Creative Sound Blaster Tactic 3D Rage Wireless v2.0 – Kabelloses Gaming-Headset mit solider Akustik

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“Glücksgefühle für Gamer-Ohren” – Das wird von Creative für die neue Version ihres Sound Blaster Tactic 3D Rage versprochen. Kürzlich ist bei uns die Wireless-Variante der v2.0 dieses Kopfhörers eingetroffen und wir wollen untersuchen, ob im Vergleich zum Vorgänger signifikante Änderungen vorgenommen wurden. Laut Creative sollen mit dem neuen „Scout Mode“ Gegner in der Umgebung schneller wahrgenommen werden, außerdem ist er jetzt mit den neuen Konsolen, der Playstation 4 und der Xbox One, kompatibel. Hält der aufgepeppte Sound Blaster für 99 EUR seine Versprechen und ist er auch auf der Musikebene kompetent? Diesen Fragen wollen wir hier auf den Grund gehen.

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Der Metallbügel des Tactic 3D

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Der Bügel von oben mit Schriftzug

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Unterseite des Bügels mit Lederpolster

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Power-Knopf und Lautstärkeregler an der linken Ohrmuschel

Wie schon beim Vorgänger treffen wir beim Sound Blaster auf eine für diese Preisklasse solide Verarbeitung. Rein optisch hat sich hier nichts verändert, die Ohrhörer selbst sind außen wieder mit Kunststoff abgedeckt. Teile des Bügels sind wiederum aus Metall, welches aber nur sichtbar wird, wenn man die Höhe einstellt, da sich darüber ebenfalls Kunststoff befindet. An der Unterseite des Bügels, der am Kopf aufliegt, ist ein Lederpolster angebracht, um den Komfort zu erhöhen. Dieses Vorgehen kann manchmal nach hinten losgehen, weil das Leder am Kopf drücken kann. Zunächst ist das hier kein Problem, nach längerer Benutzung kann es aber aufgrund von Dauerbelastung trotzdem dazu kommen. Natürlich lässt sich dies recht einfach durch Verschieben des Bügels temporär beheben, dennoch ist es nicht optimal. Der Bügel selbst ist sehr stabil, was eine Höhenverstellung während der Benutzung zwar schwieriger macht, dafür sitzt das Headset aber sicher und fest. Die inneren Seiten der Ohrmuscheln sind ebenfalls mit Lederpolstern versehen, welche die Ohren komplett umhüllen, was sich zunächst bei uns auch als bequem herausstellt, allerdings kommt es hier, ähnlich zum Vorgänger, auf den Benutzer an. Je größer die Ohren sind, desto enger wird es, was je nach Konsument früher oder später schlichtweg unbequem werden kann. Abgesehen davon sind wir mit der Verarbeitung aber zufrieden. Am linken Kopfhörer hinten sind der Power-Knopf und darüber ein Drehrad für die Lautstärke zu finden. Dieses lässt sich sehr komfortabel erreichen und bedienen, auch wenn man den Kopfhörer auf den Ohren hat.

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Das abnehmbare Mikrofon, auch zu sehen: die Lederpolster der Ohrmuscheln

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Der Stumm-Knopf vorne an der linken Ohrmuschel

Wiederum am linken Ohr ist vorne der Anschluss für das abnehmbare Mikrofon (hat einen 3,5mm Klinkenstecker und Geräuschunterdrückung), darüber der Stumm-Knopf für die sofortige Deaktivierung des Mikros. Das Mikrofon selbst hat eine relativ hohe Reichweite und Empfindlichkeit, so nimmt es auch weiter entfernte Geräusche aus dem Hintergrund auf. Die Sprachqualität ist zwar nicht auf besonders hohem Niveau, weil es leicht blechern klingt, man ist aber dennoch deutlich zu verstehen und ein Rauschen hält sich ebenfalls sehr in Grenzen. Die Tasten lassen sich alle gut erreichen und der Druckpunkt ist angenehm. Um völlig in das Geschehen einzutauchen, hat der Kopfhörer außerdem eine geschlossene Architektur, schottet also Geräusche von außen ab, was hier erfreulicherweise gut gelingt. Laute Geräusche können zwar immer noch wahrnehmbar sein, insgesamt aber ist man beim Musikgenuss oder sonstigem Sound ungestört.

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Mikro-USB-Anschluss für das Ladekabel

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Ladekabel von 1,8m Länge

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USB-Dongle für den kabellosen Gebrauch

Die Inbetriebnahme des Kopfhörers ist recht unkompliziert. Da wir es hier mit einem kabellosen Kopfhörer zu tun haben, stecken wir den USB-Dongle in einen Slot unseres Laptops, schalten unser Headset ein und drücken den Connect-Knopf am Dongle. Nach einigen Sekunden hören wir ein leicht penetrantes Piep-Signal und der Kopfhörer ist verbunden. Sollte der Akku leer werden, wird der Rage einfach mit dem mitgelieferten Mikro-USB-zu-USB-Kabel (der Anschluss am Kopfhörer befindet sich ebenfalls an der linken Ohrmuschel außen) an den PC angeschlossen und schon wird er mit Strom betrieben.

Wie schon beim Vorgänger können wir uns von der Creative-Homepage  übrigens die Sound Blaster Tactic 3D Rage Systemsteuerung herunterladen, die bei erstmaligem Starten sofort das Headset erkennt und neben gewöhnlichen Equalizer-Optionen einige Klangverbesserungen im SBX Prostudio bietet, um das Klangerlebnis für bspw. Filme zu verbessern. Außerdem lassen sich die SB Prism-Einstellungen vornehmen. Dabei kann man die Farbe und die Intensität der konfigurieren, in denen die Außenseiten der Ohrmuscheln leuchten.

Creative Sound Blaster Systemsteuerung 1

Creative Systemsteuerung mit verschiedenen Profilen und Lautstärkekonfiguration

Creative Sound Blaster Systemsteuerung 2

SBX Pro Studio mit Klangverbesserungen

Creative Sound Blaster Systemsteuerung 3

Der frei einstellbare Equalizer mit voreingestellen Profilen

Primär wird das Tactic 3D Rage Headset zwar nicht als Top-Gerät für den audiophilen Genuss beworben, wir werden es aber dennoch einigen musikalischen Tests unterziehen und sehen, ob die ohnehin schon klanglich solide erste Version des Headsets verbessert wurde. Demnach beginnen wir mit etwas Electro und dem kräftigen „Viking“ von Orjan Nilsen. Nicht überrascht stellen wir fest, dass der Tactic 3D Rage, wie schon sein Vorgänger, für seinen Preis ordentlich Power hat. Der kräftige Bass gleich am Anfang bereitet dem Headset absolut keine Probleme. Kein Durchschlagen, keine Übertönung, sondern gekonnte Inszenierung der Tiefen, während die Synthesizer-Sounds genügend Platz haben und auch nicht verschwinden. Man kennt es zwar in höheren Preisklassen schon etwas druckvoller, aber der 3D Rage muss sich dennoch nicht verstecken und liefert mit seiner Tiefendarstellung hier eine nicht zu verachtende Leistung ab und macht mit einem doch recht „umgebenden“ Sound ordentlich Laune. Ähnliches hören wir auch bei Olav Basoski’s „French Kiss“, bei dem der immer schneller werdende Rhythmus in der Mitte des Tracks solide herübergebracht wird und doch eine recht atmosphärische Stimmung entsteht.

Machen wir weiter mit Pink Floyds „Money“, bei dem wir am Anfang gleich den Bass schön präsentiert bekommen. Als dann das Schlagzeug und später die Gitarren sich dazugesellen, sind wir beeindruckt von der vom Tactic 3D regelrecht cool aufgeführten Höhen- und Mittenwiedergabe, bei der zumindest bei angenehmen Lautstärken keines der Instrumente im Hintergrund verloren geht, was wir dann auch im Solo feststellen, wo das Saxophon und dann die E-Gitarre aufspielen können. Leider vermissen wir an der Stelle ein wenig die Räumlichkeit. Das Gesamtklangbild wirkt hin und wieder leicht blechern und man kann so die einzelnen Instrumente nur schwer im Raum zuordnen. Die Band klingt zwar insgesamt nicht schlecht oder verwaschen, die Instrumente präsentieren sich schlichtweg aber nicht sehr homogen, was an der Stelle zwar schade ist, aber bei einem 99 EUR-Kopfhörer kann man schließlich nicht überall hohes Detail erwarten.

Bei „He’s a Pirate“ aus „Fluch der Karibik“ gefällt vor allem am Anfang die angenehm aber bestimmend klingende Zeichnung der Streicher im Vordergrund und auch die Pauken erklingen kraftvoll beim Zuhörer. So erklingt das Gesamtgeschehen wieder stimmungsvoll und reißt den Benutzer sogar etwas mit, auch wenn wir gerne noch einen Grad an Räumlichkeit und dichter Atmosphäre hören würden. Trotzdem stellt der Tactic 3D gute melodische Fähigkeiten unter Beweis, bei denen vor allem vordergründige Instrumente angenehm klingen, gleichzeitig aber werden die Instrumente, die sich eher im Hintergrund einfinden und nicht so prominent vorhanden sind, für ein Headset dieser Preisklasse solide dargestellt und werden von den stärkeren Klangelementen kaum verdrängt, sodass das Gesamtgeschehen vor allem an langsameren Stellen gut zur Geltung kommt. Bei „Swords Crossed“ stellen wir aber leider fest, dass vor allem gegen Ende des Stücks, bei dem schnelle Präzision bei verschiedenen Instrumenten gefragt ist, der Rage stellenweise nicht ganz hinterherkommt und dann beispielsweise die Tiefen den Rest übertönen und es insgesamt etwas verwaschen klingt. Detailreiche Wiedergabe bei schnellen und akustisch komplexen Stücken ist aber grundsätzlich auch in höheren Preisklassen eine sehr herausfordernde Aufgabe und so können wir hier insgesamt trotzdem eine gute Leistung verbuchen.

Zum guten Schluss noch etwas entspannendes mit dem Klassiker „Lookin‘ Out My Backdoor“ von Creedence Clearwater Revival, wobei das Creative Headset wieder einen sehr soliden Auftritt ablegt. Das Schlagzeug und die Gitarren im Zusammenspiel klingen sehr angenehm und auch Frontmann John Fogertys Stimme kommt gut zur Geltung. Im Solo von „Bad Moon Rising“ zeigt der Tactic 3D auch einmal mehr, dass er vor allem die vordergründigen Instrumente detailliert zeichnen kann und fügt später auch die E-Gitarre in Kombination mit dem Gesang gut ein. Uns fehlt nur, wie es bei den vorherigen Beispielen auch schon deutlich wurde, wenn es mehrere Klangebenen gibt, etwas Atmosphäre und Räumlichkeit.

Creative SoundBlaster Tactic 3D V2.0 Rage 2

Nun, mit seinen 99 EUR Kaufpreis war uns im Vorhinein bewusst, dass der Creative Sound Blaster Tactic 3D Rage für Audiophile wohl nicht genug Vielfalt und Detail bietet. Diese werden sich aber ohnehin in einer höheren Preisklasse umschauen. Trotzdem kann auch die zweite Version des Tactic 3D eine klanglich solide Leistung abliefern, wir freuen uns vor allem, dass er seine gute Tiefenwiedergabe beibehalten hat und außerdem, auch wenn es ihm etwas an Räumlichkeit und einer homogeneren Wiedergabe fehlt, hat er durchaus ein angenehmes Klangbild für langsamere, sehr melodische Stücke. Außerdem bietet er mit dem SBX Pro Studio eine ordentliche Software zur weiteren, ohnehin schon sehr praktischen, Bedienung des Headsets und ist sauber verarbeitet. Man sollte aber im Vorhinein wiederum testen, ob er auch komfortabel sitzt, da das Leder in den Ohrmuscheln zwar weich ist, es aber trotzdem nach einer gewissen Nutzungsdauer unbequem werden kann.

Solides Headset mit guter Verarbeitung zum erschwinglichen Preis
sehrgut
Over-Ear-Kopfhörer Mittelklasse
19.01.2015

+ Gute Tiefenwiedergabe
+ Angenehmes Klangbild
+ Sehr praktische Bedienung
+ SBX Pro Studio
+ Wireless

– Tragekomfort sehr vom Benutzer abhängig
– Dichtere Atmosphäre wäre wünschenswert

 

Test: Michael Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 19.01.2015




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