beyerdynamic analoger Kopfhörerverstärker A 2 – Klassische Noblesse auf höchstem Niveau

 Beyerdynamic A2 2

Das Gerät

Für 1.499 EUR kann sich der anspruchsvolle Headphone-Liebhaber etwas kaufen, was die Klangqualität seines edlen Kopfhörers stets im besten Licht dastehen lässt: Exakt für diesen Betrag gibt es vom Heilbronner Traditionsunternehmen beyerdynamic den Kopfhörerverstärker A 2. Erstmals öffentlich zu bestaunen war er auf der High End 2014 im Mai.

Den Heilbronner Ingenieuren war kaum ein Aufwand zu groß, um den A 2 so auszustatten, dass er für jeden Kopfhörer an Optimum an Signalqualität bieten kann. Die Hauptplatine ist handbestückt, es finden sich ausschließlich langlebige, diskrete Bauteile auf diesem Herzstück des A 2. Kostengünstige integrierte Schaltkreise, die man meistens in einfacheren Kopfhörerverstärkern findet, erfüllen nicht den Qualitätsanspruch, den beyerdynamic an ein echtes akustisches Talent stellt .

Der Aufbau des A 2 mit entsprechend viel Platz zwischen den für den Klang relevanten Elementen sorgt dafür, dass eine gegenseitige Beeinflussung vermieden wird.  Daher sind die höhere Kanaltrennung und die geringe Neigung zum Übersprechen besondere Pluspunkte des A 2.

Ein großer Ringkerntrafo stellt eine unter allen Bedingungen stabile Stromversorgung sicher. Laut beyerdynamic verfügt der A 2 als einziges Modell am Markt über separate Anpassungen an die Impedanz und an die Empfindlichkeit des angeschlossenen Kopfhörers. Dies funktioniert folgendermaßen: Über Schiebeschalter an der Unterseite kann die Ausgangsimpedanz entsprechend der Impedanz des verwendeten Kopfhörers eingestellt werden. Dadurch lassen sich Hörer zwischen 16 und 600 Ohm optimal am A 2 betreiben – ohne, dass es zu Verzerrungen bei hohen Lautstärken kommt. Zusätzlich ist noch ein Empfindlichkeitswahlschalter vorhanden, dieser dient zur Pegelanpassung der aktuell angeschlossenen Quelle und des Kopfhörers, so dass die Lautstärkeeinstellung über den Pegelregler auf der Frontblende immer in einem weiten, exakt gestaffelten Bereich erfolgen kann.

Beyerdynamic A2 Bedienelemente Front2

Nobel-zurückhaltendes Design, hochwertiger Lautstärkedrehregler

Beyerdynamic A2 Verarbeitung

Feines Aluminium schmückt das Gehäuse

Beyerdynamic A2 Rueckseite Seitlich2

Rückseite komplett

Zur Einstellung der Hörlautstärke ist ein besonders hochwertiges ALPS-Potentiometer mit hohem Kanalgleichlauf an Bord. Ein zusätzlicher Motor erlaubt die besonders feinfühlige, stufenlose Regelung der Lautstärke. Mitgeliefert ist auch eine Fernbedienung im edlen Alu-Gehäuse – im Gegensatz zum „Made In Germany“ Hauptgerät kommt diese aber aus China und sieht der Remote der Apple TV Box zum Verwechseln ähnlich.

Beyerdynamic A2 Oberseite

Glasplatte oben

Beyerdynamic A2 Rueckseite Seitlich1

Exklusiver Auftritt aus jedem Blickwinkel

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In warmes Licht getauchtes Innenleben

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Innenleben komplett

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Pioneer Netzwerkplayer N-50 als Zuspieler

Optisch präsentiert sich der A 2 als schlicht und hochwertig, Ein nahtlos gerarbeiteter Alu-Rahmen zieht sich beinahe um das gesamte Gerät. Highlight ist die bündig in die Oberseite eingelassene, anthrazit getönte Glasplatte, durch das schon beinahe legendäre beyerdynamic Schallwellen-Logo bekommt man Einblick ins Innenleben. Leuchtdioden tauchen den Platinenaufbau in warmes Licht, was besonders edel wirkt – so ist der A 2 auch im noblen Wohnambiente eine echte Bereicherung und erscheint nie deplatziert. Der Kopfhörerverstärker verzichtet entgegen aktuellen Trends auf eingebaute digitale Schaltungen und ist aus diesem Grund speziell für Musikliebhaber, die bereits einen DAC besitzen oder aber keinen benötigen, die richtige Wahl. Wir haben eine ganz spezielle Kette zusammen mit dem Pioneer Netzwerkplayer N-50 aufgebaut, um die Güte des A 2 bei der Zuspielung von HiRes Audiodateien zu überprüfen. 

Beyerdynamic A2 Anschluesse Rueckseite

Zwei Cinch-Eingänge, ein Cinch-Ausgang

Beyerdynamic A2 Bedienelemente Front1

Hochwertige Buchsen zum kontaktsicheren Anschluss von Headphones

Beyerdynamic A2 Fernbedienung

Kleine, sauber verarbeitete Fernbedienung

Zum Anschluss von Quellen stehen zwei Stereo-Cinch-Eingänge bereit, die über die orange hinterleuchteten Eingangswahltasten an der Front oder auf der Fernbedienung umgeschaltet werden können. Ein durchgeschleifter analoger Hochpegelausgang ermöglicht die komfortable Einbindung des A 2 in eine vorhandene HiFi-Kette. Auf der Front sind zwei 6,35 mm Neutrik-Klinkenbuchsen zum Anschluss von Kopfhörern vorhanden. Im Standby-Betrieb braucht der A 2 weniger als 0,45 Watt.

Beyerdynamic A2 4

Kopfhörerständer aus Aluminium im Lieferumfang

Als spezielles Extra liegt jedem dieser Kopfhörerverstärker ein stabiler Kopfhörer-Haltebügel aus Aluminium bei, der an der Unterseite befestigt werden kann. So bietet der A 2 zugleich eine praktische Aufbewahrungslösung und hält den Kopfhörer stets griffbereit. Der Preis des A 2 liegt bei 1.490 EUR.

Klang

Akustisch waren wir sehr gespannt. Auch wenn sich der A 2 durch seine konsequent analoge Auslegung modischen Features wie einem USB-DAC widersetzt, konnten wir dem optisch wunderschönen Gerät nicht das Management von hochauflösenden Audiodateien ersparen. Wir starten gleich durch und hören im Format FLAC Dateien mit 88,2/96/192 kHz. Bei „Dronning Fjellrose“ der norwegischen Akustik-Jazzer des Hoff Ensemble begeistert der A 2 mit feinster Auflösung und einem extrem frei aufspielenden Hochtonbereich.

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Ultrasone Edition 12 

In Verbindung mit unserem Ultrasone Edition 12 läuft er zu großer Form auf und beschreibt einen klar definierten, vielschichtigen virtuellen Raum, in dem jedes Instrument seinen genau zugewiesenen Platz hat. Die Vocals werden fließend, gleichzeitig charismatisch, in das tonale Gesamtgefüge integriert. Die Anschlagdynamik sowie das Nachklingen beim Klavier werden filigran und sorgfältig herausgearbeitet.

Bei „Stille, Stille, kommer vi“, dem nächsten Titel auf dem Album „Quiet Winter Nights“ stellt der A 2 wiederum seine Fähigkeit, akustische Gebilde mit messerscharfer Präzision zu präsentieren, unter Beweis. Die Blasinstrumente, das Piano und die weibliche Gesangsstimme gehen eine harmonische, exakt durchstrukturierte Verbindung ein. Kleine Details in hinteren akustischen Ebenen werden vom beyerdynamic Kopfhörerverstärker lebendig und klar herausgestellt. 

Diana Kralls „Gentle Rain“ ertönt mit genau ausgeformten Tastenschlägen des Klaviers. Man kann den Pianisten förmlich vor sich sehen – und auch Diana, als sie kurze Zeit später ihre Stimme erhebt. Jedes charakteristische Detail in der Stimme arbeitet der A 2 heraus – selten haben wir so direkt, so unverfälscht gehört. Mit dem Ultrasone Edition 12 und dessen transparenter, genau ausbalancierter akustischer Auslegung hat der A 2 einen absolut passenden hochkarätigen Spielpartner an seiner Seite – so macht das Hören von Jazz nicht nur Spaß, sondern fesselt den Hörer gänzlich.

Man hat den Eindruck, tief in das musikalische Geschehen einzutauchen und Musik nicht lediglich zu hören, sondern zu „leben“, zu „atmen“. Man fühlt sich, und das kommt selten vor, komplett umgeben von feinster Akustik, und man ist in der Lage, alles, was sonst passiert, komplett zu vergessen. Das Zupfen der Saiten, feine akustische Elemente im Hintergrund, all dies erweckt der A 2 zu einem fein dosierten Leben – der extrem anspruchsvolle Zuhörer wird selbst den enormen Kaufpreis, der für den A 2 aufgerufen wird, rasch vergessen. Und auch bei „Miss You So“, wiederum von Diana Krall, legt sich der A 2 mächtig „ins Zeug“, um klar zu machen, dass er zu den besten erhältlichen Kopfhörerverstärkern gehört.

Unbedarften Hörern wird sein enormes Können nicht gänzlich verborgen bleiben – dazu klingt der A 2 einfach augenscheinlich zu gut. Aber dieser ungemein reichhaltige, gleichzeitig aber nicht künstlich aufgedickte, sondern strikt authentische Sound mit seinen unzähligen Details ist etwas für den Kenner. Kein Hörer mit normalem bis leicht gehobenen Anspruch wird begreifen, was er hier gerade vernimmt. Der sehr erfahrene Hörer, der vielleicht auch schon verschiedene edle Kopfhörer und passende Kopfhörerverstärker sein Eigen nennt, wird sich hingegen verwundert die Augen reiben: So natürlich, so selbstverständlich, so luftig und so souverän – der A 2 begeistert durch und durch, besonders beim instrumentalen Solo, wesentlich vom Klavier getragen: Hier stellt er kleinste dynamische Differenzen beim Betätigen der Tasten so sauber heraus, als gäbe es nichts einfacheres.

In eine ganz andere musikalische Richtung weist „Diamante“ von Sandra&Tony Alessi. Italienisch-emotional geht es hier zu, mit weiblicher und männlicher Gesangsstimme, die mit Tiefgang vom A 2 vorgetragen wird. Das virtuose instrumentale Spiel kommt ebenso hervorragend heraus – die gebotene Räumlichkeit ist so real, dass man, wenn man die Augen schließt, von einem Auftritt des Duos direkt im eigenen Wohnzimmer ausgehen könnte. Absolut linear, ohne unpassende Über- oder Unterbetonung von einzelnen Frequenzbereichen wird hier ein direkter Hörgenuss offeriert, der mit seinem 360 Grad-Panorama fesselt. Der Hochtonbereich ist strahlend, klar, aber nie aggressiv. Meisterhaft handhabt der A 2 die Stimmen „im Grenzbereich“, wenn sie richtig loslegen. Oftmals wurde dieses Stück mit leicht blechernem oder verzerrten Gesamteindruck wiedergegeben – wie es wirklich geht, zeigt uns der A 2. 

Das erste Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert KV 218 ist ein Paradebeispiel für das faszinierende Werken des A 2. Die Violine ist bezüglich der Durchhörbarkeit exzellent getroffen, jede kleine Bewegung der Spielerin bezüglich der Saiten des Instruments kommt akustisch impulstreu heraus. Der Einsatz des gesamten Orchester ist stets von Schnelligkeit und Klarheit geprägt. Die Sitzpositionen der Musiker, die einzelne Instrumentengruppen bedienen, ist im virtuellen Raum exakt definiert. Das Liebliche, gleichzeitig Schwungvolle dieses Allegros wird auf natürliche, ungefilterte Weise vom beyerdynamic A 2 übermittelt. 

Doch der A 2 kommt auch mit Punkrock blendend zurecht – ein echtes Universaltalent, das begeistert ungemein. Bei „Hello Cruel World“ von Bad Religion bietet er ein erstklassiges, straffes Bassfundament, es geht mit Nachdruck voran – daran lässt der A 2 keine Sekunde einen Zweifel. Die fetzige E-Gitarre, das Schlagzeug und die Vocals werden in herausragender Detaillierung wiedergegeben – das Hi-Hat strahlt besonders die für den A 2 typische Präzision aus. Treffsicher, glasklar klingend, macht hier das Zuhören extrem viel Freude.

Und mit der franzözischen Kult-Formation Daft Punk gibt es auch keine Berührungsängste – „easy“, mit Verve, richtig kräftigem Bassbereich ertönt „Get Lucky“ – so gut haben wir den Song bislang kaum wahrnehmen. Man sollte dem A 2 nur – eine große Bitte an alle stolzen Besitzer – einen richtig potenten Kopfhörer zur Seite stellen. Sucht man einen solchen, kann man neben beyerdynamic-Modellen auch auf Headphones der exklusiven deutschen Manufaktur Ultrasone gehen – mit edler Technik und tollem, räumlichen Klang sind diese Modelle bestens geeignet, die Vorzüge des A 2 zu übermitteln. 

Fazit

Beyerdynamic A2 1

Der beyerdynamic A 2 erfüllt souverän höchste Anforderungen an die Klangqualität. Mit streng selektierten Bauteilen sowie erstklassigem Aufbau schafft er ideale Rahmenbedingungen, um auch feinste akustische Nuancen herauszuarbeiten. Gerade in Verbindung mit edlen Headphones kann er sich bestens profilieren. Dass er rein analog arbeitet und er somit nicht als USB-DAC dienen kann, ist zu verschmerzen – oftmals werden potentielle Käufer auch schon ein entsprechendes Device besitzen und sind daher nicht auf einen USB D/A-Konverter im Kopfhörerverstärker angewiesen.

beyerdynamics fein geschliffener Diamant: Der Kopfhörerverstärker A 2 brilliert mit facettenreichem Klang und höchster Dynamik
referenz
Kopfhörerverstärker
Test 25. August 2014

+ Extrem gute Feindynamik
+ Überragende Räumlichkeit
+ Transparenter, brillanter Hochtonbereich
+ Enorm straffer, impulstreuer Bass
+ Erstklassige Verarbeitung und edle Baugruppen

– Kein USB-DAC an Bord

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25. August 2014




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