INFO: Was ist wichtig? HDMI 2.1, HDR und 8K

HDR, HDMI, 8K – schon wieder einiges an neuer beziehungsweise erweiterter Technik, und man kann leicht den Überblick verlieren. Um dies zu verhindern, haben wir hier einen kleinen Überblick erstellt und geben gleich „Entwarnung“: Trotz weiter entwickelter Technik ist es keinesfalls notwendig, sofort ein Update durchzuführen. 

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HDMI-Slots im Format 2.0b sind üblich

Aktuell haben die meisten AV-Receiver, Ultra HD Blu-ray-Player und Ultra HD-TVs HDMI-Anschlüsse, die dem Standard HDMI 2.0, 2.0a oder 2.0b entsprechen.

HDMI 2.0a war in Bezug auf die HDR-Darstellung wichtig, denn erst mittels HDMI 2.0a konnten die für HDR nötigen Metadaten mit ausgelesen werden. Für HDMI 2.0a benötigt man keine neuen Kabel. 

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HDMI-Sektionen mit Standard 2.0b unterstützen auch HLG

Was ist neu bei HDMI 2.0b? In der Version HDMI 2.0b wird auch das HDR-Format „Hybrid Log Gamma“ (HLG) unterstützt, welches vor allem bei TV-Übertragungen zum Einsatz kommen soll. Neue Kabel oder Stecker sind für HDMI 2.0b nicht erforderlich. Relevant sind die Neuerungen vor allem beim Einsatz externer Ultra HD-Receiver.  Für den Direktempfang über den internen TV-Tuner ist HDMI 2.0b nicht erforderlich, erfordert aber zur Darstellung von HLG-HDR entsprechende Updates seitens der Hersteller. 

Neuester veröffentlichter HDMI-Standard ist die Version 2.1:

  • Hier gibt es 8K-Support für 7.680 x 4.320 Pixel und sogar für 10K mit 10.328 x 7.760 Pixel mit 60 Hz und mit 120 Hz (High Frame Rate, HFR)
  • Sollte man die extrem hohe 10K Auflösung verwenden, werden die Daten in komprimierter Form übertragen
  • HDMI 2.1 eignet sich für Virtual Reality (VR)
  • Dynamisches HDR mit Frame-by-Frame-Metadaten-Verarbeitung ist implementiert.
  • Unterstützung aller gebräuchlichen HDR Formate (HDR10, HDR10+, HLG, Dolby Vision)
  • HDR wird mit bis zu 12 Bit Farbtiefe unterstützt
  • Das eARC-System als Nachfolger von ARC wird unterstützt. In eARC enthalten: Signalisierung für 3D-Soundformate wie dts.X sowie Dolby Atmos mit Auto-Detection
  • Game Mode mit variablen Bild-Wiederholungsraten für optimierte 3D-Grafikdarstellung
  • Man wird neue Kabel für HDMI 2.1 benötigen, denn die nun mögliche maximale Bandbreite von bis zu 48 Gbit/s verlangen nach leistungsfähigeren Kabeln
  • HDMI 2.1 ist abwärtskompatibel zu den bisherigen Versionen
  • Der eigentliche Stecker wird bei HDMI 2.1 nicht verändert

Überblick über die wichtigen HDR-Normen:

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LG unterstützt HDR10, Dolby Vision und HLG

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Die meisten Ultra HD Blu-rays haben HDR10-Content

  • HDR10: Meist gebräuchliches Format (Ultra HD Blu-ray, VoD-Dienste) mit statischen HDR-Daten
  • HDR10+: Neues lizenzgebührenfreies Format mit dynamischen Metadaten, das aber schon unter HDMI 2.0 funktionieren soll. Mit „dynamischen Metadaten“ ist gemeint, dass jede Filmsequenz hinsichtlich der HDR-Ausprägungen neu decodiert werden kann.
  • Dolby Vision: Kostet einiges an Lizenzgebühren, ist aber auch ein HDR-System mit dynamischen Metadaten. Hersteller, die Dolby Vision in ihre Geräte einbauen, dürfen in die von Dolby entwickelte Technik nicht selber eingreifen.
  • HLG (Hybrid Log Gamma): Für zukünftige TV-Übertragungen in HDR. HLG gibt Sendeanstalten die Möglichkeit, ein Signal zu übertragen, welches HDR-TVs und TVs ohne HDR gleichermaßen verstehen. Das ist aufgrund der zur Verfügung stehenden Bandbreite sehr wichtig.  HLG wurde bereits in zahlreichen Demos vorgeführt. Der Standard wurde gemeinsam von der britischen BBC und dem japanischen Fernsehen NHK entwickelt.

Vergleich HDR10 zu HDR10+:

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Panasonic-Demonstration von HDR10+ Inhalten auf der IFA 2017 – mit dem OLED EZW1004

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Samsung HDR10+ Demonstration mit zwei Q9F in 88 Zoll

Wir konnten auf der IFA 2017 erste Demonstrationen zu HDR10+ begutachten. Natürlich ist es unter Messe-Bedingungen nicht einfach, Unterschiede auszumachen, daher nur die ersten Eindrücke in aller Kürze: 

  • Kleinere Kontrastdifferenzen werden mit noch mehr Prägnanz herausgearbeitet
  • Das Bild entfaltet je nach gezeigter Szene eine nochmals leicht verbesserte Tiefenwirkung
  • Insgesamt scheint HDR10+ dem Sehvermögen des menschlichen Auges noch besser angepasst zu sein
  • Es ist definitiv nicht nötig, sich wegen der – zwar sichtbaren, aber nicht immensen – Verbesserungen, die HDR10+ bietet, einen neuen TV zu kaufen, wenn der alte „nur“ HDR10 unterstützt. 

Wie sieht es derzeit mit dem Thema 8K aus? Wir haben einige interessante Ereignisse von 2015 bis heute zusammengetragen (wir bitten zu beachten, dass es sich nur um eine Auswahl ohne den Anspruch auf Vollständigkeit handelt): 

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CES 2015: Samsung 8K Prototyp

  • CES 2015: Samsung zeigt 8K-Fernseher mit 3D ohne Brille. Der damalige Prototyp hatte 110 Zoll Bilddiagonale. 
  • Schon im Jahre 2015 liefert Sharp den 85 Zoll messenden LCD-basierten LV-85001 mit LED-Backlight aus aus. Die Auflösung: 7.680 x 4.320 Pixel. Die Ansteuerung ist mit 24, 30 oder 60 Hz möglich. Nicht lustig ist der Kaufpreis von horrenden 120.000 EUR 

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LG 8K Prototyp – ein LCD-basierter „Super UHD TV“

  • 2016: LG zeigt 8K-Prototypen mit 98 Zoll-Display

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Philips-Prototyp auf der IFA 2016

  • 2016: Philips zeigt 8K Prototypen, auch mit 98 Zoll Bilddiagonale, und natürlich darf Ambilight nicht fehlen
  • Bereits im Jahre 2016 präsentiert Sony den ersten Tuner-Chip für 8K. Damit können TV und Set Top-Boxen-Hersteller ihre Geräte für das 4K und 8-Fernsehen tauglich machen, welches in Japan ab August mit ersten Testsendungen anläuft und ab 2018 in den Regelbetrieb gehen soll. Sony bietet Module mit Single-, Doppel- und Triple-Tuner an, welche sowohl für den Empfang von Programmen via Antenne als auch Satellit geeignet sind. In Japan kommt für den Satellitenempfang der ISDB-S3-Standard zum Einsatz. Theoretisch sind die Tuner aber auch für den Empfang von DVB-S/DVB-S2-Programmen in Europa geeignet. Neben den Tuner-Chips ist für den 4k- und 8k-Empfang noch ein Demodulator mit der Bezeichnung CXD2857ER erforderlich, der auch den von 2070 MHz auf 3224 MHz erweiterten Frequenzbereich für den Satellitenempfang unterstützt. Sony bietet mit dem SUT-CJ251 auch ein kombiniertes Single Tuner/Demodulator-Modul an. Japan will 2020 die Olympischen Spiele im eigenen Land komplett in 8K ausstrahlen
  • August 2016: In Japan beginnt der 8K-Testbetrieb. Das japanische Fernsehen NHK strahlt seit Monatsbeginn erste Testprogramme in 4k und 8k-Auflösung aus. Die „Super Hi-Vision“-Bilder werden über Satellit übertragen.
  • In Japan arbeiten Panasonic und Sony gemeinsam an 8K-TVs. Ziel der Allianz ist es, die in den letzten Jahren an die Konkurrenz verlorenen Marktanteile der japanischen Hersteller wieder zu erhöhen und die hohen Entwicklungskosten für 8K-Technologie zu teilen. Beide Hersteller werden aber unterschiedliche Produkte herstellen, um sich auf dem Markt zu unterscheiden. Sony plant die ersten Fernseher mit 8k-Auflösung für 2020.
  • CES 2017: Samsung präsentiert zwei 8K-Prototypen in 65 und in 98 Zoll. Auch diese 8K TVs arbeiten mit der weiter entwickelten Quantum Dot-QLED-Technologie. 

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MU9800

  • IFA 2017: Hisense präsentiert den LED65MU9800V als 8K-Prototypen. Die Auflösung beträgt 7.680 x 4.320 Pixel, hinzu kommt ein 240 Zonen umfassendes lokales Dimming. Richtig gelesen: Der 65MU9800V ist ein LCD-basierter TV mit LED-Backlight. 
  • IFA 2017: Auch Sharp holte 8K TVs nach Berlin. Auch 8K Live-Broadcasting wurde gezeigt. 
  • 2020: Jahr der Olympischen Spiele in Japan, diese sollen bereits in 8K übertragen werden. 
Unser Fazit

Viel hat sich getan, und viel wird sich tun – aber kein Grund, sich Stress zu machen. 8K zum Beispiel ist hierzulande noch in weiter Ferne. Ultra HD in 3.840 x 2160 Pixel Auflösung beginnt sich, gerade fest zu etablieren (Ultra HD-BD, TV, VoD), und es wird noch eine Weile dauern, bis diese Etablierung abgeschlossen ist. Interessant wird, wie sich der TV-HDR-Standard HLG entwickeln wird. Viele TVs, aber auch AV-Receiver, sind darauf schon vorbereitet. HDR10 wird weiter ein gut verbeiteter Standard sein, wie sich die Systeme Dolby Vision und HDR10+ mit dynamischen Metadaten entwickeln, bleibt abzuwarten. Aktuell reicht HDMI 2.0b als Norm aus, schauen wir, wann es flächendeckend Devices mit HDMI 2.1 geben wird.

Special: Carsten Rampacher
Datum: 02. Oktober 2017




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