SPECIAL: Berlin Acoustics Group – der große Teufel-Check

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Lautsprecher Teufel aus Berlin ist mittlerweile beinahe jedem, der sich für Heimkino, Surround, Stereo und Lautsprechern im Allgemeinen interessiert, ein Begriff. Und nicht nur das: Bluetooth-Lautsprecher, PC-/Multimedia-Lautsprechersysteme und komplette Musikanlagen gehören auch zum Portfolio der Hauptstädter. Längst gibt es überdies nicht nur den klassischen Ableger „Lautsprecher Teufel“ – die „Berlin Acoustics Group“, wie sich die übergeordnete Firmierung seit bald einem Jahr nennt, besteht auch aus den Wireless-Multiroom-Audio-Experten von Raumfeld. In diesem Special, dem großen Teufel-Check, soll es aber, wie bereits in der Headline festgelegt, ausschließlich um Teufel gehen. Raumfeld folgt dann einige Wochen nach der IFA im Herbst. Die Internationale Funkausstellung 2015 ist zudem Premiere für Teufel & Raumfeld. Erstmalig wird das Unternehmen mit einem eigenen Stand in der Audio-Hallo 1.2 vertreten sein und sich dem Publikum präsentieren.

Teufel hat ein ungemein großes Portfolio an interessanten Produkten. Wer sich noch an „das Teufel der 90er Jahre“ und an Teufel vor 15 Jahren erinnert, wird feststellen, dass sich hier ungemein viel verändert hat. Teufel ist nicht nur Lautsprecher-Marke, sondern Trend-Brand, Multimedia-Marke und beinahe schon Vollsortimenter. Nein, TVs kommen bestimmt nicht aus Berlin – aber zahlreiche komplette, leistungsfähige Heimkinosysteme. Zeit also für unseren großen Check. Wir nehmen verschiedene selektierte Produkte, die auch bei uns im Test waren, als Beispiele aus dem umfangreichen Sortiment, um zu analysieren, warum Teufel so erfolgreich agiert. Vor allem auf dem deutschen Markt – aber nicht nur hierzulande. Auch in anderen Ländern starten die Berliner gerade durch und können sich über achtbare Erfolge freuen. Selbst die DTM bleibt vor den Hauptstädtern nicht verschont, der AUDI RS5 DTM mit Pilot Miguel Molina fährt unter teuflischer Flagge.

Was also zeichnet Teufel aus? Sind es die ständigen Rabattaktionen auf der Website? Ist es die Qualität und Leistungsfähigkeit der Produkte? Ist es das Gespür für Trends? Ist es das neue, „rockige“ Image der Marke? Ist es das richtige Portfolio für jeden Anspruch? Wir werden der Reihe nach analysieren und starten nun richtig durch.

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 BT Bamster

Bluetooth-Lautsprecher sind ein Trend, der bei Teufel erst ziemlich spät erkannt wurde. Dann aber entschloss man sich, richtig durchzustarten. Nehmen wir als Beispiel hier den Bluetooth Bamster, einen ultrakompakten, eleganten und hochwertigen Lautsprecher, der für ca. 130 EUR erhältlich ist. Der Bamster ist, zum Anschluss ans Notebook, auch ohne Bluetooth zu haben, so richtig Gas gab das edle Teil aber erst, als einige Monate später die drahtlose Variante nachgeschoben wurde. Er klingt gut, und zwar wirklich gut. Kein hemmungsloser „Dröhner“, kein Dauerproduzent störender Verzerrungen wie viele Konkurrenzprodukte. Nein, der Bamster ist sauber und akkurat abgestimmt. Ein echter kleiner „HiFi-Lautsprecher“, mit dem man sogar Klassik oder Jazz genießen kann. Hier hat Teufel zwar spät gehandelt, dafür alles richtig gemacht. Auch die edle Haptik und die tadellose Materialwahl beweisen hier ein glückliches Händchen.

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 Teufel Boomster

Beim „Boomster“, einem sehr gut verarbeiteten, sehr attraktiven Bluetooth-Device mit aptX für beste Klangqualität, NFC für einfaches Verbinden mit Android-Smartphones sowie einem UKW-Radio gelingt Teufel ein weiteres Husarenstück – mit einer Ausnahme. Die Produktbezeichnung ist nicht eben geschickt gewählt. „Der portable Boomster ist das Comeback des legendären Ghettoblasters“, heißt es auf der Website. Doch dazu ist das formschöne Gerät viel zu kultiviert. Denn der Boomster klingt richtig gut, da Teufel nie aus den Augen verliert, was man wirklich kann: Lautsprecher bauen. Daher verfügt der Boomster über ein echtes Dreiwege-System, zwei Hochtöner, zwei Miteltöner und ein Subwoofer sind montiert. Nicht ganz so brillant – wo ist der weiße Boomster? Derzeit ist der Klangkünstler nur in schwarzer Variante lieferbar. Prima – der eingebaute Akku macht den Boomster sehr mobil, und der Preis von knapp 300 EUR geht für diese Performance voll in Ordnung. Ein richtig schönes Produkt also, mit einem etwas unpassenden Namen.

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Teufel Rockster

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 Integriertes Mischpult

Teufel möchte „rocken“ – und kaum ein anderes Device verkörpert dieses neue Marken-Image so gelungen wie der 999 EUR kostende Rockster. In einigen Wochen geht es richig los, dann wird diese Berliner Brandbombe in ausreichenden Stückzahlen erhältlich sein. Was ist „Rockster“ genau“ Der größte Bluetooth-Lautsprecher der Welt? Der Club für zuhause und unterwegs? Ganz gleich, wie man Rockster auch bezeichnet – mit solchen Produkten macht man von sich reden, das wurde bei Teufel klar erkannt. Und – ein solches Produkt hat derzeit kein anderer bekannter Hersteller in seinem Sortiment. Mischpult oben auf dem Gerät, die Möglichkeit, zwei Bluetooth-Devices zu koppeln und zwischen beiden hin- und herzuschalten, Instrumenten- und Mikrofon-Anschluss – schnell ist mit dem Rockster eine Disco mitten auf der Straßen aufgebaut, dem eingebauten Akku mit der Größe einer Motorrad-Batterie sei Dank. 115 dB bläst der Rockster raus, dann sollte man sich aber zuvor nach dem optional erhältlichen Kabel umschauen, mit dem man noch eine Autobatterie anschließen kann, als zweite Stromquelle. Braucht man den Rockster? Nicht wirklich – aber wer ihn hat, gibt ihn nie mehr her. Fazit – tolles Trendprodukt, gut fürs Image – ausgezeichnet gemacht.

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Teufel Cinebase

Nun, nach viel Lob kommt nun Tadel. Der Trend zu aktiven TV-Lautsprechern wurde bei Teufel schlichtweg verschlafen. Die „Cinebar“ genannten Soundbars waren im Programm, aber kein Lautsprecher, auf dem man den Flatscreen platzieren konnte. Doch diese traurig beginnende Story bekommt doch noch ihr Happy End – dank der 600 EUR kostenden „Cinebase“. Optisch schick, natürlich mit Bluetooth, mit hervorragender virtueller Surroundfunktion, klarem Klang und leistungsfähigen Endstufen ist sie noch heute einer der besten aktiven TV-Lautsprecher überhaupt. 280 Watt stehen zur Verfügung – die Cinebase kann laut und zugleich souverän aufspielen. Auch der Name ist hier gut gelungen – ein „cooler“ Auftritt, ohne Frage.

Aber was ist mit dem klassischen Teufel-Kunden? Derjenige, der hochwertige Lautsprecher kaufen möchte? Derjenige, der auf Top-Surround-Sets steht? Hier müssen wir zunächst etwas weiter ausholen. Denn die Frage ist, ob dieser Kunde auf die leider schon seit vielen Jahren übliche Ansprache steht. Und diese Ansprache besteht darin, ständig Rabattaktionen zu fahren. Das mag manche dazu bringen, ein System zum Schnäppchenpreis zu kaufen, aber bekommt man so eine liquide, markenaffine Stammkundschaft? Das darf zumindest bezweifelt werden. Daher unser Tipp: Alle wirklich teuren und teureren Systeme aus den Rabattschlachten herausnehmen. Denn wer so etwas kauft, was mehrere tausend EURO kostet, möchte auch eine gewisse Wertbeständigkeit und sieht es ungern, wenn der Lautsprecher oder das System plötzlich für 25 Prozent weniger angeboten werden.

Dieser „klassische“ Teufel-Kunde, groß geworden mit den überragenden Teufel THX Heimkino-Lautsprechersystemen, wird ohnehin etwas Berührungsängste mit dem „neuen Teufel“ haben. Alles „rockt“, alles ist laut, cool und trendy. Sicherlich lockt man damit ein junges, teilweise sicherlich auch zahlungskräftiges Publikum an – aber es wird auch Stammkunden und versierte Heimkino- und Multichannel-Anwender geben, die sich etwas mehr vom „alten Teufel“ zurückwünschen. So viel zum Thema Image – aber wie sieht es mit den Produkten aus?

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 Definion 5

Hier ist Teufel derzeit ordentlich bestückt, ganz besonders mit den Familienmitgliedern der Top-Serie „Definion“. Die Definion 5 war der Startschuss, mit geschlossener Gehäusekonstruktion, Flachmembranen für die Basschassis sowie einem echten Koaxialchassis – der Hochtöner sitzt im Zentrum des Mitteltöners – lehrte die Definion 5 der Konkurrenz das Fürchten. Von wegen, Teufel „kann nur billig“ – die Definion 5 mit einem Paarpreis von 2.700 EUR ist edel gemacht und klingt erstklassig, und zwar in allen relevanten Paramentern. So schießen die Berliner gekonnt gegen das Establishment, heimsen Testsiege ein und bestellen ein neues Feld – das der anspruchsvollen HiFi-Freunde, denen eine Ultima 40 – meistverkaufte Stereo-Standbox Deutschlands – oder eine T 500 Mk2 – kultiviert und klassisch geformt – eben nicht ausreicht.

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 Definion 3

Eine kleinere, aber ebenfalls sehr leistungsfähige Definion 3 reichte Teufel nach, mit einem Paarpreis von 1.800 EUR gibt es hier, typisch für die Berliner, viel Lautsprecher fürs Geld.

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Definion 5S

Unser „Geheimfavorit“ ist aber der große Regallautsprecher Definion 5S – hier zeigt Teufel, wie schön Regallautsprecher, vor allem, wenn die exakt dazu passenden Ständer mit bestellt werden, aussehen können. 2.000 ER kostet das Paar, nicht zu viel für edle Optik und hochkarätige Technik. Und Teufel hat zügig erkannt, dass sich der „Definion-Ruhm“ auch vortrefflich auf ein Surround-Set übertragen lässt. „Definion 5 Surround“ bietet einen neu entwickelten, sehr nobel daherkommenden Center, die Definion 5 für vorn und die Definion 5S für hinten. Dazu den aktiven Subwoofer S 8000 SW aus dem System 8 –Set – und fertig ist höchste Surround-Qualität für 6.000 EUR – frisch reduziert von rund 7.950 EUR. Hier fragen wir uns: Wieso? Die Definion Lautsprecherserie bietet ohnehin ein Maximum fürs Geld. Hier muss man nicht nochmals reduzieren, schließlich sollte man von der überragenden Güte seiner Produkte auch selber überzeugt sein und dies selbstbewusst nach außen tragen.

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Teufel System 10

Die klassischen hochwertigen Heimkinosysteme – hier besteht bei Teufel etwas Nachholbedarf. Die THX-Klassiker System 8 und System 10 sind ebenso wie das System 5 THX Select 2 schon seit geraumer Zeit Bestandteil des Portfolios. Als praktisch einziger bekanntere Hersteller hält Teufel bei den Top-Systemen THX noch die Treue. THX als Gegenpol der rockenden Revolution – eigentlich kein schlechter Gedanke. Nur sollte man THX als Symbol für First Class Heimkinosound wieder im gesamten Teufel-Unternehmensprofil mehr fokussieren. Aktuell eher „unter ferner liefen“ – dabei sollte man eher die klassischen THX Big Points wieder herausholen aus der mehrkanaligen Mottenkiste und dem jugendlichen Publikum erklären, was an THX so besonders ist. Mit 8.000 EUR ist das ausladende, aber optisch trotzdem attraktive System 10 immer noch die Speerspitze. Ein gutes Angebot, nach wie vor, aber akustisch mittlerweile nicht mehr ganz zeitgemäß.

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Teufel System 8

Immer noch eines der besten Lautsprecher-Sets auf dem deutschen Markt ist das verbindlicher aufspielende, sehr kompakte, aber extrem leistungsstarke System 8. Ebenso wie das System 10 trumpft es mit einer THX Ultra 2 Lizenz auf und lässt sich dank kompakter Abmessungen auch gut im Wohnzimmer verstauen. Das System 8 verkörpert wie kaum ein zweites Teufel-System die klassischen Berliner Tugenden – extreme Leistungsstärke und High-Tech zum wohlfeilen Preis.

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 System 5 THX Select 2 – 2009, als es eingeführt wurde, gab es auch diese Farbgebung. Mittlerweile nur in schwarz erhältlich

Auch ein Klassiker ist das System 5 mit THX Select 2 Zertifikat für 1.600 EUR. Dafür gibt es ein 5.2 System mit massivem Bass dank zweier mitgelieferter aktiver Subwoofer. Die Satelliten sind angenehm kompakt und einfach unterzubringen. „Alter und neuer Teufel“ kommen im System 4, dem jüngsten THX-Sproß, zusammen.

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 Teufel System 4

1.000 EUR kostet das modern gestaltete, in schwarz-weißer Bicolor-Ausführung erhältliche System. Den THX-Kenner und Teufel-Mann der ersten Stunde wird dieses Set allerdings nicht hinter dem sprichwörtlichen Ofen vorlocken. Dafür denjenigen, der einfach ein schickes, gutes und preislich faires Mehrkanal-Set sucht, das einfach zu integrieren ist und Musik wie auch Filmton ausgezeichnet wiedergibt. Das System 4 bringt die noch recht neue „THX Compact Speaker“ Lizenz mit.

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LT 4 „M“ 5.1 Set

Für ebenfalls 1.000 EUR gibt es eines der besten Teufel-Systeme derzeit. Das Teufel Säulensystem LT 4 in „M“ Konfiguration mit kleineren Satelliten-Säulen für hinten. Schon diese „Basisversion“ des LT4 spielt grandios auf, klingt viel verbindlicher, als man von Voll-Alu-Säulen denken könnte, und bringt einen potenten Subwoofer mit. Viel Teufel-Gene stecken im LT4, erst recht dann, wenn man die „Power Edition“ mit stärkerem Subwoofer (300 anstatt 180 Watt und mehr Volumen durch größeres Gehäuse) kauft. Diese gibt es für 1.099 EUR, also faire 100 EUR mehr, als „M“ Variante und für 1.199 EUR als „L“ Version mit viermal der großen Säule für Front und Surround. Ohne den großen Subwoofer kostet „L“ dann 1.099 EUR.

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Teufel Ultima 40 Surround Complete

Teufels Ultima 40 für 499 EUR Paarpreis ist Deutschlands meist verkaufter Stereolautsprecher. Grund genug für Teufel, aufbauend auf dem hohen Bekanntheitsgrad, auch rund um Ultima 40 interessante Mehrkanal-Pakete zu schnüren. Highlight ist hier klar das Ultima 40 Surround Complete-Paket. Es kommt auf 1.400 EUR und bietet perfekt aufeinander abgestimmte Komponenten. Zu den beiden Ultima 40 Mk2 kommen zwei Ultima 20 Mk2 für den Surroundbereich und der Ultima 40 Mk2 Centerlautsprecher. Im Paket enthalten ist auch der Hightech-Subwoofer US 5305/6 SW. In dessen schlankem Gehäuse sind die Endstufen für alle Speaker enthalten – angesteuert wird das Ganze mittels der DecoderStation 6. Diese sieht schick aus, im Detail aber wirken die Materialien etwas billig. Überdies decodiert sie nur DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1 – Dolby TrueHD und DTS-HD bleiben außen vor. Ebenso wie HDMI 2.0 – hier muss man sich mit HDMI 1.4a begnügen. Alle erforderlichen Kabel liefert Teufel mit – ebenso wie ungemein hoch liegende Spielfreude und eine tadellose Pegelfestigkeit. Der kompakte, leicht zu integrierende Subwoofer ist Teufels ganzer Stolz: Dank drei recht kleiner Chassis spricht er schnell an, bietet aber gleichzeitig mehr als genug Membranfläche, so sind 33 Hz untere Grenzfrequenz möglich. Es gibt die Ultima 40 übrigens auch als 5.1 Surround-Set ohne die DecoderStation 7 und mit einem Mono-Subwoofer, so kann man dieses Ensemble dann an einen Mehrkanal-AV-Receiver anschießen.

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Teufel LT 5 Complete „L“ 5.1 Set

Mehr und mehr möchte Teufel dazu übergehen, komplette Anlagen anzubieten: Auspacken, aufbauen, fertig. Und das nicht nur im günstigen Preissegment, sondern auch bei hochwertigen, teureren Lösungen. Dies beweist das LT 5 Complete „L“ 5.1-Set. Hierbei handelt es sich um ein extrem leistungsfähiges Komplett-Set mit vier großen Standsäulen als Alu, querformatigem Center, kraftvollem Subwoofer und einer kleinen Vor-/Endstufenkombination: 3.500 EUR kostet der Spaß derzeit, und man kann das 5.1 Set bis auf 7.1 erweitern. DecoderStation 7 mit Decodern auch für DTS-HD und Dolby TrueHD heißt das „Herzstück“, und die „AmpStation“, die optisch perfekt passende Endstufe zur DecoderStation 7, trumpft mit Power satt auf. Das LT 5 Complete 5.1 Set beweist, wie ernst man Teufel auch bei derartigen Komplettlösungen nehmen muss. Man baut richtig hochwertige Lösungen, die Teufel-typische Klangstärke gelungen mit dem All-In-One-Charakter eines kompletten Heimkino-Sets verbinden.

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 Nachholbedarf besteht bei der Menü-Gestaltung

Bei aller Euphorie besteht im Details jedoch Optimierumgsbedarf. Die sehr einfach gemachten grafischen On-Screen Menüs der DecoderStation 6 und DecoderStation 7 sind den sonst so durchdachten Devices nicht würdig. Die gesamte Gestaltung, die verwendete Schrift, die Schlichtheit – vor 20 Jahren wäre noch alles ok gewesen, aber im Jahre 2015 erwarten wir hier mehr Raffinesse. Auch sollten DTS HD/Dolby TrueHD Decoder auch in der DecoderStation 6 schon zum Standard gehören. Ein Einmesssystem gibt es ebenfalls nicht von Teufel, wobei wir dieses auch nicht zwingend für nötig halten. Wenn man allerdings mit der „Plug&Play“ Methode Kunden fangen möchte, wäre ein einfach zu handhabendes Einmesssystem, wie es z.B. auch Bose liefert, ein echter Pluspunkt. Ganz wichtig für die Zukunft sind HDMI 2.0 Terminals inklusive HDCP 2.2 Bietet Teufel dies nicht, werden technikaffine und versierte Anwender nicht zu einem Set wie dem sonst sehr überzeugenden LT 5 Complete 5.1 greifen. Dass keine erweiterte Video-Funktionalität geboten wird, ist nicht unbedingt ein großer Nachteil. In der Kategorie, in der sich die DecoderStation 7 befindet, wäre allerdings zumindest ein Upscaling auf bis zu 4K sowie zwei oder drei Bildprogramme (Kino, Game, Standard) schon nicht schlecht.

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 DecoderStation 7: Große Zukunft mit den richtigen Features

Man könnte den kompletten System-Gedanken für Teufel auch weiterdenken: Eine DecoderStation 7 mit Videoprocessing und THX-Lizenz mit den Bildprogrammen THX Bright Room und THX Cinema, dazu eine THX Select 2 Audio-Lizenz für das LT5 – das wäre ein absolut konsequentes, tolles Komplett-Paket, dann aber bitte auch mit HDMI 2.0 – und Dolby Atmos/DTS:X-Modulen für die LT 5 Säulen sowie Atmos-Decoding für die DecoderStation 7. Die Atmos-Module sollten eigentlich schon letztes Jahr kommen, nun soll es diesen Herbst endlich so weit sein. Denn auch wenn Dolby Atmos (DTS:X ist ja aktuell noch in keinem AVR installiert) ein Nischentrend aufs Ganze gesehen ist: Hier könnte Teufel seine Heimkino-Kompetenzen fürs Stammpublikum aufs Neue zeigen.

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 Concept E 450 Digital 5.1-Set

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 Puck-Fernbedienung

Schon jetzt nicht „ohne“ sind Teufels Komplettsysteme mit sehr kompakten Satelliten. Gut&günstig tritt das von uns getestete Concept E Digital für 600 EUR auf, das man fürs Wohnzimmer, das kleine Heimkino oder als Hightech PC-/Multimedia-System nutzen kann. Mit Bluetooth sowie Decodern für DTS und Dolby Digital ist es praxisgerecht ausgestattet. Alle Technik befindet sich im Subwoofer, gesteuert wird mit schicker und sogar sehr einfach zu handhabender Puck-Fernbedienung – ein stylisches, cooles Tool.

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Cubycon 2 Complete

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 CoreStation

Klein geht auch noch viel edler – das Cubycon 2 Complete liegt aktuell bei 1.600 EUR und zeigt die in edles Alu gekleideten, sehr detailreich, wenn auch für sensible Naturen etwas zu frisch aufspielenden Cubycon-Satelliten nebst brandneuem Flach-Subwoofer mit 150 Watt Sinusleistung. Dieser ist eigentlich viel zu schade, um versteckt zu werden, er sieht außergewöhnlich schön aus. Durch die geringen Abmessungen, vor allem die Tiefe (nur 30 cm) betreffend, versteckt sich der kabellos ansteuerbare und dadurch noch flexiblere T 4000 aber auch gern unter der Couch. Die restlichen Kanäle werden mit dem ultrakompakten AV-Receiver „CoreStation“, der ebenfalls im Paket enthalten ist, angesteuert. 360 Watt Gesamtleistung werfen die Class D-Endstufen ins Rennen, das ist auch für den 25 Quadratmeter-Raum genug. Leider decodiert auch die CoreStation nur DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1, ebenfalls sind nur HDMI 1.4A Terminals vorhanden. Auch hier sollten zukünftig die HD-Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD offeriert werden, flankiert von HDMI 2.0/HDCP 2.2 Terminals.

Teufel führt im Übrigen auch noch Komplett-Heimkinoanlagen mit Blu-ray-Player (IMPAQ-Serie). Diesen Modellen aber räumen wir im Vergleich mit den restlichen Komplettsystemen keinen allzu hohen Stellenwert mehr ein. Zwar gibt es nach wie vor Abnehmer für solche Komplettsysteme, aber in der heutigen Zeit nimmt die Bedeutung am Markt eher ab als zu. 

Fazit

Vieles gefällt im großen Check bei Teufel sehr gut. Die Produkte sind vom Design her sehr attraktiv, und die technische Leistungsstärke ist ausgezeichnet. Mehr und mehr entwickeln die Berliner ein Gespür für Trends und setzen diese konsequent um. Und nicht nur das – mit Modellen wie Rockster oder Boomster werden selber Trends gesetzt – ein erfolgversprechender Weg. Nur darf Teufel sein Stammpublikum nicht vergessen, und das sind die anspruchsvollen Surround- und Heimkino-Liebhaber. Diese möchten neue große Surround-Systeme, die auch dem Marken-Image sehr gut tun würden. Wieder etwas mehr „back to the Roots“ mit einem neuen, schwarzen, starken THX Ultra 2 Set, wie dem legendären Theater 8, das es vor rund 15 Jahren gab. Richtig gut besetzt ist das Feld der Mehrkanal-Systeme mit Standboxen. Das feine Definion-Set oder auch das preiswerte Ultima 40 5.1 Surround-Set sind hier hervorragende Beispiele. Teufel sollte sein Brand Image passend für alle Zielgruppen machen – das heißt, es „rockt“ nicht nur in Berlin, sondern es muss verdeutlicht werden, dass Hightech und Klangstärke zum fairen Preis, gepaart mit attraktivem Design, die Kernkompetenzen sind. Da wir gerade an den Kritikpunkten sind: Bei aktuellen Hightech-Features wie HDMI 2.0, Dolby Atmos oder aber den schon seit Jahren verfügbaren HD-Audiodecodern DTS-HD und Dolby TrueHD sollte Teufel viel früher angreifen und diese Ausstattungsmerkmale in den Produkten gehobener Preisklassen integrieren. Bilanzierend sehen wir große Chancen für Teufel, die Rolle als Marktführer bei den Lautsprecherherstellern auszubauen, und ebenso große Chancen, nicht nur als Lautsprecherhersteller, sondern als Elektronikhersteller wahrgenommen zu werden. Auch hier kann der Weg enorm erfolgreich verlaufen, gerade dann, wenn man im Detail noch nachhaltig optimiert.

Special: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich, Philipp Kind
Datum: 17. August 2015




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