DOPPELTEST: Auna Kopfhörer Base DJ und Auna Precision Flex – guter Sound für wenig Geld?

Auna Base Precision Flex Gruppenbild

Auna aus Berlin hat unter www.auna.de ein preisgünstiges, qualitativ stetig besser werdendes Equipment an Verstärkern, Lautsprechern, Bluetooth-Speakern, Multifunktions-Internetradios und auch Kopfhörern – von denen wir in diesem Doppeltest zwei unter die Lupe nehmen werden:

Auna Base 2

Base DJ-Kopfhörer

 Den Auna Base DJ-Kopfhörer für schmale 46,90 EUR, der in feschem Hellblau bei uns zum Test antritt. Wahlweise stehen noch eine weiße sowie eine schwarze Variante in den Startlöchern.

Auna Precision Flex 2

 Precision Flex

Nur in schwarzer Version für 49,90 EUR gibt es den Auna Precision Flex HiFi-Kopfhörer in klassischer Optik. 

Auna Base 6

Alu-Plakette außen auf der Ohrmuschel

Auna Base 7

Gut gepolstertes Kopfhörerband mit Netzstruktur

Auna Base 5

 Cleverer Faltmechanismus

Das DJ-Tool ist ein geschlossener Kopfhörer mit einem Frequenzgang von 15 Hz bis 22 kHz. Kennzeichen ist der extrem flexible Dreh-, Klapp- und Faltmechanismus, so wie es DJs schätzen. Etwas widersprüchlich ist die Beschreibung des Klangbildes auf der Auna-Website, einerseits wird von einem ausgewogenen Klangbild gesprochen, andererseits die enorme Bass-Performance hervorgehoben. Wie es sich mit den akustischen Qualitäten tatsächlich verhält, klären wir später im Testbetrieb. Zwei 50 mm Treiber sind installiert, die Impedanz liegt bei 24 Ohm, die Empfindlichkeit bei 96 dB. Im Lieferumfang enthalten sind eine etwas billig wirkende Transporttasche sowie zwei erstaunlich hochwertig erscheinende Kabel, ein Spiralkabel mit 6,25 mm Stecker (vergoldet) und ein normales Kabel mit 3,5 mm Miniklinkenanschluss. Beide Kabel werden mittels stabilem Mechanismus im Base-Headphone eingeklinkt. 

Auna Base 9

Beutel aus einfachem Material

Auna Base 8

Zwei mitgelieferte Kabel (230 und 100 cm lang) in tadelloser Qualität

Auna Base 4

Gummierter schwarzer Kunststoff

Auna Base 3

 Metallbügel

Die Verarbeitung wirkt für den günstigen Preis sehr überzeugend. Alu-Plaketten auf den Ohrmuscheln außen und Kopfhörerbügel aus Metall zeichnen den Base aus. Nicht besonders hochwertig wirkt das Kunstleder für die Ohrmuscheln, aber irgendwo muss auch der Rotstift angesetzt werden, um den günstigen Preis möglich zu machen. Der Bügel ist oben gut gepolstert, innen mit atmungsaktivem Netzgewebe. Klare Kennzeichnung der rechten und linken Ohrmuschel sind beim Base auch selbstverständlich. Der mattschwarze Kunststoff, der für verschiedene Parts des Base zum Einsatz kommt, ist im Übrigen leicht gummiert, was den Eindruck einer durchaus vorhandenen Hochwertigkeit unterstützt. 280 Gramm wiegt der Hörer, der sich sehr gut auf die jeweilige Kopfgröße des Trägers einstellen lässt. 

Auna Precision Flex 3

Auch hier – Metallbügel

Auna Precision Flex 4

Gute Verarbeitungsqualität

Auna Precision Flex 5

Lässt sich klein zusammenfalten 

Auna Precision Flex 6

 Der Klappmechanismus erscheint ausreichend solide

Wie sieht es mit dem Precision Flex, der nach dem geschlossenen Prinzip arbeitet, aus? Auch hier legt Auna laut Website Wert auf eine kräftige Basswiedergabe. Als Magneten kommen besonders kompakte und gleichzeitig leistungsstarke Neodym-Bauteile zum Einsatz. Der dynamische Kopfhörer setzt ebenfalls auf 50 mm Treiber und weist 24 Ohm Impedanz sowie 97 dB Empfindlichkeit auf. Der Frequenzgang reicht hier von 20 Hz bis 22 kHz. Die Verarbeitung ist auch hier gut.

Auna Precision Flex 10

Tragebeutel

Auna Precision Flex 9

Bügel von außen

Auna Precision Flex 8

Mitgelieferte Kabel

Auna Precision Flex 7

 Ohrmuscheln von innen

 Zwar fehlt hier an den matten schwarzen Kunststoffbauteilen die Gummierung, im Gegenzug erscheint das Kunstleder-Material der Ohrmuscheln hochwertiger, es wirkt nicht leicht speckig wie das der Ohrmuscheln des Base. Das Gewicht ohne Kabel liegt bei rund 365 Gramm, durchaus erträglich.Der Precision Flex sitzt komfortabel auf dem Kopf, mittels des robusten Alu-Kopfbandes, das tadellos gepolstert ist, lässt sich der Hörer präzise justieren. Der Faltmechanismus erscheint uns für die Preisklasse als solide genug. Auf den Ohrmuscheln sitzen Alu-Plaketten. Zwei austauschbare Kabel werden mitgeliefert, ein 100 cm Spiralkabel und ein glattes Kabel mit 230 cm Länge. Beide Kabel wirken hochwertig und sind mit vergoldeten Steckern ausgestattet. Mitgeliefert wird eine Transporttasche aus sehr einfachem Material.

Klang

Frage ist nun: Wie klingen die preiswerten Hörer? Als erstes geht der Precision Flex auf Punktefang für guten Klang. Und direkt beim ersten Track, „The Biz“ von twoloud, macht Auna Ernst mit dem Versprechen einer vollen Basswiedergabe: Umfassend, satt, kraftvoll, aber nie übersteuernd-unangenehm. Der Kopfhörer ist kein Meister feingliedriger Brillanz, das merkt man sofort, aber er bietet soliden Hörspass mit guter Dynamik und der Extraportion Bass. Er ist belastbar und stört das akustische Geschehen auch bei höherer Lautstärke (die man freilich dem Gehör keinesfalls oft zumuten sollte) auch nicht durch unpassende Verzerrungen. Das ist ohnehin die Eigenschaft, für die wir den Precision Flex bewundern: Wie souverän er auftritt, wie problemlos er die kräftigen Bässe managt. Das beweist er uns auch bei „Can’t Stop Playing“ von Dr. Kucho & Gregor Salto.

Der Tiefgang ist bestechend, das Volumen im Bassbereich ebenso. Gleichzeitig ist der Bass flink und ausreichend präzise. Die gesamte Räumlichkeit ist richtig gut, der Hochtonbereich ist allerdings, wie wir schon beim ersten Hörbeispiel merkten, etwas zurückgenommen. Die Mitten gliedern sich passend an den Bassbereich an und sind ausreichend prägnant. Der Klang des Hörers ist immer angenehm, wenn auch leicht dumpf. Das stellen wir auch bei „Feeling So Real“ von Moby im Mayday-Mix von Westbam fest. Bei dieser etwas älteren Aufnahme holt der Hörer auch hinsichtlich der Gesamtdynamik nicht alles heraus, das geht besser. 

„The World Is Not Enough“, Garbage-Titellied aus dem gleichnamigen James Bond-Film, wird mit sehr kraftvollem Bass und einer etwas zurückhaltenden vokalen Präsenz wiedergegeben. Wer kein Freud massiver sowie nachdrücklicher Basswiedergabe ist, wird im Precision Flex nicht eben seinen Traumpartner finden. Wer hingegen mag, wenn der Bass satt und schwarz klingt, der wird glücklich sein mit dem Berliner Kopfhörer, dessen Ohrmuschel-Material erfreulicherweise trotz Kunstleder nicht schweißtreibend, sondern recht angenehm zu tragen ist.

Nach „HiFi“ klingt der Bass-Spezialist nicht ganz – hier werden auf der Website demnach etwas falsche Hoffnungen geweckt. Das heißt keinesfalls, dass der Precision Flex schlecht klingt, aber die Gewichtung liegt klar auf der Basspräsentation und einem voluminösen Sound. Dies hören wir auch klar bei Gladys Knights „License To Kill“. Hier gefällt uns allerdings die Stimmpräsentation deutlich besser als beim Garbage-Titel. Insgesamt bietet der Auna-Hörer bei diesem Titel eine ausgezeichnete Güte für sein Geld. Und auch bei „A View To A Kill“ von Duran Duran geht es munter voran, das manchmal Schneidende, leicht Harsche, das wir bei der Wiedergabe dieses Titels leider bei vielen anderen Komponenten feststellen mussten, geht dem „milder“ abgestimmten Precisionn Flex völlig ab. 

Der DJ-Kopfhörer Base muss nun seine Qualitäten zeigen – und die Auslegung ist ähnlich. Wie es zu erwarten war, steht eine kraftvolle Bass-Performance auch beim Base im Fokus, wie sich bei „A View To A Kill“ zeigt. Sie ist noch eine Idee nachdrücklicher, die Beats werden noch massiver zentriert ins Ohr des Zuhörers geschickt. Bei „License To Kill“ wirkt der Klang nicht ganz so rund und harmonisch wie beim Precision Flex, dafür dynamischer.

Der Bass ist sehr massiv – das muss man mögen. Ist man selber eher „basslastig“ ausgelegt, bekommt man aber für wenig Geld viel geboten. Der Hochtonbereich ist etwas schärfer als beim Precision Flex, dieser agiert in diesem Teil des Frequenzspektrums sanfter. Bei „The World Is Not Enough“ dasselbe Spiel: Mehr Höhen, und mehr Punch in den Bassschlägen, und eine bessere Stimmpräsenz als beim Precision Flex. Eine schlechte Wahl ist demnach auch der Base keinesfalls, wenn man die Bass-Präferenz bedenkt und abgleicht, ob das zu den eigenen Anforderungen passt. 

Ab geht es nun beim Westbam-Mayday-Mix von Mobys „Feeling So Real“ – und hier profitiert der Base von seiner besseren Gesamtdynamik und kann sich hier ein Stückchen vom Precision Flex absetzen, der zwar homogener, aber weniger lebendig aufspielt. Natürlich – auch hier kann noch deutlich mehr passieren, aber bedenkt man, dass der Base nur knappe 47 EUR kostet, ist das Gebotene wirklich gut und in Relation zum Kaufpreis kaum noch zu verbessern. Tiefgang, das Auseinander differenzieren verschiedener Bass- und Effektanteile – das gelingt wirklich gut, und dafür: Hut ab!

Dass man bei „The Biz“ eine tolle Bass-Performance geboten bekommt, hatten wir schon erwartet, und der Base enttäuscht nicht: Nachdruck, ordentliche Präzision und eine raumfüllende Wirkung. Im Hochtonbereich tut sich auch bei diesem Track mehr als beim Precision Flex, der dafür noch harmonischer gesoundet ist. Der Anfang von „Can’t Stop Playing“ gelang dem Precision Flex etwas runder. Der Basseinsatz, den der Base zeigt, ist wirklich enorm üppig – das können wir bei diesem Song nachvollziehen. Es macht wirklich richtig Spaß, wenn man Bässe liebt, aber das sollte schon der Fall sein – dann kann man getrost zum „spaßig“ ausgelegten Auna-Hörer greifen, der souverän auch mit höheren Pegeln umgeht. Die Ohrpolster sind im Übrigen etwas mehr schweißtreibend als die des Precision Flex – das leicht speckig erscheinende Material klebt zudem leicht an den Ohren. 

Fazit
 Auna Precision Flex 1

In beiden Fällen kann man sehr zufrieden sein, was die beiden preiswerten Auna-Hörer insgesamt leisten. Der Precision Flex kommt optisch zurückhaltender daher und besitzt das angenehmere Material der Ohrmuscheln. Er klingt sehr harmonisch, im Hochtonbereich allerdings recht sanft. Hier wird derjenige, der Brillanz schätzt, nicht optimal bedient. Wer angenehm und homogen über mehrere Stunden mit hohem Tragekomfort hören möchte und gleichzeitig nicht viel Geld ausgeben möchte, ist mit diesem Modell allerdings sehr gut bedient. 

Gut verarbeiteter, solider Kopfhörer mit homogenem und kräftigem Klang
sehrgut
Kopfhörer Einsteigerklasse
Test 13. März 2015

Auna Base 1

Der Base sieht gerade in Hellblau peppig aus, es stört aber optisch das Material der Ohrmuscheln etwas. Dafür gefällt der gummierte Kunststoff sehr gut. Klanglich lässt es der Base extrem krachen im Bassbereich – wer Bassliebhaber ist, findet hier für kleines Geld einen tollen Partner, zumal sich der Base kaum störende Verzerrungen leistet. Er klingt dynamischer als der Precision Flex, kommt aber nicht so harmonisch daher. Es ist demnach reine Geschmackssache, welcher der beiden Auna-Headphones es letzten Endes sein soll. 

Flexibler Klapp-/Faltmechanismus, schwarzer, satter Bass, gute Dynamik – der Base ist sein Geld Wert
sehrgut
Kopfhörer Einsteigerklasse
Test 13. März 2015

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13. März 2015




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