TEST: Auna Vertical W – Eleganter Wireless-Lautsprecher fürs Wohnzimmer

Auna Vertical W Front Seitlich1

Erneut besucht uns ein Vertreter der Berliner Audio- und HiFi-Marke Auna in der Redaktion, diesmal der Auna Vertical W Design-Lautsprecher. Dieser für knapp 130 EUR erhältliche Speaker kommt auf einem Metallstandfuß daher und bringt zur vielseitigen Benutzung mehrere Anschlüsse und Features mit sich, die ihn Musik via USB-, MicroSD , AUX oder drahtlos über das Heimnetzwerk abspielen lassen. Er kommt als Vertical W1 in schwarz und als Vertical W2 in Grau-Weiß. Für guten Klang sollen ein 13 cm Tieftöner sowie aufeinander abgestimmte Hoch- und Mitteltöner bei einer Effektivleistung von 50 Watt sorgen, wobei der Lautsprecher sich durch sein relativ kompaktes und unaufdringliches Erscheinungsbild in moderne wie auch klassische Locations perfekt einfügen soll. Wie gut der Vertical W seine Dienste verrichtet und ob er eine gute Alternative zu anderen Wohnzimmerlautsprechern darstellt, wollen wir im Folgenden untersuchen.

Auna Vertical W Verarbeitung3

Das Gehäuse ist foliert und mit einer Stoffabdeckung versehen

Auna Vertical W Verarbeitung1

Rückseite mit Bassreflexöffnung

Zunächst einmal befestigen wir den Lautsprecher am mitgelieferten Metallständer. Dies geht ganz problemlos, indem wir die Basisplatte unten am Standfuß anschrauben und anschließend das Konstrukt an der Öffnung unten am Lautsprecher festziehen. Die dafür benötigten Schrauben sind bequemerweise gleich im Lieferumfang enthalten. Der Standfuß ist im Übrigen aus Edelstahl und verleiht dem W sowohl solide Stabilität als auch einen eleganten, hochwertigen Look. Klar, bei einem Gestell von 89 cm Höhe (Standfuß + Lautsprecher) wackelt das Ganze natürlich etwas, wenn man daran stößt, trotzdem steht die Konstruktion stabil am Boden. Bei einem Gewicht von 5,7 kg lässt sich der Lautsprecher auch ohne Schwierigkeiten von einen Ort zum anderen tragen und sollte man einen längeren Transportweg haben, ist die Demontage des Gestells einfach zu handhaben.

Das Lautsprechergehäuse ist aus Holz und wurde, wenn auch nicht an jeder Stelle absolut perfekt, foliert. Für die Preisklasse ist eine Folierung durchaus angemessen und dank abgerundeter Kanten wirkt das Ganze auch sehr ordentlich. Sauber schließt sich die nicht abnehmbare, graue Lautsprecherabdeckung an das Gehäuse an. Die Abdeckung besteht aus Stoff und verdeckt zwei 7 cm Breitbandlautsprecher mit einem 2,5 cm Hochtöner sowie den 13 cm Tieftöner. Wem das Grau etwas zu schlicht oder gar trist ist, für den ist der W1 außerdem noch in komplettem Schwarz erhältlich. Der Frequenzgang liegt zwischen 20 Hz und 22 kHz.

Auna Vertical W Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung

An der Rückseite finden wir zum einen im oberen Bereich die Basssreflexöffnung und zum anderen unten verschiedene Anschlüssse. Ganz links sehen wir den MicroSD-Slot, von dem im Local-Modus des Lautsprechers Musik abgespielt werden kann, daneben wiederum der klassische 3,5mm Line In-Anschluss für die direkte Verbindung von bspw. einem MP3-Player und schließlich die WPS-Taste. Ganz rechts ist der USB-Slot, der die gleiche Funktion bietet wie der MicroSD-Slot. Unterstützte Dateitypen sind dabei MP3 und WMA. Hinten ist im Übrigen auch der Stromanschluss, das Netzteil ist hierbei extern ausgeführt und im Lieferumfang enthalten.

Auna Vertical W Bedienelemente Oberseite

Bedienelemente an der Oberseite

Auna Vertical W Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse Rückseite

Und schließlich bleibt eigentlich nur noch die Oberseite, auf der sich die Bedienelemente befinden. Schön und praktisch hätten wir es gefunden, wenn zusätzlich zu den an der Oberseite befindlichen Knöpfen auch noch eine Fernbedienung im Lieferumfang enthalten gewesen wäre. Klar, es handelt sich nur um vier Tasten und die Lautstärke kann je nach Modus auch bspw. vom Smartphone gesteuert werden, aber wenn Musik vom USB-Stick abgespielt wird, ist es doch leicht ärgerlich, für jede Lautstärkejustierung sich zum Vertical W begeben zu müssen. Nun, wir finden wie gesagt vier Tasten, nämlich den Power-Knopf, der im Local-Modus (also beim Zuspiel von einer MicroSD-Karte oder einem USB-Stick) auch als Play-/Pause-Button fungiert. Links und rechts darunter können wir die Lautstärke verringern und erhöhen und mit der unteren AP-/STA-Taste wechselt man durch die verschiedenen Modi. Die Tasten selber sind gut verarbeitet, die AP-/STA-Taste und die Leiser-Taste brauchen bei uns allerdings etwas mehr Druck, um sie zu betätigen. Dies kann aber auch von Exemplar zu Exemplar unterschiedlich ausfallen. In welchem Modus man sich befindet, erkennt man an den LEDs, wobei die „Work“-LED im Local Modus und die „Aux“-LED bei einem extern angeschlossenen Gerät leuchtet. Die WiFi-LED in der Mitte leuchtet im AP-Modus (der Lautsprecher ist direkt mit einem anderen Gerät per WLAN verbunden) und blinkt im STA-Modus (Lautsprecher ist über ein WLAN-fähiges Gerät mit dem Router verbunden).

Drückt man die AP-/STA-Taste kurz, so wechselt man zwischen dem Local-Mode, dem Aux-Mode und dem AP-/STA-Modus hin und her. Ist man im AP-/STA-Modus und drückt die Taste lang, wird zwischen dem AP- und dem STA-Modus gewechselt. Der Lautsprecher fordert dann per Computerstimme dazu auf, eine WLAN-Verbindung mit dem Smartphone, Laptop o.Ä. herzustellen. Möchte man dann den Lautsprecher noch ins WLAN-Netzwerk des Routers einbinden, gibt man im Browser die IP-Adresse 192.168.10.1 und kann dort, ähnlich wie in einer Router-Konfiguration, das Produkt mit dem Router verbinden und ins Heimnetzwerk einbinden. Wir haben dies mit unserem Smartphone durchgeführt und spielen dem Vertical W jetzt, wie in der Anleitung beschrieben, über die kostenlose BubbleUPnP-App Musik zu.

Auna Vertical W Front Seitlich2

Wir beleuchten die akustische Performance des Vertical W von Auna

Wir starten dabei mit etwas Elektronischem, hier haben wir uns für den 2009er Track „Strobe“ vom kanadischen Produzenten Deadmau5 entschieden. Was uns bei dem sehr langsamen und entspannenden Intro gut gefällt, ist das Klangvolumen. Spontan sind wir überrascht, weil zumindest von den vordergründigen Klangelemente, also hauptsächlich die melodischen Synthesizer-Sounds, ein verhältnismäßig voller Klang ausgeht, den wir von so einem kleinen Lautsprecher nicht erwartet hätten. Wir müssen aber etwas auf den Hintergrund Acht geben, da hier schon der eine oder andere Sound nicht mehr ganz so deutlich erklingt, was wohl vor Allem an den verschiedenen Ambient-Effekten liegt, die Deadmau5 im Intro verwendet. Als dann nach etwa drei Minuten der Kickbass einsetzt, sind wir auch hier positiv überrascht. Bei den Tiefen lässt sich der W nicht lumpen, sondern zeigt durchaus Kraft. Klar, wir können keine präzise-kräftige Wiedergabe aus einem 130 EUR Speaker erwarten, aber dennoch muss er sich bezüglich seines Tiefgangs nicht verstecken. Teilweise aber klingt z.B. der Kickbass fast schon ein bisschen zu aufgesetzt. Nicht dass der Tieftöner durchschlägt, oder andere Soundeffekte im Hintergrund verloren gehen, aber das Gesamtklangbild wirkt nicht mehr ganz so dynamisch, so als würde der Bass sich zu sehr in Szene setzen wollen und zu voll erklingen. Zugegeben ist Deadmau5 aber auch ein Künstler, der sehr viel Wert auf kräftigen Bass legt.

Wenn wir kurz „Contact“ vom DJ-Duo Daft Punk auflegen, gefällt uns nach ca. einer Minute das „Keyboard“, welches wieder prominent in Szene gesetzt wird, wobei auch diesmal der Bass nicht stark überbetont klingt. Das Schlagzeug wird ebenfalls ordentlich dargestellt, so setzt sich bspw. die oft gebrauchte Hi-Hat immer noch gut gegen den Bass durch. Trotzdem wird es dem Vertical W vor allem gegen Ende des Liedes doch etwas zu viel, weil einfach zu viel Klanggeschehen auf einmal vorhanden ist. Logisch, dass wir hier nicht so viel Detail oder keine überragende Standhaftigkeit erwarten können, trotzdem aufgrund kräftiger Basswiedergabe eine zufriedenstellende Leistung des Vertical W bisher.

Gehen wir zu etwas besonders Emotionalem über und besuchen den Grafen mit „Geboren, um zu leben“. Dessen Stimme wird zwar zurückhaltend, aber zuverlässig dargestellt, selbst im Refrain, wo die Band doch kräftig aufspielt. Ein Minuspunkt ist aber gerade bei komplexeren Teilen, also bspw. hier das Ende mit dem Kinderchor und der Band, vor allem die eher eindimensionale Performance. Klar, ein einzelner Standlautsprecher dieser Größe muss nicht alles können, trotzdem würden wir uns durchaus einen atmosphärischeren Klang, der eine gewisse Räumlichkeit und mehr Substanz in den Mitten liefern würde, wünschen. Beim zur letztjährigen Fußball-WM sehr beliebten „Love Runs Out“ stellen wir ähnliches fest, nur dass uns hier vor allem in den Strophen die Darstellung der Band etwas besser gefällt, weil sie zumindest etwas klarer zum Tragen kommt. Wir vermissen zwar immer noch einen gewissen Grad an Räumlichkeit, aber die einzelnen Instrumente, wenn auch nicht immer klar unterscheidbar, erklingen einen Tick lebendiger als noch bei Unheilig.

Wir muten dem Auna-Speaker noch ein wenig Orchestermusik zu und spielen ihm „Apotheosis“ aus dem Soundtrack von „Journey“ zu. Insgesamt gefällt uns an der Performance hier, dass es zu keiner Übersteuerung oder spitzen Tönen kommt. Die Höhen klingen recht harmonisch und auch bei den Kontrabässen kann der Design-Aktivschallwandler gut aufspielen. Dass eine Bassstärke vorhanden ist, wissen wir ja bereits. Das Gesamtklangbild zeigt sich also als angenehm, wenn auch durch die zurückhaltende Performance vor allem im Mittenbereich etwas leblos. „The Road of Trials“ aus dem gleichen Soundtrack ertönt schon allein durch seine weniger ernsthafte und verspieltere Natur einiges lebendiger und farbiger, was vor allem den nett gezeichneten Querflöten und dem prominenten Cello zu verdanken ist, wobei auch gegen Ende die Geigen ordentlich in Szene gesetzt werden und sich gut einfügen. Gerade bei solch einem Stück aber ist es schwierig, die komplette Substanz herauszuholen und in dieser Preisklasse schlichtweg nicht möglich, was sich am fehlenden Klangvolumen zwar zeigt, aber insgesamt finden wir keine unangenehme Wiedergabe oder ähnliche Fehler.

Zum guten Schluss noch den Klassiker „Money“ von Pink Floyd. Am Anfang merken wir sofort wieder, dass der Bass die Stärke des Vertical W ist. Roger Waters Bassintro ist sehr prominent und für einen Lautsprecher dieser Größe vor allem kräftig umgesetzt. So kommt hier sogar etwas mehr Stimmung beim Test auf als bei den vorherigen Beispielen, besonders im Solo, wo das Saxophon aufspielt und auch das Schlagzeug ist durchgehend deutlich zu hören. Die Tiefen unterstützen hier gut den Rest des Stücks und verleihen der Wiedergabe eine bessere Atmosphäre.

Fazit

Auna Vertical W Front Seitlich2

Der Auna Vertical W ist ein einfach zu bedienender und für die Preisklasse absolut angemessen verarbeiteter Lautsprecher. Der Fuß aus Edelstahl verleiht dem Gerät mit eher klassischer Optik einen schicken und eleganten Look. Er lässt sich kabellos ins Heimnetzwerk einbinden und kann dann als Wiedergabegerät für Streaming-Musikdateien verwendet werden. Dies geschieht auch alles reibungslos, sofern man die richtige Anwendung hierfür verwendet, bei Android beispielsweise BubbleUPnP. Klanglich sind wir von der Basskraft beeindruckt gewesen, die für solch einen Lautsprecher durchaus beachtlich ist, Abzüge gibt es allerdings in akustisch komplexeren Gefilden, die weniger Basskraft, sondern mehr Dynamik in den Höhen und Mitten abverlangen. Dadurch klingt die Wiedergabe nicht so lebendig. Dennoch, für 130 EUR eignet sich der W1 durchaus als Lautsprecher, um dem nett eingerichteten Wohnzimmer nebenbei ein wenig vergnüglichen Klang zu verleihen.

Der Auna Vertical W offeriert zum günstigen Kaufpreis eine schicke Optik, eine gute Ausstattung und einen ordentlichen Klang
sehrgut
03.02.2015

+ Für die Preisklasse saubere Verarbeitung
+ Starke Basswiedergabe
+ Platzsparend und stabil
+ Musikstreaming über WLAN

– Streaming an bestimmte Apps gebunden, kein Bluetooth
– Klangbild könnte etwas mehr Gesamtdynamik vertragen

 

Test: Michael Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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