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Unions-Politiker fordern Jugendschutz-Sperre im TV

Eine Gruppe von Unions-Politikern fordert im Vorfeld der Anhörung zur Änderung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages am 27. Januar 2010 eine Verschärfung der Jugendschutz-Vorgaben für das Fernsehen. Thomas Jarzombek, Jugendschutz-Berichterstatter der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hält die bisherige Beschränkung der Sendezeiten (nach 20 Uhr für Sendungen ab 12 Jahren, nach 22 Uhr für Sendungen ab 16 Jahren, nach 23 Uhr für Sendungen ab 18 Jahren) nicht für ausreichend, da immer mehr Festplattenvideorekorder durch die zeitversetzte Wiedergabe diesen Schutz aushebeln würden.

Daher schlägt der CSU-Politiker "eine Codierung von Alterskennzeichnungen in den Programminformationen des digitalen Fernsehens" (EPG) vor: "Damit wird die Möglichkeit geschaffen, in Videorekorden, Satellitenreceivern etc. eine Jugendschutzfunktion einzubauen, so dass jugendgefährdende Inhalte erst nach Eingabe eines PIN-Codes abgespielt werden können – vergleichbar mit den Jugendschutzsystemen bspw. von Spielekonsolen", begründet Jarzombek seine Initiative.

Neu ist die Idee nicht – und die technischen Grundlagen dafür sogar schon lange vorhanden. Bereits heute sind viele digitale TV-Empfänger (ob DVB-T, DVB-C oder DVB-S) mit einem Jugendschutz ausgestattet, der es Eltern auf Wunsch ermöglicht, Sendungen ab einer bestimmten Altersstufe nur gegen Passworteingabe freizuschalten oder einige Sender gleich komplett zu sperren. Allerdings werden mit Ausnahme des Pay TV bislang die entsprechenden Alterskennungen nur von wenigen Sendern ausgestrahlt.

In seiner Anwendung schiesst dieser "Jugendschutz" allerdings bereits heute oft weit über das Ziel hinaus. Z.B. bei offiziellen Receivern für den Sky-Empfang sorgt er schnell für Elternfrust, da sich die Abfrage nicht einmal abschalten lässt und selbst Erwachsene, bei denen keine Kinder im Haushalt leben, nach jedem Umschalten die PIN eingeben müssen.

 

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