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REVIEW: „American Sniper“ (Blu-ray Disc)

American Sniper Blu-ray Disc

Original: American Sniper

Anbieter: Warner Bros. Home Entertainment

Laufzeit: ca. 132 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • Dolby Atmos/Dolby TrueHD 7.1 (Englisch)
  • Dolby Atmos/Dolby Digital Plus 7.1 (Deutsch)

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 25.06.2015

Film

Clint Eastwoods „American Sniper“ erzählt die Lebensgeschichte von Chris Kyle (Bradley Cooper), der mit 255 Tötungen während vier Aufenthalten im Irak als zielsicherster Scharfschütze in die US-Militärgeschichte eingegangen ist. Der Film zeigt, wie Kyle als gefeierter Held versucht, sein ganz normales Leben mit Familie in den Griff zu bekommen und basiert auf den Memoiren, die Kyle 2012 als Buch veröffentlichte.

Im Februar 2013 wurde Chris Kyle durch einen US Militär-Veteranen auf einem Schießplatz erschossen. Das Drehbuch für den Film wurde bereits vorher geschrieben und nach dem Tod von Chris Kyle mit den persönlichen Schilderungen seiner Frau Taya (Siena Miller) noch um die Familienperspektive erweitert. Zunächst sollte Steven Spielberg Regie führen, der die Geschichte etwas mehr auf den (im Film nur angerissenen) fiktiven Konflikt mit einem gegnerischen Scharfschützen konzentrieren wollte, im August 2013 aber aus dem Projekt ausstieg woraufhin Warner Clint Eastwood für die Regie verpflichtete.

„American Sniper“ ist kein hintergründiger Film über den Irak-Krieg sondern zeigt primär die Erlebnisse von Chris Kyle aus seiner stark von Gut und Böse geprägten Perspektive und mit vielen patriotischen Statements. Dabei enthält sich der Film einer Bewertung und verzichtet auch weitgehend auf Stilmittel wie Flaggengeschwenk oder emotionale Musik, die den Eindruck des Zuschauers beeinflussen könnten. Etwas mehr Hintergrund hätte dem Film sicherlich nicht geschadet, denn dieser neutrale Stil, der vielen Dokumentationen ähnelt, die sich auf reine O-Töne beschränken, wird stellenweise problematisch, wenn z.B. der Film die US-Invasion im Irak 2003 in eine Linie mit dem 11.09.2001 zu stellen scheint obwohl der Irak mit diesen Anschlägen nichts zu tun hatte.

„American Sniper“ zeigt aber nicht einfach nur die Heldenseite sondern ebenso den Einfluss der Einsätze im Irak auf das Privatleben von Chris und Taya Kyle. Wie man das Ganze bewertet, ist sehr individuell. Man kann „American Sniper“ durchaus als patriotischen Heldenfilm betrachten aber ebenso auch als Drama über einen Mann, den die harten Einsätze im Irak und sein Verhalten gegenüber seiner Familie doch stärker beeinflussen, als er sich das eingestehen will.

Handwerklich ist „American Sniper“ gut gemacht. Sowohl Bradley Cooper als auch Sienna Miller wirken in ihren Rollen ziemlich überzeugend.

Für einen erfahrenen Regisseur wie Clint Eastwood, der es in der Vergangenheit gut verstanden hat, die Atmosphäre seiner Filme auch durch kleine Nuancen zu prägen, wirkt „American Sniper“ allerdings ein wenig zu sachlich und schon fast dokumentarisch inszeniert.

 

Bild 84 %

„American Sniper“ wurde mit digitalen Arri Alexa-Kameras gedreht. Das Master ist sehr sauber. Die Bildschärfe ist nicht durchgängig optimal. Trotzdem zeigt der Film viele Szenen mit einer Menge Detail. Das „Digital Grading“ gibt dem Film eine leicht ausgewaschene Optik mit etwas reduziertem Kontrast und harten Schatten. Die Farben sind überwiegend etwas grünlich eingetönt. Die Kompression lässt keine Störungen erkennen.

 

Ton 87 %

„American Sniper“ ist die erste Warner Blu-ray Disc mit gleich mehreren Dolby Atmos-Tonspuren in verschiedenen Sprachen. Die englische Originalfassung wird dabei mit einem Dolby TrueHD-Lossless-Mix präsentiert während die deutsche und französische Synchronisation Dolby Atmos mit einer Dolby Digital Plus-Tonspur kombinieren.

Der Surround-Mix ist sehr minimalistisch produziert worden. Es gibt bis auf den Abspann keine Musik sondern nur ein paar dezente Sound-Effekte und dezente Umgebungsgeräusche. Aber überfliegende Helikopter oder auch das Gefechtsfeuer der Irak-Szenen werden sehr lautstark wiedergeben. Die Gewehrsalven sind sehr impulsiv und gleichzeitig immer präzise aus einzelnen Richtungen ortbar.

Für Dolby Atmos ist „American Sniper“ mit seiner etwas begrenzten Sound-Kulisse zwar nicht der ideale Demo-Film und es gibt auch kaum Effekte von oben. Zumindest die räumliche Wiedergabe in den dramatischen Kampf-Szenen wird durch den objektbasierten Surround-Mix aber noch etwas verfeinert.

 

Special Features

  • Featurette „Die Geschichte eines Soldaten“
  • Making of


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