IFA Exklusiv-Preview: Onkyo „Iron Maiden“ Headphone „ED-PHON3S“

Onkyo Maiden Ed-Phon3s gesamt

Onkyo goes Heavy Metal – ein 32 Ohm Kopfhörer für den mobilen Einsatz kommt im Iron Maiden Design – und zwar nicht nur optisch: „Artist Tuned and Precision Engineered“ verspricht Onkyo.  Wir haben auf der IFA Gelegenheit, den im typischen Design der Heavy Metal Kombo gehaltenen Hörer schon ausgiebig zu testen. Später soll der Kopfhörer zwischen 150 und 200 EUR kosten, ein genauer Preis ist noch nicht bekannt. Er ist gut verarbeitet, die Lackierung im Iron Maiden Style ist sauber aufgebracht.  Details wie der gut gepolsterte Kopfbügel aus Metall, die ebenfalls sehr angenehm (nicht zu schweißtreibend) gepolsterten Ohrstücke wissen zu überzeugen.  Richtig hochwertig wirkt auch das Kabel. Onkyo liefert zusätzlich einen 6,25 mm Adapter mit.  Der Hörer sitzt sehr gut auf dem Kopf, ist nicht zu schwer, und er entfaltet nie einen unangenehm hohen Anpressdruck.

Onkyo Maiden Ed-Phon3s rechts

Linke Ohrmuschel

Onkyo Maiden Ed-Phon3s Polster

Solide Ohrpolsterung

Onkyo Maiden Ed-Phon3s kopfband

Kopfband

Was liegt näher, als das Headphone natürlich mit Material der Metalband zu testen? Wir starten durch mit „Speed Of Light“ und lassen dem Kopfhörer freien Lauf. Der spielt deutlich kultivierter auf, als wir es erwartet hätten. Er bringt trotz der runden Gesamtvorstellung den leicht aggressiven Unterton in der Stimme gut heraus. Die E-Gitarre klingt fetzig, und die Dynamik wirkt schön spontan. Der Aufbau des Tracks kommt akkurat heraus. „The Number Of The Beast“ mit der leisen Stimme/Unterhaltung am Anfang zeigt, wie ordentlich auch Details herausgestellt werden. Dann startet der Song voll durch – was er ca. 150 bis 200 EUR kostende Kopfhörer hier leistet, verdient unseren Respekt. Das unterschwellig Kraftvolle wird sehr glaubwürdig wiedergegeben, die E-Gitarre arbeitet das „ED-PHON3“ wieder ausgezeichnet heraus. Der Bass ist straff und recht kraftvoll – wir hätten hier allerdings noch mehr Punch erwartet. Dafür ist die Präzision tadellos, alles kann man eben nicht haben.  Wir finalisieren die Iron Maiden-Hörchecks mit „Run To The Hills“. Auch hier wieder schafft der Kopfhörer eine gute Atmosphäre, mit Schwung und Verve.  Sehr impulstreu wird der enorme Speed des Stücks wiedergegeben – Zeit für uns, die technischen Daten des Headphones kurz zu beleuchten.

Onkyo Maiden Ed-Phon3s seite

Detailansicht

Onkyo Maiden Ed-Phon3s kabel

Das Kabel wird links und rechts verbunden

Verbaut sind 40 mm Treiber, titanbeschichtet, und wir notieren 245 Gramm Gewicht sowie einen Frequenzgang, der von 10 Hz bis 27 kHz reicht. Maximal verträgt der ED-PHON3 1.000 mW an Leistung und schafft 105 dB/mW maximalen Schalldruck. Das mitgelieferte Kabel ist 1,6 m lang. Akustisch soll der Hörer extra so ausgelegt sein, dass Heavy Metal-Musik besonders authentisch zur Geltung kommt. Klappt das auch bei anderen Gruppen? Nun, vielleicht ist nicht alles pures Heavy Metal, was wir nun checken, aber immerhin energiegeladen. „Keys Of The Kingdom“ von Linkin Park hat auch Druck – und der aggressive Anfang kommt ausgezeichnet heraus. Wieder modelliert der Kopfhörer die E-Gitarre, aber hier auch das Schlagwerk sehr vehement heraus. Die Breaks und Wechsel im Rhythmus kommen sauber zur Geltung.  Bei „Wastelands“  beeindruckt die Kraft, mit der der erste große Dynamiksprung herausgearbeitet wird. Die Stimme mit der bewusst leicht verzerrten Auslegung wirkt so, als säße man auf einem Live-Konzert. Das Schöne am ED-PHON3 ist, dass man sehr lässig laut hören kann – ist zwar nicht gut für die Ohren, macht aber zumindest kurzzeitig richtig Freude.  Das gilt auch für „Let Us Burn“ vom Within Temptation Album „Hydra“. Die melodiösen Stücke der Niederländer verbinden massiven Punch mit richtig guten musikalischen Grundlinien. Sehr klar der Bass, charismatisch die Stimme von Sharon Den Adel – auch hier wieder eine runde Sache, der Metal-Freund bekommt den Punch, den er will (das wollte nur ausgerechnet bei den Iron Maiden Stücken nicht so perfekt klappen), aber gleichzeitig eine homogene und in sich schlüssige akustische Vorstellung. Auch Nightwish hat es drauf – hier nehmen wir die bekannte Adaption des Klasikers „Over The Hills And Far  Away“. Der Rebell auf dem Kopf schlägt wieder zu, mit harten Basslinien, einer sauber herausgestellten Dynamik und einer guten Einarbeitung der Vocals.

Und ganz andere Musik? Wie „I Belong To You“ von Eros Ramazzotti und Anastacia? Geht das auch? Antwort:  Und wie gut.  „ED-PHON3“ kann schlichtweg Stimmen richtig gut wiedergeben. Und das gilt auch für Eros und Anastacia. Dass die akustische Gitarre recht detailreich und kultiviert herausgearbeitet wird, gefällt uns auch. Nun wird es elektronisch – das entspricht überhaupt nicht den Wünschen des Iron Maiden-Hardcore-Fans, aber wir wollten trotzdem wissen, ob der Kopfhörer hier Berührungsängste hat oder eben nicht.  Wir hören, als aktuellen Club-Track, „Dance With Me“ im Calvo Remix von Felix Jaehn featuring Thallie Ann Seenyen – und der Kopfhörer legt richtig ab. Guter Tiefgang im Bassbereich, lebendige Vocals, und das Klavier passt von der Einarbeitung auch richtig gut. Also alles im „grünen Bereich“ – auch der „Technorocker“ kann sich mit dem Hörer anfreunden.

Onkyo Maiden Ed-Phon3s Ed

Onkyo Maiden Ed-Phon3s

Unser Fazit: Sauber gelöst, Onkyo. Der Iron Maiden Kopfhörer „ED-PHON3S“ sieht scharf&cool aus, ist gut verarbeitet und klingt erstaunlich ausgewogen, echt und dynamisch. Ein Volltreffer – gerade dann, wenn man die Preisklasse berücksichtigt.  Kleiner Wermutstropfen für die heute von aktiven Noise Cancelling bzw. sehr gutem passivem Noise Cancelling verwöhnten Ohren – so gut schirmt uns der Onkyo-Hörer nicht von Umgebungsgeräuschen ab, aber wie wir schon sagten – man kann nicht alles haben.

 

Special: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Datum: 04.09.2015




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