DOPPEL-TEST: Advance Acoustic X-Stream 9 und X-i125 – Geballte akustische Kompetenz aus Frankreich?

Advance Acoustic X-i125 X-Stream 9 Gruppenbild1

Mit dem X-i125 und dem X-Stream 9 haben sich eine bereits bewährte sowie eine absolute Neuerscheinung des französischen HiFi-Herstellers in der Redaktion eingefunden. Der Stereo-Verstärker kommt in der typischen AA-Optik mit zwei großen auffälligen VU-Metern daher und präsentiert sich mit 125 W RMS Ausgangsleistung pro Kanal an 8 Ohm wieder überaus leistungsstark. Ein integrierter USB-DAC bietet Flexibilität, optional kann man den Amp auch mit Bluetooth ausstatten.

Ohne Endstufen, dafür aber mit zahlreichen Features und hochleistungsfähigen Wandlern ausgestattet, ist der X-Stream 9: Hier wird hochwertige CD-Wiedergabe mit digitalem Radio-Empfang und sämtlichen Streaming-Optionen kombiniert. AirPlay, Wiedergabe von DLNA-Servern und Spotify Connect sind ebenso an Bord wie die Kompatibilität mit den hochauflösenden Streaming-Diensten TIDAL und Qobuz. Exzellente Asahi Kasei Wandler (AK4490) sollen maximale akustische Performance bei der digitalen Zuspielung garantieren, auch DSD wird hier unterstützt. Auch am X-Stream 9 kann direkt ein PC/Notebook bzw. Mac angeschlossen werden, außerdem optional das Bluetooth-Modul XFTB01. Die Netzwerkverbindung wird kabelgebunden oder, ohne zusätzlich benötigtes Modul, drahtlos realisiert. Für die komfortable Bedienung der umfangreichen Funktionen steht neben der Fernbedienung die Advance Playstream App zur Verfügung, die sowohl für Geräte mit Android- als auch iOS-Betriebssystem kostenlos zur Verfügung steht.

Advance Acoustic X-i125 Front Seitlich

Advance Acoustic X-i125

Advance Acoustic X-i125 VU Meter

Typisch: blau beleuchtete VU-Meter

Advance Acoustic X-i125 Bedienelement Front Display

Zentrales Bedienelement und Display

Advance Acoustic X-i125 Bedienelement

Power-Button

Advance Acoustic X-i125 Fernbedienung

Beiliegende Fernbedienung

Einen hohen Wiedererkennungswert kann man den Advance Acoustic-Komponenten zweifellos zusprechen. Neben den großen VU-Metern des Xi-125 zählen, bei beiden Komponenten, der gewollt große Spalt zwischen der Acrylglas-Blende mit hochglanzschwarzer Front und dem matten Gehäuse und die Bedienelemente in Silber dazu. Das Display, das beim Xi-120 noch mittig über dem Multifunktionsregler untergebracht war, ist beim Xi-125 nach rechts gewandert und gibt Auskunft über Pegel und Quelleneingang. Auch die Standfüße des Xi-125 sind hochwertig ausgeführt. Insgesamt zeigt sich der Verstärker in einem sehr cleanen Look, einen kecken Akzent setzt die blaue Hintergrundbeleuchtung der VU-Meter und das blau beleuchtete Display.

Advance Acoustic X-i125 Innenleben1

Sauberer Innenaufbau

Advance Acoustic X-i125 Innenleben2

Zwei Ringkerntrafos

Advance Acoustic X-Stream 9 Innenleben Gesamt

Innenleben des X-Stream 9

Advance Acoustic X-Stream 9 Innenleben2

Stromzufuhr

Advance Acoustic X-Stream 9 Innenleben1

Hauptplatine im Detail

Das Innenleben wird von den zwei großen Ringkerntransformatoren beherrscht, die Endstufen sind mit großzügig dimensionierten Kühlkörpern versehen. Der gesamte Innenaufbau wirkt sehr aufgeräumt und sauber. Ähnlich verhält es sich beim X-Stream 9: Getrennte Baugruppen und Sektionen, das Laufwerk ist geschirmt. Sehr gut gefällt hier die stabile Gehäusekonstruktion mit zusätzlichen Verstrebungen.

Advance Acoustic X-Stream 9 Front1

Front des X-Stream 9

Advance Acoustic X-Stream 9 Display

Großzügig dimensioniertes Display

Advance Acoustic X-Stream 9 Bedienelemente1

Stationäre Bedienelemente am X-Stream 9

Das äußere Erscheinungsbild des X-Stream 9 passt natürlich hervorragend zum Advance Acoustic-Verstärker und kommt mit identisch abgesetztem Frontglas und silbernen Bedienelementen daher. Zusätzlich sind hier silberne Druckknöpfe untergebracht, die eine direkte Bedienung des CD-Players ermöglichen. Dominiert wird die Streamer-Vorderseite aber vom großen Display, das besonders durch die feine Auflösung und einer exzellenten Ablesbarkeit in allen Situationen überzeugt. Die Disc-Lade schließt in geschlossenem Zustand nicht absolut plan mit der Geräte-Front, das ist aber zu verschmerzen.

Advance Acoustic X-Stream 9 Anschluesse Rueckseite1

Anschlüsse des X-Stream 9

Advance Acoustic X-Stream 9 Rueckseite Seitlich

Rückseite gesamt

An Anschlüssen stehen beim X-Stream 9 sämtliche wichtigen Schnittstellen bereit. Neben drei digitalen optischen und zwei koaxialen Eingängen ist auch ein USB-Slot vom Typ B für den Direktanschluss eines Computers/Macs sowie ein zusätzlicher Slot vom Typ A für Speichermedien an Bord. Die digitale Ausgabe kann ebenfalls optisch oder per Koax erfolgen. Analoge Signale werden wahlweise über Stereo Cinch oder per Balanced XLR ausgegeben. Ebenfalls auf der Rückseite zu finden sind ein Anschluss für eine Wurfantenne für DAB/FM und eine Schnittstelle für das proprietäre Bluetooth-Modul. Links neben dem Ethernet-Anschluss kann man die beiliegende WiFi-Antenne für optimalen Empfang anbringen. Mit dem Power-Schalter lässt sich der X-Stream 9 komplett vom Stromnetz trennen.

Advance Acoustic X-i125 Rueckseite Seitlich

Rückseite des X-i125

Advance Acoustic X-i125 Anschluesse Rueckseite2

Analoge Eingänge und Subwoofer-Ausgang

Advance Acoustic X-i125 Anschluesse Rueckseite1

Digitale Eingänge und USB-Schnittstellen sowie der proprietäre Anschluss für das Bluetooth-Modul

Auch der Xi-125 ist mit hochwertigen D/A-Wandlern versehen und bietet die Möglichkeit, via USB-B einen PC/Mac direkt anzuschließen und die Signalwandlung zu übernehmen. Hinzu kommen zwei koaxiale Digitaleingänge sowie ein optischer TOSLINK-Slot. Auch hier ist ein zusätzlicher USB-Anschluss vom Typ A integriert. Das Bluetooth-Modul kann natürlich auch hier angeschlossen werden. Links neben den Lautsprecher-Terminals finden sich zahlreiche analoge Eingänge und ein dedizierter Phono-Eingang – auch ein Subwoofer Pre-Out für den Anschluss eines aktiven Woofers ist an Bord. Die Anschlüsse für die Lautsprecher sind in Acryl gekapselt und vergoldet.

Advance Acoustic X-Stream 9 Fernbedienung

Fernbedienung des X-Stream 9

Für die Steuerung liegen den Komponenten großformatige Fernbedienungen bei, die passend in hochglänzendem Schwarz gehalten sind und kontrastgraue Tasten mit sehr gutem Druckpunkt aufweisen. Ein wenig schade ist, und das gilt nur für unsere hier verwendete Kombination, dass man nicht ohne weiteres den X-i125 mit der Fernsteuerung des X-Stream 9 bedienen kann. Natürlich erwarten wir hier keine 1:1 Übertragung sämtlicher Features, aber die Pegeleinstellung z.B. wäre komfortabel. Alternativ zu den mitgelieferten Fernbedienungen kann man den X-Stream 9 auch mit der Advance Playstream App bedienen, die sowohl für Android- als auch iOS-Geräte kostenlos im jeweiligen Store erhältlich ist.

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Advance Playstream App

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Suche nach Geräten

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X-Stream 9 benennen

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Infos und Einstellungen

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Direktzugriff auf verschiedenste Dienste

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Lokal gespeicherte Dateien und Zugriff auf Server unter „My Music“

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DLNA-Server im Netzwerk

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Ordnerübersicht „Highresaudio“

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Wiedergabe einer hochauflösenden Audio-Datei

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Erstellte Playlist

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Internetradio

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Wiedergabe eines Internetradios

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Spotify Connect-Tutorial

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Der X-Stream 9 taucht unter den Geräten in der Spotify-App auf

Die App ist schnell heruntergeladen und durchsucht das Netzwerk umgehend nach kompatiblen Geräten. Der gefundene X-Stream 9 kann dann auch direkt umbenannt werden. Die App ist mit direkten Zugriffstasten für iHeartRadio, Pandora, Internet Radio (vTuner), Tidal, TuneIn, Napster und Qobuz versehen, unter „My Music“ kann man dann entweder auf die Musik, die auf dem jeweiligen Smartphone gespeichert ist, zugreifen oder die DLNA-Server durchsuchen. In der Regel erfolgt die Navigation auf Netzwerk-Servern und NAS-Systemen ohne großartige Verzögerungen. Natürlich kann man auch Playlisten erstellen und kürzlich wiedergegebene Titel durchgehen.

Advance Acoustic X-Stream 9 Disc Schublade

Disc-Lade am X-Stream 9

Nun sind wir gespannt, ob sich die aufwändige Technik akustisch entsprechend niederschlägt.

Klang

Sowohl der X-i125 als auch der X-Stream 9 sind mit exzellenten Wandlern bestückt, so dass es vermutlich kaum eine Rolle spielt, welche der beiden Komponenten die Wandlung des digitalen in ein analoges elektrisches Signal übernimmt. Wir wechseln dennoch ab, beginnen aber mit der digitalen Zuspielung vom X-Stream 9 über Coax und lassen den X-i125 „ran“. Zugespielt wird zunächst das Violinkonzert von Mozart von der 2L – The Nordic Sound CD, gespielt von Marianne Thorsen und den Trondheim Solistene. Die Advance-Komponenten überzeugen direkt mit einem sehr breiten und weitläufigen Bühnenbild, das von einer ausgezeichneten Staffelung der einzelnen Instrumente geprägt ist. Ebenso fällt auf, dass die Gerätekombi einen sehr klaren und fein differenzieren Klang reproduzieren. Obenrum ist eine noch angenehme, leichte Wärme zu spüren, davon ab aber wirkt die Kulisse brillant und sehr fein aufgelöst.

Der Verstärker agiert absolut souverän und wirkt bei moderatem Pegel völlig unangestrengt, arbeitet aber feine akustische Elemente stets akkurat ein. Selbst, als wir die Lautstärke in Richtung Maximalwert bewegen, können wir nur eine geringfügige tonale Veränderung wahrnehmen. Es wird, natürlich auch abhängig vom verwendeten Lautsprecher, minimal spitzer, wirklich unangenehm oder anstrengend wird es aber selten und wenn dann nur bei Pegeln, die man lediglich über einen kurzen Zeitraum hören sollte. Der X-i125 liefert nämlich enorme Leistung und arbeitet auch absolut problemlos mit Standlautsprechern zusammen, die über seiner Preisklasse liegen.

Die Differenzierung der Klangkulisse gelingt auch bei enormem Pegel trotz ihrer Komplexität sehr sauber und auch die Ortung einzelner akustischer Elemente ist problemlos möglich. An Kraft mangelt es dem X-i125 keinesfalls, hier können auch Räume über 20 qm problemlos beschallt werden, ohne dass man sich zu nahe an der Leistungsgrenze bewegen würde. Untenrum wird direkt und trocken agiert, vereinzelt könnte der Bass-Enthusiast etwas mehr Punch wünschen, gerade in dieser klassischen Disziplin eines Mozart-Konzertes begrüßen wir aber die geringfügig nüchterne, sehr agile Auslegung.

Bei der folgenden Sonate für zwei Klaviere, ebenfalls von Mozart und gespielt von Dena Piano Duo, darf sich der X-Stream 9 direkt der Wandlung annehmen. Und erwartungsgemäß meistert auch der CD/Netzwerk-Universalplayer die Aufgabe mit Bravour. Hier überzeugt uns ein hervorragend authentisches Piano-Timbre.

Auch die Hörbarkeit der Anschlagdynamik hätten wir in diesem Preisbereich nicht in diesem Maße erwartet und können uns zudem an einer sehr ausgewogenen, geschlossenen Bühne erfreuen. Wer die Aufnahme gut kennt, sieht in der Differenzierung feiner Elemente der beiden Pianos noch ein wenig Potential, dennoch ist die Unterscheiden der Instrumente problemlos möglich und überzeugt auch anspruchsvollere Hörer.

Im Anschluss gönnen wir uns noch das Experimentalstück mit vielen Percussion-Akzenten von „Cikada Duo“ – hier werden wir von einer exzellenten Tiefton-Performance begrüßt. Auch hier steckt also ausreichend Leistung im X-i125, um unseren großen Standlautsprechern ausgezeichneten Nachdruck und Tiefgang zu entlocken. Aufgedickt wird aber nicht, die Advance-Komponenten spielen natürlich und stets sauber auf.

Der X-Stream 9 ist sehr flexibel und bringt zusätzlich zu seinen zahlreichen Anschlüssen inklusive USB und Bluetooth auch einen DAB-Tuner mit, eine Wurfantenne liegt bei. Wählen wir DAB/DAB+ zum ersten Mal aus, wird automatisch ein Sendersuchlauf durchgeführt. Binnen weniger Sekunden wird uns die übliche Auswahl in Listenform präsentiert und wir können den gewünschten Sender auswählen. Auf dem Display werden dann auf Wunsch auch weitere Informationen, wie z.B. die gesendete Bitrate des Radiosenders, angezeigt. Ein erneuter Druck auf die OK-Taste zeigt wieder die Liste an, auf Wunsch können wir aber auch Presets bzw. Favoriten festlegen. Auf „Absolut relax“ empfängt uns „Just More“ von Wonderwall – über Digitalradio begeistern die HiFi-Komponenten von Advance Acoustic ebenfalls mit einer sehr räumlichen Darstellung der Bühne mit ausgezeichneter, zentraler Vokalstimme und einer sehr ausgewogenen Kulisse.

Auch bei Rock Antenne machen die Komponenten eine exzellente Figur, agieren reaktionsschnell und punkten trotz der komplexen Kulisse von Def Leppards „Pour some sugar on me“ mit guter Differenzierung und Struktur. Die Stahlsaiten der Gitarre kommen klar heraus und auch die Stimmcharakteristik gefällt sehr gut. Untenrum wird wieder kraftvoll, aber nicht überzogen gearbeitet und die einzelnen Percussion-Elemente mit der notwendigen Aufmerksamkeit versehen. Auch beim Digitalradio wird ein insgesamt sehr ausgewogenes und detailreiches Klangerlebnis geboten, das von der höheren Auflösung gegenüber konventionellem UKW klar profitiert.

Jetzt wollen wir aber auch die Zuspielung hochauflösender Dateien untersuchen und verbinden unser Notebook direkt per USB-B mit X-Stream 9 und X-i125. Bei Mac-Geräten sollte das Anstecken für die Funktionstüchtigkeit genügen, bei Windows-Rechnern ist aber der XMOS-Treiber notwendig. Diesen findet man auch unter Downloads des entsprechenden Gerätes auf der Homepage von Advance Acoustic. Die Installation ist aber binnen Sekunden erledigt und man kann die Komponenten unter Sound und Wiedergabegeräte als Standardgerät auswählen.

Child in Time von Deep Purple legt direkt mit einem authentischen Orgel-Sound und der leicht gedämpften Stimme bei der Live-Aufnahme in Tokio los. Auch das Schlagzeug überzeugt sofort mit den anfänglich sanften und dann stärker werdenden Trommel-Einlagen. Die Percussion-Elemente wirken exzellent integriert und unterstreichen den sehr räumlichen Eindruck. Insgesamt wird hier bestätigt, dass die Advance-Modelle eine überdurchschnittlich breite und natürlich wirkende Bühne präsentieren. Der Schreigesang gefällt ebenfalls mit der entsprechenden Schärfe, wird aber nie zu aufdringlich.

Das bleibt auch bei der höheren Komplexität der folgenden Minuten so. Die hohe Authentizität tut der lebendigen Wirkung des Gesamtgeschehens keinen Abbruch, sehr schwungvoll und spielfreudig werden die einzelnen Soli umgesetzt und versetzen den Zuhörer in die erste Konzertreihe im fernen Asien. Kraftvoll setzt der X-i125 tiefe Bässe um und generiert gleichzeitig ein solides Fundament mit angemessener Struktur. Trotz der sehr schnellen Wechsel und dem teilweise wilden Zusammenspiel können einzelne Instrumente immer sauber differenziert werden und gehen auch nicht in der Gesamtheit des Bühnenbildes unter.

Als es zur achten Minute hin wieder etwas ruhiger wird, kann man die Feinheiten des Schlagzeuges noch einmal klar erkennen, hier kann man den Kick der Bassdrum problemlos nachvollziehen, auch die Klarheit und Brillanz der kleinen Percussion-Details fällt dem Kenner nochmals auf. Konventionelle Datenströme fallen den Advance-Komponenten leicht, aber bei hochauflösenden Dateiformaten mit hohem Detailreichtum fühlen Sie sich zuhause.

Auch Bad Religions „The Past is Dead“ macht mit X-Stream 9 und X-i125 extrem viel Spaß. Das blitzschnelle Agieren der Franzosen ist wie geschaffen für die Alt-Punkrocker. Besonders die kraftvolle Schlagzeug-Darstellung und gleichzeitig prägnante Wiedergabe der Gitarre begeistert. Ebenso wird auch hier wieder eine hervorragende Stimmauthentizität geschaffen. Die leichte Rauheit von Greg Graffin ist absolut unverkennbar und steht zentral in der komplexen Kulisse.

Die Pegelfestigkeit haben wir bereits gelobt, wollen hier aber nochmals betonen, wie souverän der X-i125 die fetten Bässe mit Punch versieht und auch bei hoher Lautstärke unangestrengt wirkt. Der findige Audiophile entdeckt schon ab und an ein leichtes Nachhinken des Kickbasses. Solange man aber nicht große Räume beinahe mit Maximalpegel beschallt, hält sich dies sehr in Grenzen und fällt auch dem anspruchsvolleren Hörer nur bedingt auf. Trotz der sehr guten Detaillierung legt man Wert auf ein angenehmes und ausgewogenes Gesamtbild.

Mit dem X-Stream 9 wollen wir uns natürlich auch der Wiedergabe via Netzwerk von einem Medienserver widmen. Hier werden, und das gehört mittlerweile zum Standard-Repertoire eines hochwertigen Streaming-Players, sämtliche gängigen Formate unterstützt. Bei der Zuspielung mittels Dateien aus dem Netzwerk ist die Advance Playstream App für eine komfortable Bedienung absolut erforderlich. Wie bereits in den Screenshots oben sichtbar präsentiert die App unsere Dateien in typischer DLNA-Manier und wir können direkt die angelegten Ordner auf dem Server anwählen.

Der X-Stream 9 gibt hochauflösende Audio-Dateien auch über das Netzwerk wieder, wir hatten bei 96 kHz/24-Bit und darunter keinerlei Probleme, allerdings konnten wir unsere 2L-Aufnahmen des HOFF Ensembles in 192 kHz/24-Bit nicht bzw. nur mit Artefakten wiedergeben. Die Blues Company verbreitete mit „My Guitar and Me“ aber absolute Lounge-Stimmung. Die exzellente Staffelung der Bühne begeisterte uns sofort und auch durch das satte Fundament mit trockenen und präzisen Bässen in Kombination mit den nicht zu aggressiven Blechbläsern konnte unser Grinsen lediglich breiter.

Auch der X-Stream 9 begeistert mit hervorragender Wandlung und füttert den X-i125 tadellos. Bei toller Räumlichkeit gefällt besonders die saubere Differenzierung sämtlicher akustischer Elemente und die hohe Authentizität des gesamten Geschehens. Das präzise Einsetzen der Blechblasinstrumente bei „The Blues Been Good to Me“ zeugt von Natürlichkeit, und wird nicht zu scharf wiedergegeben.

Zuletzt wollen wir nochmal auf die Qualitäten bei der Wiedergabe von nicht ganz so überdurchschnittlich hochwertigen Aufnahmen eingehen und nutzen die praktische Spotify Connect-Funktion. Hierzu öffnen wir schlichtweg die Spotify-App auf unserem Smartphone und wählen den X-Stream 9 als Wiedergabegerät aus. Voraussetzung ist natürlich, dass sowohl das Smartphone als auch der Streaming-Player mit dem gleichen Netzwerk verbunden sind, außerdem benötigt man ein Spotify Premium-Abo (knapp 10 EUR/Monat).

Wir machen es dem Gerät schwer und spielen eine knapp zehn Jahre alte Aufnahme einer US-Amerikanischen Black Metal-Band zu. Die Abbildung von komplexem akustisches Geschehen ist bei komprimierten Formaten ohnehin problematisch und das gewöhnungsbedürftige Genre setzt dem Ganzen die Krone auf. Der X-Stream 9 aber zeigt sich relativ unbeeindruckt, wenn natürlich die Differenzierung einzelner Instrumente nicht so lupenrein ist, wie bei hochwertigen Aufnahmen. Dennoch können wir die extrem verzerrten Gitarren noch sauber zuordnen und auch der Schreigesang wird erstaunlich sauber wiedergegeben.

Im Tieftonbereich sind die Schwächen der Aufnahme von „Black Cascade“ der Wolves in the Throne Room aber nicht wegzudiskutieren – mit „Born from the Serpent’s Eye“ des neuen Thrive Woven Albums gestalten wir es der Advance Acoustic-Komponente einfacher und werden direkt mit einer ausgezeichneten Darbietung des blitzschnellen Doppelbasses belohnt. Die düstere Atmosphäre profitiert stark von der ausgeprägten Räumlichkeit und der hohen Transparenz in allen Frequenzbereichen.

Dass an der nicht ganz optimalen Bass-Performance tatsächlich die alte Aufnahme Schuld war, glaubt bei der Wiedergabe von „You Want it Darker“ im Kalkbrenner-Remix selbst der größte Zweifler. Sehr flink und mit starkem Nachdruck werden hier die überaus satten Kickbässe dargeboten. Auch die Stimmwiedergabe gefällt auch beim komprimierten Format exzellent, steht zentral über dem spartanischen elektronischen Konstrukt und zeigt klar die Facetten des altehrwürdigen Kanadiers auf. Zudem unterstreicht der X-i125 nochmals seine Leistungsfähigkeit und bombardiert uns auf Wunsch mit außerordentlich hohem Pegel. Wenn es in den Grenzbereich des Angenehmen – selbst bei hartgesottenen Hörern – geht, wird das Gesamtgeschehen in den oberen Bereichen durchaus ein wenig schärfer. Für diesen Preisbereich marschiert der Verstärker aber gewaltig nach vorne, ohne sich zu viel von seiner Souveränität absprechen zu lassen.

Fazit

Advance Acoustic X-i125 X-Stream 9 Gruppenbild2

Ein bärenstarkes Team! Zweifellos verfügt der X-i125 über ein hohes Leistungsvermögen und präsentiert eine exzellente Bühne mit hoher Transparenz und feiner Detailauflösung. Mit dem Neuzugang schickt das französische Unternehmen darüber hinaus ein sehr vielseitiges Produkt ins Rennen, dem zur Vollausstattung lediglich ein integriertes Bluetooth-Modul fehlt. Akustisch sind beide Komponenten dank sorgfältigem Aufbau und ausgewählten Komponenten absolut erhaben, die Kombination mit einem hochwertigem Lautsprecher-Setup ist für die volle Entfaltung des Potentials ein Muss. Die Optik ist mittlerweile keine Überraschung mehr und muss gefallen. Wir finden die Kombination der abgesetzten Acrylfront und blauer Beleuchtung elegant und gelungen, die Verarbeitung ist sowohl außen als auch im Inneren des Gehäuses tadellos.

Advance Acoustic X-i125: Leistungsstark, souverän und optisch markant zum fair kalkulierten Preis
ueberragend
22.03.2018
Advance Acoustic X-Stream 9: Mit CD-Player, DAB-Radioempfang, Netzwerk- und Musik-Streaming ein absolut flexibles Multitalent für hohe akustische Ansprüche
ueberragend
22.03.2018

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22.03.2018

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