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REVIEW: "Solo: A Star Wars Story" (Blu-ray 3D)

Original: Solo: A Star Wars Story

Anbieter: Walt Disney Home Entertainment

Laufzeit: ca. 135 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 7.1 Englisch
  • Dolby Digital Plus 7.1 Deutsch

Untertitel: Englisch, Deutsch u.a.

VÖ-Termin: 27.09.2018

Film

"Solo: A Star Wars Story" ist nach "Rogue One: A Star Wars Story" der zweite Film der neuen Star Wars Spin Off-Reihe, der nicht die große Saga weitererzählt sondern sich mit Geschichten etwas am Rande befasst. "Solo" geht zurück in die Zeit lange vor "Episode IV" und erzählt, wie nach der Machtübernahme des Imperiums "Han" aus den Armenvierteln vom Planeten Corellia zum Abenteurer und Schmuggler "Han Solo" wurde. Im Unterschied zu "Rogue One", der noch recht dicht an der großen Saga angesiedelt ist, gibt es in "Solo: A Star Wars Story" lediglich einige Berührungspunkte mit dem Imperium. Diese sind aber für die Handlung meist nur nebensächlich. "Solo" ist in erster Linie ein schmutziger Gangster-Film mit ziemlich windigen Figuren, die es mit der Loyalität meist nicht so genau nehmen und bei ihren krummen Geschäften immer wieder neue Zweckallianzen bilden. High Tech-Glamour gibt es kaum zu sehen: Die schmutzige Welt, in der "Solo: A Star Wars Story" spielt, erscheint noch abgenutzter als in Episode IV-VI.

Han Solo-Darsteller Alden Ehrenreich wirkt im Vergleich zum frechen Plappermaul Harrison Ford recht spröde, aber das ist auch durchaus mit seiner Rolle vereinbar, da Han zu dieser Zeit noch ein kleiner Fisch ist, der sich erst einmal Respekt verschaffen muss und im Vergleich zu den anderen Darstellern wie Woody Harrelson oder Emilia Clarke noch nicht ein ganz so bekanntes Gesicht hat.

Noch schwerer hat es Ehrenreich vor allem gegen Donald Glover in der Rolle des gerissenen Gauners Lando Calrissian, der in diesem primär sehr düster angelegten Film zusammen mit seiner nichtmenschlichen Kopilotin neben Chewbacca eine der charmantesten Rollen einnimmt. Und mit Paul Bettany gibt es endlich wieder einmal einen schön finsteren Oberschurken aus Fleisch und Blut, an dessen Kaltblütigkeit es in keinem Moment Zweifel gibt.

Das Drehbuch zu "Solo" schrieb Lawrence Kasdan - der Autor der ursprünglichen Star Wars Saga - zusammen mit seinem Sohn Jonathan und das Ergebnis ist eine ähnlich schön verschachtelte Geschichte wie bei der "Classic Trilogy" von George Lucas, die den Zuschauer an verschiedene Handlungsorte führt und viel Abenteuergeist bietet. Gleichzeitig schafft es der Film auch geschickt, in einige offene Punkte aus der Vergangenheit von Han Solo etwas mehr Klarheit zu bringen wie z.B. seine Bekanntschaft mit Chewbacca oder die Herkunft des "Millennium Falcon".

"Solo: A Star Wars Story" hat eine recht komplizierte Entstehungsgeschichte: Während der Dreharbeiten wurden die beiden ursprünglichen Regisseure Chris Miller und Phil Lord gefeuert und Ron Howard übernahm die Regie. Angeblich sollen rund 70 Prozent des Films von Howard neu gedreht worden sein. Der fertige Film lässt diese Probleme hinter den Kulissen nicht durchscheinen und kommt von allen Star Wars-Filmen, die seit dem Lucasfilm-Verkauf an Disney produziert wurden, sogar am nähesten an die Atmosphäre heran, die den Erfolg der ersten drei Geroge Lucas-Filme ausmachte und zugleich am wenigsten die Handschrift von Disney zeigt. "Solo: A Star Wars Story" dürfte zwar diejenigen enttäuschen, die von dem Film große Schlachten mit Laserschwertern und die sonstigen typischen Action-Elemente der meisten bisherigen "Star Wars"-Filme erwartet haben. Aber gerade in dieser etwas reduzierten Inszenierung bietet der Film auch einen besonderen Reiz und wirft einen Blick auf das Imperium aus einer Perspektive von ganz unten, die in den bisherigen Filmen so noch nicht zu sehen war.

 

Bild 78 %

"Solo: A Star Wars Story" wurde mit digitalen Arri Alexa-Kameras in 6.5k und 3.4k-Auflösung gedreht. Im Rahmen der Postproduction wurde ein 4k Digital Intemediate anfertigt, so dass das Ausgangsmaterial der Ultra HD Blu-ray die native Auflösung der Blu-ray Disc übertrifft.

Während im Verlauf der Dreharbeiten das Regie-Team ausgewechselt wurde, hatte das auf die eigentliche Kamera-Arbeit keinen Einfluss, für die Bradford Young während der gesamten Zeit verantwortlich war, der vor allem durch die düsteren Bilder von "Arrival" bekannt wurde.

Diesen finsteren Look setzt Young in etwas zurückhaltenderer Form auch bei "Solo: A Star Wars Story" ein und produziert viele dunkle Szenen mit wenig Kontrast, die teilweise schon etwas unterbelichtet wirken. Selbst die hellsten Bildelemente wirken wie ein Dämmerlicht und oft sieht man nicht einmal in Gesichtern ausreichend Details. Das betrifft vor allem die vielen Innenaufnahmen aber selbst Außenaufnahmen wirken meist etwas dunkel. Deswegen sollte der Film möglichst mit wenig Umgebungslicht betrachtet werden. Positiv ist immerhin anzumerken, dass die Aufnahmen selbst in den dunkelsten Szenen so gut wie nie Rauschen zeigen.

Die im Vergleich zu anderen Star Wars-Filmen weitaus dezenteren Farben wirken meist etwas schmutzig und zeigen eine leichte Teal/Orange-Tönung. Aber zumindest gelegentlich sieht man auch die "Star Wars"-typischen bunten Neontöne.

Während weder der Kontras noch die Farben besonders glänzen ist immerhin die Bildschärfe auf Top-Niveau. Das herunterskalierte 6.5k-Material sorgt für ein detailscharfes und sehr ruhiges 1080p-Bild. Selbst die meisten digitalen Effekte sind so scharf, dass sie sich kaum von den Realaufnahmen unterscheiden lassen.

 

3D 78 %

Das dunkle Bild mit geringem Kontrast wirkt sich auch auf die 3D-Darstellung aus. Wirklich räumlich sieht das Bild selten aus. Im dominanten Grau in Grau findet man auch nur wenige Orientierungspunkte, mit denen sich die räumliche Struktur des Bildes erkennen lässt und ohnehin ist das Bild oft so dunkel, dass nicht immer alles Wichtige zu erkennen ist. Etwas besser wird es im letzten Drittel auf dem Planeten "Savareen" mit helleren Aussenaufnahmen und viel Bewegung, die zumindest für einige Momente schon deutlich demonstriert, dass es sich tatsächlich um ein 3D-Bild handelt. Insgesamt ist das für einen zwei Stunden Film aber zuwenig so dass sich das Aufsetzen der 3D-Brillen kaum lohnt.

 

Ton 86 % (Englisch)
Ton 88 % (Deutsch)

Disney spendiert der Ultra HD Blu-ray einen englischen Dolby Atmos-Mix während die deutsche Tonspur im Dolby Digital Plus 7.1-Format vorliegt. Auf der Blu-ray Disc und Blu-ray 3D gibt es auch die Originalfassung nur als klassischen DTS HD MA 7.1-Mix.

"Solo" setzt auf den Star Wars-typischen Mix aus einem raumfüllenden imposanten Music Score der noch durch zusätzliche Surround-Effekte während der Action-Scenen ergänzt wird. Zwar gibt es bei "Solo" nicht die großen Schlachten mit dem Imperium wie in den Filmen der Star Wars-Saga aber gerade der Soundtrack von John Powell sorgt trotzdem an vielen Stellen für einen atmosphärischen Sound von allen Seiten. Der Surround-Mix leidet allerdings an einer klanglich etwas zurückhaltenden Abmischung, die den Sound nicht immer ganz so dynamisch herüberbringt wie es die Bilder eigentlich hergeben. Das betrifft vor allem den englischen Originalton während die deutsche Synchronfassung im Direktvergleich etwas wuchtiger abgemischt wurde und neben satteren Bässen auch in leiseren Sequenzen einen etwas lebendigeren Sound vermittelt.

 

Special Features

  • Solo: Regisseur & Darsteller am runden Tisch
  • Kasdan und Kasdan
  • Redesign des Millennium Falken
  • Flucht von Corellia
  • Der Zugüberfall
  • Team Chewie
  • Wie man Droide wird: L3-37
  • Gauner, Droiden, Kreaturen und Kartenspiele: Willkommen in Fort Ypso
  • In den Mahlstrom: Der Kossal-Flug
  • 8 Zusätzliche Szenen

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