Special: 10 beliebte Behauptungen zum Thema korrekte Bild- und Ton-Wiedergabe und ihre Richtigstellung

Oftmals werden, geht es um eine tadellose Bild- und Tonwiedergabe, Dinge behauptet und als richtig dargestellt, die so gar nicht stimmen. Und wie sieht die korrekte Antwort aus? Los geht es.

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HDR bringt durchaus etwas – sogar richtig viel bei korrekter Anwendung

  • Behauptung: High Dynamic Range (HDR) ist überflüssig, das Bild sieht dunkel aus und bietet keine Differenzierung in dunklen Bildbereichen. Antwort: Das kann man so global nicht sagen. Auch, wenn manche moderne TVs wahre „Nit-Bomben“ sind, so sollte man HDR-Bildmaterial grundsätzlich nur bei höchstens geringem externem Lichteinfall anschauen. Nur dann merkt man, wie faszinierend das Betrachten von HDR-Inhalten sein kann: Facettenreicher Kontrast, feine Durchzeichnung dunkler Bildinhalte, enorme Authentizität: Man wähnt sich mitten im Geschehen. Klar, nicht jeder HDR-Inhalt kann überzeugen, es gibt auch im wahrsten Wortsinne „Schwarze Schafe“, aber zahlreiche Ultra HD-Blu-rays mit HDR bieten eine exzellente Bildgüte. 

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Der hat’s drauf: Denon AVR-X6400H mit überragender Upconversion niedriger auflösender Videosignale 

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Auch er kann’s: Panasonic DMP-UB900

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Und noch ein Upscaling-Profi: Der Samsung QLED-Ultra HD-TV Q8C

  • Behauptung: Es spielt innerhalb einer Kette von Blu-ray-Player, AV-Receiver und Ultra HD-TV keine Rolle, welche Komponente niedriger auflösende Signale auf 4K hochskaliert. Antwort: Das stimmt so nicht, denn es gibt teils sogar gravierende Qualitätsunterschiede. Um herauszufinden, welches Gerät am qualitativ hochwertigsten hochskaliert, muss man es ausprobieren: Blu-ray-Player auf 1.080p Bildsignalausgabe lassen, AV-Receiver (sollte er hochkonvertierten können) auf Bildsignalserarbeitung und 4K Bildsignalausgabe stellen. Dann konvertiert der AV-Receiver hoch. Dann Blu-ray-Player auf 4K-Bildsignalausgabe stellen, AVR auf „Signal durchschleifen, Passthrough“ und dann rechnet der BD-Player die Signale hoch. Dritter Versuch: BD-Player auf 1.080p lassen, AVR auf „Passthrough“ – dann konvertiert der TV hoch. Schauen Sie sich das Rauschverhalten, den Bildstand, die Plastizität und die Bildschärfe genau an: Wo ist die Kombination am besten?

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LG OLED55C7D – sieht nicht nur super aus, sondern klingt auch richtig gut

  • Behauptung: Flachbildschirme klingen grundsätzlich schlecht. Antwort: Mittlerweile völlig falsch. Schon ab der oberen Mittelklasse klingen aktuelle Ultra HD-Flachbildschirme oftmals richtig gut. Nützliche Einstellmöglichkeiten, vorprogrammierte Ton-Modi und eine tadellose Klarheit sorgen für Freude statt Verdruss. Klar – eine teure Soundbar mit aktivem Wireless-Subwoofer ist akustisch nach wie vor stärker, aber eine Standard-Soundbar muss man sich nicht mehr kaufen. 

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Hi-Res ist eine tolle Sache

  • Behauptung: Hi-Res-Audio ist völlig überflüssig. Antwort: Klar, wenn man sich den Frequenzgang anschaut, denkt man spontan: Was soll das, kein erwachsener Mensch hört über 16 kHz. Aber insgesamt bringen Hi-Res-Audio-Files eine feinere Detaillierung und eine komplette Wiedergabe des sogenannten Oberwellen-Bereiches mit, der z.B. den charismatischen Klang eines edlen Steinway-Flügels oder einer Stradivari trefflich umschreiben kann. 

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Front Dolby Height-Lautsprecher sind auch dann aktiv, wenn man mittels Dolby Surround aufpoliert

  • Behauptung: Da es nicht so viel native Software gibt, braucht niemand DTS:X oder Dolby Atmos. Antwort: Das stimmt so nicht, denn die sogenannten Audio-Upscaler, Dolby Surround und DTS Neural:X, bringen auch herkömmliches Mehrkanal-Material in akustische Top-Form und beziehen die Height-Lautsprecher/Top Firing-Module sehr gut mit ein. Kaum unnatürlicher Hall und eine weiter gestiegene Räumlichkeit sind die Folgen.

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Yamahas DSP-Programme sind top

  • Behauptung: DSP-Programme für die Klanganpassung sind grundsätzlich schlecht, da sie nur Hall und Ortungsverluste erzeugen. Antwort: Falsch, Yamaha beweist schon seit Jahren das Gegenteil. Die DSP-Betriebsarten der Japaner basieren auf präzisen akustischen Vermessungen real existierender Lokalitäten wie Kinos, Konzerthallen oder Jazz-Clubs. Wenn Quellmaterial und DSP-Modus zusammen harmonieren, dann feilen die DSPs gekonnt am klanglichen Detail: Etwas mehr Ausdruckskraft der Instrumente, etwas mehr Weitläufigkeit oder aber etwas druckvollere Effektwiedergabe. Über das OSD oder über die App kann man die DSP-Programme auch noch selbst anpassen.

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Am besten wählt man ein Mehrkanal-Set aus Komponenten einer Baureihe

  • Behauptung: Man kann problemlos ein Mehrkanal-Set aus verschiedenen Lautsprecher-Serien unterschiedlicher Hersteller zusammenstellen. Antwort: Das sollte man keinesfalls und wenn, nur für eine Übergangszeit tun. Optimal ist es, wenn alle Boxen nicht nur von einem Hersteller, sondern auch noch aus einer Serie sind. Dann kommen identische Chassis in allen einzelnen Boxen zum Einsatz, mit identischem Membranmaterial – so ist eine hohe akustische Homogenität auf allen Kanälen gewährleistet. Beim aktiven Subwoofer kann man ruhig auch auf ein entsprechend leistungsfähiges Modell eines anderen Anbieters zurückgreifen. 

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Klingt exzellent mit digitalen Endstufen: Pioneer SC-LX502

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Super-Sound mit analogen Endstufen: Marantz SR7012

  • Behauptung: Digitale Endstufen klingen synthetischer und weniger authentisch als ihre analogen Pendants. Antwort: Früher richtig, mittlerweile nicht mehr. Es kommt hier eher auf den Einzelfall als auf die verwendete Technik an. Will heißen: Große Onkyo- und Pioneer Mehrkanal-Receiver mit digitalen Endstufen klingen grandios: Natürlich, kraftvoll und fein auflösend. Genauso gibt es AV-Receiver mit analogen Endstufen, z.B. von Marantz, Denon oder Yamaha, die mit ihrem räumlich dichten und emotionsgeladenen Sound begeistern. 

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Ein sehr gut verarbeitetes HDMI-Kabel lohnt sich

  • Behauptung: Alle HDMI-Kabel sind gleich, man kann durchaus auf ein billiges Kabel zurückgreifen. Antwort: Wir wollen keine „Kabel-Gurus“ sein und die Mär auftischen, dass ein sündhaft teures HDMI-Kabel besseres Bild oder besseren Ton liefert – sondern nur daran appellieren, ein vernünftiges Kabel mit solider Verarbeitung zu wählen. Dieses ist länger haltbar und bietet eine solide Kontaktfreudigkeit. Aufpassen: Schwere Vollmetallstecker sind nicht immer erste Wahl. Sie fallen leicht aus den Anschlussterminals des TVs und brauchen viel Platz. Wenn die HDMI-Abnschlüsse z.B. des AV-Receivers sehr nahe beisammen liegen, belegt dann ein solches HDMI-Kabel mehrere Anschlüsse. 

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Top-Klang auch bei Musik: Teufel Raumfeld Sounddeck

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Wer sagt, dass aktive TV-Lautsprecher nicht für Musik geeignet sind? Cantons DM 100 gibt auch Konzerte in sehr guter Qualität wieder

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Meister der Stereowiedergabe aus einer Komponente: Nubert nuPro AW-450

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Yamahas YSP-5600 bietet eine ausgezeichnete Qualität auch bei der Musikwiedergabe

  • Behauptung: Mit einer Soundbar oder einem aktiven TV-Lautsprecher kann man nicht in anständiger Qualität Musik hören. Antwort: Sehr hochwertige aktive TV-Sounddecks oder Soundbars, z.B. von Canton,Nubert, Teufel oder Yamaha, eignen sich auch sehr gut zum Hören von Musik. Oftmals sind ausgezeichnete Algorithmen an Bord, die virtuellen Surround-Klang generieren, oder die Komponente klingt schon im normalen Stereo-Betrieb kraftvoll und räumlich. Bei günstigen Soundbars oder Sounddecks stimmt diese Behauptung leider meistens, aber bei den großen, auch entsprechend kostspieligen Top-Modellen nicht.

Fazit: Bevor man vorschnell urteilt oder sich gängigen, aber falschen Urteilen anschließt, lohnt es sich, kurz inne zu halten und zu überlegen. Dann läuft beim Kauf und bei der Installation der eigenen Anlage auch alles rund. 

Special: Carsten Rampacher
Datum: 17.01.2018




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