CES 2019 beyerdynamic: XXL-PREVIEW vom Lagoon ANC - nun klanglich praktisch serienreif - und Impressionen vom Xelento Wireless

Bald ist er serienreif: Der neue, 399 EUR kostende beyerdynamic Lagoon ANC, mit zweistufig schaltbarer ANC. Schon von der IFA 2018 schilderten wir erste Klangeindrücke. Oben zu sehen ist die braune Variante. 

Auf der CES hörten wir zahlreiche große Klassiker der Pop-Musik und starteten durch mit "Billie Jean" von Michael Jackson. Hier profilierte sich der Lagoon ANC mit sauberen vokalen Konturen, hier können wir verglichen mit dem Stand IFA 2018 eine Verbesserung bei der vokalen Prägnanz konstatieren.

Zweite Farbversion

War die Stimme zuvor noch etwas mehr im Hintergrund, holt der Lagoon ANC die vokalen Elemente klarer heraus. Auch verbessert wurde die Basswiedergabe, hier nehmen wir mehr Volumen und Tiefgang wahr. Auch die Vehemenz hat sich verstärkt, so dass das gesamte klangliche Erlebnis nun mitreißender ist, ohne je zu fordernd zu werden. Hier bleibt sich beyerdynamic treu: Der Lagoon ANC agiert sehr dynamisch und räumlich dicht, wird aber nie zu schrill oder metallisch. 

Bei "Hotel California" von den Eagles hat uns der Lagoon ANC ausgezeichnet gefallen. Er schafft eine sehr angenehme, dichte Höratmosphäre und gibt Instrumente wie auch Stimmen akkurat wieder. Die Präzision ist bei diesem Song auf einem hohen Level, und die aktive Geräuschunterdrückung, obwohl noch nicht absolut final in der Abstimmung, agiert sehr erfreulich: Kaum störendes Rauschen, keine Beeinträchtigung des Hochtonbereiches. Der Bass ist straff und durchaus hörbar, schiebt sich aber nie zu weit in den Vordergrund. 

Der Phil Collins Klassiker "In The Air Tonight" präsentiert der Lagoon ANC ordentlich, der ganz große Funke möchte bei diesem Stück aber nicht überspringen. Hier wäre noch etwas mehr Feindynamik im Detail angebracht. Vorwerfen lässt sich der sauber verarbeitete und sehr gut sitzende Bluetooth ANC-Kopfhörer nichts, aber hier fehlt uns eine tiefer gehende Emotionalität, die bei den anderen Stücken in größerem Umfang gegeben war. 

Komplett anders der Eindruck beim Toto-Klassiker "Africa": Die Drums direkt zu Beginn gibt der Lagoon ANC hervorragend wieder. Hier ist auch der Tiefgang in absolut korrekter Form hör- und fühlbar. Es gelingt dem Heilbronner Kopfhörer, den Zuhörer komplett in den Bann des Evergreens zu ziehen. Auch die Stimmwiedergabe, die kleinere Facetten sehr gut berücksichtigt, ist zu loben. 

Richtig "ab" geht es bei "Get Lucky" von Daft Punk (featuring Pharrell Williams). Hier hat der Lagoon ANC mit dem forcierten Rhythmus keinerlei Probleme und schiebt in kräftiger Manier an. Die vokalen Elemente werden impulstreu verarbeitet und nahtlos ins akustische Gesamtgefüge integriert. Der Lagoon ANC gibt sich angenehm neutral und griffig, das heißt akustisch homogen und schlüssig, über den gesamten Frequenzbereich. 

Weitere Feststellungen: 

Das Hören in gehobene Lautstärke ist für den Kopfhörer kein Problem. In allen fünf Musikbeispielen mit Gesang trennt der Lagoon ANC Stimmen gelungen von den Instrumenten, ohne die akustische Gesamtharmonie zu stören. Räumlich agiert der Kopfhörer weitläufig, nie erscheint uns die Räumlichkeit drückend oder künstlich aufgeblasen, das war schon beim IFA Prototypen herauszuhören.

Interessanterweise wird die Durchhörbarkeit des Hochtonbereichs selbst durch die zweite, stärkere Stufe der aktiven Geräuschunterdrückung, die sich seitlich an der Ohrmuschel aktivieren lässt, kaum gemindert. Dafür werden Umgebungsgeräusche sehr effektiv unterdrückt, auch bei starkem Lärm kann man noch relativ ungestört hören. 

Komfortabel gepolsterte Ohrmuscheln

Lightguide: Lagoon ist betriebsbereit

Blau bedeutet "linke Seite"

"Rot" für die rechte Seite

Der Lagoon ANC baut recht kompakt

Neues Logo auf den Ohrmuscheln

Zusammen mit dem komfortablen Sitz des Lagoon ANC kann man von einer runden Gesamtleistung sprechen Der Lagoon ANC lässt sich exakt und schnell auf die Kopfgröße des Trägers mittels Verstell-Mechanismus aus Metall einstellen. Das Kopfband ist tadellos gepolstert, ebenfalls die Ohrmuscheln. Die Materialien sind hautsymphatisch und nicht zu schweißtreibend. Neu ist, dass Lichteffekte im Inneren der Ohrmuscheln den Betriebszustand (z.B. orange für "betriebsbereit") oder die Position für die rechte Seite (rot leuchtend) und linke (blau leuchtend) anzeigen (Light Guide). Eine neue Idee, die das Gefühl der Gesamtwerttgkeit steigert. 

Der insgesamt hochwertig verarbeitete Over-Ear-Kopfhörer mit dem neuen markentypischen "Y" auf der Ohrmuschel lässt sich über ein Touchpad auf der rechten Ohrmuschel bequem steuern. Die Lautstärkeregelung arbeitet ziemlich präzise und ist nach sehr kurzer Eingewöhnung einfach zu regeln. Der Kopfhörer ist mit der Beyerdynamic-App auf das Gehör des Trägers justierbar (MOSAYC). Ist der Lagoon ANC dann entsprechend kalibriert, dürfte sich die Klangqualität nochmals steigern lassen. Wir werden, sobald verfügbar, einen Testbericht zum finalen Device verfassen. 

Auch auf der CES wurde das In-Ear-Topmodell Xelento Wireless gezeigt. Keine Neuheit, aber immer wieder schön anzusehen ist dieses nobel verarbeitete Stück Technik. Der Xelento Wireless ist ein audiophiler Tesla In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth-Übertragung (Qualcomm aptX HD und AAC). Die In-Ear-Kapseln beeindrucken mit erstklassiger Materialqualität, das separate Akkugehäuse besteht aus Aluminium. Typisch für beyerdynamic: Der Xelento Wireless ist "made in Germany" und wird in Heilbronn gefertigt.

3-Knopf-Fernbedienung

Edle Materialien

Besonders hochwertiges Kabel

Logo außen auf den Ohrkapseln

Natürlich kommt nur die beste Treiber-Technologie fürs knapp 1.200 EUR kostende Schmuckstück in Frage: Die Miniatur-Tesla-Treiber sorgen für besten Wirkungsgrad und freien, dabei gleichzeitig präzisen Klang. Der Xelento Wireless ist überdies Hi-Res-Audio-zertifiziert und kann demnach hochauflösende Audiodateien auf hohem Level verarbeiten. Er ist auch MOSAYC-kompatibel, die MIY-App für die perfekte Anpassung aufs eigene Gehör (funktioniert großartig, wie Tests von uns mit anderen beyerdynamic-Modellen belegen) kann man kostenlos für Apple iOS und für Android herunterladen.

Übrigens: Möchte man lieber kabelgebunden hören, kann man dies einfach tun, denn ein steckbares Kabel gehört selbstredend ebenso zum Lieferumfang wie eine große Auswahl an Ohr-Passstücken: Insgesamt zehn Größen sind verfügbar, sieben aus Silikon, dir aus speziellem Comply-Foam. So hat, salopp gesagt, jeder Gehörgang den "passenden Deckel" für optimalen Sitz und daraus resultierend perfekten Komfort und exzellentes Hörvergnügen. Integriert ins Verbindungskabel zwischen den beiden In-Ear-Kapseln ist eine 3-Knopf-Fernbedienung. 

Special: Carsten Rampacher
Fotos: Oksana Fritz
Datum: 13. Januar 2019

 

 

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