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Umweltbundesamt: Flachbildfernseher werden schneller ausgetauscht

Laut einer Untersuchung des Umweltbundesamts werden Flachbildschirme heutzutage bereits nach kürzerer Zeit ausgetauscht als noch in der Ära der Röhrenfernseher. Gemeinsam mit dem Öko-Institut und der Universität Bonn arbeitet das Umweltbundesamt an einer Studie, die untersuchen soll, ob ein schnellerer Verschleiß bewusst von den Herstellern einkalkuliert wird um die Lebensdauer von Geräten zu verkürzen (geplante Obsoleszenz).

Die Wissenschaftler haben dazu Daten von Haushaltsgroß- und -kleingeräten, von Geräten aus der Unterhaltungselektronik sowie von Informations- und Kommunikationstechnologien im Zeitraum 2004 bis 2012 analysiert.

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass Verbraucher und Verbraucherinnen heute schneller bereit sind, einwandfreie Flachbildfernseher gegen technische Neuheiten auszutauschen. So wurden im Jahr 2012 über 60 Prozent der noch funktionierenden Flachbildschirmfernseher durch ein noch besseres Gerät ersetzt. Ein Viertel tauschte sein Gerät wegen Defekten aus. Bei einem Neukauf war das ersetzte Gerät im Jahr 2012 im Durchschnitt nur 5,6 Jahre alt. Im Vergleich dazu lag die durchschnittliche „Erst-Nutzungsdauer“ von Röhrenfernsehern von 2005 bis 2012 zwischen zehn und rund zwölf Jahren.

Bei Notebooks soll sich hingegen die Nutzungsdauer kaum verändert haben und weiterhin bei fünf bis sechs Jahren liegen.

Als eine Schwachstelle der bisherigen Untersuchungsergebnisse kann man allerdings gerade bei den Fernsehern den gewählten Untersuchungszeitraum betrachten. Aufgrund der sich immer schneller entwickelnden Technik dürfte kaum jemand anzweifeln, dass ein Flachbildfernseher nicht mehr so lange genutzt wird wie ein Röhrenfernseher – ganz einfach weil es zu Röhrenzeiten nicht vergleichbar viele Innovationen gab, die für einen Kaufanreiz sorgten. Das Jahr 2012 ist auch als Sondersitutation zu betrachten, weil in diesem Jahr die Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens erfolgte und gleichzeitig viele neue HDTV-Sender starteten, die einen Anreiz boten, sich einen neuen Fernseher zu kaufen, der nicht nur digitales Fernsehen empfängt sondern auch HDTV-Auflösung bietet.

Der Zwischenbericht basiert vorwiegend auf Ergebnissen von repräsentativen Verbraucherbefragungen der Gesellschaft für Konsumforschung zur sogenannten „Erst-Nutzungsdauer“. Dieser Begriff bezeichnet die Nutzungsdauer des ersten Nutzers vom Einkauf bis zum Neukauf eines Ersatzgerätes. Nicht erhoben wurde dabei eine mögliche Zweitnutzung, also die gerade bei Fernsehern mögliche Weiternutzung noch funktionsfähiger Geräte im eigenen Haushalt oder in anderen Haushalten oder bei defekten Geräten die Wiederverwendung nach einer Reparatur.

Die Frage der „geplanten Obsoleszenz“ ist noch offen: Nach der ersten Halbzeit der Studie lassen sich noch keine Belege für gezielt eingebaute Schwachstellen in Produkten liefern. Eine systematische Analyse für die Ursachen der Geräteausfälle und -defekte soll nun in einem zweiten Teil der Studie erfolgen.

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