XXL-PREVIEW: LG Signature OLED TV W in 65 und in 77 Zoll plus LG UP970 Ultra HD-Blu-ray-Player als Zuspieler

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Dank den Kasseler Soundbrothers und ihrem Chef Wolf Tauer konnten wir nun den exklusiven LG Signature OLED TV W in 65 und in 77 Zoll einem ausführlichen Preview unterziehen. Der große 77-Zöller kommt auf 19.990 EUR, der kleinere 65-Zöller bei unserem Partner Soundbrothers derzeit auf 5.999 EUR

Unglaublich dünn ist der „Picture On Wall“ Design gehaltene TV wirklich: 

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Der OLED TV W liegt direkt an der Wand an

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Nahtlos, extrem dünn – der Traum vieler Design-Liebhaber

Wie bei LG üblich, unterstützt der Signature OLED TV W die HDR-Normen HDR10, Dolby Vision und Hybrid Log Gamma (HLG). Die im Lieferumfang enthaltene Soundbar im edlen Gewand und mit Dolby Atmos-Unterstützung beherbergt auf der Rückseite auch alle Anschlüsse. Sie setzt auf ein 4.2 Layout und ist immerhin 60 Watt stark.

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Soundbar

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Mit Dolby Atmos-Unterstützung

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Hilfetexte auch im Ton-Menü

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Verschiedene Sound-Modi und weitere Einstellmöglichkeiten

Was gibt es an Anschlüssen? Ein RJ45-Ethernet (LAN)-Slot, 1 CI+ Slot, 4 x HDMI, 2 x USB 2.0, 1 x USB 3.0, ein digitaler optischer Ausgang, ein 3,5 mm Kopfhörerausgang und natürlich die Buchsen für die Verwendung der verschiedenen Tuner stehen zur Verfügung. All das findet man auf der Rückseite der Soundbar. 

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Technicolor-Bildmodus, neu seit Oktober 2017

Neben einem ISF Day und einem ISF Night Bildmodus verfügt der OLED TV W im „Picture On Wall“ Design auch über den zu IFA 2017 vorgestellten Technicolor Expert Mode. Er dient der optimierten Farbdarstellung und wird bei der Mehrheit der aktuellen Hollywood-Produktionen eingesetzt. Dieser neue Modus ist im Übrigen seit Oktober in allen aktuellen OLED-TVs des Jahres 2017 über die Menü-Einstellungen verfügbar.

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HDR-Effekt

Der Modus „HDR-Effekt“ ist im Signature OLED TV W ebenfalls verbaut. Hierbei handelt es sich um eine Schaltung, die einen HDR-Effekte (der in mehreren Stufen einstellbar ist) bei SDR-Inhalten ermöglicht. Unseren Eindrücken nach ein durchaus gelungenes Feature, das wirklich einen erhöhten Kontrastumfang erfolgreich suggeriert. Allerdings sollte man sich auch das Quellmaterial genau anschauen, ist dieses verrauscht oder weist andere gröbere visuelle Mängel auf, sollte man vom Gebrauch von HDR-Effekt absehen.

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Fernbedienung

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webOS 3.5 im typischen Layout

Der TV läuft unter dem Betriebssystem webOS 3.5, im Lieferumfang enthalten ist eine hochwertige Fernbedienung mit „Magic Remote“ Funktion. Man kann die Fernbedienung aber auch ganz konventionell verwenden. Ein Dual Triple Tuner für DVB-S2, DVB-C und DVB-T2 gehört selbstverständlich auch zu den Features.

Man kann den Signature OLED TV W übrigens mittels der „OLED Gallery“ in ein Kunstwerk verwandeln – hier das Ergebnis:

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Der extrem schmale eigentliche Screen-Rahmen geht bei solch einem Bilderrahmen natürlich unter

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Der Signature OLED TV W wird zum Kunstwerk an der Wand

Der OLED TV W ist ein Hightech-Fernseher, der mit exzellenter technischer Qualität, opulenter Ausstattung und einer exklusiv-modernen Optik verwöhnt und sich, so unsere Meinung, an in jeder Hinsicht enorm anspruchsvolle Interessenten wendet. Während der 65-Zöller aus preislicher Sicht für Optik, Ausstattung und Technik sogar als preislich (Preis bei Soundbrothers) als wirklich fair einzustufen ist, halten wir den Aufschlag fürs 77-Zoll-Modell für extrem üppig. 

Bild

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LG 4K-Demomaterial

Das extra für LGs OLEDs „komponierte“ 4K-Material, das in einer Demo-Schleife auch die Vorzüge von Dolby Vision verdeutlicht, sieht natürlich grandios aus – lebendige Farben, enorme Bild-Stabilität und ein enorm fein gestufter Kontrast sind hervorzuheben. Kein Rauschen, praktisch keine Artefakte, völlig ruhige Kamerafahrten: Klar, es ist LGs eigenes Demo-Material, doch das Beeindruckende ist, wie gut es auf dem 65-Zöller und dem 77-Zöller auch im letzten Detail aussieht. Der Bildhintergrund immer noch scharf, dazu das OLED-typische praktisch perfekte Schwarz in Kombination mit enorm lebendigen Farben: Alles wirkt in sich stimmig. Beide OLED-TVs in 65 und in 77 Zoll produzieren im Übrigen ein wirklich helles, klares Bild auch bei Tageslicht. Die Mär vom „dunklen OLED“ stimmt in 2017 nicht mehr. Noch mehr maximale Helligkeit wird man kaum brauchen. Und mehr Blickwinkel geht auch kaum noch, selbst dann, wenn man ungünstig sitzt, bekommt man noch ein technisch einwandfreies Bild geboten.

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Bildmodi

Jetzt aber schauen wir uns Disc-Material an. Wir haben die Ultra HD Blu-ray „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ in unseren LG UP970 gelegt – und schon von Anfang an fasziniert uns der LG OLED TV W mit einem Bild, welches das komplette Gegenteil zum extrem flachen Gehäuse darstellt: Enorme Bildtiefe und feine Kontrastabstufungen sorgen dafür, dass der Signature OLED TV W sofort unsere volle Aufmerksamkeit erhält. Dass es sich um HDR-Inhalte handelt, verdeutlicht uns der Signatur W, hier in 77 Zoll, durch die hervorragende Kontrastdynamik. Meist sehen wir dunkle Szenen – wie prädestiniert für einen OLED-TV. Das tiefe, satte Schwarz hebt den Eindruck erstklassiger visueller Tiefe.

Sehr gut kann man den ISF-Bildmodus „Day“ bei externem Lichteinfall verwenden. Das Bild bietet immer noch ein exzellentes Schwarz, und dass selbst ein 77-Zoll-OLED nicht zu dunkel ist, um zumindest an einem trüben Dezember-Nachmittag (Samstag, 2. Dezember 2017) ein wirklich helles, aber zugleich angenehmes Bild bereit zu stellen, das hat uns der OLED TV W nachhaltig bewiesen. Interessant ist, dass der OLED TV W selbst dann, wenn man den Bildmodus „Dynamisch“ verwendet, das Bild nicht zu sehr „verbiegt“. 

Wir bleiben trotzdem bei „ISF Day“ und halten fest: Es ist die Art, wie der LG mit kleinsten Details umgeht, die uns begeistert, diesen Eindruck hatten wir schon zuvor, als wir uns spezielles Material von LG angeschaut haben, siehe der erste Abschnitt in der Bild-Wertung.

Des Weiteren müssen wir jedoch erwähnen, dass die Basis-Technologie, was OLED sowie Bildverarbeitung angeht, laut LG auch in den anderen OLED-Baureihen eingesetzt wird. Beim ultraflachen OLED TV W wirkt aber alles besonders beeindruckend, weil man denkt, auf einen schmalen Bilderrahmen zu schauen, der ohne Abstand direkt mit der Wand verbunden ist. Und, was noch beeindruckt, so souverän und dynamisch das Bild auch in großen 77 Zoll wirkt. Da gibt es kein Panelrauschen und auch sonst keine störenden Artefakte. Das Bild ist homogen, klar und authentisch. 

Ob der OLED TV W nun die Gesichter der Protagonisten wie z.B. von Newt Scamander oder von Porpetina Goldstein sowie Gellert Grindelwald in feinster Detaillierung abbildet oder ob der die dunkle Inneneinrichtung eines alten Büros in allen Nuancen präsentiert: Es gibt keine Sequenz, in der der LG nicht im wahrsten Wortsinne „gut aussieht“. Dabei schafft er es, selbst kleine Objekte im Hintergrund  räumlich dreidimensional hervorzuheben. Vergleichen wir mit einem Panasonic TX-77EZW1004, den wir auch schon kurz betrachten konnten (getestet haben wir den TX-65EZW1004, also das kleinere Modell), so ist festzustellen, dass auch LG mittlerweile eine sehr auf Authentizität ausgerichtete Bilddarstellung favorisiert, besonders wenn man auf die ISF-Modi zurückgreift. Übrigens kostet der Panasonic TX-77EZW1004 exakt genauso viel wie der Signatur OLED TV W von LG. Ob das ein Zufall ist?

Zurück zum Film. Der „magische Koffer“ kommt, stellt der Signatur OLED TV W ihn dar, mit klar, aber nicht unnatürlich überschärft dargestellter Kontur heraus. Die Oberfläche wirkt so echt, als würde das magische Utensil direkt vor einem stehen. Auch, wenn es bestimmt Anwender gibt, die immer noch Kritik hervorbringen können, muss an dieser Stelle gesagt werden, dass der OLED TV W schon auf einem enorm hohen Niveau arbeitet. Ob man bereit ist, für den 65-Zöller 7.999 EUR und für den 77-Zöller 19.999 EUR zu investieren, steht auf einem anderen Blatt. Gerade, wenn ein 65-Zöller ausreicht, so kann man auch mit dem OLED C7D, den wir in 55 Zoll getestet haben, sehr glücklich werden, und das für deutlich weniger Geld. Aber dieses extrem flache Design, kombiniert mit einem so facettenreichen Bild – das macht schon Freude beim OLED TV W, das geben wir gern zu. 

Auch, als der Reifenwechsel an einem für die damalige Zeit typischen Auto auf dem Bildschirm erscheint, erfreut die mustergültige Detaillierung. Das Profil des schmalen Reifens ist scharf und deutlich zu erkennen, der auf dem Boden stehende Werkzeugkoffer ebenfalls, und selbst die einzelnen Ziegel der Hausmauer weiter hinten arbeitet der LG noch feinfühlig heraus. Eine beleuchtete Straße und regennasser Asphalt –  der OLED TV W arbeitet den Glanz der nassen Oberfläche im Licht der Straßenlaternen überragend heraus, das Bild wirkt ganzheitlich und bringt eine hohe Tiefenwirkung mit. 

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LG UP970

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Dahinter verbirgt sich das Laufwerk

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Die Lade fährt schnell heraus

Der UP970, der wie auch die Konkurrenz zwei HDMI-Outputs bietet, passt natürlich optisch nicht zum edlen TV – da wäre ein opulenter und eleganter auftretender Ultra HD Blu-ray-Player nötig. Aber meist steht der Ultra HD Blu-ray-Player ohnehin nicht an prominenter Stelle, sondern eher „im Verborgenen“ – und mit stabiler, präziser Signalausgabe kann sich der flache UHD-BD-Spieler auf jeden Fall profilieren.

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Fernbedienung

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Bedienelemente

Die rechts auf der Frontblende eingelassenen Bedienelemente sehen sogar recht schick aus. Ein Oppo UHD-Player, die mit höchst aufwändiger Verarbeitung und Technik glänzen, wird der UP970 deshalb freilich nicht. Die kompakte Fernbedienung ist einfach gehalten und problemlos in der Handhabung, nach gegebenen Befehl öffnet sich die Disc-Lade prompt und die Einlesezeiten bei Ultra HD Blu-rays liegen in vertretbarem Rahmen. 

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Lautsprecher für Dolby Atmos

Sehr gut zum ultraflachen Screen, zumindest was die optische Noblesse und die technische Leistungsfähigkeit angeht, passt die im Lieferumfang des OLED TV W enthaltene, Dolby Atmos-fähige Soundbar. Im Lautsprecher sind auch alle Anschlüsse versteckt, dadurch konnte LG es vermeiden, noch eine Anschlussbox mitzuliefern oder den unteren Teil des Display-Gehäuses hinsichtlich der Bautiefe „fülliger“ zu machen und dort die Anschlüsse unterzubringen.

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Dolby Atmos aktiviert

Was gibt es akustisch zu bemerken? Ein erstaunlich raumfüllender Klang ist zu loben, selbst im Frequenzkeller ist Aktivität zu verspüren, wenn auch nicht vergleichbar mit aufwändigen Sound-Installationen. Stimmen sind allzeit klar verständlich, und auch bei gehobenem Pegel bleibt das Soundsystem „Herr der Lage“ und missfällt nicht durch ein hohes Maß an Verzerrungen. Akustisch und optisch, so bleibt festzuhalten, punktet die Soundbar, auch bei der Atmos-Wiedergabe. Hier wird, bedingt durch die beiden in die Soundbar eingelassenen Top Firing-Module, wirklich ein dreidimensionaler Klang in guter Qualität offeriert. Noch eine kurze Warnung: Natürlich kann man das Ergebnis NICHT mit der Wiedergabe eines echten Dolby Atmos/dts:X Lautsprecher-Setups in Mehrkanal-Konfiguration vergleichen, aber das sollte eigentlich klar sein. 

Fazit

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Die beiden LG Signatur OLED TV W sind, ganz gleich, ob in 65 oder in 77 Zoll, ein teures, aber faszinierendes Vergnügen, Bildqualität in perfekter Kombination mit Design auf höchstem Niveau zu genießen. Ultraflach, praktisch mit der Wand anliegend, bringen die OLED TV W eine exklusive Note ins Wohnzimmer. Mit umfangreichen, aber zugleich sinnvollen Einstellmöglichkeiten im Video-EQ und sehr guten Bild-Programmen sowie einer ausgezeichneten Akustik dank separater Soundbar mit Dolby Atmos brillieren LGs Top-Modelle ebenfalls. Dass Schwarzwert und Farbdynamik bei OLED-TVs generell sehr ausgeprägt ist, wird auch hier wieder unter Beweis gestellt. Gut ist es aber auch um die Helligkeit des Panels bestellt, hier gibt selbst der große 77-Zöller keinen Anlass zur Klage. Der Aufpreis von 65 auf 77 Zoll ist leider unverhältnismäßig hoch, hier kann man nur hoffen, dass die Zukunft bei größerem Interesse an mehr Bilddiagonale etwas Verbesserungen bringt. Was den UP970 angeht, so können wir nur sagen, dass es sich um einen zuverlässigen, problemlosen Ultra HD Blu-ray-Player mit stabiler, exakter Signalausgabe handelt. Für die günstigen Marktpreise derzeit eine gute Okkasion.

Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 04. Dezember 2017




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