High End: Ultrasone Edition 5 – Die Krone des Kopfhörerbaus für 3.500 EUR

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Gerade erst hatten wir aus dem Hause Ultrasone den noblen offenen Kopfhörer Edition 12 für 1.399 EUR im Test, und wir haben erwähnt, dass schon dieses Produkt mehr bietet, als man eigentlich landläufig selbst von einem hochwertigen Kopfhörer erwartet. Aber die süddeutsche Manufaktur sieht dies offensichtlich gänzlich anders, denn mit dem Edition 5, der gerade auf der High End optisch und akustisch zu bewundern ist, setzt man nochmals „eins drauf“: 3.500 EUR kostet der edelst verarbeitete Hörer, und wer einen haben möchte, sollte nicht zu lange warten; Die Edtion 5 ist streng auf 555 Exemplare limitiert. Der Kopfhörer ist nicht, wie der Edition 12, offen, sondern geschlossen und besitzt als technisches Highlight die neue S-Logic EX Technologie. Dabei handelt es sich um eine enorme Weiterentwicklung der S-Logic-Technik von Ultrasone. Die Neuentwicklung basiert auf einer trichterförmig nach vorne unten strukturierten Schallwandler-Anordnung, die zu einem wesentlich räumlicheren Vorne-Ortungseffekt führt. Das Hörerlebnis ist exakt so wie von einem hervorragenden Studiomonitor – und man ist, da es sich ja um einen Kopfhörer handelt, unabhängig von der Raumakustik. Schon S-Logic liefert, wie wir immer wieder feststellen, beeindruckende Ergebnisse – wie schlägt sich das neue System? 

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Ultrasone präsentiert wieder Hightech-Kopfhörer vom Feinsten, der Edition 5 ist der Star dieses Jahr

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Der Hörer wiegt 280 Gramm, und er sitzt sehr bequem

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Nur 555 Exemplare gibt es weltweit

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Edelste Materialien

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir uns den noblen Hörer aufgesetzt, Aber Halt – der Edition 5 lädt zunächst zu einer genauen Betrachtung ein.  Verarbeitung und Materialwahl sind exquisit. Jede Ohrkapsel wird aus jahrhundertealter Mooreiche, unvergleichlich hinsichtlich Maserung und Farbe, handgearbeitet. Durch die Veredelung der Kapseln mit dem hauchdünnen, lasergearbeiteten Alu-Logo wird jeder einzelne Hörer zum Unikat. Sieben Lagen Lack schützen das wertvolle Material der Ohrkapseln und unterstreichen des Weiteren die Natürlichkeit der Materialien.  Der schwarz eloxierte Aluminiumbügel ist ein weitere Beweis immenser Hochwertigkeit. Bei den Ohrpolstern und beim Bügelpolster kommt erneut, wie auch bei anderen Ultrasone Hörern, Leder des äthiopischen Langhaarschafes zum Einsatz. Manch einer wird sich fragen – wen interessiert das? Aber wer sich mit dem Edition 5 auseinander setzt, wird unweigerlich begeistert sein von diesem Kopfhörer, auch aus verarbeitungstechnischer Sicht. Daher lohnt es schon, ihn sich genauer anzuschauen. Nobel auch die mitgelieferten Kabel, es handelt sich um 2 abnehmbare Kabel mit schwarz-silberner Umflechung, 1 x 1,5 m mit gewinkeltem 3,5 mm Stecker und einmal 4 Meter mit 6,3 mm Neutrik-Stecker. Auch eine edle Transporttasche darf natürlich nicht im Lieferumfang fehlen. 

Und wie klingt er nun, der Edition 5 mit einem Frequenzgang von 5 bis 46.000 Hz, mit einer Impedanz von 32 Ohm und einem Kennschalldruck von 96 dB? Zunächst einmal sitzt der 280 Gramm (ohne Kabel) wiegende Hörer sehr bequem, er drückt nicht und ermöglicht so ein sehr angenehmes Tragegefühl. Beim 007-Titelsong „The World Is Not Enough“ brilliert er mit einem feinsinnigen Klang, der sich in einer herausragenden Loslösung der Stimme zeigt. Zudem ist der virtuelle Raum sehr weitläufig und exakt gestaffelt. Der Hochtonbereich begeistert mit viel Strahlkraft und enormer Lebendigkeit. Die Schallwandler messen 40 mm, und sind titanbeschichtet. Natürlich setzt auch der Edition 5 auf die MU-Metall-Abschirmung zur Strahlungsreduzierung. 

Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ beginnen mit dem „Frühling“, und auch hier setzt der Edition 5 Maßstäbe. Enorm sensibel, sehr frisch und filigran tritt er auf und empfiehlt sich somit für den Klassikhörer, der Referenz-Maßstäbe an die Klangqualität ansetzt. Hervorragend werden die Streicher in Szene gesetzt, sie klingen überaus sauber und schwungvoll, gleichzeitig werden sie nie zu aufdringlich. Die Gesamtakustik lässt die Vorzüge von S-Logic EX spüren, die Räumlichkeit ist enorm, gleichzeitig auch die Ortungsschärfe.  Dynamikdifferenzen aller Art werden meisterhaft herausgearbeitet. 

Der Edition 5 kann auch anders – bei „Flute“, einem aktuellen Dance/Trance-Track von New World Sound, zeigt er, wie solide, fundiert und nachdrüklich er Bässe darstellen kann. Nie fokussiert sich der Hörer zu stark auf die tiefen Frequenzen, aber er tritt auch beileibe nicht so schlank auf, wie man es bei manchem highendigen Hörer erlebt. Der Antritt ist spontan, höchst impulstreu, die Räumlichkeit empfinden wir als nochmals besser, da tiefer, weitläufiger und noch besser gestaffelt, als beim Edition 12, der schon besser ist als praktisch jeder anderer Hörer bis 1.500 EUR, wenn es um die Räumlichkeit und deren authentisches Empfinden geht. 

Wir werden versuchen, auch vom Edition 5 einen Testbericht zu veröffentlichen. 

Text: Carsten Rampacher
Bilder: Thomas Hermsen
Datum: 16. Mai 2014




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