TEST: Pioneer SBX-B30 – Robuste Speaker Base mit rundem Klang und schicker Optik

Pioneer SBX-B30 Front Seitlich2

Mit der SBX-B30 bringt der japanische Hifi-Hersteller Pioneer im Februar sein erstes Speaker Base-System zur Verwendung unter dem TV-Gerät auf den Markt. Das für 249 EUR in der UVP erhältliche System soll trotz seiner recht kompakten Bauweise raumfüllenden Klang mit Stil bieten und dabei mit einem Lernmodus für Fernbedienungen einfach zu bedienen sein. Außerdem bietet die Speaker Base Bluetooth-Funktionalität zum Streamen von Musik vom Smartphone bzw. Tablet. Wie gut sich die SBX-B30 gegenüber 5.1 Systemen schlägt und somit eine attraktive Alternative bietet, wollen wir im Folgenden untersuchen.

Pioneer SBX-B30 Front

Frontansicht mit Alu-Gitter

Pioneer SBX-B30 Bedienelemente Front

Vier Knöpfe an der Vorderseite

Pioneer SBX-B30 Anzeigen

LED-Leuchten vorne rechts

Was uns gleich beim Auspacken auffällt, ist das optisch ansprechende Design der SBX-B30. Elegant kurvig und nicht zu ausladend, aber natürlich groß genug, um einen Fernseher zu stemmen. 40 kg sollte übrigens laut Hersteller das Maximalgewicht des Fernsehers sein. Wo wir schon beim Design der Speaker Base sind: Die B30 ist 660 mm breit, 95 mm hoch und 350 mm tief, wiegt 7,9 kg und beherbergt bei 130W Maximalleistung je zwei Breitband-Frontlautsprecher und Tieftöner. Ansonsten ist die Oberfläche in foliertem Holz gehalten. Klar, bei hohem Anspruch könnte man hier noch nach Klavierlack verlangen, die Folierung ist allerdings sehr hochwertig gelungen und außerdem gelangen so nicht so schnell Fingerabdrücke auf die Oberfläche. Passend zur dynamischen Optik sind die Kanten leicht abgerundet. Vorne, leicht nach innen versetzt ist das Lautsprechergitter aus Alu, welches stabil sitzt und einen festen Eindruck macht, allerdings ragt am unteren Übergang zum Gehäuse, wo sich auch die Bedienelemente befinden, das Gitter leicht nach außen.

Die Bedienelemente bestehen aus einigen Knöpfen und LED-Leuchten, mit denen sich verschiedene Einstellungen und Modi konfigurieren lassen. Links sind der Power-Knopf und die „Input Select“-Taste zur Quellwahl, daneben „+“ und „-“ für die Lautstärke. Die Tasten sind zwar ohne Probleme bedienbar und reagieren auch ohne Weiteres, sind allerdings durch ihre Größe nicht unbedingt bequem zu betätigen. Rechts daneben sind dann diverse LEDs zu finden. Zuerst die LEDs für den momentan gewählten Eingang, also TV, BD/DVD und STB/Analog. Daneben dann die verschiedenen Soundmodi „Surround“, „Night“, „Dialog“ und „Auto Level Control“. Der „Surround“-Modus soll dabei den Klang einer „Liveshow“ simulieren. „Night“ ist, wie der Name schon sagt, für den Abend und die Nacht geeignet, also für geringere Lautstärken. „Dialog“ wiederum macht Dialoge in Filmen und Gesang besser hörbar. „Auto Level Control“ ist schlichtweg die automatische Pegelsteuerung, die Lautstärkeunterschiede von verschiedenen Audioquellen automatisch ausgleicht. Die beiden rechten LEDs sind die Dolby/DTS LED und BT Audio für die Bluetooth-Wiedergabe. Etwas verwirrend ist hierbei, dass die Lautstärke, das Subwoofer-Level und auch Einstellungen wie Lip Sync über diese LEDs geregelt werden, welche zusätzlich noch in drei verschiedenen Farben leuchten können und es demzufolge nicht sehr intuitiv ist, welche LED für welche Einstellung zuständig ist. Die Gebrauchsanweisung schafft hierbei natürlich Abhilfe, dennoch wäre ein kleines Display etwas bequemer für die Bedienung gewesen.

Pioneer SBX-B30 Bassreflexrohr

Je eine Bassreflexöffnung an den Seiten

Pioneer SBX-B30 Rueckseite Seitlich1

Rückansicht

Pioneer SBX-B30 Anschluesse Rueckseite

Analoge und digitale Audioanschlüsse hinten

Pioneer SBX-B30 Unterseite

Tieftöner und Standfüße unten

Pioneer SBX-B30 Tieftoener

Tieftöner aus der Nähe

Pioneer SBX-B30 Fernbedienung

Fernbedienung

An den Seiten finden wir zwei Bassreflexöffnungen und an der Unterseite zwei Tieftöner, an den Ecken vier angemessen große Standfüße. Hinten sehen wir ein paar Anschlüsse, namentlich zwei optische Digitalaudioeingänge (SPDIF), einen Koaxialeingang und einen analogen 3,5mm Klinkenanschluss. Bequem wäre an dieser Stelle selbstverständlich ein HDMI-Anschluss gewesen. Da die B30 aber sowieso keine HD-Tonformate decodiert, ist dieser Verlust verkraftbar.

Die Fernbedienung macht im Vergleich zu ihrem Hauptgerät einen eher bescheiden verarbeiteten Eindruck. Sie ist sehr klein und sehr leicht und kommt in tristem Grau daher. Nun, sie bietet aber trotzdem viele Tasten, um die SBX-B30 komfortabel per Remote zu steuern und außerdem sind die Tasten gerade so groß genug, um sie angenehm betätigen zu können. Von der Bedienung her also eine ordentliche Fernbedienung, wenn auch recht preiswert verarbeitet.

Bluetooth-Verbindung mit Wireless-Streaming-App

Prinzipiell ist das Musikstreaming via Bluetooth auch ohne App möglich, diese bietet aber noch einige Equalizer-Funktionen und Effekte. Deswegen gehen wir direkt in den Play Store (auch für iOs erhältlich) und laden uns die „Wireless Streaming“-App von Pioneer herunter und starten diese. Dort werden wir gleich dazu aufgefordert, Bluetooth an unserem Smartphone und am SBX-B30 zu aktivieren. An der Speaker Base drücken wir dazu Input Select, bis die BT Audio LED blinkt. Am Smartphone wechseln wir aus der App ins Bluetooth-Menü, verbinden uns dort mit der Speaker Base (die BT Audio LED leuchtet dann) und wechseln wieder zurück in die Wireless-Streaming-App, wo wir jetzt noch einmal auswählen können, mit welchem Gerät wir uns verbunden haben, damit gleich ein für die SBX-B30 optimiertes Klangprofil in der App gespeichert wird. Dies ging alles sehr schnell von der Hand und war auf den ersten Versuch sofort erledigt. Neben den üblichen Screens, die in den Screenshots festgehalten sind, können wir, wenn wir ein Lied ausgewählt haben, dann auf den Effect-Button klicken und dort den Equalizer mit sechs vorgefertigten Optionen finden. Außerdem gibt es dort auch in drei verschiedenen Stufen den Club Sound Boost, der mit erhöhtem Bass den stimmungsvollen Klang eines Nachtclubs simulieren soll. Auch verfügbar ist ein Advanced Sound Retriever, der bei verlustbehafteten Formaten wie MP3 oder AAC die verlorengegangenen Klangbereiche ergänzt. Als nette Spielerei gibt es noch dazu die Tempo-Kontrolle, in der man das momentan abgespielte Lied schneller oder langsamer abspielen kann und außerdem bestimmte Teile des Liedes per Schieberegler wiederholen lassen kann.

Pioneer Wireless Streaming 1

Home-Screen der App

Pioneer Wireless Streaming 2

Sehr grundlegende Einstellungen

Pioneer Wireless Streaming 3

Gerätewahl

Pioneer Wireless Streaming 4

Aufforderung zur Bluetooth-Aktivierung

Pioneer Wireless Streaming 5

Musikauswahl

Pioneer Wireless Streaming 6

Musikwiedergabe

Pioneer Wireless Streaming 7

Screen mit Lautstärke und Effekteinstellungen

Pioneer Wireless Streaming 10

Vorgefertigte EQ-Optionen

Pioneer Wireless Streaming 8

Nett dargestellter Club Sound Boost

Pioneer Wireless Streaming 9

Tempo-Kontrolle und andere Abspielkonfigurationen

Klang

Jetzt wollen wir also prüfen, was die SBX-B30 klanglich so auf dem Kasten hat und starten mit der „Elements of Life“ Blu-ray mit DJ Tiesto in Kopenhagen. Bei Tegan & Saras „Back In Your Head“ überrascht uns direkt die Räumlichkeit der Base. Die einzelnen Musikelemente werden gut in den Raum gesetzt und uns überzeugt die doch recht voluminöse Wiedergabe der B30. Zugegeben, insgesamt könnte z.B. der Mittenbereich etwas dynamischer klingen, hier fehlt es etwas an klanglicher Brillanz, was man vor allem am Gesang merkt, der nicht ganz so deutlich zum Tragen kommt. Allerdings wird uns ein, wenn man von der Preisklasse und der Art des Lautsprechers ausgeht, sehr solider und sogar verhältnismäßig kräftiger Bass suggeriert, der das Klangerlebnis noch einen Tick lebendiger gestaltet, gerade bei Tiesto. Sehr löblich aber: Auch die einzelnen Synthesizer-Effekte verwaschen nicht, sondern man kann im Raum noch gut den Gesang vom Bass und die anderen Klangelemente zuordnen. Am Anfang von „Adagio For Strings“ fällt uns Ähnliches auf. Wieder eine gute Gestaltung einiger elektronischer Klangeffekte, diese kommen für solch eine Speaker Base wieder recht prominent zur Geltung und verschwimmen nicht. Zwischendurch gefällt uns die voluminöse Wiedergabe der Streicher, welche sich zusammen mit dem darauffolgenden Synthesizer toll in den Raum stellen und gut mit dem Kickbass kombiniert werden. Einziger Kritikpunkt hier: Bei höheren Lautstärken können vor allem hohe Klänge etwas spitz werden, Tiesto verwendet dabei einige Synthesizer-Elemente, die für die Base etwas zu anspruchsvoll angesiedelt sind. Ein hohes Detail in hohen Lautstärken ist aber ohnehin ein schwieriges Unterfangen.

Wir machen weiter mit der Farewell Tour der Eagles und „Tequila Sunrise“. Und hier gefällt uns die harmonische Zeichnung der Gitarren am Anfang schon gut. Zumal ein weiteres Mal anzumerken ist, wie die SBX-B30 die verschiedenen Gitarren und später auch die Trompete in den Raum stellt – sehr löbliche Leistung an der Stelle, weil dabei keine Instrumente zu kurz kommen, sondern angenehm miteinander kombiniert werden. Einzig der Gesang könnte ein wenig prominenter zur Geltung kommen, dies könnte aber auch an der sehr auf Höhen konzentrierten Abmischung der Tonspur liegen. Bei „Hotel California“ müssen wir wieder das Gleiche anmerken: sehr angenehme Aufteilung der Gitarren. Bei solch einer Speaker Base würde man wirklich nicht erwarten, mehrere Instrumente im Raum zuordnen zu können, hier ist das aber möglich, zumindest bzgl. der Instrumente im Vorder- und Hintergrund. Auch Don Henleys Stimme kommt diesmal deutlicher zur Geltung. Nicht wirklich gut wahrnehmbar allerdings ist das Jubeln der Zuschauer, dieses befindet sich wahrscheinlich zu weit hinten in der Aufnahme und wird so nicht deutlich genug präsentiert. Allerdings wäre dies wohl auch etwas zu viel verlangt für eine 250 EUR Speaker Base. Die akustisch sehr solide Zeichnung der Gitarren aber sorgt für ein stimmiges Klangerlebnis, welches zwar nicht mit der klanglichen Brillanz eines vollwertigen Surround-Systems mithalten kann, aber dennoch gute Laune macht.

Noch einen kurzen Abstecher in etwas Klassisches mit der 2L Nordic Sound BD und dem Violin Concerto no. 4, aufgeführt von Marianne Thorsen. Wir finden es wieder einmal recht beeindruckend, dass die einzelnen Streicher souverän dem Zuhörer präsentiert werden, sowohl im Vordergrund als auch im Hintergrund, wenngleich der Bühnenaufbau räumlich nicht ganz so gut gefällt wie noch bei den Eagles. Das Klangbild kommt aber wieder voluminös und lebendig daher und wenn nicht so viel in den tiefen Bereichen, wie vorhin bei Tiesto, abverlangt wird, dann wirkt die Wiedergabe insgesamt auch dynamischer in den Höhen und Mitten. Bei hohem Pegel werden die Geigen wieder zunehmend unangenehm im Ohr, allerdings erst bei wirklich höheren Lautstärken, zumal hohe Geigen die Hochtöner grundsätzlich schnell reizen können.

Machen wir noch einen kurzen Filmton-Check mit der zweiten Szene von „Riddick – Chroniken eines Kriegers“. Erst einmal Respekt für den atmosphärischen Klang, z.B. wenn der Kopfgeldjäger mit seinem Schiff über den Abgrund jagt. Die Tieftöner der B30 kommen dabei kraftvoll zum Einsatz und lassen den vom Shuttle ausgehenden Wind atmosphärisch erklingen. Als Riddick dem Kopfgeldjäger dann über seine falschen Entscheidungen unterrichtet, sind die Stimmen deutlich verständlich. Auch als Riddick auf Helion Prime einfliegt, klingen die Fluggeräusche angemessen druckvoll, wir würden uns aber ein wenig stärkere Räumlichkeit wünschen, bei der wir mehr von einem gewissen Surround-Feeling spüren würden. Die einzelnen Klänge, ob Stimmen oder Actionsounds, kommen für sich zwar gut zur Geltung, aber ein umgebenderes Klangbild zu erzeugen, ist anscheinend nicht drin. Nun, wir haben aber nach wie vor auch „nur“ eine Speaker Base zur Verfügung. Alles in allem aber dennoch eine solide Performance.

Beim Kampf mit den Aliens von „The Avengers“ merken wir auch wieder gute Inszenierung der Tiefen, bei manchen Soundeffekten, z.B. wenn Hulk gegen Gebäudewände springt oder Feinde dagegenschleudert oder Fenstergläser zerstört werden, würden wir uns dabei ein wenig mehr Prominenz wünschen. Das kennen wir zumindest bei ein paar wenigen Stellen mit mehr Nachdruck. Trotzdem kommt eine solide Action-Atmosphäre während des Kampfes auf, die sich bei solch einer Speaker Base nicht verstecken muss.

Und was leistet die Konkurrenz? Nun, je nach Anbieter findet man mittlerweile die Denon DHT-T100 für ca. 200 EUR. Diese dürfte ein sehr starker Konkurrent sein, da sie neben gutem Bass auch noch das für Denon typisch kultivierte Klangbild liefert und auch eine sehr stabile Bluetooth-Verbindung ihr Eigen nennt. Die SBX-B30 kann aber durch ihre gute Dynamik auch im Hoch- und Mitteltonbereich (wenn wie gesagt nicht gleichzeitig zu viel in den Tiefen abverlangt wird) punkten. Außerdem hat die Pioneer Speaker Base eine Streaming App.

Eine weitere Möglichkeit wäre das noch recht neue Magnat Sounddeck 200, die ebenfalls einen guten Tiefgang aufweist (mit dem die Pioneer Base aber durchaus mithalten kann) und wohl eine leicht bessere Räumlichkeit zeigt. Ein wenig teurer wird das Sounddeck, allerdings ist es je nach Händler auch schon für unter 300 EUR zu haben und außerdem noch ein wenig kompakter als die B30. Dabei sollte man aber noch einmal die Belastbarkeit der Pioneer Base hervorheben, die bei beachtlichen 40 kg liegt. Netter Bonus beim Sounddeck 200: HDMI-Anschlüsse.

Pioneer SBX-B30 Front Seitlich3

Pioneer bietet mit seiner neuen SBX-B30 eine, wie man es gewohnt ist, sehr solide verarbeitet Speaker Base, die gemessen an den Möglichkeiten für solch eine Speaker Base ein ausgezeichnetes Klangbild liefert. Die zwei Tieftöner sorgen für eine durchaus beachtliche Basskraft, wobei das Detail in den Höhen und Mitten, bei den meisten Stücken, nicht groß darunter leiden muss. Außerdem überzeugt uns das recht lebendige Klangvolumen, das trotz des nur einen Lautsprechers erzeugt wird, auch wenn wir nicht immer alle Klänge genau im Raum zuordnen können. Wie oben bereits beschrieben ist zudem die hohe Belastbarkeit der SBX-B30 nennenswert. Einen Fernseher von 40 kg stemmen zu können, ist hierbei nicht alltäglich, zumal die Base auch ein optisch ansprechendes Design hat.

Pioneer SBX-B30 – Robuste Speaker Base mit lebendiger Akustik und gutem Design
ueberragend
Aktive TV-Lautsprecher Mittelklasse
12. Februar 2015

+ Ansprechende Optik
+ Solide verarbeitet
+ Guter Tiefgang
+ Voluminöser Klang
+ App-Bedienung
+ Mit 40 kg Fernseher belastbar

– Kein HDMI
– Kein Display
– Einzelne Instrumente könnten im Raum besser aufgelöst sein

 

Test: Michael Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 12. Februar 2015




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