TEST: Advance Paris MyConnect 50 - französischer Alleskönner mit Verstärker, Streaming-Modul, Bluetooth, FM-Tuner und CD-Laufwerk

Für 790 EUR steht ein echtes Universaltalent von Advance Paris bereit: Der MyConnect 50, der sogleich mit seinen drei Jahren Hersteller-Garantie positiv auffällt. Das flexible, kompakt bauende Device ist Verstärker, Radio-Tuner (DAB und FM) und CD-Player in einem. Hinzu kommen noch Bluetooth sowie Netzwerk-Streaming, entweder kabelgebunden oder mittels WiFi-Modul. Der MyConnect 50 ist per entsprechender App (basierend auf Link Play) steuerbar, erlaubt den Zugriff z.B. auf Spotify oder Tidal und auch das Streaming von Musik, die auf Notebooks, PCs oder NAS-Sytemen untergebracht ist. Apple AirPlay (allerdings nicht AirPlay 2) steckt auch noch im kleinen Gehäuse: Nur 13,6 cm hoch, 26,5 cm breit und 38,5 cm tief ist der 5,5 kg schwere MyConnect 50. 

Der eingebaute Verstärker stemmt 2 x 70 Watt und sollte sich daher auch höheren Pegeln gegenüber recht aufgeschlossen zeigen. Das tut er auch, um schon einmal kurz die Ergebnisse späterer Testreihen vorwegzunehmen. Nach wie vor setzt Advance Paris auf analoge Class AB Endstufeneinheiten und nicht auf Class D Endstufen. Das soll nun aber nicht, wie Advance Paris herausstellen möchte, ein wertvolles Qualitätsmerkmal sein. Waren Class D Endstufen früher noch durch den synthetischen Klang besonders im Hochtonbereich im Hintertreffen, sind sie mittlerweile richtig gut geworden. Und der Vorzug niedriger Erwärmung durch hohe Effizienz ist ebenfalls anzumerken. Allerdings müssen wir erstaunlicherweise hier eine Lanze für den MyConnect 50 mit Class AB Endstufen brechen: Auch er erwärmt sich keinesfalls über Gebühr, was für eine gute Kühlung spricht. 

Zweizeiliges Display

Blau hinterleuchtetes Multifunktions-Bedienelement

"Advance Paris" vereint schickes Design mit hoher technischer Qualität

Der MyConnect 50 ist im typischen Advance Paris-Design gehalten, eine Acrylglas-Scheibe nimmt die gesamte Front ein. Rechts ist ein griffgünstiger Dreh-/Drückregler untergebracht, unter dem zweizeiligen Display sind die Funktionselemente für den Spielbetrieb. Wer die Auswurf-Taste fürs Laufwerk sucht, wird oben über dem silbernen Multifunktions-Regler fündig. 

Die CD-Lade kommt zügig herausgefahren, das Laufwerk liest zuverlässig auch ältere und leicht zerkratzte "Silberlinge" ein. Zu Störungen während der CD-Wiedergabe kam es nicht. Das Laufwerk ist nur während des Einlesens hörbar, während des Spielbetriebes verhält es sich akustisch sehr zurückhaltend bei unserem Testmuster. 

Schöner Aufbau mit Ringkern-Trafo. Das Laufwerk wirkt eher einfach und ist nicht geschirmt. Der Kühlkörper ist aus Aluminium und wirkt sehr solide

Einfaches Laufwerk

Ringkern-Trafo an der Seite - Garant für konstant hohe Stromlieferfähigkeit

Platinenlayout

Innen präsentiert sich der MyConnect 50 als sehr gut aufgebaut für die Preisklasse. Zwar ist das Laufwerk ohne aufwändige Schirmung, dafür gibt es aber einen schwarzen Alu-Kühlkörper, sauberes Platinenlayout und sogar einen Ringkern-Transformator. 

Fernbedienung und Menü sowie Playstream-App

Die mitgelieferte Fernbedienung sieht edel aus, der Eindruck massiver Solidität wird aber durch das sehr geringe Gewicht geschmälert. Oberseite und Rückseite sind klavierlackschwarz,  um die Fernbedienung ist ein chromfarbener Rand. Ein chromfarbener Ring ziert auch das Navigationskreuz. Für die Unterseite wäre leicht gummiertes, mattes Material sinnvoller gewesen. 

Fernbedienung

Oben auf der Remote sind die Elemente für den Play-Betrieb plus Pause-Funktion, Titelsprung und Spulen innerhalb eines Titels. Dann kommt das Navi-Element, und oben links darüber die Menü-Taste. Unten links ist der "Back"-Button und daneben die Mode-Taste. Für jeden Eingang gibt es eine eigene Taste: CD, Audio Player, USB Audio, Optical, Koaxial, BT, DAB/FM. Dann folgen Auto Scan-Funktion und die Dimmer-Schaltung fürs Display. Ein Kippschalter für Lautstärke und Preset-Stationen sind ebenfalls vorhanden Im unteren Bereich der Fernbedienung findet sich eine 10er Tastatur.

Was hält das Geräte-Menü bereit, das nach Drücken der "Menü" Taste auf der Fernbedienung im Geräte-Display auftaucht?

  • APD on/off (Automatic Power Down)
  • Tone Setting (Bässe, Höhen, Balance, Loudness-Schaltung)
  • Volume Setting (Fixed/Variable)
  • System Info
  • Network Setup (WLAN auch mit WPS möglich) 
  • Software Update
  • Factory Rest

Für den Streaming-Teil gibt es auch eine App, die auf den Namen Advance Playstream hört. Sie lässt sich einfach handhaben und basiert auf Link Play. Hier einige Screenshots:

Zunächst muss man der App die Erlaubnis für den Dateizugriff auf dem Smartphone erlauben

Der MyConnect 50 wurde sogleich erkannt

Grundmenü

Spotify-Wiedergabe

TIDAL-Wiedergabe

HiRes-Audio-Wiedergabe

Blick in den HiRes-Audio-Folder auf unserem NAS-System

Übersicht über "Meine Musik"

Wiedergabelisten auf dem Smartphone

Insgesamt kann man die Streaming-Funktionen gut mit der App kontrollieren. An Streaming-Diensten gibt es Zugriff auf qobuz, Spotify, TIDAL, Napster, iHeart Radio sowie auf TuneIn Internet-Radio. 

Anschlüsse

Rückseite komplett

Subwoofer-Ausgang, Lautsprecherkabel-Anschlüsse

Ethernet-Anschluss, WiFi-Antenne, Update-Buchse, 2 x optischer Digitaleingang und ein koaxialer Digitaleingang

Cinch-Sektion

Neben optischen Digitaleingängen (2 Stück) und koaxialem Digitaleingang finden sich solide Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse und sogar ein Pre-Out zum direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers. 

Klang Spotify (über App): 

Wassup, Wax Motiv: Hier erweist sich sich der MyConnect 50 als wahrer Basskünstler - an einer großen Canton Reference 7 gibt sich das kompakte Multitalent keine Blöße. Der Bass hat Durchschlagskraft, er wirkt sauber hinsichtlich der Struktur und äußerst

dynamisch. Auch die Pegelfestigkeit überzeugt uns, lange wirkt der MyConnect 50 souverän, erst ab 80 Prozent des Maximalpegels wird der sonst ausgewogene Hochtonbereich etwas spitz. 

Darkside, Alan Walker: Sehr gut kommt die weibliche Gesangsstimme heraus. Kleinere "Hintergrundeffekte" werden bei diesem Track ordentlich, aber nicht sensationell eingearbeitet. Hier nimmt gerade bei höheren Lautstärken die Trennschärfe doch etwas ab. Der Bass hat wieder ordentlich Energie, trotzdem legt er sich nicht über andere akustische Anteile. 

Inside Out, Italo Brothers: Die Stimmen haben erneut eine hohe Klarheit und präsentieren sich solide einarbeitet. Lebendig und dynamisch, so tritt der MyConnect 50 auch hier wieder auf. Er bereitet den Bassbereich wieder erstaunlich souverän und nachdrücklich auf. Die diesmal männliche Gesangsstimme kommt authentisch heraus, trotz des parallelen, kräftigen Basses wird die Ausdruckskraft der vokalen Elemente kaum gemindert. Bis in hohe Pegelregionen bleibt der MyConnect 50 gelassen, etwas metallisch wird der Hochtonbereich erst ab ca. 80 Prozent des maximal möglichen Pegels.

Klang Hi-Res-Audio, Flac:

Diana Krall, Desperado (48 kHz/24-Bit): Sehr plastisch wird das Piano präsentiert, sogar die Anschlagdynamik stellt der MyConnect 50 ordentlich dar. Dianas Stimme steht klar im Fokus, was absolut korrekt hinsichtlich der Klang-Gesamtbalance ist. Insgesamt beeindruckt uns der MyConnect 50 durch runde, harmonische Übergänge, und eine tadellose Detaillierung über den gesamten Frequenzbereich. Dass gerade bei Detailreichtum und Feindynamik noch mehr geht, und auch bezüglich der Tiefe im Bassbereich, möchten wir keinesfalls verschweigen, aber für unter 800 EUR ist die Leistung ausgezeichnet. 

Jan Lundgren Trio, Flowers Of Sendai, 96 kHz/24-Bit: Wieder ertönt das Klavier, hier in diesem Stück allein für alles verantwiortlich, sehr facettenreich, und auch die Detailarbeit ist gut. Bei hohem Pegeln wirkt der Gesamtklang eine Spur zu hell, hier fehlt es etwas an "Unterbau". Die Konturen des Stücks holt der MyConnect 50 zu jeder Zeit sehr gut heraus, auch die dynamischen Differenzen zwischen den unterschiedlich schnellen Teilen des Stücks werden impulstreu verarbeitet.

Nessun Dorma, Arie aus Puccinis "Turandot", gesungen von Jonas Kaufmann, 96 kHz/24-Bit: Hier überrascht uns der Advance Paris MyConnect 50 - positiv. Denn die schwierige Aufgabe, dieses Stück charismatisch wiederzugeben, managt er mit einer Sovueränität, die mancher reine Stereoverstärker für 500 EUR  nicht erzielt. Sehr schön balanciert er die vokalen und instrumentalen Anteile aus, sehr treffend modelliert er eine dichte, anspruchsvolle Kulisse, in die er auch denn Chorgesang sauber integriert. Glanzleistung aber ist zweifelsohne die für diese Preisliga exzellente Präsentation von Jonas' faszinierender Stimme. 

Klang CD, über CD-Laufwerk

Rhythm Is A Dancer, Snap (2003er Version): druckvoller Kickbass, die nötige Aggressivität in den Vocals, und eine impulstreue Wiedergabe des Rhythmus.  Veränderungen im Tempo werden sofort herausgearbeitet, und auch bei hohem Pegel agiert der MyConnect 50 selbst mit den großen Canton Reference 7 noch souverän. 

Laura Brannigan, Self Control": Etwas spitz im oberen Mitteltonbereich und in den Höhen, das liegt aber größtenteils am nur durchschnittlichen Quellmaterial. Ansonsten zieht der MyConnect 50 ein weiteres Mal richtig durch: Der Bass kommt präzise auf den Punkt und übertüncht trotzdem nicht die Stimme, die stets die nötige Präsenz auf der tadellos definierten virtuellen Bühne mitbringt. Diese Vorstellung bringt dem musikalischen Franzosen viel Beifall aus dem Test-Team.

Richard Wagner, die Meistersinger von Nürnberg, Ouvertüre, CD Deutsche Grammophon, gespielt von den Berliner Philharmonikern: Erfreulich ist bei dieser komplexen Ouvertüre, wie detailreich und natürlich der Myconnect 50 agiert. Auch die Blechbläser wirken sehr fundiert, als die Streicher sich richtig "in Zeug" legen, punktet das französische Multitalent mit Ausdruckskraft und Schwung - und lässt unpassende Aggressivität außen vor. Die ersten musikalischen Ebenen kommen sehr akkurat strukturiert heraus, erst bei manchem Detil im akustischen Hintergrund merkt man doch, dass der MyConnect 50 relativ preisgünstig ist. 

Klang Fazit

Der MyConnect 50 treibt gelassen auch große und teure Standboxen an. Klar, noch mehr Pegel ist drin, wenn man z.B. größere Regallautsprecher und einen separaten aktiven Subwoofer verwendet. Aber ein "Muss" ist das nicht, auch mit Standboxen, die durchaus nach Leistung verlangen, eignet sich der MyConnect 50. Satt und nachdrücklich ertönt der Bass, erst tief unten im Basskeller zeigen sich leichte Defizite. Im Kickbassbereich ist der MyConnect 50 voll in seinem Element, hier schiebt er an und agiert sehr exakt. Stimmen löst der Advance Paris CD-Receiver gut von den Boxen und stellt sie recht facettenreich dar. Bis zu 80 Prozent des maximal möglichen Pegels verdaut der MyConnect 50 problemlos auch über einen längeren Zeitraum, er erwärmt sich nicht über Gebühr. 

Konkurrenzvergleich

Für 649 EUR gibt es den Magnat MC 100, einen sehr gut verarbeiteten, kompakten Hi-Res-CD-Receiver mit Bluetooth. Das Finish der Frontblende wirkt edel, ein DAB+ und ein FM-Tuner fehlen ebenfalls nicht. Nur eine komplette Streaming-Sektion, wie beim MyConnect 50, fehlt.  Der innere Aufbau ist auch beim Magnat-Gerät hochwertig - man könnte sogar hier von einer "Familienähnlichkeit" sprechen. An Power bietet Magnats MC100 2 x 35 Watt Sinus auf, das ist deutlich weniger als beim MyConnect 50. 

650 EUR kostet der Teufel CD-Receiver Kombo 62 im klassischen 43 cm Rastermaß. Streaming-Modul ist keins eingebaut, dafür finden sich ein DAB+/FM-Tuner sowie Bluetooth. Akustisch ist der Kombo 62 dank belastbarer und dynamisch agierender Endstufen sehr leitungsfähig. Die Fernbedienung ist edel, der innere Aufbau des CD-Receiver sehr sauber und hochwertig. Für sehr faire Aufpreise kann man direkt bei Teufel den Kombo 62 gleich mit passenden Boxen bestellen. 

Fazit

Für knapp 800 EUR präsentiert sich der Advance Paris MyConnect 50 als starkes Angebot. Hinsichtlich der Ausstattung fehlt es an nichts. Umfangreiche Streaming-Funktionen mit App-Steuerung, wahlweise kabelgebundene oder drahtlose Einbindung ins Netzwerk, Bluetooth, DAB+ und FM-Tuner, CD-Laufwerk - alles ist vorhanden. Somit spielt der MyConnect 50 die Rolle des kompakten und smarten Entertainers souverän, auch dank der leistungsstarken Endstufen und dank des kraftvollen, dabei gleichzeitig sehr gut auflösenden Klangs.

Smarter Franzose mit hohem praktischen Nutzen: Der Advance Paris MyConnect 50 klingt überdies kraftvoll und lebendig

CD-Multifunktions-Receiver bis 1.000 EUR
Test 04. Dezember 2018

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04. Dezember 2018




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