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REVIEW: „Captain Phillips“ (Blu-ray Disc)

Captain Phillips Blu-ray DiscOriginal: Captain Phillips

Anbieter: Sony Pictures Home Entertainment

Laufzeit: ca. 134 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 5.1 Deutsch
  • DTS HD MA 5.1 Englisch
  • DTS HD MA 5.1 Französisch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 14.03.2014

Film

Richard Phillips (Tom Hanks) ist Kapitän des des US Containerschiffs Mearsk Alabama. Dieses wird im Jahr 2009 von somalischen Piraten rund 440 km vor der somalischen Küste gekapert. Während Anführer Abduwali Muse (Barkhad Abidi) die Brücke des Schiffes stürmt, flüchtet ein Großteil der Crew unter Deck, um sich im Maschinenraum zu verstecken. Phillips bietet den Piraten 30.000 US-Dollar an. Doch diese wittern die ganz große Beute und machen sich auf die Suche nach der versteckten Mannschaft, um ihre Forderungen nach noch mehr Lösegeld durchzusetzen…

Der Film basiert primär auf dem Buch „Höllentage auf See“, welches Richard Phillips im Anschluss an die realen Ereignisse geschrieben hat. Die Handlungen von Phillips sind durchaus umstritten. So wird ihm teilweise vorgeworfen, Warnungen ignoriert und sehr leichtsinnig das Schiff in die Nähe der somalischen Gewässer gebracht zu haben, obwohl es in der Region bereits zuvor zahlreiche Piraten-Überfälle gegeben hat.

Diese Kontroverse ist aber nicht das Thema des Films von Paul Greengrass. „The Hunger Games“-Autor Billy Ray schrieb ein Drehbuch, welches gekonnt die Regeln des Unterhaltungskinos beachtet und mit gewisser künstlerischer Freiheit einen gestrafften Plot präsentiert, der sich vor allem auf die Beziehung zwischen Phillips und Muse konzentriert. Greengrass setzt mit dem starken Einsatz von Handkameras zwar optisch auf einen Doku-Stil. Ansonsten ist „Captain Phillips“ aber vor allem ein packender Thriller, der mit viel Action und einem dramatischem Music Score von Henry Jackman eine spannende Geschichte erzählt, die im Verlauf immer aussichtsloser wird und auf einen fatalen Showdown zusteuert, bei dem es am Ende ums nackte Überleben für alle Beteiligten geht.

Greengrass nimmt sich am Anfang einige Zeit, bis er zur Eroberung der „Mearsk Alabama“ kommt und widmet die Vorgeschichte nicht nur Phillips und seiner Crew sondern ebenso den somalischen Entführern, zwischen denen es auch ständig zu Reibereien kommt. Interessant ist dabei, dass die Dialoge der Piraten untereinander auch in der deutschen Synchronfassung nur im Original mit Untertiteln zu hören sind. Der Zuschauer hat so immer einen kleinen Vorteil gegenüber der Besatzung, die nur das versteht, was die Piraten ihnen bewusst mitteilen. Während der Film sich anfangs nur um die Mannschaft der „Mearsk Alabama“ und die Piraten dreht, wird in der zweiten Hälfte auch die US Navy immer präsenter und spielt eine entscheidende Rolle bei der Beendigung der Aktion. Die etwas übertrieben heroische Bildsprache ist dabei typisch für Filme, die mit Unterstützung des Militärs entstanden sind und passt nicht ganz so recht zum ansonsten ziemlich nüchtern präsentierten Rest des Films.

Obwohl „Captain Phillips“ zweifelsohne auch vor dem Hintergrund einer möglichen Oscar-Nominierung entstanden ist, zieht Greengrass sein Action-Konzept konsequent durch und inszenierte den Film mit einer Rohheit, die keinen Platz für rührselige Sentimentalität übrig lässt. Erst in den letzten Minuten erlaubt sich der Film dann doch noch zum Abschluss einen Druck auf die patriotische Tränendrüse und Tom Hanks, der seine Rolle rund zwei Stunden lang sehr souverän durchgespielt hat, darf sich zum Abschluss doch noch einmal von seiner weichen Seite zeigen.

 

Bild 83 %

„Captain Phillips“ ist alles andere als ein Hochglanzfilm: Das Master zeigt gerade in dunklen Bildbereichen ein konstantes feines Rauschen. Der überhöhte Kontrast sorgt für einen überstrahlenden Himmel und harte Schatten in dunklen Bildbereichen, weswegen man bei den Nachtaufnahmen im letzten Drittel auch nicht alles gut sieht. Die ausgewaschenen Farben sind überwiegend sehr gelbstichtig. Trotz aller Verschlimmbesserungen bietet „Captain Phillips“ aber wenigstens eine konstant hohe Bildschärfe und zeigt in fast jeder Szene sehr viel Detail.

 

Ton 87 %

Genau so wie sich die Dramatik langsam immer weiter zuspitzt entwickelt sich auch der Sound-Mix von anfangs nur dezenten räumlichen Klängen zu einem packenden Mehrkanal-Erlebnis. Vor allem die dynamische Musik erklingt weiträumig von allen Seiten und wird immer wieder von gelungenen Surround-Effekten mit guter Ortbarkeit beglietet. Aber auch kleinere Umgebungsgeräusche wie z.B. der Klang der Wellen werden sehr authentisch wiedergegeben.

 

Special Features

  • Kommentar mit Regisseur Paul Greengrass
  • Captain Phillips‘ Gefangennahme
  • Über 50 Minuten ausführliche Film Featurettes “Hinter den Kulissen” über das Making of dieses Erfolgsfilms


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