IFA 2018 EXKLUSIV-TEST: JBL Charge 4 Bluetooth-Lautsprecher

Im entsprechenden Überblick haben wir zum JBL Charge 4 mit IPX7-Zertifizierung (wasserdicht) schon praktisch alle Details genannt. Nun haben wir den Bluetooth-Lautsprecher direkt vor uns, und zwar in roter Ausführung, und können exklusiv den ersten Test anbieten. Im bekannten JBL Design und mit JBL Signature Sound ausgestattet, tritt der robuste BT-Speaker an.

Bedienelemente obenauf

Dank per App steuerbarem Connect+ ist der Charge 4 mit entsprechend kompatiblen Connect+ JBL-BT-Lautsprechern komfortabel zu verbinden. Schauen wir uns den Charge 4 genau an. Überarbeitet wurden die Passiv-Radiatoren links und rechts an den Gehäuseseiten.Bei unserem roten Test-Modell sind auch die passiven Radiatoren in roter Farbgebung gehalten.

Der Charge 4 weist auf der Oberseite Bedienelemente für Standby/On, Bluetooth-Kopplung, Connect +, Play sowie Lautstärke-Regelung auf. Sie sind akkurat eingepasst und überzeugen in der Praxis durch klare Druckpunkte. Wer immer etwas zu kritisieren findet, kann höchstens anmerken, dass sich die Connect+ Taste, die Tasten für die Lautstärkeregelung und die Play-Taste farblich nicht wirklich deutlich vom ebenfalls roten Stoffgewebe abheben.

Boden mit Akkukapazitätsanzeige

JBL-typisch ausgezeichnet, mit geringem Rauschen und sehr hoher Verständlichkeit, arbeitet die eingebaute Freisprecheinrichtung. 20 Stunden Akkulaufzeit sind sehr gut, weniger formidabel finden wir, dass das komplette Aufladen recht lange 4 Stunden dauert. Der Charge 4 entschädigt dafür mit einer Powerbank-Funktion für schwächelnden Smartphone-Akkus.

Klang

Bei Toni Braxtons "I Don't Want To" liefert der kompakte BT-Lautsprecher eine lebendige und im Bassbereich erstaunlich füllige Darbietung. Was das Volumen im Bassbereich angeht, aber auch die Präsenz im Mitteltonbereich, stellen wir gegenüber dem Charge 3 Verbesserungen fest. Schon der Charge 3 war richtig gut, JBL ist es durch Feintuning jedoch gelungen, weiter zu optimieren.

Seitenansicht

"Drunk Groove" von MARUV klingt ebenfalls richtig nachdrücklich und breitet sich räumlich erstaunlich intensiv aus. Die Vocals werden ordentlich herausgearbeitet, neu ist, dass sie sich noch etwas besser vom runden Lautsprecher-Gehäuse lösen. Der Beat wird impulstreu übertragen, klar, dass der maximal mögliche Tiefgang nach wie vor aufgrund der geringen Abmessungen begrenzt ist.

"Anywhere" von Rita Ora liegt dem brandneuen Charge 4 ebenfalls. Mit guter Präsenz in der Stimme und mit überraschend umfangreicher Staffelung erfreut der Charge 4 auch denjenigen Hörer, der mehr möchte als nur einen recht kräftigen Bass. Dass vokale Konturen stärker ausgeprägt sind als beim Charge 3, hören wir auch bei diesem Beispiel heraus.

Seals "Kiss from A Rose" beweist wie auch der anfangs gehörte Toni Braxton-Titel, dass der Charge 4 auch mit "sensiblerem" Material gut umgehen kann. Der Lautsprecher arbeitet Seals Stimme fundiert und glaubwürdig heraus, erst bei höherem Pegel leidet die Stimm-/Instrumental-Trennung etwas.

Rückseite des Charge 4

Schnittstellen inklusive USB-C

Klassische "Eurodance-Ballade": "Land Of Dreaming" von Masterboy: Für rund 180 EUR ist es wirklich zu loben, was der Charge 4 akustisch "aus dem Hut zaubert": Die Basskraft nimmt zwar bei rund 80 Prozent des maximal möglichen Pegels schon etwas ab. Zu starke Verzerrungen finden wir nicht, und die Stimme der Sängerin kommt noch gut heraus.

Und nochmal 90er Jahre: "The Power Of American Natives" von Dance 2 Trance schiebt auch heute noch richtig an. Hier überzeugt uns der Charge 4 mit einem tadellosen maximalen Pegel selbst unter "freiem Himmel", also im Außeneinsatz. Die Stimme, das ist wahrhaftig überraschend, trennt er auch bei beachtlicher Lautstärke noch sauber vom akustischen Rest. Mit dem schnellen Rhythmus hat der Charge 4 keinerlei Berührungsängste und beweist auch hier seine Impulstreue.

Nun geht die Post wieder ab: Der Depeche Mode Klassiker "Enjoy The Silence" in der Cover-Variante von "Ki:Theory" bereitet dem jüngsten Spross aus der schon fast legendären JBL Bluetooth-Speaker-Dynastie aber keinerlei Probleme. Vielmehr gibt er die Aggressivität im Song überzeugend wieder und setzt so deutlich mehr Emotionen frei, als man spontan vermuten könnte.

"Be My Now" von Gestört aber Geil zeigt die tadellose Impulstreue des JBL Charge 4 eindrucksvoll auf. Er klingt frischer, direkter als der Charge 3, nicht nur laut und kräftig für seine Größe, sondern auch fundiert und differenziert. So kann man den JBL Charge 4 ohne Übertreibung als Universalsten bezeichnen, der es sehr vielen potentiellen Käufern akustisch "recht" machen dürfte. Noch stärker als sein Vorgänger wird er zum "Volks-BT-Speaker", denn die kleinen Defizite, die der Charge 3 noch hatte - leicht zurückgenommene Mitten mit nur durchschnittlicher Auflösung, manchmal etwas fehlende Klarheit - wurden gezielt abgeschwächt.

Fazit

JBL macht erfolgreich Gutes noch besser. So wurde der Charge 4 wirkungsvoll optimiert und gekonnt feingetunt. Noch kräftiger, aber gleichzeitig noch kultivierter macht er sich an die Musikwiedergabe. Räumlich überraschend dicht und authentisch, lässt er sich in seiner Preisklasse und auch in der Liga bis 250 EUR nur wenig vormachen. Er besticht durch seine clevere Konzeption und durch seine untadelige Souveränität. Robust und solide verarbeitet, zuverlässig im Betrieb und mit guter Akku-Laufzeit ausgestattet, fällt es schwer, Minuspunkte am höchst ausgewogenen Charge 4 auszumachen.

Erstklassiger, preislich fairer Bluetooth-Lautsprecher mit hohem praktischen Nutzwert

Bluetooth-Lautsprecher bis 250 EUR
Test 02. September 2018

 

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Philipp Kind
Datum: 02.09.2018

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