Blu-ray Disc-Reviews

REVIEW: „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (Blu-ray 3D)

Der Marsianer Blu-ray 3D

Original: The Martian

Anbieter: 20th Fox Home Entertainment

Laufzeit: ca. 142 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 7.1 Englisch
  • DTS HD 5.1 Deutsch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 18.02.2016

Film

„Der Marsianer“ basiert auf dem Roman von Andy Weir und erzählt die Geschichte des Astronauten Mark Watney (Matt Damon), der nach einem Unfall auf dem roten Nachbarplaneten gestrandet ist. Von der NASA für tot geglaubt, ohne Möglichkeit, mit der Erde Kontakt aufzunehmen und ohne ausreichend Nahrung muss Watney Ideen entwickeln, trotzdem zu überleben …

Wie das Buch ist auch Ridley Scotts Verfilmung von „The Martian“ keine gewöhnliche Science Fiction-Geschichte sondern ein aus der Ich-Perspektive von Matt Damon erzähltes Tagebuch der ständigen Improvisation zum Überleben in einer zunächst aussichtslos erscheinenden Situation. Nach und nach entwickelt Watney mit den ihm verbliebenen Hilfsmitteln Lösungen, um sich von einem Tag zum nächsten zu retten. Watneys wissenschaftliches Hintergrundwissen ermöglicht ihm, Schritt für Schritt eine Strategie zu entwickeln, mit der er langsam eine Überlebensperspektive erhält.

Die Devise „Science the Sh… Out of This“ dominiert den ganzen Film. Natürlich gibt es auch Action, aber diese wird immer von der Wissenschaft getragen. Noch mehr als „Interstellar“ konzentriert sich „Der Marsianer“ auf die „Hard Science“. So wirkt der Film wie ein langes Puzzle-Spiel, dass in der Kino-Version zwar etwas in der zweiten Hälfte verkürzt wurde und einige Rückschläge ausspart, aber trotzdem ziemlich einzigartig ist.

Ridley Scott gelingt es ähnlich wie bei „Alien“ und „Prometheus“, das ganze Szenario authentisch wirken zu lassen. Zwar ist dem Zuschauer schon klar, dass in Wirklichkeit alles vor orange-gefilterten Bergkulissen stattfindet, aber trotzdem bleibt der Film nah an der heutigen Realität und erfindet keine besonders futuristischen Gimmicks.

„Der Marsianer“ bietet einen für Ridley Scott ungewöhnlichen recht trockenen Humor. Dieser wird auch noch durch viel Siebziger Jahre Disco-Sounds verstärkt, die die einzige Musikbegleitung von Mark Watney darstellen. Leider gerät dadurch aber auch der atmosphärische Soundtrack von Harry Gregson-Williams etwas in den Hintergrund. Was auch nicht so richtig passt, sind die Szenen jubelnder Massen, wie man sie eher von Michael Bay-Krachern gewohnt ist und auch die Szenen bei der NASA sind nicht ganz so interessant wie Watneys Erlebnisse auf dem Mars inszeniert worden.

 

Bild  90 %

„Der Marsianer“ wurde mit Red Epic Dragon-Kameras in 6k-Auflösung gedreht. Das digitale Master ist sehr sauber und kontrastreich. Auch ohne „High Dynamic Range“ (HDR) wirkt bereits die normale Blu-ray Disc sehr plastisch. Lediglich helle Bildbereiche wirken oft etwas dunkel. Für die Mars-Szenen wurden die Farben etwas in Richtung Orange verfremdet. Innenaufnahmen wirken hingegen relativ neutral und das „Grading“ fällt bis auf etwas schmutzig wirkende Farben auch recht dezent aus, so dass der Bildeindruck noch relativ natürlich erscheint. Die Bildschärfe ist sehr hoch. Fast jede einzelne Szene zeigt sehr viel Detail. Die H.264-Kompression ist einfwandfrei und lässt keine Unregelmäßigkeiten erkennen.

 

3D  88 %

Das bereits in 2D sehr plastisch erscheinende Master‎ bietet in 3D einen sehr guten Tiefeneindruck mit vielen verschiedenen Ebenen. Die enorme Tiefe wirkt zugleich auch sehr realistisch mit einer sehr räumlichen Abgrenzung der Objekte von der Umgebung. Auch der Bildvordergrund wird für die 3D-Darstellung intensiv ausgenutzt und zumindest stellenweise scheinen auch einzelne Elemente aus dem Bild ganz leicht herauszuragen.

 

Ton (Englisch) 96 %

Ton (Deutsch) 86 %

„Der Marsianer“ wurde ursprünglich in Dolby Atmos abgemischt. Auf der Blu-ray Disc gibt es hingegen nur diskreten DTS-Ton. Der wirkt in der englischen Originalfassung mit DTS HD MA 7.1-Mix trotz fehlender Deckenkanäle sehr dreidimensional und bietet einen sehr kräftigen Surround-Sound mit viele direktionalen Effekten. Bereits die Eröffnungssequenz bietet sehr guten Showcase-Charakter mit hoher Dynamik, satten Bässen und vielen fauchenden Klängen von allen Seiten. Aber auch die Innenaufnahmen der Station bieten neben dem prägnanten und detailreichen Music Score auch eine Menge Umgebungsgeräusche von allen Seiten. Dank der sehr sauberen Hochtonwiedergabe und der guten Feindynamik bieten auch leisere Momente einen sehr atmosphärischen Klang.

Der deutsche DTS 5.1-Mix ist im Vergleich klanglich etwas dumpfer und weniger dynamisch. Dadurch klingt die deutsche Tonspur weitaus weniger atmosphärisch und man kann auch nicht ganz so viele feine Details aus dem Sound-Mix heraushören. Zwar ist auch die deutsche Tonspur auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Wer den Film wirklich mit optimalem Sound erleben will, sollte aber dennoch der Originalfassung den Vorzug geben.

 

Special Features

Spaß am Set
Ares III: Nachbesprechung der Mission
Ares III: Abschied Nach der Isolation
Ares: Unser größtes Abenteuer
Training am Limit
Holt ihn nach Hause!
Der lange Weg nach Hause: Making-of
Original Kinotrailer
Galerie: Produktionsdesign


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