SPECIAL: Das neue Apple-Betriebssystem iOS 7

 

Apple hat mit den iPhone –Modellen 5S und 5C nicht nur zwei neue Smartphones vorgestellt, sondern mit iOS 7 traditionell die neueste Variante des Betriebssystems. iOS 7 ist kompatibel mit allen iPhones ab dem iPhone 4, allen iPads ab dem iPad 2 und allen iPod Touch ab der fünften Generation. Voraussetzung für den Betrieb zusammen mit dem PC ist, dass auf dem Rechner die neueste und jetzt ebenfalls veröffentlichte iTunes 11.1 installiert ist.

Waren die jährlichen großen Updates des iOS Betriebssystems meist optisch ohne große revolutionäre Schritte, präsentiert sich iOS 7 in komplett neuem Design. Die gesamte Grafik präsentiert sich aufgeräumter und moderner. Bei den App-Buttons gibt es keine 3-D-Effekte mehr. Die Symbolik ist mindestens so klar und verständlich, wie es schon zuvor der Fall war. Hinzu kommen verschiedene neue Features, die wichtigsten davon stellen wir jetzt vor. Als erstes entriegelt man nun das iPhone indem man von links nach rechts über den Bildschirm streicht. Dabei ist es ganz gleich an welcher Stelle man die Fingerbewegung vornimmt. Die Apps. scheinen, eine gelungene Animation, von hinten nach vorn auf den Bildschirm zu fliegen.

Wichtige Neuerung ist das Kontrollzentrum. Die Konkurrenz von Android hat schon längst ein zentrales Menü, mit dem man direkt vom Startbildschirm aus elementare Grundeinstellungen vornehmen kann. Bei Apple kann man dies nun indem man von unten nach oben über den Bildschirm streicht. Das Kontrollzentrum bietet folgende Einstellmöglichkeiten, Aktivierung / Deaktivierung des Flugmodus, der WLAN-Funktion, der Bluetooth-Funktion, der Nicht-Stören-Funktion und der Ausrichtungssperre. Desweiteren kann man die Display-Helligkeit einstellen, und Grundfunktionen der Musikwiedergabe steuern (Play, Stop, Vor- und Rücklauf, Lautstärke, AirPlay-Funktion zur Ausgabe der Musik über AirPlay-Kompatible Wiedergabe-Geräte). Unten im Kontrollzentrum finden sich wichtige Apps.: Die neue LED-Taschenlampe, alle Uhren-Funktionen, der Taschenrechner und die Kamera.

Fast jedoch hätten wir eine Neuerung vergessen, die sich im Kontrollzentrum befindet. Hierbei handelt es sich um AirDrop. Erforderlich für AirDrop sind Bluetooth und WLAN. Beides aktiviert sich automatisch, wenn man AirDrop verwenden möchte. Mittels AirDrop kann man Notizen, Nachrichten, Photos, Sprachmemos und Videos an einen in der Nähe befindlichen anderen Nutzer von iOS 7 schicken. Wir haben die Funktion selbstverständlich in der Praxis ausprobiert, der Datenaustausch lief schnell und reibungslos ab. So gut und schön dieses Feature auch sein mag, Problem ist das es sich nur in Verbindung mit iOS 7 Geräten nutzen lässt, im Gegensatz zur NFC-Funktion vieler anderer Smartphones, die auch betriebssystemsübergreifend funktioniert. Gut an AirDrop ist, dass man Inhalte gleichzeit mit einer, sondern auch mit mehreren Personen teilen kann. Interessant sind die verschiedenen AirDrop Einstellmöglichkeiten. Für seine Kontakte ist man stets sichtbar, man kann sich aber auch für alle iOS 7- Nutzer, die sich in der Nähe aufhalten, sichtbar machen. Natürlich ist es auch möglich, AirDrop zu deaktivieren. Apple gibt an, dass die Übertragung verschlüsselt stattfindet, um Sicherheitsbedenken vorzubeugen.

Neu aufgebaut hat Apple auch die Mitteilungszentrale. Sie wird aufgerufen, indem man von oben nach unten auf den Bildschirm streicht. Neue Emails, verpasste Anrufe und anstehende Aufgaben z.B. werden hier in übersichtlicher Form angeordnet und auf einem Screen dargestellt. Man sieht sogar eine Vorschau auf Aufgaben und Termine, die am nächsten Tag auf dem Programm stehen.

Multitasking

Interessant ist die neue Multitasking-Funktion. Um sie zu aktivieren, drückt man zweimal auf den Home-Button. Dann erhält man eine Übersicht über die gerade aktiven Apps. Möchte man Apps. beenden, um den Arbeitsspeicher zu leeren und die Batterielaufzeit zu erhöhen, wischt man das betreffende App-Fenster in Richtung zum oberen Bildschirmrand weg. Apropos Stromsparen iOS 7 plant Updates so, dass sie stromsparend ausgeführt werden können, z.B. schnell über WLAN.

Neue Filter

Hier hochkant

Neue Grafik

Panorama-Funktion

Möglichkeit, ein Bild im quadratischen Format aufzunehmen

Apple hat auch die Kamerafunktion überarbeitet. Wer nun allerdings denkt, es würden endlich umfangreiche Nachbearbeitungsfunktionen dazukommen, sieht sich getäuscht. Die Optik der Kamera-App. erscheint zwar frisch und modern, es gibt aber nicht viele neue Funktionen. Neu ist, dass man ein Foto nicht nur normal, oder mit Panoramaeinstellung aufnehmen kann, sondern auch quadratisch. Ebenfalls neu sind verschiedene Fotofilter, wie Mono, Tonal, Schwarz, Ausblenden, Chrom, Prozess, Transfer und Sofort. Das praktische ist, dass man Filter auch nachträglich vom Bild wieder entfernen kann, wenn sie nicht mehr gefallen.

Fotos

Kategorien

Fotos nach Jahren sortiert

Man kann sich die Orte, an denen die Bilder in einem Jahr gemacht wurden, auf der Karte anzeigen  lassen

Das Betriebssystem iOS 7 bietet auch eine intelligente Sortierung von Fotos und Videos anhand von Uhrzeit und Ort. Tippt man auf Jahre findet man die Fotos nach Jahren sortiert vor. Im jeweiligen Jahr kann man sich auch anzeigen lassen, wo die Fotos aufgenommen wurden. Dazu wird die integrierte Kartenfunktion verwendet. Nach wie vor kann man eigene Alben innerhalb der Fotos-App. erstellen.

Hochformat

Querformat

Tabs

Direkte Eingabe von URL oder Suchbegriff, wie es bei Android-Smartphones schon längere Zeit geht

Neu ist auch der Safari-Web-Browser. Er funktioniert noch etwas schneller und hat darüber hinaus eine komplett neue Ansicht. Sehr übersichtlich lassen sich nun auch Tabs anzeigen. Das intelligente Suchfeld nimmt Internet-Adressen oder Suchbegriffe entgegen. Die besten Ergebnisse werden dann präsentiert. Möglich ist auch das Betrachten von Internet-Adressen in der Twitter Timeline. Hier kann man betrachten, wer die Links geposted hat und was andere dazu sagen.

Siri arbeitet zuverlässiger beim Verstehen von Sprachbefehlen. Hier eine Nachricht

Auch Notizen kann man nun gut über Siri eingeben

Neuerungen auch beim Sprachassistenten Siri nicht nur das der Sprachassistent im neuen Look erscheint, auch kann man nun zwischen weiblicher und männlicher Stimme wählen. Die Stimmen klingen natürlicher als vorher, zudem soll Siri Stimmen von Anwendern besser verstehen und präziser arbeiten. Auch die Schnelligkeit wurde laut Apple gesteigert. Bei letzterem Punkt können wir laut aktuellem Stand vom 19.09.2013 nicht ganz zustimmen. Aufgrund der Tatsache, dass die Kommunikation mit Siri über Apples Server läuft und sich derzeit Millionen von Anwendern das neue Betriebssystem herunterladen, konnte Siri vor allem Anfragen mit längerem Text oder komplexeren Suchen nicht oder erst nach mehreren Anläufen verarbeiten. Wir haben jedoch den Eindruck, dass Siri den Anwender deutlich besser versteht als früher, der Sprache- / Texttransfer erscheint deutlich besser gelungen.

Neu: „In der Nähe beliebt“

App Store im angepassten Design

Neu im App Store bei iOS 7 ist eine Anzeigemöglichkeit für die beliebtesten Apps am aktuellen Aufenthaltsort. Neu hinzugekommen im App Store ist auch eine Wunschliste.

Ist das Apple iOS 7 Gerät verschwunden, gibt es nach wie vor die Möglichkeit, das iPhone suchen zu lassen. Das ist nicht neu, aber es ist für Unbefugte noch schwieriger ein gefundenes iPhone zu nutzen. Um die Suchfunktion zu deaktivieren oder das iOS-Gerät zu löschen, muss jetzt die Apple ID nebst dem Kennwort des eigentlichen Besitzers eingegeben werden.

iOS 7 ist auch vorbereitet für die bald verfügbare Funktion „iOS im Auto“. Wenn das verwendete Fahrzeug mit der Ausstattung iOS im Auto ausgerüstet ist, kann man iOS 7 Devices in das Multimedia-Equipment des Fahrzeugs integrieren.

Insgesamt funktioniert iOS 7 schnell und flüssig. Obwohl vieles neu gestaltet wurde, findet man sich schon nach sehr kurzer Eingewöhnungszeit zurecht. Die neue Optik des Betriebssystems ist modern und schnörkellos. Nach wie vor ist es aber nicht möglich, sich das Hauptmenü im Querformat anzeigen zu lassen. Dafür kann man nun in einem übergeordneten Ordner mehr Apps als früher unterbringen. Laut Apple ist es sogar möglich, beliebig viele Apps. in einem Überordner zu integrieren. Innerhalb des Ordners kann man, wie auch auf dem Hauptbildschirm, zwischen einzelnen Seiten hin und herblättern.

Nach wie vor ist es nicht möglich, Musik aus der iTunes Bibliothek als Klingelton zu verwenden, das ist wirklich schade. Es gibt zwar neue Klingeltöne (die anderen finden sich unter dem Begriff „klassisch“ nach wie vor), aber das ist nur ein schwacher Trost.

Kontroll- und Mitteilungszentrum erweisen sich als sehr praktisch, die Einführung war allerdings überfällig.

Die Apps, die wir getestet haben, funktionierten größtenteils unter iOS 7. Teils aber merkt man, dass die nun zu iOS 7 kompatiblen Apps „mit der heißen Nadel“ gestrickt wurden, denn manche Funktion geht noch nicht oder aber es schleichen sich, z.B. bei Nachrichten-Apps, merkwürdige Zeichen und Links in Texte ein. Wir gehen davon aus, dass alle noch existenten Fehler in der nächsten Zeit behoben werden bzw. dass es für viele relevante Apps Updates gibt, welche die volle Kompatibilität zu iOS 7 gewährleisten.

Hier noch ein paar weitere Screenshots:

Klare Symbole, neu gestaltet, ohne 3D-Effekte

In Ordnern können nun beliebig viele Apps untergebracht werden

Sachlich, übersichtlich, grafisch zeitlos: Die Einstellungen

iTunes auf dem iPhone 5 mit iOS 7

Wiedergabe eines Titels

Im Querformat

Alben im Querformat

Neu gestaltete Wettervorhersage

Einstellungen der Mitteilungszentrale

Einstellungen fürs Kontrollzentrum

Neuer Kompass

Kartendarstellung in 3D

Suchergebnisse „Hotels Berlin“

Einstellungen für Siri

Telefontastatur

Wie alle Screenshots zeigen, ist es Apple tatsächlich erstmals seit iPhone-Einführung gelungen, ein komplett neues, sehr gut in die Zeit passendes Layout zu entwickeln. Auch nach mehreren Tagen Handling im Alltag scheinen kaum Schwächen durch. Die Akkulaufzeit war schon unter iOS 6 nicht wirklich berauschend – auch wenn sich garantiert wieder widersprüchliche Angaben finden werden, in unseren Testreihen ist sie weder signifikant schlechter noch signifikant besser geworden.

Text: Carsten Rampacher
Screenshots: Carsten Rampacher
Datum: 23. September 2013




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