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Weitere Ultra HD-Fernseher mit DVB-S2X

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DVB-S2X, der neue Standard für TV-Übertragungen via Satellit, scheint langsam bei den TV-Herstellern an Bedeutung zu gewinnen. Nachdem Nutzer anfangs zunächst nur über Erfolge über den Empfang mit Ultra HD-Fernsehern von LG berichteten, liegen inzwischen auch positive Erfahrungen mit verschiedenen TV-Modellen von Samsung vor. Es gibt bislang noch keine genaue Übersicht, ab welcher Modellreihe DVB-S2X unterstützt wird. Zumindest für Besitzer von Geräten aus dem Modelljahr 2016 besteht aber eine gute Chance.

Am einfachsten lässt sich der DVB-S2X-Empfang über das seit Oktober via Satellit Astra 19.2° Ost ausgestrahlte DVB-S2X-Testprogramm auf der Frequenz 11553 MHz H (SR 25500, FEC 11/20) überprüfen. Dabei wird das bereits bekannte Ultra HD Demo-Program ausgestrahlt.

Bislang wirbt kaum ein Geräte-Hersteller explizit mit dem DVB-S2X-Empfang. Der Receiver-Hersteller Octagon hat z.B. einen neuen DVB-S2X-tauglichen Ultra HD-Empfänger vorgestellt. Es ist nicht auszuschließen, dass auch die Hardware weiterer Hersteller bereits für DVB-S2X vorbereitet ist, diese Funktion aber noch in die Software implementiert werden muss.

DVB-S2X nutzt neue Parameter für die Übertragung, auf die Satellitenreceiver vorbereitet sein müssen. Das zeigt sich bereits an dem ungewöhnlichen FEC-Wert von 11/20 bei dem DVB-S2X-Testkanal. Für die bisherige DVB-S2-Übertragung werden für diese redundante Fehlerkorrektur meist Werte von 2/3, 3/4 oder 5/6 genutzt. Je größer diese Relation ist, um so mehr Daten werden redundant übertragen, was zwar die Bandbreite reduziert, aber den Empfang mit kleineren Antennen ermöglicht und die Signalreserven bei Unwettern oder langen Kabel-Wegen erhöht. DVB-S2X bietet für TV-Anbieter wesentlich mehr Auswahl an FEC-Paramentern zur Optimierung auf die individuelle Nutzung von Satellitentranspondern.

Ausserdem können bei DVB-S2X mittels „Channel Bonding“ bis zu drei Satelliten-Kanäle zu einem großen Datenstrom kombiniert werden. Diese Verknüpfung mehrerer Frequenzen ermöglicht es, Bandbreiten auf einzelnen Frequenzen miteinander zu kombinieren und Platz für weitere Sender schaffen. Die DVB-S2X-Optimierungen sollen auch den Empfang mit kleinen Satelliten-Antennen und den mobilen Einsatz zur See oder in der Luft verbessern. 

Die DVB-S2-Erweiterung DVB-S2X wurde erstmals im Februar 2014 vorgestellt. Der Zeitpunkt für die Festlegung der neuen Spezifikationen wurde damals bewusst gewählt, um mit neuen Ultra HD Sat-Receivern gleichzeitig mit dem Video-Codec H.265/HEVC eingeführt werden zu können. Die bisherigen Ultra HD-Testprogramme wurden allerdings im DVB-S2-Verfahren ausgestrahlt und auch Sky setzt bei seinem Ultra HD-Angebot zunächst auf DVB-S2.

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