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REVIEW: „John Wick“ (Ultra HD Blu-ray)

John Wick Ultra HD Blu-ray

Original: John Wick

Anbieter: StudioCanal

Laufzeit: ca. 101 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 5.1 Deutsch
  • Dolby Atmos Englisch

Untertitel: Deutsch

VÖ-Termin: 24.05.2017

Film

Auftragskiller John Wick ist eigentlich im Ruhestand und versucht über den Tod seiner Frau hinwegzukommen, die an einer Krankheit gestorben ist. Sie hinterlässt ihm überraschend einen kleinen Hund und begründet dies in einem Abschiedsbrief damit, dass John eine neue Liebe braucht, um über den Verlust hinweg zu kommen. Doch viel Zeit bekommt er nicht zum Gassigehen: Der russische Ganove Iosef ist scharf auf Johns Ford Mustang und überfällt ihn in seiner Wohnung. John sinnt nach dem Angriff auf Rache. Dummerweise ist Iosef der Sohn von Johns ehemaligem Boss Viggo Tarasof, dem Anführer eines großen Gangstersyndikats, der eine ganze Horde von Killern aus ganz New York auf John ansetzt …

Keanu Reeves macht sich verdammt gut als einsamer Hitman auf seinem Rachefeldzug durch New York. Der Film wirkt wie eine hochgestylte Comic-Variante von „Max Payne“. Denn man kann „John Wick“ nicht vollkommen ernst nehmen, was trotz der weitgehend humorfreien Inszenierung vor allem die kafkaesken Szenen in Johns Stammhotel für Profikiller zeigen. Die schlichte Handlung und die kompromisslose Härte erinnern an alte B-Movie-Action-Klassiker aus den 80er Jahren – allerdings nur auf den ersten Blick. Denn irgendwie wirkt das Ganze etwas zu routiniert und die Gegner von John Wick oft übertrieben deutlich unterlegen. Trotz der tollen Sound-Effekte erscheint das Geballer auch oft zu auffällig blutarm und vielmehr künstlich-digital inszeniert.

Wer sich daran nicht stört, bekommt mit „John Wick“ aber einen soliden Action-Film im klassischen Stil zu sehen und falls bei einer eventuellen „Expendables“-Fortsetzung noch Platz für Neuzugänge frei sein sollte, so dürfte sich Keanu Reeves diese Rolle durch „John Wick“ gründlich verdient haben.

 

Bild 88 %

„John Wick“ wurde mit digitalen Arri Alexa-Kameras mit einer maximalen Auflösung von 2.8k gedreht. In der Postproduction wurde dann ein 4k Digital Intermediate angefertigt.

Das Master ist sehr sauber und zeigt praktisch kein Rauschen. Der Grundton des Bildes ist etwas dunkel und kühl. Einzelne Momente zeigen aber einen recht plastischen Kontrast und das HDR-Grading setzt mit einzelnen leuchtenden Highlights besondere Akzente. Der HDR-Look ist nicht durchgängig sehr auffällig sichtbar, aber nichtsdestotrotz bietet „John Wick“ viele Momente in leuchtendem Neon-Look, die perfekt abgestimmt erscheinen und auch nicht überstrahlen. Hinzu kommt auch noch ein wechselndes Farbenspiel zwischen oft etwas ausgewaschenen grün-bläulichen Farbtönen und knalligen Farben, bei denen vor allem das leuchtende Rot im REC.2020-Farbraum besonders hervorsticht. Die Feinzeichnung dunkler Bildbereiche könnte zwar etwas besser sein, ist aber noch passabel.

Die Bildschärfe ist in den meisten Szenen sehr gut und die Ultra HD Blu-ray zeigt feinste Details sehr sauber aufgelöst. Auch wenn der Film kein natives 4k zeigt, ist der Schärfeeindruck vom 2.8k-Quellmaterial doch sichtbar höher als bei den vielen Ultra HD Blu-rays mit 2k-Upscaling. Aufgrund der in einzelnen Szenen oft nur gering angesetzten Schärfentiefe wirken Randbereiche des Bildes aber auch auf der Ultra HD Blu-ray stellenweise etwas unscharf.

 

Ton 93 %

Im Unterschied zur Blu-ray Disc wird auf der Ultra HD Blu-ray der englische Originalton als objektbasierter Dolby Atmos-Mix präsentiert. Die deutsche Synchronfassung liegt weiterhin nur als DTS HD MA 5.1-Mix vor.

Der Surround-Mix bietet einen sehr atmosphärischen Klang bei der Wiedergabe von Umgebungsgeräuschen und klingt auch ohne den Dolby Atmos-Sound schon sehr brillant. Auch der Music Score klingt sehr impulsiv und bietet viele weiträumige Sound-Effekte. Darüber hinaus geben auch die nahezu unzähligen Schusswechsel immer wieder Gelegenheit für sehr gelungene Split Surround-Effekte.

Deckeneffekte werden bei dem Dolby Atmos-Mix zwar nur vereinzelt eingesetzt. Atmosphärische Elemente und Klänge mit vielen Feinheiten wie z.B. der Regen werden vom objektbasierten Surround-Mix aber noch etwas transparenter als dem deutschen 5.1-Mix wiedergegeben.

 

Special Features

  • Making of
  • Audiokommentar von den Regisseuren
  • 6 Featurettes u.a. über die Stunts und den Look
  • Trailer
  • Wendecover


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