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REVIEW: "Jurassic World" (Ultra HD Blu-ray)

Original: Jurassic World

Anbieter: Universal Pictures Home Entertainment

Laufzeit: ca. 124 min.

Bildformat: 2,00:1

Audiokanäle

  • DTS:X: Deutsch, Englisch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 31.05.2018

Film

22 Jahre nachdem die Dinosaurier auf der Isla Nublar die "Jurassic Park"-Träume von John Hammond zerstörten, wird auf der Insel erfolgreich der "Jurassic World"-Themepark betrieben. Alles scheint unter Kontrolle, doch auf der Suche nach neuen Attraktionen gegen den Besucherschwund haben Forscher mit Hilfe der Gentechnik einen neuen besonders aggressiven "Hybrid"-Dinosaurier gezüchtet und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein verhängnisvoller Fehler passiert und sich erneut zeigen muss, wer am oberen Ende der Essenskette übrig bleibt ...

Bei manchen Filmen hilft ein Blick auf die Entstehungsgeschichte, um sie zu verstehen: Pläne für einen vierten "Jurassic Park"-Film kursierten bereits seit mehr als zehn Jahren in der "Entwicklungshölle" Hollywoods und Steven Spielberg hatte bereits beim dritten Teil die Regie an Joe Johnston übergeben. Diesen Part übernimmt bei "Jurassic World" Colin Doctorow in seinem ersten großen Hollywood-Film. Die meisten Darsteller sind ziemlich neue Gesichter oder solche, die man primär aus anderen Nebenrollen kennt und so wäre "Jurassic World" wahrscheinlich als B-Movie mit dreistelligem Millionen-Budget an den Kinokassen gestartet, wenn nicht vorher Chris Pratt durch "Guardians of the Galaxy" innerhalb kürzester Zeit zu einem Mega-Star aufgestiegen wäre.

"Jurassic World" bietet größere Dinosaurier und noch bombastischere Szenen, hat ansonsten aber nur wenig Neues gegenüber den vorherigen Filmen zu bieten. Die Story erweckt den Eindruck, als ob jemand das Drehbuch des ersten Jurassic Park-Films aus dem Jahr 1993 etwas umgeschrieben und mit ein paar neuen Ideen angereichert hätte. Wer bereits Steven Spielbergs Action-Klassiker mochte, der dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an "Jurassic World" Gefallen finden, denn auch wenn die Story einige Unterschiede aufweist, scheinen "Jurassic Park" und die führende Hand von Steven Spielberg stets präsent zu sein. Der ganze Stil des Films inklusive vieler Sets und Kameraeinstellungen kommt sehr bekannt vor: So gibt es auch in "Jurassic World" eine Szene mit Dino im Rückspiegel, viele kreischende Kindergesichter und auch eine kurze Dino-Streichelszene darf natürlich nicht fehlen.

"Jurassic World" präsentiert ein recht großes Darsteller-Ensemble. Kaum einer der Schauspieler bekommt aber gute Gelegenheiten, besonders zu glänzen, weil die ganzen Rollen so klischeehaft angelegt sind und viele Figuren ziemlich überzeichnet wirken. Da ist neben dem etwas deppert wirkenden Multimillionär als Möchtegern-Hobbypilot mit wenig Helikopter-Flugstunden die böse Tante, die sich nur um die Karriere kümmert und nicht einmal das Alter ihrer Neffen kennt. Ebenso gibt es einen Wissenschaftler, der ohne ethische Grenzen im Genlabor gefährliche Dinosaurier-Hybride züchtet und einen noch skrupelloseren Manager, der diese "Kampfdinosaurier" gerne als Waffen verkaufen möchte. Die beiden Geschwister, die meist im Mittelpunkt der Geschichte stehen, erweisen sich als gelangweilter Justin Bieber-Verschnitt während sein kleiner Bruder mit heruntergeleiertem Dinosaurier-Wissen nervt.

Chris Pratt darf den großen Mahner spielen, der natürlich so ziemlich als einziger ahnt, dass im Umgang mit Dinosauriern etwas mehr Vorsicht als bei einem Karnickelstall ratsam ist. Später zieht er mit einem winzigen Gewehr gegen die Dinosaurier in die Schlacht, wirkt dabei trotzdem aber so cool wie "Indiana Jones".

Leider wirken die meisten Figuren so unnatürlich überzeichnet, dass man als Zuschauer kaum einem Moment des Films wirklich ernst nehmen kann. Selbstironie, die das Ganze wenigstens etwas amüsanter machen würde, spürt man in "Jurassic World" allerdings kaum.

Die Handlung bietet wenig Spannung oder wirkliche Überraschungsmomente. Zudem vergeht am Anfang noch sehr viel Zeit mit belanglosem Palaver, bis die Dinosaurier endlich loslegen. Action gibt es nach dem lahmen Einstieg zumindest in der zweiten Hälfte von "Jurassic World" ohne Ende und in der letzten Viertelstunde legt der Film noch einmal an Tempo zu. Die Effekte sind recht passabel aber auch nicht bahnbrechend. Lebensecht wirken die nicht übermäßig detailreich animierten Dinosaurier in nur wenigen Szenen.

 

Bild 86 %

"Jurassic World" wurde mit klassischen analogen und auch digitalen Kameras gedreht. Für das Kino wurde damals ein Digital Intermediate in 2k-Auflösung angefertigt. Mit einem Bildseitenformat von 2,00:1 steht "Jurassic World" zwischen den beiden typischen Kino-Bildformaten 2,35:1 und 1,85:1.

Das Master zeigt durchgängig eine mehr oder weniger deutliche Körnigkeit und gerade‎ in dunklen Bildbereichen ist auch oft Farbrauschen zu sehen. Man sieht es dem Film an, dass er mit unterschiedlichem Kamera-Equipment gedreht wurde. Im Vergleich zur Blu-ray Disc bietet die Ultra HD Blu-ray einen plastischeren Kontrast, doch während die HDR-Optik an vielen Szellen für deutlich mehr Bilddynamik sorgt, wirkt der Kontrast auch häufiger überdreht und lässt helle Flächen überstrahlen. Das beste HDR-Bild bietet der Film vor allem in den Nacht-Szenen, die sattes, fein durchzeichnetes Schwarz mit intensiven Spitzenlichtern kombinieren.

Die Farben wurden in den meisten Szenen stark gefiltert und zeigen daher zunächst eine etwas reduzierte Farbpalette, die zwischen einem leicht erdigen Teal/Orange-Ton und grün-bläulich dominierten Szenen mit wechselhafter Farbsättigung wechselt. Der erweiterte Rec.2020-Farbraum kommt dabei anfangs nur vereinzelt mit intensiven Farben zur Geltung. Zumindest in der überwiegend recht dunklen zweiten Hälfte des Films sieht man dank weniger Filtereinsatz aber auch viele intensive Farben in leuchtenden Neon-Tönen.

Die Bildschärfe ist gut bis sehr gut. Die Ultra HD Blu-ray bietet einen sichtbaren Schärfegewinn im Vergleich zur Blu-ray Disc, der oft sehr deutlich auffällt, aber auch immer wieder durch die Körnigkeit des Bildes in der Feinheit der Detaildarstellung begrenzt wird.

 

Ton 90 %

"Jurassic World" wurde auf Blu-ray Disc mit einem englischen DTS HD MA 7.1-Mix und einer deutschen DTS 5.1-Tonspur präsentiert. Die Ultra HD Blu-ray bietet beide Sprachfassungen als objektbasierten DTS:X-Mix.

Der Film ist ein würdiger Nachfolger der wegen ihrem krachenden Surround-Sound damals wegweisenden "Jurassic Park"-Filme. Schon beim langsamen Aufbau der Geschichte ‎hört man immer wieder einzelne gut arrangierte direktionale Effekte von hinten und sobald es richtig losgeht, bietet auch die Musik eine raumfüllende Kulisse.

Wenn die verschiedenen Dino-Arten in Aktion treten, hört man diese von allen Seiten mit vielen zeitgleich arrangierten Effekten. Bereits auf Blu-ray Disc wirkte der diskrete Mehrkanalmix gerade in der zweiten Hälfte sehr plastisch und nahezu dreidimensional. Der objektbasierte DTS:X-Mix bringt hier mit der zusätzlichen Höhenebene noch mehr Sound-Elemente deutlich in Aktion, die vor allem für die Geräusche der Dinosauriert intensiv genutzt werden.

Die Klangqualität ist leider nicht ganz optimal. Dem Hochtonbereich fehlt es etwas an Brillanz und auch im Bassbereich geht es nicht ganz so erbarmungslos in die Tiefe, wie man es bei Filmen dieses Kalibers eigentlich gewohnt ist.

Trotzdem bietet "Jurassic World" aber angesichts der cleveren Surround-Arrangements viele ausgezeichnete Demo-Momente.

 

Special Features

- Deleted Scenes
- Chris & Colin sprechen über Jurassic World
- Making of
- Hinter den Kulissen
- Innovation Center Tour mir Chris Pratt

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