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Spotbeams ab 2012 auf Astra 28.2 Grad Ost

Der Satellitenbetreiber Astra hat vier neue Astra-Satelliten bei der EADS-Tochter Astrium in Auftrag gegeben. Die neuen Satelliten mit den Bezeichnungen ASTRA 2E, ASTRA 2F, ASTRA 2G (28,2° Ost) und ASTRA 5B (31,5° Ost) sollen in den kommenden Jahren vorhandene Satelliten auf den Orbitalpositionen 28,2 Grad Ost und 31,5 Grad Ost ersetzen. Die Orbitalposition 28,2° Ost wird derzeit von den Satelliten ASTRA 2A, 2B und 2D genutzt.

Die Inbetriebnahme der neuen Satelliten ist in mehreren Etappen zwischen 2012 und 2014 geplant. Die vier neuen Satelliten basieren auf der Plattform Eurostar E3000, auf der bereits der vor einem Jahr in Betrieb genommene ASTRA 1M produziert wurde. Bislang wird die Satellitenposition 28.2° Ost in erster Linie von britischen Sendern genutzt, die dennoch in weiten Teilen Europas empfangen werden können. Selbst Astra 2D, auf dem die Sender BBC, ITV, Channel 4 und Five ihre Programme ausstrahlen, ist trotz eines kleineren Footprints auch in weiten Teilen Deutschlands noch relativ einfach empfangbar.

Die neuen Satelliten verfügen hingegen über "Funktionen zur Umschaltung von Spotbeam und europaweitem Beam, mit denen sowohl Pay-TV- als auch Free-to-Air-Sendeanstalten bedient werden können". Einen solchen Spotbeam setzt Astra bereits auf 19.2° Ost für mehrere polnische TV-Programme ein, bei denen die Sendeleistung so stark auf Polen konzentriert ist, dass die Programme in weiten Teilen Deutschlands bereits nicht mehr empfangen können.

Daher ist zu vermuten, dass auch für die britischen Free TV-Programme in Zukunft Spotbeams zum Einsatz kommen sollen, die den Empfang deutlicher auf die britische Insel begrenzen werden. Sowohl die BBC als auch die Privatsender haben in den letzten Jahren die Verschlüsselung aufgehoben so dass derzeit u.a. auch BBC HD unverschlüsselt empfangen werden kann. Der Pay TV-Anbieter BSkyB würde durch Spotbeams hingegen viele Kunden verlieren, die die britischen Sky-Programme außerhalb Englands empfangen und – obwohl offiziell nicht erlaubt – doch faktisch zahlende Kunden darstellen. Nicht zuletzt viele in den sonnigen Süden ausgewanderte Briten haben Sky UK über Bekannte oder Zwischenhändler abonniert.

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