Blu-ray Disc-Reviews

REVIEW: „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (Ultra HD Blu-ray)

Der Marsianer Ultra HD Blu-ray

Original: The Martian

Anbieter: 20th Fox Home Entertainment

Laufzeit: ca. 142 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 7.1 Englisch
  • DTS HD 5.1 Deutsch u.a.

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 07.04.2016

Film

„Der Marsianer“ basiert auf dem Roman von Andy Weir und erzählt die Geschichte des Astronauten Mark Watney (Matt Damon), der nach einem Unfall auf dem roten Nachbarplaneten gestrandet ist. Von der NASA für tot geglaubt, ohne Möglichkeit, mit der Erde Kontakt aufzunehmen und ohne ausreichend Nahrung muss Watney Ideen entwickeln, trotzdem zu überleben …

Wie das Buch ist auch Ridley Scotts Verfilmung von „The Martian“ keine gewöhnliche Science Fiction-Geschichte sondern ein aus der Ich-Perspektive von Matt Damon erzähltes Tagebuch der ständigen Improvisation zum Überleben in einer zunächst aussichtslos erscheinenden Situation. Nach und nach entwickelt Watney mit den ihm verbliebenen Hilfsmitteln Lösungen, um sich von einem Tag zum nächsten zu retten. Watneys wissenschaftliches Hintergrundwissen ermöglicht ihm, Schritt für Schritt eine Strategie zu entwickeln, mit der er langsam eine Überlebensperspektive erhält.

Die Devise „Science the Sh… Out of This“ dominiert den ganzen Film. Natürlich gibt es auch Action, aber diese wird immer von der Wissenschaft getragen. Noch mehr als „Interstellar“ konzentriert sich „Der Marsianer“ auf die „Hard Science“. So wirkt der Film wie ein langes Puzzle-Spiel, dass in der Kino-Version zwar etwas in der zweiten Hälfte verkürzt wurde und einige Rückschläge ausspart, aber trotzdem ziemlich einzigartig ist.

Ridley Scott gelingt es ähnlich wie bei „Alien“ und „Prometheus“, das ganze Szenario authentisch wirken zu lassen. Zwar ist dem Zuschauer schon klar, dass in Wirklichkeit alles vor orange-gefilterten Bergkulissen stattfindet, aber trotzdem bleibt der Film nah an der heutigen Realität und erfindet keine besonders futuristischen Gimmicks.

„Der Marsianer“ bietet einen für Ridley Scott ungewöhnlichen recht trockenen Humor. Dieser wird auch noch durch viel Siebziger Jahre Disco-Sounds verstärkt, die die einzige Musikbegleitung von Mark Watney darstellen. Leider gerät dadurch aber auch der atmosphärische Soundtrack von Harry Gregson-Williams etwas in den Hintergrund. Was auch nicht so richtig passt, sind die Szenen jubelnder Massen, wie man sie eher von Michael Bay-Krachern gewohnt ist und auch die Szenen bei der NASA sind nicht ganz so interessant wie Watneys Erlebnisse auf dem Mars inszeniert worden.

 

Bild  90 %

Eine Bewertung der ersten UltraHD Blu-ray stellt sich ohne Referenz-Maßstab zunächst einmal etwas problematisch dar. Dennoch wollen wir unsere visuellen Eindrücke der 2160p-Auflösung schildern. Auf der UHD Blu-ray sind neben der im Vergleich zur Blu-ray Disc höheren Auflösung auch HDR-Informationen enthalten, die sich in einem größeren Farbspektrum und verbessertem Kontrast niederschlagen sollen. Bis das volle Potential der Technik erreicht ist, wird es wohl auch noch etwas dauern. Trotz moderner Kameras mit 5k oder 6k-Auflösung basieren die ersten Ultra HD Blu-rays je nach Studio zu einem großen Teil auf einem „2k Digital Intermediate“ und auch die CGI-Effekte werden größtenteils in 2K gerendert, weil das für die Kinoproduktion bislang noch der Standard ist.

Die Ultra HD Blu-ray von „Der Marsianer“ bietet zumindest eine kleine Verbesserung, weil laut Fox einige Film-Elemente in 5k-Auflösung extra neu hinzugefügt wurden.

Der „Wow“-Effekt, wie es ihn damals von der Umstellung von SD zu HD gab, fällt bei der Ultra HD Blu-ray im Vergleich zur Blu-ray Disc nicht ganz so groß aus, weil bereits HD-Material in H.264 auch hochskaliert sehr sauber aussieht. Zudem bot der „Der Marsianer“ bereits auf Blu-ray Disc ein sehr detailliertes Bild, welches nur wenige Filme in dieser Schärfe erreichen.

Im Vergleich zur konventionellen Blu-ray ist dennoch eine höhere Schärfe der Ultra HD Blu-ray festzustellen. Besonders an den detailreichen Raumanzügen, dem Mars-Terrain oder bei Weitwinkel-Aufnahmen ist eine Verbesserung für das geübte Auge sichtbar. Die HDR-Informationen fügen dem Gesamtbild etwas mehr Plastizität und einen sehr dreidimensionalen Eindruck von mehr Tiefe auch ohne „echtes“ 3D hinzu.

Das erweiterte Farbspektrum fällt positiv auf, nicht nur dem stets präsenten „Mars-Rot“ wird durch feinere Nuancen etwas mehr Authentizität verliehen, auch die Weiß- und Grau-Abstufungen im „Hab“ oder dem Rover wirken feiner strukturiert und verhelfen dem Film zu mehr Lebendigkeit. Auch Details in dunklen Bereichen profitieren davon. Im direkten Vergleich mit der Blu-ray Disc fällt allerdings auf der Ultra HD Blu-ray etwas mehr Rauschen auf. Ob dies an der Kompression, dem Regrading/Re-Rendering oder sonstiger Bildbearbeitung liegt, lässt sich nicht erkennen.

Die Ultra HD Blu-ray ist der konventionellen Blu-ray im Bereich der visuellen Präsentation überlegen und „Der Marsianer“ erweist sich als solider Einstieg in das neue Format. Ob das bereits das Optimum darstellt oder noch mehr Luft nach oben möglich ist, wird sich erst zeigen, wenn noch mehr hochwertige Produktionen mit echter Ultra HD-Auflösung erhältlich sind.

 

Ton (Englisch) 96 %

Ton (Deutsch) 86 %

Die Tonausstattung entspricht der bisherigen Blu-ray Disc. Auch auf der Ultra HD Blu-ray gibt es nicht die ursprüngliche Dolby Atmos-Abmischung, mit der der Film im Kino gezeigt wurde sondern nur diskreten DTS-Ton. Der wirkt in der englischen Originalfassung mit DTS HD MA 7.1-Mix trotz fehlender Deckenkanäle sehr dreidimensional und bietet einen sehr kräftigen Surround-Sound mit viele direktionalen Effekten. Bereits die Eröffnungssequenz bietet sehr guten Showcase-Charakter mit hoher Dynamik, satten Bässen und vielen fauchenden Klängen von allen Seiten. Aber auch die Innenaufnahmen der Station bieten neben dem prägnanten und detailreichen Music Score auch eine Menge Umgebungsgeräusche von allen Seiten. Dank der sehr sauberen Hochtonwiedergabe und der guten Feindynamik bieten auch leisere Momente einen sehr atmosphärischen Klang.

Der deutsche DTS 5.1-Mix ist im Vergleich klanglich etwas dumpfer und weniger dynamisch. Dadurch klingt die deutsche Tonspur weitaus weniger atmosphärisch und man kann auch nicht ganz so viele feine Details aus dem Sound-Mix heraushören. Zwar ist auch die deutsche Tonspur auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Wer den Film wirklich mit optimalem Sound erleben will, sollte aber dennoch der Originalfassung den Vorzug geben.

 

Special Features

Spaß am Set
Ares III: Nachbesprechung der Mission
Ares III: Abschied Nach der Isolation
Ares: Unser größtes Abenteuer
Training am Limit
Holt ihn nach Hause!
Der lange Weg nach Hause: Making-of
Original Kinotrailer
Galerie: Produktionsdesign


Weitere Blu-ray Disc-Reviews

  ZURÜCK