Die Top-Trends 2015 – Worauf sich Technik-Freunde im neuen Jahr freuen können (Update)

Die Technik-Welt ist im steten Wandel und auch in 2015 wird sich wieder eine Menge verändern. Wir blicken auf die Trends der Unterhaltungselektronik, die im neuen Jahr besonderes Augenmerk verdient haben.

Update: Wir haben die Übersicht noch einmal aktualisiert und um die neuen Informationen, die sich durch die CES ergeben haben, ergänzt.

Dolby Atmos + DTS:X

AV-Receiver mit Dolby Atmos gibt es bereits in großer Auswahl, doch bislang haperte es an der Software für den erweiterten Heimkino-Sound von der Decke. Der Anfang wurde bereits Ende 2014 mit den Blu-ray Discs „Transformers: Ära des Untergangs“ und „The Expendables 3“ gemacht. 2015 sollte die Anzahl von Dolby Atmos Blu-ray Discs weiter steigen. Schließlich werden in Hollywood viele Kinofilme bereits seit längerer Zeit mit Dolby Atmos produziert. Unterstützung gibt es bereits von Paramount und Splendid. Weitere Anbieter werden hoffentlich 2015 folgen.

Im März will DTS mit seiner eigenen objektbasierten Mehrkanalvariante DTS:X nachziehen. AV-Prozessoren & Mehrkanal-Receiver mit DTS:X sollen 2015 u.a. von Anthem, Denon, Integra, Krell, Marantz, McIntosh, Onkyo, Outlaw Audio, Pioneer, Steinway Lyngdorf, Theta Digital, Trinnov Audio und Yamaha erscheinen.

 

Mehr Streaming-Angebote in Ultra HD

Nachdem Netflix bereits seit Ende 2014 in Deutschland einzelne Programme in Ultra HD-Auflösung als Stream anbietet, dürfte auch die Konkurrenz in diesem Jahr nachziehen. Amazon bietet bereits in den USA Ultra HD-Streaming für „Prime“-Kunden an, was im Verlauf des Jahres auch hierzulande möglich sein sollte. Zu den weiteren Kandidaten, die bereits Pläne für ein Ultra HD-Streaming-Angebot angekündigt haben, gehört u.a. Maxdome.

Amazon bietet seit Mitte Januar auch Ultra HD-Streaming einzelner Filme und Serien an. Das Angebot lässt sich derzeit auf Ultra HD-Fernsehern von Samsung und LG nutzen.

 

4k Blu-ray Disc

Kompromisslose Bildqualität ist auch für die nähere Zukunft nur auf physischen Datenträgern zu erwarten. Man kennt es bereits von Pay TV-Angeboten und Streaming-Diensten in HDTV: Die bieten zwar teilweise eine wirklich sehr gute Qualität, nutzen aber meist nur eine Bandbreite, die sich für die Anbieter irgendwie rechnet. Auf der IFA 2014 wurden Pläne angekündigt, erste 4k Blu-ray Disc-Player Ende 2015 in den Handel zu bringen. Die werden voraussichtlich 50 GB-Discs mit HEVC/H.265-Codec nutzen und im neuen Standard sollen auch Bildoptimierungen wie „High Frame Rate“ bis zu 60p, HDR und ein erhöhter 10 Bit-Farbraum berücksichtigt werden.

Die Spezifikationen für die neue „Ultra HD Blu-ray“ sollen voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2015 „festgezurrt“ werden. Erste Geräte und Filme auf Blu-ray Discs mit 66 oder sogar 100 GB Speicher werden dann zum Jahreswechsel 2015/2016 erwartet.

 

Neue OLED und „Quantum Dot“-LCD-Fernseher mit Ultra HD-Auflösung

LG kündigte auf der CES seine große Offensive zur Ausweitung des Angebots an Ultra HD-Fernsehern mit OLED-Technik an und auch Panasonic könnte noch 2015 einen OLED-TV mit 4k-Auflösung auf den Markt bringen.

Doch auch die Qualität der marktbeherrschenden LCD-Fernseher wird noch weiter verfeinert: Die meisten großen Hersteller wollen jetzt durch sogenannte „Quantum Dot“-Nanopartikel eine noch detailliertere Farbdarstellung ermöglichen.

 

Fernseher mit DVB-T2-Tuner & H.265-Decoder

2016 wird Deutschland als eines der ersten Länder weltweit die Ausstrahlung von HDTV-Programmen im DVB-T2-Standard mit H.265-Kompression starten. Derzeit laufen bereits erste Tests, an denen sich auch die Geräte-Industrie beteiligt, um ihre Geräte anzupassen. Die Voraussetzungen dafür sind gut: DVB-T2-Tuner werden bereits jetzt in einigen Geräten verbaut, da nach diesem Standard u.a. in England, Frankreich und Dänemark bereits TV-Programme auf Sendung sind und H.265/HEVC-Decoder sind auch schon in Ultra HD-Fernsehern zu finden. Zumindest einige Top-Geräte sollten daher bereits in diesem Jahr DVB-T2/H.265-tauglich auf den Markt kommen und ab 2016 müssten auch günstigere Fernseher damit ausgestattet werden, da nur eine kurze Simulcast-Phase vorgesehen ist und die DVB-T-Ausstrahlung so schnell wie möglich eingestellt werden soll, um die 700 MHz-Frequenzen für den Mobilfunk freizumachen. Auch die Privatsender wollen bei DVB-T2 mitmachen, werden aber voraussichtlich überwiegend verschlüsselt verbreitet werden.

 

Ultra HD-Fernseher & Receiver für Ultra HD-Empfang via Satellit

Bislang gibt es nur wenige Ultra HD-Fernseher (meist von Samsung), die in der Lage sind, die Ultra HD-Testprogramme via Satellit zu empfangen. 2015 dürfte die Anzahl der geeigneten Geräte steigen. Ob dann ausser den Tests auch erste richtige Programme zu empfangen sein werden, ist allerdings noch offen. Im „Free TV“ (das zunehmend zum verschlüsselten Bezahl-TV wird) ist hier für 2015 noch nichts zu erwarten und ARD und ZDF sind ja immer noch mit ihrer HDTV bzw. 720p-Umstellung beschäftigt. Ob Sky schon 2015 ein eigenes Ultra HD-Angebot starten wird, ist noch offen. Sowohl die Produktion muss dafür angepasst werden und auch neue Receiver mit H.265-Decoder und HDMI 2.0 werden erforderlich sein. Zumindest erste Free TV-Sat-Receiver mit Ultra HD-Empfangsmöglichkeit sind aber bereits für 2015 zu erwarten.

 

Android TV und weitere TV-Betriebssysteme

Google startet einen neuen Versuch, sein „Android“-Betriebssystem auch auf Fernseher zu bringen und hat dazu seine Android-Plattform mit der 5.0er-Version weitgehend vereinheitlicht, um Entwicklern möglichst einfache Voraussetzungen für die Entwicklung von Apps für Smartphones/Tablets und Fernseher zu machen. Neben den bekannten Apps kommt damit auch die von den Smartphones vertraute Android-Steuerung auf neue Fernseher. Den Anfang macht die zunächst nur in den USA erhältliche „Nexus Player“-Box, aber Sony, TP Vision/Philips und Sharp haben auch Fernseher mit dem TV-Android-Betriebssystem für 2015 angekündigt. Philips hat jetzt bereits Fernseher mit einer eigens angepassten Android-Version im Programm.

Neben Android gibt es noch Unterstützung für weitere Betriebssysteme bei den TVs: LG wird 2015 seine ersten Fernseher mit webOS 2.0 auf den Markt bringen und alle neuen Samsung Smart TVs sollen auf Basis von Tizen konzipiert werden. Panasonic hingegen setzt bei seinen neuen TVs auf Firefox OS, welches sich insbesondere durch die Verwendung von Webtechnologie besonders gut zur Vernetzung unterschiedlicher Medien eignen soll.

 

DAB+

Dem digitalen Radio wurde schon oft der Tod prophezeit. Und die Voraussetzungen für einen Durchbruch waren lange Zeit auch sehr schlecht. Schlechte Tonqualität und nur wenige schwache Sender boten zu DAB-Zeiten kaum Anreiz, sich ein teures Radio zu holen. Doch inzwischen gibt es dank dem HE-AAC-Codec und dem „Bundesmux“ ein interessantes Senderangebot, das weitaus mehr Abwechslung bietet als einfach nur die besten Hits der 80er, 90er und von heute rauf und runter zu dudeln. Radios mit DAB+ Empfänger sind im Handel inzwischen bereits ab 40 EUR erhältlich und in weiten Teilen Deutschlands ist DAB+ gut empfangbar. Vor allem in Süddeutschland ist der Senderausbau bereits weit fortgeschritten während es in Norddeutschland teilweise noch größere Lücken gibt. Zuhause mag Internetradio noch mehr Sendervielfalt bieten und wer einen üppigen Datentarif und eine gute UMTS/LTE-Netzabdeckung hat, kann Streaming-Sender auch unterwegs hören. Der Vorteil von DAB+ ist aber, dass die Übertragung ziemlich frei von Unterbrechungen ist, sobald man eine geeignete Empfangsposition gefunden hat und nach dem Gerätekauf auch keine weiteren Nebenkosten entstehen.




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