Auna Soundstorm Boombox – Die Wiedergeburt des Ghettoblasters?

Auna Soundstorm Front Seitlich2

Mit der Soundstorm Boombox bringt der in Berlin ansässige Vertrieb Auna die „Wiedergeburt des klassischen Ghettoblasters“ auf den Markt, wie uns auf der entsprechenden Produktseite versprochen wird. Tatsächlich bietet der Soundstorm neben seinem Ghettoblaster-Design eine Hand voll an technischen Funktionen, die sowohl für Musiker als auch für Musikfreunde, die etwas für die eine oder andere Party suchen, interessant sein dürften. Abgesehen von mehreren möglichen Quellen für die Audiowiedergabe wie USB, via Aux oder UKW-Radio und natürlich Bluetooth, kann die Box auch als Gitarrenverstärker verwendet werden und hat zudem einen Mikrofon-Anschluss mit möglichem Echo-Effekt. All dies kann mit separaten Reglern gesteuert werden. Außerdem soll er mit seinem Schultergurt leicht transportiert und auch mobil im Akkubetrieb verwendet werden können. Die Soundstorm Boombox ist zum Preis von ca. 165 EUR erhältlich.

Auna Soundstorm Detail Oberseite

Die Oberfläche des Soundstorm mit Schriftzug

Auna Soundstorm Rueckseite Seitlich1

Rückseite mit Standfuß

Auna Soundstorm Bassreflexrohre

Bassreflexrohre im Detail

Auna Soundstorm Akku

Akkufach an der Unterseite

Der Soundstorm macht in unserer Redaktion durch seine untypische „Turbinen-Optik“ mit Abmessungen von 63 x 26,5 x 26cm eine gute Figur, wenn sie auch etwas extravagant wirkt und sich gediegenere Persönlichkeiten davon vermutlich weniger angesprochen fühlen. Die Oberfläche des Gehäuses ist komplett gummiert, nur oben sind ein paar mit Stoff bespannte Elemente in orange gehalten (alternativ auch in blau erhältlich). An den beiden Seiten befinden sich die Membranen mit akustiksensitiven LEDs, die passend zur Musik rot aufleuchten. Unten wiederum sind zwei Metallstangen, mit denen der Soundstorm stabil am Boden stehen kann. Nicht benötigt werden diese beim Transportieren des 8kg schweren Gerätes, wofür ein Schultergurt oben befestigt ist, der bei längerer fest stehender Benutzung auch abgenommen werden kann.

Auna Soundstorm Bestueckung

Lautsprecher an den Seiten mit Bestückung

Auna Soundstorm Beleuchtung1

Lautsprecher mit Beleuchtung

Auna Soundstorm Bedienelemente Display2

Bedienelemente und Anschlüsse mit Display

An der Front sehen wir die Bedienelemente des Soundstorms. Dazu gehören ein kleines LCD-Display, darunter sechs kleine Tasten zum Liedwechseln, Pausieren, den 2-Band-Equalizer (Bass und Treble) zu regulieren, die USB-Recording-Funktion für das Abgespielte oder vom Mikrofon zu aktivieren sowie eine Taste, um durch die Audioquellen zu wechseln. Die Tasten haben alle einen angenehmen Druckpunkt und lassen sich problemlos bedienen. Darunter wiederum sind der Power-Schalter, der Anschluss für den mitgelieferten Netzadapter, ein USB-Slot, ein 3,5mm Klinkenanschluss und LED-Leuchten für die Akkuanzeige und die Bluetooth-Aktivität sowie zwei 6,3mm Anschlüsse für Gitarre und Mikrofon. Rechts darüber sind drei Drehregler für Wiedergabelautstärke, die Stärke des Echos und die Lautstärke des Mikrofons. Die Regler sind ebenfalls sehr angenehm zu bedienen, wenn sie auch etwas unrund laufen. Der Soundstorm bietet also eine Varietät an Anschlüssen und Funktionen, wir müssen allerdings festhalten, dass die Bedienung leichter wäre, wenn die Steuerung leicht nach oben versetzt am Gerät angebracht wäre, da man für gewöhnlich nicht direkt am Boden vor dem Soundstorm sitzt.
Sobald man den Soundstorm am Power-Schalter aktiviert und in den Bluetooth-Modus wechselt, blinkt die blaue LED und die Box lässt sich problemlos sowie schnell mit dem Smartphone oder anderen Bluetooth-fähigen Geräten verbinden, woraufhin die LED kontinuierlich leuchtet. Nach dem Verbindungsaufbau kann ein geringes Grundrauschen vereinzelt auftreten, meist verschwindet es aber schnell wieder und ist nicht mehr zu hören.

Klang

Starten wir also mit dem Klangtest der über zwei Mal 40 Watt effektiver Leistung verfügenden Soundstorm Boombox und beginnen mit „Contact“ vom französischen DJ-Team Daft Punk. Als nach ca. einer Minute das E-Piano einsteigt, fällt uns gleich das Volumen auf, das von der Boombox ausgestrahlt wird. Die raumfüllenden Klänge werden außerordentlich gut herausgearbeitet und auch die regelrecht dröhnenden Sounds gegen Ende kommen mit Nachdruck beim Zuhörer an. Wir müssen an der Stelle jedoch betonen, dass sowohl unser Smartphone als auch der Soundstorm recht schnell auf die maximale Lautstärke gedreht wurden. Eine riesige Fläche wird wohl nicht mit Musik beschallt werden können. Allerdings sprechen wir hier immer noch von einem „Ghettoblaster“ für 160 EUR, und eine größere Fläche mit Klang zu füllen, ist so oder so keine leichte Aufgabe. Abgesehen davon und unter Gesichtspunkten eines kompletten, portablen Musiksystems aber liefert der Soundstorm bisher eine sehr solide und vor allem stimmungsvolle Performance ab. Beim Test anderer Trance & Techno-Tracks, wie bspw. dem Tiesto Remix von Tegan & Saras „Back In Your Head“ stellen wir aber fest, dass hin und wieder der Kickbass einen Hauch mehr Power gebrauchen könnte. Nach einer geschwinden Justierung in den Bass/Treble-Einstellungen ist das aber erledigt und der gewünschte Nachdruck wird geliefert.

Bei „Mirror Mirror“ von der deutschen Metalband Blind Guardian stellt die Boombox unter Beweis, dass sie auch andere Qualitäten besitzt, als nur stimmungsvolle Musik zu präsentieren. Die Vocals von Hansi Kürsch zeigt der Blaster deutlich auf, vergisst aber nicht, diese ins restliche Klangbild einzubetten, wodurch sich eine homogene Kombination des Gesangs und der Instrumente ergibt. Auch die E-Gitarre inszeniert der Soundstorm gekonnt in den Kontext der Band. Ein Negativpunkt, was uns vorhin bei Daft Punk besser gefallen hat: Es kommen zwar alle Klangelemente wie das Schlagzeug, der Gesang, die Gitarren usw. gleichmäßig zur Geltung und sind gut hörbar, wir vermissen aber stellenweise noch eine gewisse räumliche Dynamik, bei der das gesamte Klangbild etwas umgebender wirkt. Trotzdem ist auch hier ein solider Auftritt der Boombox zu verbuchen, mit homogener Instrumental- und Vokaltrennung sowie zuverlässiger Aufteilung der einzelnen Instrumente.

Kommen wir zu etwas Melodischerem und dem von Trevor Morris komponierten Main Theme zum neuen Rollenspiel „Dragon Age: Inquisition“. Und das gefällt, wie wir vor allem beim Einsatz der Pauken am Anfang bemerken. So kommt bei uns in der Redaktion schnell Atmosphäre auf, vor allem, wenn danach noch die epischen Streicher einsetzen und von der Boombox sehr solide eingebunden werden. Gleiches zu verbuchen ist beim Stück „Journey to Skyhold“, welches durchgehend schneller wird. Der Soundstorm lässt sich davon aber nicht ermüden und inszeniert so die immer schneller werdenden Streicher und Blasinstrumente ohne weitere Probleme. An besonders aufwendigen und schnellen Stellen, bei denen alle Instrumente des Orchesters zusammen und kraftvoll auftreten müssen, kann dem Auna dennoch einmal die Puste ausgehen, worauf manche Sounds dann im Hintergrund verschwinden können. Als kleine Abhilfe dient dazu der 2-Band-Equalizer, ganz vermeiden lässt sich aber an besonders schwierigen Stellen ein kleiner Detailverlust in dieser Preisklasse nun einmal nicht.

Zu guter Letzt noch etwas Entspannendes mit Marlon Roudette und „When The Beat Drops Out“. Auch dabei kann die Boombox eine solide Performance zeigen. Marlons Stimme klingt so sanft, wie sie klingen soll und auch das durchgehend begleitende Xylophon weiß der Soundstorm mit Leichtigkeit zu inszenieren. Dabei werden keinerlei mittlere, hohe oder sonstige Klänge bevorzugt oder gehen verloren. Es bietet sich aber wiederum an, am Equalizer etwas zu spielen, da wir feststellen, dass der Auna hin und wieder dröhnen kann, wenn die Tiefen zu sehr betont werden.
Wiederum Positives, was das Klangvolumen angeht, können wir vom Sommerhit „Prayer in C“ von Robin Schulz berichten. Scheinbar weiß der Soundstorm bei elektronischen Liedern, wie er Räumlichkeit zu erzeugen hat, da hier der Klang allgemein „umgebender“ wirkt als noch vorhin bei Blind Guardian. Der Synthesizer zusammen mit Lilly Woods Stimme und der doch sehr prominenten, sommerlichen Gitarre werden dynamisch dargestellt und verleihen der Redaktion sogar ein wenig Sommerfeeling.

Auna Soundstorm Front Seitlich4

Mit ihren 160 EUR ist die Auna Soundstorm Boombox für ihre Leistung ein für den Geldbeutel freundliches Gerät und hat zudem noch eine gute Verarbeitung mit selten gesehenem Design und einfache Bedienung. Ob Auna damit die angekündigte „Wiederkehr des Ghettoblasters“ durchsetzen kann, bleibt abzuwarten, für sich genommen jedoch kann der Soundstorm mit guter Instrumental- und Vokaltrennung sowie einer stimmungsvollen Wiedergabe, gerade bei elektronischer Musik, überzeugen. Wir würden uns hin und wieder wie gesagt etwas mehr Räumlichkeit wünschen, dabei kommt es aber auch immer auf die zugespielte Musik an. Jedenfalls eignet sich die Boombox dennoch bei der richtigen Gelegenheit  sehr gut, um etwas Disco-Feeling im Raum zu vermitteln, zudem bleibt sie pegelfest.

Auna Soundstorm Boombox – preislich faire Box mit solidem Klang und einfacher Bedienung
ausgezeichnet
Test: 22. Dezember 2014

+ Solide Verarbeitung
+ Einfaches, schnelles Setup und Bedienung
+ Guter Tiefgang
+ Sehr gute Instrumental- und Vokaltrennung

– Klangvolumen hat Potenzial

Test: Michael Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22. Dezember 2014




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