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REVIEW: „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ (Blu-ray Disc)

Mandela - Der lange Weg zur Freiheit

Original: Mandela – Long Walk to Freedom

Anbieter: TOBIS / Universal Pictures Home Entertainment

Laufzeit: ca. 142 min.

Bildformat: 2,35:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 5.1 Englisch, Deutsch

Untertitel: Deutsch u.a.

VÖ-Termin: 05.09.2014

Film

Justin Chadwicks Verfilmung des Lebens von Nelson Mandela basiert auf dessen Biografie aus dem Jahr 1994. Mandelas Geschichte wird vor allem aus dessen persönlicher Perspektive gezeigt. Der Film beginnt in der Jugendzeit Mandelas und endet mit der Wahl zum Präsidenten Südafrikas im Jahr 1994. Idris Elba verkörpert Mandela recht überzeugend inklusive der bekannten Gestik und Aussprache. Die für die Darstellung des alternden Mandelas verwendeten Masken lassen Elba allerdings später etwas komisch wirken.

Die wesentlichen Standpunkte Mandelas werden im Film immer wieder präsentiert, der politische Hintergrund kommt insgesamt aber etwas zu kurz. Sowohl die eigentliche Tätigkeit im ANC als auch die internationale Dimension der Apartheid zu Zeiten des Kalten Krieges werden nur grob angerissen.

Die Darstellung der Haftzeit konzentriert sich vor allem auf den Gefängnisalltag und die persönlichen Schicksalsschläge. Spannend wird der Film im letzten Drittel, in dem gezeigt wird, wie die Regierung Südafrikas unter dem internationalen Druck Gespräche mit Mandela über die Bedingungen einer Haftentlassung beginnt, dieser aber ohne Ende der Apartheid zu keinen Kompromissen bereit ist. Hier werden auch die Konflikte mit anderen ANC-Mitgliedern und seiner Frau Winnie Mandela, die auf mehr direkte Konfrontation setzen, gut dargestellt.

Leider erfährt der Zuschauer durch das recht abrupte Ende des Films nicht mehr, wie genau Mandela es in seiner Präsidentschaft später erreichte, das gespaltene Land nach dem Ende der Apartheid wieder zu versöhnen. Wer sich für Leben Mandelas interessiert, dürfte mit der in prächtigen Bildern inszenierten Verfilmung von Justin Chadwick dennoch zumindest einen guten Einblick in die Persönlichkeit des Friedensnobelpreisträgers erhalten.

 

Bild 85 %

„Mandela“ wurde auf klassischem Zelluloid gedreht und ahmt ziemlich genau die Optik vieler Filme aus den 60er Jahren nach. Das Master ist bis auf eine feine Körnigkeit sehr sauber. Der Kontrast ist recht gut, wenn auch nicht übermäßig hoch. In dunklen Bildbereichen sieht man schnell deutliche Schatten. Während die Farben überwiegend intensiv und warm sind, sind die Bilder aus dem Gefängnis in Robben Island eher kühl und weniger intensiv gesättigt. Die Bildschärfe ist konstant auf einem guten bis sehr guten Niveau. Die Kompression ist sehr sauber und zeigt keine Unregelmäßigkeiten.

 

Ton 83 %

Der Mehrkanalmix ist überwiegend recht zurückhaltend abgemischt worden. Erst im dramatischen letzten Drittel des Films sorgen Score-Elemente und Effekte für eine etwas stetigere Surround-Aktivität. Die frontlastige und etwas dumpfe Abmischung sorgt allerdings dafür, dass nur selten ein wirklich authentisches Surround-Erlebnis geboten wird. Den besten klanglichen Eindruck hinterlässt dabei noch der U2-Song „Ordinary Love“ im Abspann des Films.

 

Special Features

  • Ausführliches Making Of
  • Making Of-Featurettes
  • Nelson-Mandela-Tribute-Videos
  • Mithäftling und Weggefährte Mandelas über Robben Island, das Massaker von Sharpeville und den Prozess
  • Audiokommentar des Regisseurs
  • Kinotrailer und Teaser

 


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