SPECIAL: Augen auf beim Schnäppchenkauf – darauf sollte beim Kauf günstiger TVs und AV-Receiver geachtet werden

Immer wieder ist man überrascht, wie günstig es möglich ist, an Ultra HD-TVs, Blu-ray-Player, AV-Receiver oder Lautsprecher zu kommen. Oft wird dann ein Spontankauf getätigt, und erst später stellt man fest, dass elementar wichtige Ausstattungsdetails fehlen. Wir haben diesen Guide zusammengestellt, um Fehlkäufe zu vermeiden.

TV
 Samsung UE48H6890 Seitenansicht

Man kann auch bei sehr guten Brands richtige TV-Schnäppchen „schießen“

Ein günstiger Ultra HD-TV muss kein Fehlkauf sein – schließlich ist es auch immer eine Frage des eigenen Anspruchs. Einige Features sollten aber auf jeden Fall an Bord sein:

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Genug HDMI- und USB-Schnittstellen, die auch aktuellen Standards entsprechen sollten, sind von Vorteil

  • HDMI-Eingänge, die 4K 50/60 Hz beherrschen sowie den Kopierschutz HDCP 2.2 unterstützen
  • Ein CI+ Slot
  • MIndestens 2 x USB, im Idealfall einmal USB 3.0, sollte vorhanden sien 
  • Decoder für H.264 und H.265 (HEVC)
  • Wiedergabe der Container-Formate MKV, MP4 und TS
  • Ein Triple-Tuner für DVB-C, DVB-S2 und DVB-T ist eigentlich selbstverständlich. Wer aber DVB-T2 verwenden möchte, sollte sich vergewissern, dass der Tuner dies auch kann
  • Wer bei Diagonalen bis 55 Zoll mit mehreren Personen (mehr als 3) Inhalte betrachten möchte, sollte von einem Curved-TV Abstand nehmen. Anders sieht es bei Diagonalen ab 60 Zoll aus, hier kann man auch zu einem Curved-Modell greifen. Für 4 – 5 Personen reicht dann der Betrachtungswinkel locker aus.
  • Am besten beim ins Auge gefassten TV-Modell den vertikalen und horizontalen Betrachtungswinkel ausprobieren – sonst macht sich später Enttäuschung breit, wenn man zu mehreren Personen schaut. 

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Nur ein sauberes, farbechtes und angenehmes Bild macht auf Dauer Freude

  • Farbtreue, Rauscharmut, Detail- und Gesamtkontrast, Bildhelligkeit – alles checken. Wichtig: Werden oft am Tage TV-Sendungen verfolgt, auf ein ausreichend helles Panel achten!
  • Gutes Upscaling. Probe aufs Exempel: Öffentlich-rechtliches TV-Programm in 720p oder HD+ Programm der Privatsender (1.080i) auf die native Panelauflösung von 3.840 x 2.160 Pixel hochrechnen lassen. Hier sieht man auch gleich, ob der eingebaute TV-Tuner rausch- und artefaktearm agiert

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Mit einem guten Kino-Bildmodus erzielt man eine sehr authentische, stimmige Farbtemperatur – Samsung zeigt, wie es geht

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Riesige Auswahl: Panasonic bietet sehr viele hochwertige Bildmodi

  • Vernünftige vorprogrammierte Bildmodi sollten vorhanden sein, vor allem ein guter Kino/Cinema/Film-Modus, der ein authentisches sowie augenfreundliches Bild generiert
  • Unbedingt das Reaktionsverhalten des TVs testen: Wie schnell werden Apps gestartet, wenn man die Smart TV/Multimedia-Funktionen nutzt? Werden Befehle, die per Fernbedienung gegeben werden, schnell umgesetzt?

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Eine ausgezeichnete Zwischenbildberechnung ist ein wertvolles Feature

  • Gute Zwischenbildberechnung mit unterschiedlichen Modi. Hier sollte man auf jeden Fall die Leistung überprüfen, ob eine scharfe, bewegungsstabile und flüssige Wiedergabe ohne störende Artefakte möglich ist.
  • Wer ein WLAN-Netzwerk zu Hause hat und keine Netzwerkbuchse in der Nähe des Aufstellungsortes für den TV, sollte sicherstellen, ob ein WLAN-Modul dabei ist
  • Eine Fernbedienung, die eine intuitive Bedienung ermöglicht

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Manche Apps bieten enorm viel, wie die Panasonic TV Remote 2 mit tollem Video-EQ

  • Wer viel Wert auf die Steuerung per App mittels Smartphone oder Tablet legt, sollte sich vor dem TV-Kauf über den App-Leistungsumfang des jeweiligen TV-Herstellers informieren.

Weniger wichtig:

  • Ob der TV drei oder vier HDMI-Eingänge mitbringt. Gerade dann, wenn man einen AV-Receiver besitzt, werden die vorhandenen Quellgeräte ohnehin an den AVR angeschlossen. Nur eine HDMI-Leitung geht dann vom AV-Receiver zum TV.
  • Ein Doppeltuner. Nur, wenn man viel aufzeichnet und parallel zur Aufzeichnung ein zweites Programm sehen bzw. es mittels App auf dem Tablet „mitnehmen“ möchte, ist ein Doppeltuner sinnvoll. 
  • Sprach- und Gestensteuerung – nettes Zusatz-Feature, aber kein Muss, und oft funktioniert es nicht optimal
  • Neueste Smart TV-Plattform – auch ältere Versionen reichen locker aus
Blu-ray-Player

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Ältere, hochwertige BD-Player können eine Alternative sein

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Selbst recht hochwertige BD-Spieler, hier der BD-J7500, sind günstig zu haben

Wichtig:

  • Da 4K Upscaling ohnehin nicht zwingend notwendig ist: Ein älterer hochwertiger BD-Player wie ein Panasonic DMP-BDT500 ist eine interessante Alternative. Mit etwas Glück und Geduld bei der Suche kann man fündig werden
  • Leises Laufwerk, das zuverlässig und zügig BDs, DVDs und CDs einliest
  • Für eilige Naturen: Schnellstart-Funktion (braucht aber mehr Strom)
  • Stabile 24p-Ausgabe bei Blu-rays (kein Zittern, solider Bildstand)
  • Mindestens HDMI 1.4a als Anschlussstandard
  • Wer die HDMI-Leitung zum TV legt und eine Soundbar/einen aktiven TV-Lautsprecher ohne HDMI-Beschaltung betreibt, sollte nachschauen, ob der BD-Player einen optischen und/oder koaxialen Digitalausgang hat. Meist ist, auch bei Soundbars etc., die optische Variante verbreiteter. 
  • HDMI-CEC für Einbindung in Systemsteuerung mit nur einer Fernbedienung

Weniger interessant: 

  • Ob der BD-Player auf 4K hochskalieren kann. Das machen die meisten UHD-TVs mindenstens genauso gut, daher muss dies der BD-Player nicht können. Gerade günstigere Modelle sind hier nicht optimal hinsichtlich der Performance
  • Ist man kein Fan davon, kann man auf die 3D-Wiedergabe des BDPs verzichten. 
  • Die Anzahl der Smart-Funktionen im Multimedia-Betrieb sollte auch nicht kaufentscheidend sein, da der TV schließlich schon eine komplette Smart TV Plattform eingebaut hat.
  • Ob der BD-Player einen leistungsfähigen Video-EQ hat. Dies wird vom TV meist besser übernommen. 
AV-Receiver

Wichtig:

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Sieben Endstufen, Dolby Atmos-Decoder – AV-Receiver wie der Denon AVR-X2200W sind gut&günstig

  • Wer etwas Zukunftssicherheit haben möchte, wählt als Mindest-Standard auch beim Schnäppchen sieben Endstufen und zumindest einen Decoder für Dolby Atmos. Selbst, wenn man Atmos nicht nutzen möchte: Die Rechenleistung der AVRs mit diesem Feature ist höher, weil Atmos dadurch, dass es sich um ein objektbasiertes Audioformat handelt (AVR weist Audio-Objekte in Echtzeit den vorhanden Lautsprechern zu), deutlich höhere Anforderungen an die Performance des AV-Receivers stellt
  • Decoder für DTS-HD/Dolby TrueHD sind eigentlich immer an Bord, auch bei älteren Auslaufmodellen

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„DTS X-ready“ für den, der auch die neusten Formate wiedergeben möchte

  • Wer absolut „up to date“ sein möchte, sucht sich ein Modell aus, das schon für DTS:X geeignet ist. Im Idealfall hat der Hersteller schon ein Firmware-Update in Aussicht gestellt. 
  • Genug HDMI-Eingänge. Oft haben schon recht preiswerte AVRs 6 bis 8 Eingänge – das ist auf jeden Fall ausreichend.

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Genug HDMI-Terminals, die einem aktuellen Standard entsprechen sollten, dürfen nicht fehlen

  • HDMI-Standard 2.0 oder 2.0a. Werden Signale durch den AVR geschliffen und später zum Ultra HD-TV geleitet, sollte der AVR auch HDCP 2.2-Kompatibilität besitzen. 
  • Wer den AVR ins drahtlose Netzwerk einbinden möchte, sollte auf ein WLAN-Modul an Bord achten.

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Die beiden Antennen signalisieren: WLAN und Bluetooth sind gleich an Bord

  • Ist Bluetooth gleich im AVR eingebaut, hat das einige Vorteile, man muss kein separates Modul mehr kaufen und meist läuft die Verbindung sehr zuverlässig und stabil.

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Hochauflösendes Material vom Server – das geben viele AVRs wieder

  • Wer gern hochwertige Audiodateien in hoher Auflösung (High Resolution Audio, kurz „HiRes“) anhören möchte, sollte darauf achten, dass der AV-Receiver die Formate FLAC und WAV bis 192 kHz/24-Bit sowie ALAC bis 96 kHz/24-Bit wiedergibt. Oftmals liegen HiRes-Dateien mittlerweile auch in Direct Stream Digital (DSD) vor. Hier sollte der AVR die Standards 2,8 und 5,6 MHz beherrschen. Nur wenige AVRs können Multichannel-FLAC/WAV wiedergeben, wenn überhaupt, dann nur bis 96 kHz. 

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Ein guter Video-EQ im AV-Receiver ist durchaus nicht zu unterschätzen

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Yamaha bietet bei verschiedenen, größeren Modellen der Aventage-Baureihe einen ordentlichen Video-EQ sogar mit sechs Speichern

  • Hat man einen wenig performanten TV und auch einen eher leistungsschwachen Blu-ray-Player, kann eine hochwertige Video-Sektion des AV-Receivers „Leben retten“. Schon mancher AVR, der im „Ausverkauf“ 450 bis 500 EUR kostet, hat hier entsprechendes zu bieten: Sauberes Upscaling bis auf 4K hoch und oft sogar ein ordentlicher Video-EQ. Aufpassen: Mancher AV-Receiver skaliert AUSSCHLIESSLICH von Full HD auf 4K hoch, es ist nicht möglich, z.B. von 576i auf 1.080p zu konvertieren oder von 720p auf 4K. Hier auf jeden Fall genau checken, was die Video-Unit des AVRs kann. 

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Der helle Wahnsinn: Diese geniale App fürs Tablet spricht klar für Yamaha

  • Möchte man den AVR per App mittels Smartphone oder Tablet steuern, sollte man sich im Demo-Modus die entsprechende App zuvor schon einmal herunterladen und prüfen, wie man damit zurecht kommt. 

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Ein Einrichtungsassistent „on Board“ ist sehr gut

  • Wer auf eine einfache Installation Wert legt, sollte abklären, ob der AV-Receiver entweder über einen Ersteinrichtungs-Assistenten „On Board“ verfügt oder ob eine entsprechende App zur Hilfe bei der ersten Installation zum Download in den App-Stores von Apple und Google bereit steht. 

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Eine sehr gute Lautsprecher-Kalibrierung bietet z.B. Marantz

  • Ein ordentliches Einmesssystem haben mittlerweile beinahe alle AVRs. Wer oft zu mehreren Personen im optimalen „Sweet Spot“ hören möchte, sollte darauf achten, dass das Einmessystem nicht nur an einer Hörposition, sondern an mehreren Hörpostionen einmisst. 
  • Wer direkt einen Plattenspieler anschließen möchte, sollte sich vergewissern, dass ein eigener Phono-Eingang am AV-Receiver vorhanden ist.
  • Soll das Apple iOS-Gerät eingebunden werden bzw. iTunes Verwendung finden, ist es erforderlich, dass Apple AirPlay unterstützt wird.
  • Spotify auf dem Smartphone? Wer gern seine Spotify-Musik über den AV-Receiver wiedegeben möchte, sollte überprüfen, ob der AVR Spotify-Connect-fähig ist.
  • Große Musikauswahl aus dem Internet, und das kostenlos? Sehr viele AVRs bringen vTuner oder einen anderen Anbieter als vorinstallierte Internet Radio-Plattform mit.
  • Große Frontlautsprecher, die leistungshungrig sind, vorhanden? Unbedingt schauen, ob der AVR eine Bi-Amping-Option besitzt, mit der pro Frontlautsprecher zwei Endstufen zugewiesen werden können

Weniger wichtig: 

  • Wer ohnehin kein größeres Lautsprecher-Setup plant, braucht nur sieben, aber keine neun Endstufen. Neun Endstufen sind nur für größere Dolby Atmos/DTS:X Konfigurationen sehr vorteilhaft. 
  • Decoder für Audyssey DSX, Dolby PLIIz, DTS Neo:6, DTS Neo:X braucht heute niemand. Auch DTS 96/24 hat praktisch keine Relevanz mehr. 
  • Unmengen analoger Anschlüsse – einige werden vielleicht noch für den alten, liebgewonnenen CD-Player benötigt, aber bestimmt nicht endlos viele. Auch analoge Video-Terminals haben kaum noch Relevanz
  • Wer den AVR ohnehin nur in einem Raum verwenden möchte, braucht keine umfangreichen Multiroom-Optionen
  • Manche AVRs können auch JPEG-Bilder streamen – nicht notwendig für die meisten „Use Cases“.

Special: Carsten Rampacher
Datum: 17. Februar 2016




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