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ZDF: Sendetermin für erste Ultra HD-Produktion noch offen

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Die erste Ultra HD-Produktion des ZDF wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2016 zu sehen sein. Das ZDF hatte bereits Ende 2015 mit der Produktion einer Dokumentation der Reihe „Terra X“ in Ultra HD begonnen, die auch in 4k-Auflösung unter terra-x.zdf.de zu sehen sein soll. Voraussichtlich wird die Dokumentation ab Herbst für ZDF-Zuschauer mit Ultra HD-Fernseher zu sehen sein. Der genaue Sendetermin für die Dokumentation mit dem Arbeitstitel „Terra X: Geheimnis Wolfskind“ ist noch offen. Ein genauer Termin ist bislang noch nicht bekannt. Es wird eine Ausstrahlung bis September 2016 angestrebt. Genaue Sendedaten wird es erst frühestens sechs Wochen vorab geben. Die Dokumentation wird voraussichtlich ausschließlich als Download in 4k-Auflösung zu sehen sein. Sie wird zwar auch im normalen ZDF-Programm ausgestrahlt, dort aber nur in 720p bzw. auf 1080p hochskaliert via DVB-T2 HD zu sehen sein.

Für das Technikexperiment wird auch eine spezielle „7.1 plus 4“-Mischung im MPEG-H-Format produziert. Dafür arbeitet die „Terra X“-Redaktion mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) aus Erlangen zusammen, welches bei der Tonproduktion assistiert. Ähnlich wie z.B. bei Dolby Atmos werden bei diesem Mix zusätzliche Töne von oben zu hören sein. Allerdings sind bislang noch keine Geräte bekannt, die diesen Mehrkanalmix auch unterstützen.

Die „Terra X“-Episode befasst sich mit sogenannten „Wolfskindern“: Dabei handelt es sich um Kinder, die isoliert von Menschen unter Wölfen, Bären oder anderen Tieren aufgewachsen sind. Anhand der Schicksale der beiden Schwestern Amala und Kamala, die in den 1920er Jahren in Indien unter einem Rudel Wölfe gelebt haben sollen und des „Affenjungen“ John Ssebunya, der sein Heimatland Uganda sogar bei den Special Olympics vertrat, sollen die Zuschauer neuzeitliche Wolfskinder kennenlernen.

Neben der 4k-Auflösung soll es auch eine spezielle 360 Grad-Version für die Online-Nutzung geben. Dabei erhalten Benutzer mit Smartphone und einer 360-Grad/Virtual Reality-Brille (wie z.B. der Oculus Rift) die Möglichkeit, selbst durch die Landschaft navigieren und diese durch Kopfbewegungen in verschiedenen Richtungen zu entdecken. Auch am Desktop-PC soll es eine Option geben, mithilfe der Maus im 360-Grad-Modus durch das Bild zu navigieren.

Wahrscheinlich für längere Zeit werden solche Online-Experimente in 4k nicht im normalen Fernsehen zu sehen sein. Denn ein eigenen Ultra HD-Sender plant das ZDF bislang nicht. ZDF-Produktionsdirektor Andreas Bereczky erklärte die Position des Senders auf den Münchener Medientagen 2015: „Solange wir von der SD-Ausstrahlung nicht runterkommen, kann es auch nicht einmal irgendeinen Demo-Kanal geben“. Und bis dahin kann es noch dauern: Erst wenn die Sender von 80-90 Prozent der TV-Zuschauer in HD genutzt werden, hält Bereczky eine SD-Abschaltung ähnlich wie bei der Analog-Abstrahlung gemeinsam mit den Privatsendern für realistisch.

Allerdings forciert inzwischen die „Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten“ (KEF) eine SD-Abschaltung ab 2018. Erst nach 2020 dürfte es aber realistische Chancen auf erste Testkanäle geben, da für die kommende Beitragsperiode ab 2017 noch keine Gebührenmittel für Ultra HD bei der KEF angemeldet wurden.

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