INFO: Ultra HD Blu-ray-Player 2017 – Was bietet der Markt?

Anfänglich hat kaum ein Hersteller Ultra HD Blu-ray-Player angeboten. Nur der sehr aufwändig ausgestattete Panasonic DMP-UB900 (UVP 799 EUR) und der im Curved-Design gehaltene Samsung UBD-K8500 (UVP 499 EUR, mittlerweile neu für gut 220 EUR zu haben) fanden sich auf dem Markt.

Seit der CES 2017, die Anfang des Jahres in Las Vegas stattfand, ist das Sortiment nun deutlich gewachsen. Allerdings ist derzeit noch nicht sicher, welche der zahlreichen Player auch in Deutschland erhältlich sein werden. 

LG

LG UP970 ULTRA HD BLU-RAY-PLAYER

UP970

Auch LG möchte nicht zurückstecken, wenn es ums Thema Ultra HD Blu-ray-Player geht. Der erste Ultra HD Blu-ray-Player heißt UP970 und wird voraussichtlich im März veröffentlicht. Im Gegensatz zu den Top OLED-Ultra HD-TVs des Hauses wird der UP970 beim Marktstart noch keine Dolby Vision-Unterstützung bieten, sondern belässt es zunächst beim Support von HDR10.  Dolby Vision-HDR soll erst später via Firmware-Update nachgerüstet werden. Einen genauen Termin gibt es dafür bislang noch nicht.

LG hat den UP970 mit zwei HDMI-Anschlüssen ausgestattet, das bietet auch der größte Teil der Konkurrenz. Der HDMI 2.0-Anschluss ist für die Video-Ausgabe verantwortlich, natürlich kann man ihn auch für Audiosignale nutzen, hat man entsprechend kompatibles Equipment wie z.B. einen AV-Receiver mit HDMI 2.0/HDCP 2.2 Terminals. Der HDMI 1.4-Anschluss ist zur Audio-Ausgabe an ältere AV-Receiver oder Soundbars bestimmt, die HDMI 2.0 noch nicht unterstützen. 

Mittels LAN oder WLAN-Verbindungen können auch Online-Inhalte von Netflix oder Youtube gestreamt werden, was in der täglichen Praxis immer wichtiger wird. Der USB-Anschluss erlaubt die Wiedergabe von Filmen, Fotos und Musik, auch hier wird der Standard der Konkurrenz geboten.

Oppo

Oppo_UDP-205

UDP-205

Oppo hat in den USA kurz nach dem Verkaufsstart des Ultra HD Blu-ray-Players UDP-203 seinen zweiten Ultra HD Blu-ray-Player angekündigt: Der Oppo UDP-205 zeigt sich optisch selbstbewusst und tritt mit einem massiveren Design an als der UDP-203. Er wird als „4K Ultra HD Audiophile Blu-ray Disc-Player“ präsentiert. Auf der Info-Seite von Oppo zum UDP-205 findet man aber noch keine Auflistung der Funktionen, die der Player bieten soll und mit denen sich dieser vom UDP-203 unterscheidet. Das Boliden-Design mit hochwertigen Standfüßen macht den UDP-205 aber zu einer verheißungsvollen Alternative für anspruchsvolle Video & Audio-Fans. 

Oppo UDP-203_front

UDP-203

Oppo UDP-203_back

Anschlüsse

Oppo UDP-203_inside

Innenleben

Der schon erhältliche UBD-203 tritt deutlich flacher als der 205 auf, hinterlässt aber auch einen edlen Eindruck. Oppo spricht vom „New Standard in Home Theater“. Der hochwertige Player verfügt unter anderem über 2 HDMI-Ausgänge und gibt sogar auch DVD Audio und SACD Discs wieder. 549 Dollar kostet der Universalplayer, der laut Oppo auch über einen enorm hochwertigen Video-Prozessor verfügt. Auf der Website wird zusätzlich zur Kompatibilität zu HDR10 noch ein Dolby Vision Update für „early 2017“ angekündigt. 

Panasonic

Panasonic DMP-UB900 Front Seitlich1

DMP-UB900

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DMP-UB704

Das größte Sortiment an Ultra HD Blu-ray-Playern hat derzeit Panasonic. Über allem thront das Topmodell DMP-UB900 mit THX-Lizenzierung und aufwändiger Audiosektion. Die über jeden Zweifel erhabene, erstklassige Videosektion findet sich auch im preisgünstigeren DMP-UB704, der für eine unverbindliche Preisempfehlung von 499 EUR offeriert wird. Also bekommt man schon für unter 500 EUR ein brillantes Upscaling auch von niedriger auflösenden Inhalten (Blu-ray und sogar DVD) sowie ein über alle Maßen detailreiches sowie stabiles, farblich authentisches Bild.

Panasonic DMP-UB900 Screenshot 14

Sehr guter Video-EQ. auch mit selektiven Rauschfiltern

Ein sehr guter Video-EQ für eigene Justagen, der z.B. über zahlreiche Rauschfilter verfügt, ist bei DMP-UB900 und bei DMP-UB704 in absolut identischer Form Standard. Während aber der günstigere 704 nur für die digitale Signalausgabe (2 x HDMI-Ausgang sind ebenso wie beim 900 vorhanden) gerüstet ist, bringt der DMP-UB900 eine überaus reichhaltig ausgestattete Audiosektion auch für die analoge Signalausgabe mit.

Panasonic DMP-UB900 Rueckseite Seitlich

Reichhaltig ausgestattete Anschlusssektion beim 904

Panasonic DMP-UB900 Fernbedienung

Fernbedienung des 900

Panasonic-DMP-UB704EGK-Fernbedienung

Einfachere Fernbedienung des 704

Panasonic-DMP-UB704EGK-Anschluesse-Rueckseite

704: Anschlusssektion

192 kHz/32-Bit DACs sind eines von verschiedenen Merkmalen, die bei analoger Audiosignalausgabe (2-Kanal oder bis zu 7.1-Kanal) für einen präzisen Klang sorgen. Edlere Optik, eine hochwertigere Fernbedienung und eben das THX-Zertifikat sind weitere Merkmale, die exklusiv dem 900 vorbehalten sind. 

Panasonic UHD Blu-Ray Player DMP-UB400

DMP-UB400

Nun kommen neue, kleinere Ultra HD Blu-ray-Player hinzu: Der DMP-UB400 sowie der DMP-UB300. Der kleinere Player DMP-UB300 bringt nur einen HDMI-Ausgang und kein WLAN-Modul mit, während der DMP-UB400 über beide Features verfügt. Weiteres Ausstattungsmerkmal des UB400 ist die Möglichkeit zur Simulation verschiedener Sound-Charakteristiken wie z.B. von einem Röhren-Verstärker.

Überdies kommt auch in den kleineren Modellen der im Panasonic Hollywood Laboratory (PHL) entwickelte HCX (Hollywood Cinema Experience) Videoprozessor zum Einsatz. Die zwei Neuerscheinungen können WAV, FLAC, ALAC und DSD wiedergeben sowie Dienste wie Netflix und YouTube in 4K nutzen.

Des Weiteren stehen Internet Apps und ein Webbrowser zur Verfügung. Ebenso können MP4-Dateien und JPG-Bilder in 4k dargestellt werden. Dafür steht neben einem USB 2.0-Anschluss auf der Frontseite auch ein USB 3.0-Anschluss auf der Rückseite zur Auswahl. Für die Wiedergabe von Dateien aus dem lokalen Netzwerk steht DLNA zur Verfügung.

Für die HDR-Darstellung nutzt Panasonic bei den neuen Ultra HD Blu-ray-Playern einige spezielle Schaltungen, die beispielsweise eine Optimierung zur Darstellung dunkler Bildbereiche in hellen Umgebungen ermöglichen.

Wichtig ist aber auch: Wie gut funktioniert die Zusammenarbeit mit TV-Modellen ohne HDR? Licht am Ende für die Eigentümer älterer Ultra HD-TVs, die neuen Player sollen auch auf Fernsehern ohne HDR mit Ultra HD Blu-rays eine höhere Bilddynamik als von Blu-ray Discs bieten. Diese Funktion gibt es auch für auch die bereits erhältlichen Panasonic Ultra HD Blu-ray-Player DMP-UB900 und DMP-UB704 zu einem späteren Zeitpunkt via Software-Update.

Philips 

Philips präsentierte auf der CES für den US-Markt neue Ultra HD-Fernseher und auch einen neuen Ultra HD Blu-ray-Player mit Dolby Vision-HDR. Alle 2017er Ultra HD-Fernseher der Modellreihen 6000, 7000 und 8000 sollen Dolby Vision-HDR direkt zum Verkaufsstart unterstützen. Für den Ultra HD Blu-ray-Player BDP7502 ist ein Software-Update im Verlauf des Jahres geplant, mit dem Dolby Vision-HDR nachgerüstet wird. Der Philips BDP7501 unterstützt ab Marktstart HDR10 und bietet über das integrierte WLAN auch das Streaming von Netflix und YouTube an. Ein genauer Starttermin für den Ultra HD Blu-ray-Player wurde noch nicht bekannt gegeben und auch technische Details sind noch rar. Der Philips BDP7501 wird voraussichtlich 399,99 USD kosten, das sind satte 100 EUR mehr als beim Sony X800 (Details zum Sony: Siehe weiter unten). Produziert werden die Philips-Geräte von Funai, die in den USA den Markennamen Philips nutzen. Hierzulande werden diese Geräte nicht erhältlich sein, da die europäischen Philips-Fernseher von TP Vision produziert werden und die Consumer Electronic von Gibson Innovations kommt. Wir erwarten in den nächsten Wochen eine Aussage von Philips, ob auch in Deutschland ein Ultra HD Blu-ray-Player kommt und welche HDR-Funktionen bei den TVs für Europa zu erwarten sind. 

Samsung

Samsung UBD-K8500 Front Seitlich1

UBD-K8500 im Curved-Design

Samsung UBD-K8500 Innenleben Gesamt

Innenleben des 8500

Samsung Ultra HD Blu-ray-Player M9500

M9500

Zusätzlich zum UBD-K8500 hat Samsung den M9500 Ultra HD Blu-ray-Player vorgestellt, der ebenfalls über zwei HDMI-Ausgänge und über ein Curved-Design verfügt. Zu den bereits von Samsung bekannt gegebenen Ausstattungsmerkmalen des zweiten Ultra HD Blu-ray-Players nach dem UBD-K8500 gehören beispielsweise Bluetooth Wireless Streaming Support und die Integration der Samsung Smart Remote. Mittels Bluetooth können beispielsweise emtsprechende Kopfhörer den Ton drahtlos wiedergeben. Ein neu entwickelter Automatik-Modus soll Bild- sowie Toneinstellungen perfekt an die jeweiligen Inhalte anpassen. Berücksichtigung finden dabei auch HDR, Dolby Atmos und DTS:X.

Neben einer Unterstützung von 360 Grad-Videos soll auch die mobile Nutzungsmöglichkeit verbessert worden sein, beispielsweise um Blu-ray-Titel auf mobilen Geräten abspielen zu können. Wie dies technisch im Detail umgesetzt wird, teilt Samsung noch nicht mit. Preis und Verkaufsstart sind derzeit noch offen. 

Sony

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UBP-X1000ES

Bei Sony gab es schon im September 2016 die Vorstellung eines Ultra HD-BD-Players anzukündigen. Der Sony UBP-X1000ES aus der besonders hochwertigen „ES-Serie“ ist ein Universal-Player, der neben Ultra HD Blu-rays mit HDR auch Blu-ray Discs, DVDs sowie die Audio-Formate CD, SACD und DVD-Audio abspielen kann. Er unterstützt des Weiteren das 4K-Streaming von Diensten wie YouTube und Amazon Video. Für die reine Tonausgabe gibt es am UBP-X1000ES einen zweiten HDMI-Ausgang und der Player soll sich auch in Steuerungssysteme von Control4, Crestron und Savant integrieren lassen.

Für die USA wurde der Verkaufsstart des UBP-X1000ES erst recht vage für das Frühjahr 2017 angekündigt und der Preis ist auch noch offen. Der Vertrieb des Ultra HD Blu-ray-Players ist in den USA nur über spezielle „Custom Installer“ geplant.

Für die „breite Masse“ ausgelegt ist das zweite Ultea HD BD-Player-Modell von Sony, und es ist kein besonders kostspieliges Vergnügen, den UBP-X800 zu besitzen: Wie Sony jetzt angekündigt hat, soll der auf der CES vorgestellte Ultra HD Blu-ray-Player ab März zum Preis von lediglich 299,99 USD erhältlich sein. Weiteres „Goodie“: US-Käufer erhalten bei einem Kauf bis zum 30. Juni zusätzlich zwei Ultra HD Blu-rays von Sony gratis dazu.

Auf der CES hatte Sony den Player für den deutschen Markt zum Preis von 399 EUR angekündigt. Der genaue Verkaufsstart für Deutschland ist derzeit noch offen. Hier rechnen wir Ende Februar (Sony-Roadshow am 24.2.2017 in München) mit finalen Daten. 

Der Sony UBP-X800 spielt neben Ultra HD Blu-ray, 3D Blu-rays, Blu-rays, SACDs, CDs und DVDs s auch 4K Filme von Streaming-Anbietern wie Netflix ab, das kennen wir von den Konkurrenten. Via USB-Anschluss ist der X800 in der Lage, verschiedene Multimedia-Dateien wiederzugeben. Der UHD BD-Spieler ermöglicht auch die Wiedergabe von High-Resolution-Dateien mit einer Kodierung von bis zu 192 kHz/24-bit sowie DSD-Dateien bis zu 11,2 MHz (Quad-DSD, dies beherrschen unter anderem auch weitere Sony-Komponenten sowie Top-Mehrkanal- und Stereo-Receiver/Verstärker von Onkyo & Pioneer). Der UBP-X800 verfügt, auch hier beschreitet Sony den Weg der Konkurrenz, über einen separaten HDMI-Ausgang für den Ton. Somit ist der X800 auch zu älteren AV-Recveivern und Soundbars kompatibel. 

Der Sony Ultra HD Blu-ray-Player bietet auch die Unterstützung zur Wiedergabe auf Fernsehern ohne HDR. Ein speziell entwickelter Algorithmus passt dabei die Helligkeit und Farbe an. Dieses Feature scheint immer wichtiger zu werden, auch Samsung und Panasonic setzen darauf. Nur bei LG ist in den bisherigen vorläufigen Daten noch nichts von einer derartigen Unterstützung zu lesen. 

Dolby Vision findet sich allerdings auch bei Sony nicht gleich beim Marktstart. Nachdem Sony überraschend auf der CES seine ersten OLED- und LCD-Fernseher mit Dolby Vision-HDR angekündigt hatte, wird das Unternehmen allerdings vorerst nicht in der Lage sein, mit seinem eigenen Ultra HD Blu-ray-Player auch die entsprechenden Dolby Vision HDR-Bilder zuspielen zu können. Denn der Sony UBP-X800 unterstützt nur den offenen HDR10-Standard. Die Nutzung von Dolby Vision HDR auf den neuen Sony-TVs wird sich daher zunächst auf Streaming-Dienste beschränken. 

Fazit

Ein guter Ultra HD Blu-ray-Player braucht: Zwei HDMI-Outs, WLAN, 4K Streaming von VoD-Diensten wie Netflix und YouTube, einen speziellen Algorithmus, damit die Bildgüte auch auf Ultra HD-TVs ohne HDR-Unterstützung gegeben ist, und einen schnellen Prozessor. Immer mehr Hersteller, so sieht es zumindest aktuell aus, werden auch Dolby Vision per Update anbieten. Wir sind gespannt, welche Modelle ihren Weg nach Deutschland finden. 

Special: Carsten Rampacher
Datum: 14. Februar 2017




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