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REVIEW: „Stromberg – Der Film“ (Blu-ray Disc)

Stromberg - Der-Film Blu-ray Disc

Anbieter: Sony Music Entertainment

Laufzeit: ca. 121 min.

Bildformat: 1,85:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 5.1, Deutsch

Untertitel: Deutsch

VÖ-Termin: 12.09.2014

Film

Eigentlich hat Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst) gar keine Lust, mit seiner Abteilung zum Firmenjubiläum der Capitol-Versicherung in ein Landhotel zu fahren. Doch als er durch Zufall erfährt, dass das Bürogebäude seiner Schadensregulierung schon bald von einem neuen Mieter genutzt werden soll, wittert er die drohende Gefahr einer Auflösung der Abteilung. Durch den Ergeiz von Ernie inspiriert, dreht sich Stromberg um 180 Grad und will die Jubiläumsfeier dazu nutzen, sich beim Vorstand der Capitol einzuschmeicheln, um noch rechtzeitig einen neuen Job in der Zentrale zu ergattern. Also mietet Stromberg kurzerhand einen Bus und die Reise, die Strombergs Leben eine ganz neue Richtung geben soll, geht los…

„Stromberg“ war eine eingedeutschte Serien-Kopie von „The Office“, übertraf das englische Original aber in den fünf Staffeln durch viel mehr Boshaftigkeit und Witz. Christoph Maria Herbst macht aus dieser Figur ein Büro-Ekel voller Zynismus, dem es gelingt, sich laufend um Kopf und Kragen zu reden, um meist noch in letzter Sekunde durch fiese Tricksereien seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Dabei offenbaren Strombergs unruhige Blicke in die Kamera, dass mit dem lauten Getöse des „Papas“ auch viel Unsicherheit übertönt wird.

„Stromberg – Der Film“ bleibt dem gewohnten Serien-Konzept treu. Der Film bietet auch keine wesentlich größere Story oder mehr Dramatik, sondern lässt Stromberg vor allem wieder von einem Fettnäppchen ins nächste tappen. Und auch die graue Optik der Serie ist auf der Leinwand weiterhin oft präsent. Statt dem öden Büro sind der Bus und das von der Capitol angemietete Hotel die wesentlichen Handlungsorte des Films. Der Tapetenwechsel tut gut und wird dafür genutzt, noch einige weitere neue Figuren ins Spiel zu bringen. Ebenso gibt es aber auch ein Wiedersehen mit aus der Serie ausgeschiedenen Bekannten wie Herrn Turçulu und Frau Berkel, denen Stromberg zwar nichts vormachen kann, die aber dennoch durch seinen Einfallsreichtum wieder einmal überrumpelt werden.

„Stromberg – Der Film“ wäre nicht ohne die Anhänger der Serie entstanden, die via Crowdfunding eine Million EUR zur Anschubfinanzierung investierten, und bietet den Fans genau den Humor, den sie bereits aus fünf TV-Staffeln kennen. Neben einer Menge Situationskomik und politisch-unkorrekten Witzeleien ist auch wieder viel Fremdschämen mit dabei. Aber Stromberg bleibt vor allem wieder unberechenbar. Mal ist er wieder bereit, alle über die Klippe zu schieben, nur um sich selbst zu retten, dann zeigt er aber auch wieder Größe, die alle überrascht. Während der Film in der ersten Hälfte nicht viel anders wirkt als mehrere Serien-Episoden hintereinander, spitzt sich die Handlung dann zum Ende immer mehr zu und nimmt eine unerwartete Wende, die dafür sorgt, dass dieser Film doch noch etwas wirklich Besonderes bietet. Und auch nach dem Ende ist nicht sofort Schluss: Im Abspann gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Witze und kurze Szenen mit einigen Serien-bekannten Gesichtern, für die im Film kein Platz für eine eigene Rolle war.

Was jetzt in Zukunft aus „Stromberg“ wird, bleibt noch offen. Mit dem überraschenden Ende des Films werden auf jeden Fall Weichen gestellt, die ein Zurück zum gewohnten Capitol-Alltag nahezu unmöglich machen aber gleichzeitig das Tor für eine neue Serie oder zumindest einen weiteren Kinofilm mit ganz anderem Konzept öffnen könnten.

 

Bild 86 %

„Stromberg“ bietet mehr oder weniger die gewöhnt-düstere Kulisse, solange die Bürotruppe noch in heimischen Gefilden unterwegs ist. Immerhin ist die Bildschärfe auf Top-Niveau und der Eindruck um Lichtjahre besser als das typisch-matschige Bild der TV-Ausstrahlungen. Innerhalb des Hotels, wo der Film zum Großteil spielt, zeigt der Film dann auch ein deutlich angenehmeres Bild mit gutem Kontrast und kräftigen Farben. So richtiges Kino-Feeling kommt zwar im TV-typischen 16:9-Format nicht auf. Trotzdem sieht man den „Papa“ auf Blu-ray Disc so lebensnah wie noch nie zuvor.

 

Ton 81 %

„Stromberg“ bietet einen Surround-Sound der etwas anderen Art. Der 5.1-Mix fällt anfangs kaum auf, ist dann aber z.B. während der Busfahrt sehr laut und macht sich betont unspektakulär vor allem durch monotone Straßen- und Monotorengeräusche bemerkbar. Auch im Hauptteil des Films gibt es nur recht wenige soundtechnisch spektakuläre Momente. Viel mehr als eine teilweise recht laute aber dabei ziemlich monotone Geräuschkulisse ist nur vereinzelt zu hören.

 

Special Features

  • Großes Making Of: Autor/Produzent Ralf Husmann & Hauptdarsteller Christoph Maria Herbst führen durch die Entstehung des Films
  • Making of Featurette
  • Interviews
  • Nicht gezeigte Szenen
  • Musikvideo „Lass das mal den Papa machen“ + Karaoke-Version
  • Teaser & Trailer
  • Premieren-Highlight-Clip


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