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REVIEW: „Auge um Auge – Out of the Furnace“ (Blu-ray Disc)

Auge um Auge Blu-ray

Original: Out of the Furnace

Anbieter: TOBIS / Universal Pictures Home Entertainment

Laufzeit: ca. 116 min.

Bildformat: 2,35:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 5.1 Englisch, Deutsch

Untertitel: Deutsch u.a.

VÖ-Termin: 11.09.2014

Film

Während Russel Baze (Christian Bale) im schließungsbedrohten Stahlwerk eines kleinen Provinznestes schuftet, kämpft sein vom Einsatz im Irak desillusionierter jüngerer Bruder Rodney (Casey Affleck) lieber bei getürkten Fights in verlassenen Hallen, um über die Runden zu kommen und seine chronischen Schulden bei dem zwielichtigen Buchmacher John Petty (Willem Defoe) loszuwerden. Es geht dabei aber nicht ums Gewinnen sondern Trickserei: Rodney soll einfach einen überzeugenden Kampf liefern, um dann im richtigen Moment seinen Gegner gewinnen zu lassen. Der zornige Rodney ist in seinem Elan aber nicht so einfach zu bremsen, was ihm und Petty bei einem Fight für den brutalen Gangster Harlan DeGroat (Woody Harrelson) zum Verhängnis wird. Beide werden von DeGroat getötet, der in seinem Heimatort von der Polizei unbehelligt bleibt. Also sinnt Russel Baze auf Rache und knöpft sich DeGroat selbst vor…

„Auge um Auge“ (Out of the Furnace) ist der zweite Film von Scott Cooper und zeigt ähnlich wie dessen Regie-Debüt „Crazy Heart“ eine ziemlich düstere Welt. Christian Bale spielt einen gutmütigen Loser, der trotz einiger harter Schicksalsschläge darum bemüht ist, sauber über die Runden zu kommen und seinen persönlichen Frieden zu finden. Erst als er keinen Ausweg mehr sieht, weil die Polizei den Mörder seines Bruders nicht in die Hände bekommt, greift er zur Selbstjustiz und macht erbarmungslos Jagd auf DeGroat. „Auge um Auge“ vermittelt durch den Trailer den Eindruck, dass es sich hier um einen harten Thriller handelt. Das stimmt auch im Kern, aber hier geht es nicht in erster Linie um Action, sondern der Film hat einen sehr langen Vorlauf, bis er zum eigentlichen Thema kommt. Zunächst erzählt „Auge um Auge“ eine über mehre Jahre angelegte Vorgeschichte, die sehr ruhig inszeniert wurde und die verschiedenen Charaktere vorstellt, die dann in der zweiten Hälfte wieder aufeinander treffen. Neben Christian Bale und Casey Affleck ist „Auge um Auge“ auch in den Nebenrollen mit Willem Defoe und Woody Harrelson hervorragend besetzt, die ihre schmierigen bis boshaften Rollen brillant spielen. In etwas kleineren Rollen sind ausserdem Zoë Saldaña, Forest Whitaker und Sam Shepard zu sehen. Das grandiose Darsteller-Ensemble und die zwischen Drama und Thriller sehr ausgewogene Inszenierung lassen auch das etwas überraschend simple Finale verzeihen, welches man nach dem geschickt angelegten Vorlauf eigentlich etwas cleverer hätte erwarten können. „Auge um Auge“ wird wahrscheinlich auch nicht bei jedem Zuschauer gleichermaßen gut ankommen. Wer vor allem Spannung und Action erwartet, bekommt diese in Scott Coopers Film nur in leichten Dosen geboten, der sich mehr darauf konzentriert, mit seinem düsteren Rache-Drama auch exemplarisch den wirtschaftlichen Niedergang traditioneller Industriestandorte in der Provinz durch die Globalisierung aufzuzeigen.

 

Bild 86 %

„Auge um Auge“ wurde auf klassischem Zelluloid gedreht. Die Körnigkeit ist recht deutlich sichtbar. Die verwendeten Objektive bilden Ränder stellenweise etwas undeutlich ab. Dennoch ist die Bildschärfe insgesamt überwiegend gut bis sehr gut. Der Kontrast ist etwas überhöht, der Schwarzwert stellenweise zu hoch und die Farben etwas ins bläulich-orange verfremdet. Insgesamt erreicht der Regisseur aber die gewollt düstere Bildgestaltung noch in einem relativ dezentem Maß welches nicht zu sehr vom eigentlichen Inhalt ablenkt. Die Kompression bleibt trotz des unruhigen Filmmaterials überwiegend störungsfrei.

 

Ton 91 %

Normalerweise sind Dramen dieser Art soundtechnisch sehr unauffàllig. „Auge um Auge“ zeigt hingegen, wie man auch einen Film ohne viel Action so gestalten kann, dass der Ton die Atmosphäre gekonnt unterstützt. Das beginnt mit dem Soundtrack, der aus einzelne Rock-Songs und verschiedenen Score-Elementen besteht. Die Abmischung der Musik ist grandios. Saubere Höhen, solide Bässe und ein atmosphärischer Raumklang vermitteln fast den Eindruck von einem Live-Konzert. Auch die Wiedergabe von Umgebungsgeräuschen ist ähnlich gut gelungen. Immer dann, wenn sich die Gelegenheit ergibt, hört man die Klänge der Kulisse sehr deutlich und mit einem authentischen 360 Grad-Sound. Und selbst in Szenen, in denen kaum etwas passiert, hört man immer wieder Geräusche aus der Natur, Straßenverkehr oder Industrielärm. Aber es wird auch nichts übertrieben. Im Showdown des Films bleibt trotz dem brutalen Geschehen auf dem Bildschirm die Musik das dominierende Element. Gerade weil „Auge um Auge“ kein Action-Film ist, bei dem es ständig rummst, macht der DTS HD MA 5.1-Soundmix sogar oft wesentlich mehr Spaß als so mancher Blockbuster.

 

Special Features

  • Featurettes:
    – Crafting the Fight Scenes
    – Scott Cooper
    – The Music of ‚Out of the Furnace‘
    – Inspiration
  • Making of
  • Trailer
  • B-Roll
  • Bildergalerie

 


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