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„The Hateful Eight“: Tarantinos 70 mm-Fassung auch in Deutschland zu sehen

Der neue Quentin Tarantino-Film „The Hateful Eight“ wird auch in Deutschland in der 70 mm-Fassung zu sehen sein. Zumindest ein Kino Deutschland ist bereits bekannt, welches „The Hateful Eight“ im Großformat auf die Leinwand bringen will: Dabei handelt es sich um die Schauburg in Karlsruhe. Das Kino gehört zu den wenigen Filmtheatern in Deutschland, die noch über die erforderliche Projektionstechnik zu 70 mm-Projektion von Filmen verfügen und veranstaltet häufiger 70 mm-Events mit Klassikern aus der Filmgeschichte und sogar recht aktuellen Filmen. So fand zum Beispiel gerade Anfang Oktober ein 70 mm-Filmfestival statt, in dessen Rahmen u.a. auch Christopher Nolans „Interstellar“ als 70 mm-Kopie gezeigt wurde.

Im „Cinerama“ des Filmtheater Schauburg soll jetzt am 28.01.2016 auch „The Hateful Eight“ im 70 mm-Format starten. Im Unterschied zu den USA, wo der Spaghetti-Western auch einen zeitlichen Vorlauf erhält, gibt es also für die 70 mm-Zuschauer keinen Zeitvorsprung gegenüber den Kinos mit digitaler Projektion.

Tarantino, der zu den wenigen verbleibenden Anhängern des analogen Films gehört, hat „The Hateful Eight“ mit klassischen Analog-Kameras mit 65 mm-Filmmaterial gedreht, wie es bei vielen großen Klassikern der Filmgeschichte zum Einsatz kam. Der Film bietet dadurch ein extrem breites Bild mit einem Seitenverhältnis von 2,75:1 im Vergleich zum typischen „Cinemascope“-Breitbild mit einem 2,35:1-Seitenverhältnis.

Das Interesse an seiner 70 mm-Version hat Tarantino zuletzt dadurch angefeuert, dass diese im Schnitt einige Unterschiede zur Standard-Fassung für die restlichen Kinos aufweisen und auch insgesamt etwas länger sein wird.

Tarantino erklärte kürzlich gegenüber „Variety“, dass die 70 mm-Fassung über drei Stunden lang sein wird – genauer gesagt 182 Minuten und somit sechs Minuten länger als die „normale“ Kinofassung. Ausserdem plant Tarantino eine Zwischenpause von 12 Minuten.

Die 70 mm-Version hat Tarantino auch etwas anders geschnitten als die Standard-Fassung für die Multiplex-Kinos. Während Tarantino in der 70 mm-Fassung lange Kameraeinstellungen einsetzt, wie sie in den Siebziger Jahren in Mode waren, kommen bei der normalen Kinofassung etwas kürzere Schnitte zum Einsatz.

Tarantinos Überlegung dahinter ist seine Einschätzung, dass Zuschauer, die den Film später einmal auf dem Fernseher sehen werden, mit diesen länger gezogenen Szenen nicht ganz so viel anfangen können. Ob er damit richtig liegt, mag dahingestellt sein. Aber zumindest im Kino wird diese Strategie auch umgesetzt. In den USA betreibt Tarantino für sein 70 mm-Lieblingskind auch noch etwas mehr Aufwand in Form einer Roadshow, für die teilweise eigens 70 mm-Projektoren in einzelne Kinos gebracht werden.

Ob Tarantino bei der späteren Blu-ray Disc & DVD-Veröffentlichung dem Zuschauer beide Fassungen zur Auswahl anbieten wird, ist noch nicht bekannt.

„The Hateful Eight“, unter anderem mit Samuel L. Jackson und Kurt Russell besetzt, spielt einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg und erzählt die Geschichte von acht Reisenden, die durch einen Schneesturm in Wyoming an einem einsamen Postkutschen-Stopp festhängen. Unter den Gästen befinden sich einige verwegene Gestalten, die nicht alle das sind, was sie vorgeben, zu sein und über der Begegnung in der Einöde schwebt die düstere Gewissheit, dass nicht unbedingt alle Anwesenden das Haus wieder lebend verlassen werden.

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