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Weiteres Hollywood-Studio plant Dolby Vision-HDR fürs Heimkino

 

Das Hollywood-Studio LionsGate hat angekündigt, zukünftig Filme mit Dolby Vision HDR-Technik und Dolby Atmos für den Heimgebrauch veröffentlichen zu wollen. Die Ankündigung ist noch ähnlich allgemein formuliert, wie man dies bereits von den Vereinbarungen Dolbys mit anderen Hollywood-Studios kennt. So gibt es weder eine Erwähnung zum Einsatz von „Dolby Vision“ auf Ultra HD Blu-ray noch eine konkrete Ankündigung von einzelnen Filmen mit Terminangabe. Stattdessen gibt es nur eine allgemeine Ansage, dass in den nächsten Monaten mehrere Titel mit Dolby Vision und Dolby Atmos auf den Markt kommen sollen.

LionsGate steht hinter großen Produktionen wie z.B. der „Hunger Games“-Reihe. In Deutschland werden die Filme nicht direkt von LionsGate vermarktet. Diese Aufgabe übernehmen unabhängige Anbieter wie StudioCanal oder Concorde. In den USA hat LionsGate zuvor bereits eine ganze Reihe von Filmen mit Dolby Atmos-Sound veröffentlicht. Bei einzelnen Titel setzt LionsGate hingegen auf DTS:X. Während LionsGate bei seinen Blu-ray Disc-Veröffentlichungen oft einen restriktiven Regionalcode einsetzt, können die Ultra HD Blu-rays von LionsGate auch auf europäischen Playern genutzt werden, da bei der Ultra HD Blu-ray auf den Regionalcode verzichtet wird.

In Hollywood haben neben LionsGate grundsätzlich bereits Warner, Universal, Sony und MGM ihre Unterstützung für „Dolby Vision“ bekundet. Allerdings gibt es auch von diesen Studios bislang keine Ankündigung konkreter Ultra HD Blu-ray-Veröffentlichungen mit Dolby Vision-HDR.

Im Vergleich zum offenen HDR10-Standard, der bereits jetzt auf Ultra HD Blu-ray zum Einsatz kommt, bietet Dolby bei seinem lizenzpflichtigen Dolby Vision-Verfahren für die „High Dynamic Range“-Darstellung noch erweiterte Möglichkeiten.

HDR10 bietet eine maximale Helligkeit von 1000 nits (cd/m2) und eine Farbauflösung von 10 Bit. Dolby Vision ist für bis zu 10000 nits spezifiziert und ermöglicht auch eine 12 Bit-Farbauflösung. Zudem sollen dynamische Metadaten eine laufende Anpassung der Bildparameter im Display ermöglichen.

Zur Übertragung von Dolby Vision-HDR von einem Ultra HD Blu-ray-Player an einen Fernseher ist ein recht hoher Aufwand erforderlich: Denn zur Darstellung müssen zwei Video-Signale verarbeitet werden, die Dolby als „Layer“ bezeichnet. Der „Base Layer“ ist das Standard-Signal für Geräte ohne Dolby Vision. Die zusätzlichen Dolby Vision-Informationen werden in einem „Enhancement Layer“ mit geringerer Kapazität übertragen. Bei einer Ultra HD-Darstellung mit 60 Frames sind voraussichtlich zwei separate HEVC-Decoder erforderlich. Bei Ultra HD mit 24 Frames, wie es bei Kino-Filmen üblich ist, wird aber auch die Möglichkeit der Single Chip-Signalverarbeitung durch Zeiteinteilung in Erwägung gezogen.

Bislang hat noch kein Hersteller einen Ultra HD Blu-ray-Player mit Dolby Vision-Unterstützung angekündigt. Gerade deswegen soll es wohl bereits bei LG Überlegungen geben, einen eigenen Dolby Vision-tauglichen Ultra HD Blu-ray-Player mit Dolby Vision zu entwickeln. Dolby Vision kann aber ebenso bei Streaming-Diensten zum Einsatz kommen.

Laut Dolby wird Dolby Vision von den großen System Chip-Produzenten wie Sigma, Mediatek und Realtek unterstützt. Bislang bieten aber nur wenige TV-Anbieter Fernseher mit Dolby Vision an. In Europa werden Dolby Vision-Fernseher von LG und TCL verkauft.

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