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REVIEW: „Rogue One – A Star Wars Story“ (Blu-ray Disc)

Original: Rogue One – A Star Wars Story

Anbieter: Walt Disney Home Entertainment

Laufzeit: ca. 134 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS HD HR 7.1 Englisch
  • DTS HD MA 5.1 Deutsch

Untertitel: Englisch, Deutsch u.a.

VÖ-Termin: 04.05.2017

Film

„Rogue One – A Star Wars Story“ ist der erste „Spin Off“-Film abseits der mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ fortgeführten „Star Wars“-Saga. Der Film von Gareth Edwards ist ganz eng mit der klassischen „Star Wars“-Geschichte verbunden und führt den Zuschauer an den Anfang des „Krieg der Sterne“ zurück. Der Wissenschaftler Galen Erso (Mads Mikkelsen) hat für das Imperium unter Zwang den Todesstern entwickelt und entsendet kurz vor der Fertigstellung einen Piloten, der die Rebellen über eine bewusst  eingebaute Schwachstelle informieren soll, mit der der „Planetenkiller“ zerstört werden kann.  Ersos Tochter Jyn (Felicity Jones) macht sich zusammen mit Cassian Andor (Diego Luna) vom Geheimdienst der Rebellen auf die Spur der Pläne, mit der die zerstörerische Waffe des Imperiums vernichtet werden kann ….

Während „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ den Charme der „Original Trilogy“ von George Lucas ziemlich originalgetreu nachahmte, ist „Rogue One“ weitaus düsterer konzipiert. Die netten kleinen Späßchen aus den George Lucas-Filmen gibt es überhaupt nicht. Lediglich der Rebellen-Droide K-2SO garniert den Film mit etwas sarkastischem Humor.  

Die Referenzen an die Original Trilogy sind sehr zahlreich und zum Teil kommen sogar die Original-Figuren in „Rogue One“ vor. Wenn diese als digitale Animationen gezeigt werden, wirkt das allerdings auch etwas irritierend, weil die Technik nicht so perfekt ist, dass sie wirklich real erscheint. Der Film wird aber vor allem durch seine eigenen, bislang unbekannten Figuren dominiert. Auf der Seite der Rebellen hat man es gleich mit einer ganzen Reihe von Kämpfern zu tun, die wohl vor allem das internationale Publikum ansprechen sollen – so z.B.  Donnie Yen aus der „IP Man“-Reihe. Für das Imperium darf „Orson Crennic“ (Ben Mendelsohn) den großen Schurken hergeben obwohl er in der Darth Vader-Hierarchie nur wenig wirkliche Macht hat.

Die simple Story ist ohne große Überraschungen und dient eigentlich nur dazu, irgendwie halbwegs plausibel die Action-Szenen des Films miteinander zu verbinden. Gerade weil das Ende des Films durch den fast nahtlosen Übergang zu „Episode IV“ ja bereits bekannt ist, entwickelt sich inhaltlich nicht viel Spannung.

Aber dafür zeigt „Rogue One“ Star Wars-Fans spektakuläre Weltraum-Schlachten mit allem, was das Imperium zu bieten hat, inklusive TIE-Fightern im Überfluss in einer gigantischen Cinemascope-Optik, die die gesamte Bildbreite imposant ausnutzt. Dabei gelingt Regisseur Gareth Edwards der Kunstgriff, einen optisch sehr spektakulären Film mit vielen digitalen Effekten zu präsentieren, der aber trotzdem ganz stark am visuellen Stil der Original-Saga orientiert ist. Im Unterschied zur glatten Optik der Prequels von George Lucas passt der Film mit dem detailreichen aber dennoch etwas schmutzigen Look sehr gut in den Kontext der gesamten Saga. Man nimmt die vielen digitalen Effekte meist gar nicht so richtig war und sie sind trotz viel Detail auch nie übermäßig perfekt.

„Rogue One“ bietet trotz seiner inhaltlichen Schwächen für Fans, die bereits mit der „Original Trilogy“ großgeworden sind, die Essentials des Star Wars-Universums mit einer Menge Action. Gareth Edwards dürfte mit diesem sehr düsteren Film die Nerven der Disney-Manager ziemlich strapaziert haben, die im Sommer noch einige Nachdrehs angefordert hatten, um etwas die Kriegsfilm-Atmosphäre zu reduzieren. Es sind auch eine ganze Reihe weiterer ziemlich dramatischer Action-Szenen gedreht worden, die zwar in den Trailern zu sehen waren, es aber nicht in die Kinofassung geschafft haben.

 

Bild 83 %

“Rogue One: A Star Wars Story” wurde mit der Arri Alexa 65-Digitalkamera in 6,5k-Auflösung gedreht und es gibt sogar ein “Digital Intermediate” in 4k-Auflösung. Allerdings veröffentlicht Disney den ersten Star Wars Spin Off-Film vorerst nur auf Blu-ray Disc mit 1080p-Auflösung.

“Rogue One” ist ein optisch etwas düsterer Film. Der Kontrast ist nur mittelmäßig und erscheint nicht besonders plastisch. Die Feinzeichnung dunkler Bildbereiche ist gerade noch ausreichend. Die Farbpalette wird vor allem durch dunkle Blau- und Grautöne dominiert. Von Zeit zu Zeit zeigen aber auch einige poppige Neon-Elemente, dass dieser Stil gewollt ist und die Farbsättigung bewusst etwas reduziert wurde.

Die Bildschärfe ist sehr gut und kommt dank des praktisch rauschfreien Masters deutlich zur Geltung. Sowohl die Kanten- als auch Detailschärfe sind auf einem hohen Niveau. Erfreulicherweise können dabei auch die vielen digitalen Effekte mit der Qualität der Realaufnahmen mithalten, so dass der ganze Film sehr konsistent erscheint.

 

Ton 90 %

„Rogue One: A Star Wars Story“ bietet einen sehr atmosphärischen Surround-Sound, der auf einen sehr wechselhaften Mix aus Music Score-Elementen und Sound-Effekten setzt. Dabei kann der Surround-Mix durchgehend überzeugen und bietet neben einer hohen Räumlichkeit auch einen satten Klang mit impulsiven Basselementen. Auch wenn Disney den Blu-ray Disc-Käufern den objektbasierten Dolby Atmos-Sound vorenthält, bietet die Blu-ray Disc hohe Demo-Qualität mit vielen spektakulären Momenten.

 

Special Features

Extras:

  • Die Geschichten hinter Rogue One: A Star Wars Story: Die Idee zu Rogue One – John Knoll von ILM (Industrial Light & Magic) erklärt, wie er das Konzept für den Film entwickelte und warum es der richtige Film ist, um die Star Wars Filme außerhalb der Skywalker-Saga einzuführen.
  • Jyn: Die Rebellin – Lernen Sie die trotzige Überlebenskünstlerin im Zentrum von Rogue One kennen und finden Sie heraus, wie es für Felicity Jones war, sie auf der Leinwand zum Leben zu erwecken.
  • Cassian: Der Spion – Darsteller Diego Luna lässt uns in seinen komplexen, getriebenen Charakter blicken, der durch Selbstlosigkeit, Beharrlichkeit und Leidenschaft zu einem Helden wird.
  • K-2SO: Der Droide – Erkunden Sie die Entwicklung dieses umprogrammierten imperialen Sicherheitsdroiden, von den ersten Entwürfen über das Charakter-Design bis hin zu Alan Tudyks Performance.
  • Baze & Chirrut: Die Wächter der Whills – Die chinesischen Stars Jiang Wen und Donnie Yen erklären die Beziehung ihrer unterschiedlichen Charaktere und deren Beitrag zum Rebellen-Team.
  • Bodhi & Saw: Der Pilot & der Revolutionär – Forest Whitaker und Riz Ahmed sprechen über Saw Gerrera, den gebrochenen Führer einer Bande rebellischer Extremisten und Bhodi Rook, den ehemaligen Frachtpiloten des Imperiums.
  • Das Imperium – Treffen Sie einen gefährlichen neuen Gegner, den Chef der imperialen Waffenentwicklung und kreuzen Sie erneut den Weg des ikonischsten Bösewichts aller Zeiten.
  • Visionen der Hoffnung: Der Look von Rogue One – Die Filmemacher beschreiben die Heraus­forderungen und den Nervenkitzel, den sie bei der Entwicklung des komplett neuen Looks für einen Film verspürten, der gleichzeitig in die Original-Trilogie passen sollte.
  • Die Prinzessin & der Gouverneur – Sehen Sie, was nötig war, um die junge Leia aus Star Wars: Eine neue Hoffnung und einen ihrer unvergesslichsten Feinde zurück auf die Leinwand zu bringen.
  • Epilog: Die Geschichte geht weiter – Die Filmemacher und der Cast feiern die Premiere von Rogue One – und schauen in die Zukunft und auf die Star Wars Geschichten, die noch kommen.
  • Rogue – Zusammenhänge – Entdecken Sie Easter Eggs und Fakten, die überall im Film versteckt sind und die Rogue One mit dem Star Wars Universum verbinden.


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