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TEST: Smartphone Lenovo C2 – Günstiger Einsteiger mit Dual-SIM

Nach zahlreichen Smartphones der gehobenen Preisklasse werfen wir wieder einen Blick auf den Einsteigerbereich. Ein Markt, den der Neuling Lenovo eigentlich gut beherrschen sollte, schließlich sammelten die Chinesen vor dem – überraschenden – Marktstart in Deutschland reichlich Erfahrung in Asien und vorwiegend in Osteuropa, also in Ländern mit nicht so hoher Kaufkraft und dementsprechend günstigen Geräten.

Optisch reiht sich der das C2 zunächst in eine breite Riege von 08/15-Smartphones ein. Das Unibody-Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff, die Frontseite ist komplett mit Kunstglas überzogen. Im Zusammenspiel mit einem silbernen Rahmen und Rundungen tut dieser Designauftritt niemanden weh, löst aber auch keine Begeisterungsstürme aus.

Rückseite

Das Gleiche lässt sich auch über das 5 Zoll Display mit lediglich 1280 x 720 Pixeln Auflösung sagen, wobei sich die Qualität in den Kategorien Helligkeit, Schärfe und Farbdarstellung aber auf einem ordentlichen Niveau bewegen. Das rund 140 Gramm schwere Smartphone ist zudem solide verarbeitet, wasser- oder staubgeschützt ist es aber nicht.

Erwartungsgemäß gibt es beim Komfort keine großartigen Extras und auch der praktische Fingerprintscanner fiel dem Rotstift zum Opfer. Dafür sind aber ab Werk einige durchaus nützliche Apps bereits an Bord, wie z.B. der schnelle UC-Browser, eine Testversion von McAfee Mobile Security, Skype, gute Service-Tools und Evernote. Das Problem aber dabei: Von den internen 8 GB Speicher stehen dem Nutzer nur rund 1,5 GB zur freien Verfügung. Der Besitzer muss daher beim Kauf auch eine microSD-Karte miteinplanen. Glücklicherweise lassen sich aber die meisten Apps auch anstandslos löschen.

Lenovo C2 Foto

Aufgenommen mit dem Lenovo C2

Das Kamera-Duett ist mit 8,0 Megapixel und 5,0 Megapixel für Selfies technisch durchaus gut gerüstet. Allerdings offenbart der Praxistest schnell, dass die Hauptkamera selbst bei Tageslicht keine knackige Schärfe zustande bringt. Bei geringerem Lichteinfall verwandelt der kleine Blitz Aufnahmen zudem in überbelichtete Schnappschüsse, die in keinem Fotobuch auftauchen dürften. Kleine Entschädigung dafür: Das Lenovo C2 kann zwei SIM Karten parallel managen.

Die Handhabung übernimmt eine schlichte Version von Android 6.0, wobei ein Update auf 7.0 eher unwahrscheinlich ist. Der Bedienkomfort ist insgesamt aber eher durchschnittlich. Die drei Standard-Tastenfelder unterhalb des Displays sind nicht beleuchtet, sodass der User stets nach Bauchgefühl die Sensorfelder orten muss. Genauso unverständlich ist, dass die Tastenfelder für die Rufannahme & Beendigung recht mickrig und zum Standard gegensätzlich platziert worden sind – daran muss sich man erst einmal gewöhnen.

Seite

Es ist zudem manchmal schwierig, ein Telefonat zu beenden, da das entsprechende rote Sensorfeld von anderen Benachrichtigungen blockiert wird oder der Button auf einmal an einer anderen Stelle klein dargestellt wird. Da auch das Arbeitstempo mitunter zähflüssig ist, kommt beim Umgang mit dem Chinesen keine rechte Freude auf.

Für die Leistung sorgt immerhin der MediaTek MT6735P Prozessor. Der arbeitet mit 4 Kernen, hat eine 1 GHz Taktung und wird von 1 GByte Arbeitsspeicher unterstützt. Und das merkt man auch immer wieder, denn bei 3D-Games oder einigen Multitasking-Aufgaben geht dem Chinese gelegentlich die Puste aus.

Auch die Akkuleistung ist nicht gerade berühmt. Der verbaute Akku fasst 2.750 mAh. Vorteil ist, dass der Akkublock ausgetauscht werden kann. In mehreren Praxiszyklen pendelte sich die Rufbereitschaft bei drei bis vier Tagen ein, was für die Einsteigerklasse kein berühmter Wert ist. Ebenfalls unschön sind zudem die sehr langen Ladezeiten.

Telefonieren ist mit dem C2 zwar kein ausgesprochenes Vergnügen, funktioniert aber in beiden Senderichtungen weitestgehend unfallfrei. Freisprechen ist aber so eine Sache, besonders bei hoher Lautstärke sind Gespräche nicht unbedingt angenehm.

Fazit

Sicherlich ist das Einsteiger-Smartphone von Lenovo mit 129 Euro preislich verlockend, doch die breite Einsteiger-Konkurrenz präsentiert sich in dieser Preisklasse doch einen Tick stärker. Dass man Einsparungen im Bereich Kamera oder Sound im Kauf nehmen muss, ist logisch, doch auch in anderen Bereich zeigt das C2 unnötige Schwächen. Besonders störend sind einige Handhabungsmacken, die heutzutage eigentlich nicht auftreten sollten. Aber auch im Bereich Leistung und Speicherplatz gibt es in diesem Preissegment leistungsfähigere Smartphones.

Günstiger Einsteiger mit Schwächen
befriedigend
17.04.2017

+ Sehr günstig
+ Viele Apps

– Weniger interner Speicherplatz
– Mäßige Performance
– Handhabungsschwächen

 

Test: Ulf Schneider
Datum: 17.04.2017

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