-Baureihe. Andere Hersteller sind schon seit geraumer Zeit auf diesem Gebiet tätig, doch nun kommt die – extrem teure, 55 Zoll 3.199 EUR – Panasonic-Baureihe und liefert gleich Bestwerte. Das ist eben Panasonic, man „rennt“ nicht jedem Trend hinterher, ist auch vorsichtig im Kreieren neuer Trends, aber wenn man etwas macht, dann richtig, und nicht selten übertrumpft man gleich die gesamte Konkurrenz. Das zeigt sich auch dann, wenn es um Rechenleistung und Scaling-Leistung geht. Rechenpower beweisen die Panasonic-TVs auch dann, wenn es um Smart-Funktionen geht, damit beschäftigen wir uns im nächsten Abschnitt. Hier geht s nun vor allem, wenn z.B. Blu-ray-Inhalte auf UHD hochgerechnet werden, also eine 1.920 x 1.080p-Auflösung auf 3.840 x 2.160p hochgerechnet wird, auf die Scaling-Künste: Kaum Scalingrauschen, enorme Detailschärfe und praktisch kein Flimmern im hochfrequenten Bildbereich sind die Panasonic-Trümpfe – besser ist praktisch keiner. Selbst SD-Material in 576i, von DVD oder von SD-TV-Sendern, sieht gut aus, man mag es kaum glauben: Hier muss ein Scaling-/De-Interlacing von 576i auf 2.160p vorgenommen werden, und das Ergebnis ist recht scharf, klar und es kommt zu vergleichsweise geringem Rauschen. Auch wenn versierte Bildliebhaber kaum noch auf SD-Quellen zurückgreifen dürften, es ist erstaunlich, wie gut Panasonics TVs, die meist mit Quad- oder mit Hexacore-CPU (wie der WT600 aus 2013) ausgestattet sind, agieren. Diese Top-Leistung erstreckt sich auch in den 3D-Betrieb. Ganz gleich, ob aktive Shutter- oder passive Polfilterbrille: Immer ist das Bild angenehm, klar und es kommt nur zu geringem Ghosting.

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Firefox OS-Betriebssystem

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 Übersichtlich und flink

2015 hat Panasonic Firefox als Betriebssystem eingeführt. Auch dies mit unserer Meinung nach enormen Erfolg. Schlank, effizient, zuverlässig, so treten die Firefox-basierten Geräte in unseren Testreihen auf. Was andere versprechen – zügige Reaktionen, kurze Download-Zeiten, flüssiges Ineinander-Übergreifen von Live-TV- und Smart TV-Funktionsebenen: Bei Panasonic funktioniert dies – meistens – tatsächlich. Ab und zu nerven etwas zu lange Lade- und Umschaltzeiten auch hier gewaltig, aber verglichen mit anderen Anbietern schlagen sich die Panasonic-TVs wahrhaft tadellos.

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 TV Remote 2 App

Mit der schon seit einiger Zeit kostenlos, wie üblich, zum Download erhältlichen „TV Remote 2“ App (für Smartphone und Tablet) stellt Panasonic die derzeit unserer Meinung nach immer noch beste App auf dem Markt. Besonderes Kennzeichen ist der integrierte Video-EQ, der unter dem Punkt „Smart Calibration“ im Startmenü der App aufrufbar ist. Hier kann man Konfigurationen erstellen, speichern und laden, man hat ein komplettes, mit Grafiken versehenes Farbmanagement, eine Gammakurve (auch grafisch dargestellt) und Zugriff auf wichtige andere Regelfunktionen wie Rauschfilter, Auflösungsverbesserer oder die Bewegtbild-Einstellungen. Die Pad-Steuerung mittels virtuellem Touchpad auf dem Smartphone funktioniert sehr gut. Alle anderen Funktionen wie das Live TV-Bild mitnehmen, die konventionelle Fernbedienung zu ersetzen oder das Smartphone-Mikrofon für die Eingabe von Sprachbefehlen zu nutzen, das kennen wir auch von anderen Apps.

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 Große Tuner-Flexibilität bei Panasonic

Was möchten viele Anwender mit ihrem Panasonic-Device? Ganz schlichte Antwort: Fernsehen. Auch dies hat man bei Panasonic früh erkannt und war, was die verbaute Tunereinheit betrifft, in vielen Punkten Trendsetter. Zusammen mit einigen deutschen Herstellern – Loewe und Technisat waren hier noch zeitiger dran – hat Panasonic einen DVB-S2 Satellitentuner in die TVs eingebaut, zusätzlich zum terrestrischen DVB-T- und zum Kabeltuner DVB-C. Die Tuner von Panasonic waren und sind dank Rauscharmut und tadelloser Bildschärfe auch qualitativ herausragend. Federführend begann auch Panasonic, TVs mit Twin HD Triple Tuner anzubieten. Also 2 x DVB-C/DVB-S2/DVB-T, dies hatte den Vorteil, dass man ein Programm anschauen und ein zweites aufnehmen oder aber „mit aufs Tablet“ als Live-TV-Stream nehmen konnte. Bei Panasonic können sogar Signalformen gemischt werden, also DVB-S2 und DVB-C kombiniert. DVB-T2 – terrestrisches Fernsehen neuester Generation – wurde auch zügig von Panasonic in die Geräte integriert. Und beim Thema Sat>IP ist Panasonic führend: Mittels dieser Technologie wird ein Satellitensignal von einem Sat>IP Master in ein Netzwerksignal umgewandelt. Dieses wird dann ins Heimnetzwerk eingespeist, und überall, wo Sat>IP Clients stehen, also zu Sat>IP kompatible TVs, kann dieses Signal empfangen und wiedergegeben werden. Und zwar nicht nur das reine TV-Signal, sondern auch die Zusatzfeatures wie EPG oder HbbTV. Top-Panasonic-TVs fungieren wahlweise als Master oder Client und bieten somit höchste Flexibilität. Trotz der Komplexität ist die Installation einer Sat>IP-Kette relativ einfach und auch für weniger versierte Anwender zu managen.

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 TX-55CXW754 aus 2015

Unser Fazit: Das homogene, kontrastreiche, augenfreundliche, normgerechte und in sich schlüssige Bild – dafür stehen gerade die Top-TV-Serien von Panasonic. Diese Tradition ist schon seit Jahren sichtbar und sichert den Japanern einen Vorsprung vor der Konkurrenz. Oft denkt man – Panasonic hat ein vergleichsweise kleines Produktportfolio, aber die visuelle Qualität, das ausgereifte gesamte Wesen und die praxisgerechten, sinnvollen Funktionen untermauern die Spitzenposition von Panasonic. Hoher Bedienkomfort – z.B. kann man sich dank „My Home Screen“ seinen Startbildschirm, mittlerweile schon in Version 2.0, selber konfigurieren und sich sogar zahlreiche Designvorlagen herunterladen – , sehr gute Fernbedienungen und eine tolle App fürs Smartphone sind weitere große Pluspunkte. Panasonic ist zwar meist etwas teurer – dafür aber auch deutlich wertstabiler. Auch Panasonic-TVs werden mit den Monaten günstiger, aber dieses extreme Dumping bei den Preisen mancher, gerade südkoreanischer Konkurrenten, findet erfreulicherweise nicht statt. So wird der vielleicht höhere Einstandspreis wieder wettgemacht, denn selbst gebraucht sind Panasonic-TVs noch gut und für ordentliches Geld verkäuflich.

Special: Carsten Rampacher
Datum: 19. August 2015




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