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REVIEW: „Prometheus“ (Ultra HD Blu-ray)

Original: Prometheus

Anbieter: 20th Fox Home Entertainment

Laufzeit: ca. 124 min.

Bildformat: 2,35:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 7.1 (Englisch)
  • DTS 5.1 (Deutsch)

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 21.09.2017

Film

In „Prometheus“ geht eine Forschergruppe (u.a. Charlize Theron, Noomi Rapace, Michael Fassbender) Hinweisen auf die Ursprünge menschlichen Lebens nach, die sie auf eine Reise zu den dunkelsten Ecken des Universums führen. Dort müssen sie sich einem schrecklichen Kampf stellen, um die Zukunft der Menschheit zu retten…

Mehr als 30 Jahre nach dem Erfolg von „Alien“ kehrt Ridley Scott zu den Ursprüngen der Film-Reihe zurück. Während die Fortsetzungen das ursprüngliche Action/Horror-Konzept des ersten Teils übernahmen und sich auf den Kampf zwischen Alien und Menschen konzentrierten, befasst sich „Prometheus“ vor allem mit der Frage, wer die Außerirdischen waren, deren Schiff die Besatzung der Nostromo auf dem Alien-Planeten LV426 fand. „Prometheus“ ist kein direktes Prequel von „Alien“. Denn das Forschungsschiff landet auf einem ganz anderen Planeten LV223. Das ist aber auch nicht schlimm, denn Ridley Scott gelingt es recht clever, einerseits Bekanntes wieder aufzunehmen andererseits sich Freiheiten herauszunehmen, die bei einem echten Prequel zwangsläufig mit allem, was man aus den bisherigen Filmen kennt, in Übereinstimmung hätten gebracht werden müssen. Hin und wieder kopiert sich Ridley Scott in „Prometheus“ sogar selbst indem er bereits aus „Alien“ bekannte Handlungselemente recht geschickt auf ähnliche Weise in „Prometheus“ einfügt und so am Ende doch einige Parallelen zwischen beiden Filmen herstellt.

Auch visuell weist „Prometheus“ viele Ähnlichkeiten zu „Alien“ auf. Vor allem das Innere des Raumschiffs wirklich ähnlich nüchtern wie die „Nostromo“. Aber der Großteil der Handlung findet außerhalb des Schiffs statt und Ridley Scott zeigt auch einiges von der Landschaft auf der Oberfläche des Planeten. Überhaupt bietet der Film eine Menge Detail im Bild und obwohl „Prometheus“ nicht übermäßig schnell geschnitten ist wünscht man sich doch häufig einfach etwas mehr Zeit um die einzelnen Szenen wirklich genau zu erfassen.

Der Film nimmt erzählerisch einen langen Anlauf und es vergeht eine ganze Zeit bis die Crew der „Prometheus“ etappenweise erfährt, womit sie es auf LV426 genau zu tun hat. „Prometheus“ ist weitaus weniger gruselig als sämtliche vorherigen „Alien“-Filme, in denen man in jeder Sekunde damit rechnen musste, dass plötzlich aus dem Nichts ein Alien auftaucht und selbst eine Liebesszene hat Ridley Scott in den Film eingebaut.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen vor allem die Archäologin Elizabeth Shaw (Naomi Raplace) und der Androide David (Michael Fassbender). Ansonsten fallen nur wenige bedeutende Figuren auf. Meredith Vickers (Charlize Theron) ist als kühle Vertreterin der Weyland Corporation zwar formell die Chefin aber eigentlich ist ihre Rolle für den Film recht bedeutungslos. Zwischen den Besatzungsmitgliedern herrscht nur wenig Teamgeist und der Film nimmt sich auch nur wenig Zeit diesen zu bilden bzw. überhaupt die einzelnen Figuren richtig vorzustellen. Das geht so weit, dass einige Mitglieder der Besatzung bis zum Schluss eigentlich nur eine erweiterte Statistenrolle spielen.

Der Film befasst sich mit einer Menge verschiedener Themen und das lässt für den Zuschauer lange den eigentlichen Schwerpunkt der Handlung offen. Störend fällt ebenfalls auf, dass die Wissenschaftler sich in einer unbekannten Umgebung teilweise extrem naiv benehmen, viele Handlungselemente bei genauer Betrachtung unlogisch erscheinen und die Aktionen der Akteure recht sprunghaft ausfallen wofür auch kaum vernünftige Erklärungen gegeben werden.

Richtig gut wird „Prometheus“ erst in der letzten halben Stunde durch einige Wendungen und neue Erkenntnisse, die die Geschehnisse in ein ganz anderes Licht setzen und den Weg zu einem brillanten, bis in die letzte Minute spannenden Finale ebnen welches dann auch für Action-Fans einen spektakulären Showdown bietet.

Insgesamt ist „Prometheus“ ein sehr klassischer Science Fiction-Film, der mehr Ähnlichkeiten zu „2001“ oder „Contact“ als zu den drei „Alien“-Fortsetzungen aufweist aber trotzdem weitaus weniger kopflastig ist und gutes wenn auch nicht perfektes Unterhaltungskino bietet. Nachdem man den Eindruck hatte, dass Jean-Pierre Jeunet mit dem grausigen „Alien – Die Wiedergeburt“ die Perspektiven weiterer Alien-Filme für alle Ewigkeiten erledigt hätte, ist Ridley Scott mit „Prometheus“ weitaus mehr gelungen als hätte schief gehen können.

 

Bild  89 %

„Prometheus“ wurde mit „RED“-Digitalkameras in 5k-Auflösung gedreht. Im Rahmen der Postproduktion wurde ein 2k Digital Intermediate angefertigt. Obwohl das Bild meist etwas dunkel ist, wirkt die Darstellung sehr plastisch. Die HDR-Optik betont den Neon-Look des Films mit sorgfältig eingesetzten Spitzenlichtern, die die Bilddynamik erhöhen ohne den Effekt zu übertreiben. Nur selten wirken helle Bildbereiche etwas grell. Die sehr nuancierte Darstellung feiner Graustufen lässt auch in dunklen Bildbereichen sehr viel Detail erkennen. Es wird allerdings auch stellenweise Rauschen sichtbar.

Die kühle Farbwiedergabe ist Ridley Scotts „Alien“ aus dem Jahr 1979 etwas ähnlich und wirkt nur in leichtem Maße künstlich verfremdet. Viele leuchtende Neon-Elemente bieten einen bunten Kontrast zur ansonsten überwiegend recht grau-tiefschwarzen Kulisse und der erweiterte Farbraum bringt diese Farbakzente gut zur Geltung.

Die Detaildarstellung ist sehr gut. Praktisch jede Kameraeinstellung wirkt gestochen scharf und auch die digitalen Effekte fügen sich hervorragend in das Bild ein. Selbst feine Details im Bildhintergrund werden detailscharf abgebildet. Ganz an natives 4k-Schärfe-Niveau kommt die Ultra HD Blu-ray aber nicht heran und auch wenn das dezente Rauschen oft wie eine leichte Körnigkeit recht natürlich erscheint, so reduziert es doch etwas die Sicht auf noch mehr Feinheiten im Bild. Gerade wegen der brillanten HDR-Optik lohnt sich der Kauf der Ultra HD Blu-ray aber auf jeden Fall.

 

Ton 100 %

Zwar gibt es für die Ultra HD Blu-ray kein Dolby Atmos-Sound-Upgrade. Der Mehrkanal-Mix bietet aber dennoch einen exzellenten Surround-Sound. Von der ersten bis zur letzten Minute präsentiert „Prometheus“ einen extrem atmosphärische 360 Grad-Sound mit hoher Dynamik und transparenter Hochtonwiedergabe. Der Music Score nutzt die gesamte Tiefe des Raumes aus. Auch in Szenen ohne viel Action gibt es immer wieder eine Menge kleiner und großer Sound-Effekte zu hören, die sehr räumlich abgemischt wurden. Auch feine Umgebungsgeräusche wie niederprasselndes Wasser werden sehr authentisch wiedergegeben. Die satte Basswiedergabe sorgt für einen sehr wuchtigen Sound. Die Klangqualität der verschiedenen Tonspuren weist zwar keine dramatischen Unterschiede auf. Der englische DTS HD MA 7.1-Mix klingt aber noch etwas satter und gibt auch Feinheiten im Hochtonbereich noch transparenter wieder als die deutsche DTS 5.1-Fassung.

 

Special Features

Regeln spielen keine Rolle
Musikvideo „The Rules Don’t Apply“ von Lily Collins
Bildergalerie
Original Kinotrailer


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