PREVIEW: HTC One M8 – Edel-Smartphone mit Hochleistungstechnik?

HTC_One_M8

Willkommen im Kreise der Smartphone-Elite! Mit großer Beachtung stellten die Taiwaner den direkten Nachfolger ihres – zu Recht – viel gelobten Erfolgsmodells vor. AreaDVD hatte in Berlin die Gelegenheit, ein Vorseriengerät ausgiebig zu testen.  Das HTC One ist bis heute nicht nur ein weltweit erfolgreiches, da sehr gutes Smartphone, es ist auch gleichzeitig die Lebensversicherung der Fernöstler, denn ohne diese Erfolgsgeschichte wäre vermutlich ein Übernahme-Kandidat gewesen, da die Taiwaner im Schatten von Samsung und den aggressiven chinesischen Manufakturen immer mehr an Boden verloren. Der Erfolg des Nachfolgermodells ist somit existenziell für das Unternehmen.

Vermutlich aus diesem Grund haben die Macher beim Design nur wohldosiert gefeilt, statt gravierende Veränderungen vorzunehmen. Warum auch? Der Erfolg des HTC One basiert auch auf der optischen Noblesse, mit dem sich das HTC One klar vom allgemeinen „Smartphone-Brei“ absetzt.

Geblieben ist somit der markante Aluminium-Korpus aus einem Block mit den großen Lautsprechern links und rechts vom Display – genau dort gehören sie auch hin! Allerdings wurde der Anteil des fein gebürsteten Metalls nochmals erhöht, sodass der HTC One noch eine Ecke wertiger aussieht – und mit 160 Gramm auch etwas mehr auf die Waage bringt.

Das liegt auch am FullHD-Display, das nunmehr 5 Zoll groß ist. Für die meisten ist dies das ideale Maß zwischen Handlichkeit und Multimedia-Nutzwert. Die Qualität soll laut Hersteller noch weiter optimiert worden sein, was aber selbst für ein geschultes Auge kaum erkennbar ist. Schulnote 2 bis 1, da auch diesmal keine OLED-Technologie verwendet wurde. Dafür wird das Display durch das neue Gorilla Glass 3 wirksam und nachhaltig geschützt.

Viele Veränderungen gibt es dafür bei den Slots: So schluckt das HTC One M8 (so der vollständige Name) aus Platzgründen nur noch nanoSIM-Karten, wie man sie von der aktuellen iPhone-Riege her kennt. Käufer müssen somit beim Netzbetreiber anrufen, um eine entsprechende SIM-Karte anzufordern. Positiver ist dafür die Einsatzmöglichkeit von microSD-Karten für bis zu 128 GB. Der Schwachpunkt des Vorgängermodells wurde somit beseitigt, denn die internen 16 GB beim M8 sorgen auf Dauer oftmals für Verdauungsstörungen. Der Vorgänger, wie erwähnt nicht erweiterbar, trat serienmäßig mit 32 GB internem Speicher an.

HTC One Kamera II

 Hochleistungsfähige Kamera

Eine weitere optische Auffälligkeit sind die zwei Kameralinsen auf der Rückseite, die gleichzeitig das wichtigste Ausstattungsplus gegenüber dem Vorgängermodell darstellt, denn der Kamerabereich ist beim HTC One schlichtweg ein eigener Kosmos und ein weiterer Beleg dafür, warum die Verkaufszahlen im Bereich Einsteigerkameras in den letzten 24 Monaten eingebrochen sind.

HTC One Foto

Auch bei Dunkelheit ordentliche Aufnahmen

HTC One Fotogalerie

 Fotoalbum

Mit Hilfe dieses Kamera-Tandems werden Fotos nicht nur bezüglich des Motives, sondern auch bezüglich der Tiefe eingefangen. Es werden also quasi zwei Versionen fotografiert. Dadurch lassen sich im nachhinein Fotos vielseitig bearbeiten, indem man den Fokuspunkt mit einem einfachen Fingerdruck verändert, um so den Hinter- oder Vordergrund scharf und weich zu zeichnen. Hört sich wie eine Spielerei an, ermöglicht aber sehenswerte Effekte, wie man sie sonst nur von einem Profi-Fotografen her kennt. Überhaupt ist der Knipser, der erneut mit der UltraPixel-Technologie arbeitet (max. 4 Megapixel), eine zuverlässige Schnappschuss-Maschine, da sie in punkto Lichtempfindlichkeit und Tiefenschärfe die meisten Smartphones in die Schranken weist. Flankiert wird der Knipser durch zahlreiche Modi und Einstellungsmöglichkeiten, wobei vor allem die 360-Grad-Aufnahme begeistert. Mit dieser Option lässt sich das komplette Umfeld in mehreren Höhenabstufungen automatisch einfangen – äußerst gelungenes Feature. Über Videos in HDR-Qualität braucht man bei dieser Klasse schon fast gar nicht mehr reden.

HTC One 360-Foto II

„Aufnahmetalent“

Ein weiterer „Kameratrumpf“ befindet sich auf der Vorderseite: Erstmals wurde eine hochwertige 5-Megapixel-Frontkamera verbaut, dessen Einsatzfeld ganz klar die beliebten Selfies sind. Hier ist HTC der Konkurrenz derzeit meilenweit voraus.

Ansonsten ist das Komfortprogramm wieder nahezu lückenlos: Alle relevanten Datenbahnen sind besetzt, alle Sensoren arbeiten einwandfrei (inkl. Kompass) und was noch fehlen sollte, besorgt ohnehin Google Play.

Bei der Handhabung haben die Macher zur Abwechslung einmal mehr oder weniger frech bei der Konkurrenz abgekupfert. So kennt man das „Wecken“ des Smartphones durch zweimaliges Klopfen bereits von aktuellen LG-Geräten. Mit Streichbewegungen auf dem schwarzen Display hat der Nutzer zudem direkten Zugriff auf wichtige, respektive zuletzt genutzte Funktionen – nicht innovativ, aber äußerst nützlich. Der beliebte BlinkFeed wurde hingegen von den Mitbewerbern – allen voran – Samsung nahezu 1:1 übernommen. Die digitale Zeitschrift lässt sich nun individueller gestalten und wird von HTC auch für andere Entwickler freigegeben. Der clevere Startbildschirm lässt somit in naher Zukunft durch hoffentlich sinnvolle Apps weiter optimieren.

Ansonsten wurde beim User Interface „Sense“ kräftig Facelifting betrieben, was sich bei der Version 6 unter anderem durch eine zurückhaltende Farbpalette äußert. Das ist sicherlich reine Geschmacksache, doch den Meisten scheint die Zurückhaltung beim Griff in den Farbtopf gut zu gefallen. Davon abgesehen gewährleistet Sense wieder einen routinierten Umgang mit dem Smartphone, zumal das Arbeitstempo schlichtweg vorbildlich ist.

Und noch ein weiterer „Ideenklau“: Wie beim innovativen Super-Stromspar-Modus Modus des kommenden Samsung Galaxy S5 haben auch die HTC-Entwickler einen Modus entwickelt, mit dem eine Rufbereitschaft von bis zu zwei Wochen möglich sein. Auf Schwarz/Weiß wird das Display dabei aber nicht umgestellt, dass der Stromverbrauch des Touchscreens gegenüber einem Super-AMOLED-Display nicht so groß ist. Dafür werden aber die Funktion auf die Grundbedürfnisse zurückgeschraubt: Telefonieren, SMS, Kalender oder der Taschenrechner. Diese Idee wird sich sicherlich flächendeckend ausbreiten.

Ohnehin wurde der Akku wurde nochmals „gepimpt“. Der 2600 mAh soll im Zusammenspiel mit dem leistungsfähigen Qualcomm Quadcore-Prozessor Snapdragon mit 2,3 GHz und 2GB RAM für noch eine längere Laufzeit sorgen. Ob das allerdings stimmt, bleibt abzuwarten, wobei aber eine Gesprächszeit von bis zu 20 Stunden schon einmal eine klare Ansage ist.

Für einen wahrhaft bombastischen Sound sorgen die beiden großen Stereo-Lautsprecher, die im Zusammenspiel mit der BoomSound-Software und eigenem Verstärker erneut nahezu alle Smartphones locker an die Wand spielt. Auch hier versprechen die Entwickler eine Optimierung gegenüber dem Vorgängermodell, was sich aber während des Vorabtestes nicht verifizieren ließ.

HTC One Dot Com Cover II

DotView-Hülle

HTC zeigte noch ein feines Technik-Gadget in Berlin: Mit Hilfe der DotView Hülle ist das HTC One einerseits wirksam geschützt, andererseits weiterhin einsatzbereit. Der Clou: Durch eine spezielle Perforierung lassen sich auch in geschlossenen Zustand noch wichtige Infos, wie Uhrzeit oder aktive Aktionen ablesen. Mit einem Wisch lassen sich zudem Telefonate annehmen oder ablehnen – wirklich ein gelungenes, da sinnvolles Zubehör für rund 40 Euro!

Fazit

HTC One Rückseite II

Edel auch von hinten

Auch wenn sich noch keine Messwerte überprüfen lassen, ist bereits klar, dass die Macher einen klasse Job geleistet haben. Die Optik ist noch eine Ecke edler, das Ausstattungsprogramm ist nicht nur zeitgemäß, sondern stellt gleichzeitig die aktuelle Speerspitze unter den Smartphones dar – und dann wären da noch die Punkte voluminöser Sound und Luxus-Kamera-Trio. 

Das neue HTC One ist wieder schlichtweg ein Überflieger, der mit einem UVP von über 600 Euro allerdings seinen stolzen Preis hat – den allerdings viele bezahlen dürften, denn in puncto Prestige können derzeit nur noch das iPhone 5S, Sony Xperia Z und Samsung Galaxy S5 mithalten.

Zum Schluss noch ein Tipp: Wer den spektakulären Auftritt sucht solle sich unbedingt die clevere Dot View Hülle zulegen – anerkennende und neugierige Blicke sind garantiert.

Text: Ulf Schneider
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 07. April 2014




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